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| Wasserstoffbombe Castle Bravo |
Eine Wasserstoffbomben ist eine Atomwaffe die ihre Zerstörungskraft durch Kernfusion entwickelt. Sie setzen also anders als Atombomben Energie aus dem Verschmelzen von Atomkernen frei. Mit Wasserstoffbomben lassen sich weit stärkere atomare Explosionen erzeugen als mit einstufigen Atombomben. Bei gleichen Abmessungen können damit also weit stärkere Bomben konstruiert werden.
Beim Zünden werden Kerne der Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium so stark verdichtet, , dass sie zu Helium verschmelzen. Um diesen Prozess zu starten, sind mehr als 100 Millionen Grad Celsius nötig.
Um die Fusion in Ganz zu bringen wird deshalb zunächst eine reguläre Atombombe gezündet weil bisher nur dadurch die enorme Energie schnell genug bereitgestellt werden kann, die benötigt wird um die Kernfusion in Gang zu setzen.
Der Bau einer Fusionsbombe ist aufgrund ihres äußerst komplexen inneren Aufbaus jedoch erheblich schwieriger als der eines Atomspaltungssprengsatzes.
Wasserstoffbomben wurden bisher nie in Kriegen eingesetzt.
Sie euphemistisch auch oft als "saubere Atombomben" bezeichnet, denn im Vergleich mit einer Kernspaltungsbombe mit gleicher Sprengwirkung wird viel weniger und kurzlebigere Radioaktivität bei der Detonation erzeugt.
Sie euphemistisch auch oft als "saubere Atombomben" bezeichnet, denn im Vergleich mit einer Kernspaltungsbombe mit gleicher Sprengwirkung wird viel weniger und kurzlebigere Radioaktivität bei der Detonation erzeugt.
Geschichte
1. November 1952. Die USA zünden unter dem Eindruck der ersten sowjetischen Atomwaffentests RDS-1 in den Jahren 1949 und 1951 im Pazifik auf dem Eniwetok-Atoll die erste Wasserstoffbombe "Ivy Mike". Sie wurde unter Leitung von Edward Teller entwickelt. Ihre Sprengkraft ist etwa 800 Mal so groß wie die der ersten Atombombe.
1. März 1954. Die Wasserstoffbombe Castle Bravo wird um 6:45 Uhr (GMT: 28. Februar 1954 um 18:45 Uhr) gezündet. Sie ist mit einer Sprengkraft von etwa 15 Megatonnen TNT-Äquivalent die stärkste US-amerikanische Bombe, die bisher zur Explosion gebracht wurde. Der Sprengsatz trägt den Namen Shrimp.
1. März 1954. Die Wasserstoffbombe Castle Bravo wird um 6:45 Uhr (GMT: 28. Februar 1954 um 18:45 Uhr) gezündet. Sie ist mit einer Sprengkraft von etwa 15 Megatonnen TNT-Äquivalent die stärkste US-amerikanische Bombe, die bisher zur Explosion gebracht wurde. Der Sprengsatz trägt den Namen Shrimp.
22. November 1955. Die Sowjetunion zündet die erste transportable Wasserstoffbombe im Atomwaffentestgebiet von Semipalatinsk.
21. Mai 1956. Die USA zündet die erste transportable Wasserstoffbombe des Landes. Sie wird über der Pazifikinsel Namu von einem Flugzeug abgeworfen.
15. Mai 1957.Großbritannien zündet vor der Küste Australiens seine erste Wasserstoffbombe.
1960. Im Los Alamos National Laboratory (LANL) in New Mexiko wird die Wasserstoffbombe TX-61 entwickelt.
23. Januar 1961. In der Nähe der US-amerikanischen Stadt Goldsboro in North Carolina zerbricht ein Langstreckenbomber vom Typ B-52 auf einem Routineflug in der Luft und stürzt ab.
Der Pilot veranlasst unabsichtlich einen Notabwurf von 2 Wasserstoffbomben vom Typ "Mark 39 Mod 2". Eine der beiden Bomben reagiert im freien Fall genau so, wie im Kriegsfall vorgesehen. Der Fallschirm öffnet sich, ein Abschusssignal wird durch die Elektronik gesendet und drei von vier Auslösungsmechanismen werden betätigt. Nur ein letzter, stark anfälliger, Sicherheitsschalter verhindert die Detonation der Bombe. Sie landet an einem Fallschirm hängend in einem Baum. Die andere Bombe bohrt sich 17 Meter tief in ein Sumpfgebiet, zerbirst und kann nur teilweise geborgen werden.
30. Oktober 1961. Die bisher größte Wasserstoffbombe "Zar-Bombe" wird auf der Nordpolarmeer-Insel Nowaja Semlja gezündet. Sie hat eine Sprengkraft von 50 bis 60 Megatonnen. Ursprünglich war sie für eine Sprengkraft von 100 bis 150 Megatonnen konzipiert. Um den Fallout zu reduzieren wurde aber auf einen geplanten Mantel aus Uran-238 verzichtet.
9 Juli 1962. In der Operation "Dominic" unter dem Codenamen "Starfish Prime" zünden die USA in 400 Kilometern Höhe eine Wasserstoffbombe mit einer Sprengkraft von 1450 Kilotonnen TNT-Äquivalent. Die Explosion der Wasserstoffbombe erzeugt für eine Dauer von sieben Minuten polarlichtähnliche Leuchterscheinungen über Hawaii und Kwajalein. Danach legt ein elektromagnetischer Impuls elektronische Geräte auf der Erdoberfläche in weitem Umkreis lahm. Die Auswirkungen sind noch in einer Entfernung von 1300 Kilometern auf O´ahu, Hawaii zu spüren.
17. Januar 1966. Über dem spanischen Fischerdorf Palomares stürzt ein US-amerikanischer B52-Bomber mit 4 Wasserstoffbomben an Bord ab.
Durch die Sicherheitsvorkehrungen wird eine atomare Explosion verhindert. Die konventionellen Zünder mit den hochexplosiven Sprengladungen detonieren jedoch. Dadurch werden Bombenbruchstücke und etwa 20 Kilogramm Plutoniumstaub über ein Gebiet von rund 170 Hektar Agrarland verteilt. Die vierte Wasserstoffbombe fällt etwa 8 Kilometer vor der Küste ins Meer und kannerst nach etwa 80 Tagen fast unbeschädigt geborgen werden.
21. Januar 1968. Die "geheime" Thule Air Base wird bekannt als ein B52-Langstreckenbomber mit 4 Wasserstoffbomben in einer Entfernung von 11 Kilometern nördlich der Basis abstürzt. Drei der Bomben stürzen ins Eismeer und werden von den Suchtrupps gefunden und eingefroren geborgen. Von der vierten Bombe fehlt jede Spur.
6. Januar 2016. Nordkorea zündet laut eigenen Angaben seine erste Wasserstoffbombe. Ob es sich dabei wirklich um eine Wasserstoffbombe handelt bleibt unklar. Experten ziehen das aufgrund der geringen Erschütterungen, die gemessen werden, in Zweifel. Die Angaben der nordkoreanischen Regierung können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.
3. September 2017. Nordkorea zündet laut eigenen Angaben seine zweite Wasserstoffbombe. Seine Stärke übersteigt den vorangegangenen Test abermals um ein Mehrfaches. Sie soll den südkoreanischen Behörden zufolge eine Sprengkraft von 50 bis 60 Kilotonnen haben. Ob es sich dabei wirklich um eine Wasserstoffbombe handelt bleibt auch hier unklar.
Bilder aus Wikimedia Commons
Wasserstoffbombe Castle Bravo, Lizenz: Public Domain, Urheber: United States Department of Energy
Quellen
03.09.2017, Sueddeutsche, Nuklearwaffen, Wie eine Wasserstoffbombe funktioniert
03.09.2017, Focus, Atombombe und Wasserstoffbombe im Vergleich, Das ist der Unterschied zwischen den gefährlichen Waffen
03.09.2017, Focus, Atombombe und Wasserstoffbombe im Vergleich, Das ist der Unterschied zwischen den gefährlichen Waffen
