![]() |
| Kwajalein-Invassion 1944 |
Kwajalein (deutsch veraltet: Mentschikowinseln) ist ein Atoll, das zu den Marshall-Inseln im südlichen Pazifik gehört. Es liegt rund 3.900 km südwestlich von Hawaii (Luftlinie Honolulu – Insel Kwajalein 3.942 km) und ist das weltgrößte Korallenatoll mit der größten umschlossenen Lagune. Die 16,39 km² große Landfläche umschließt eine Lagune von 2.174 km² Größe. Das Atoll umfasst insgesamt 97 Inseln, von denen die Insel Kwajalein die südlichste und größte ist. Neben Kwajalein liegt die Insel Ebeye, die die am dichtesten besiedelte ist.
Heute sind elf der 97 Inseln an die USA verpachtet, die dort die Ronald Reagan Ballistic Missile Defense Test Site, kurz RTS genannt, unterhalten. Das RTS besteht aus Radaranlagen sowie Anlagen für optische, Telemetrie- und Kommunikationsübertragung. Benutzt wird das RTS zur Überwachung und zum Abfangen von ballistischen Raketen und zur Unterstützung von Weltraummissionen.
Geschichte
Kwajalein gehörte wie das gesamte Gebiet der Marshall-Inseln als Kolonie zum deutschen Kaiserreich. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs fielen die Inseln an Japan. Während des Zweiten Weltkriegs war Kwajalein ein wichtiger Stützpunkt der Kaiserlich Japanischen Marine.
31. Januar 1944. Den US-Amerikanern gelingt es während der Operation Flintlock, auf dem Atoll zu landen. Danach wird die Insel von den USA zu einer wichtigen Einsatz- und Nachschubbasis für die Fortdauer des Pazifikkriegs ausgebaut.
1946 bis 1958. Auf Bikini und Eniwetok finden US-amerikanische Atom- und Wasserstoffbomben-Tests statt. Kwajalein erhält daher eine wichtige Radarstation.
22. Dezember 1946. Im Südosten des Atolls, nördlich der Insel Enubuj kentert und sinkt der deutsche Kreuzer Prinz Eugen als Zielschiff während der Operation Crossroads. Das Heck des Schiffes ragt danach deutlich sichtbar aus dem Wasser heraus
1948. Die ausgesiedelten Bikinianer werden für ein halbes Jahr neben dem Flughafen in Zelten untergebracht, bis sie zur Insel Kili weiterverschifft werden.
1. März 1954. Die Wasserstoffbombe Castle Bravo wird um 6:45 Uhr (GMT: 28. Februar 1954 um 18:45 Uhr) gezündet. Sie ist mit einer Sprengkraft von etwa 15 Megatonnen TNT-Äquivalent die stärkste US-amerikanische Bombe, die bisher zur Explosion gebracht wurde. Der Sprengsatz trägt den Namen Shrimp.
Die Wetterstation warnt rechtzeitig davor, dass der Wind gedreht hat. Trotzdem wird der Befehl vom wissenschaftlichen Leiter der Testreihe »Operation Castle« Dr. Alvin C. Graves gegeben, die Bombe zu zünden. »Bravo« wird so auch zum Verstrahlungstest - vorsätzlich, wie später freigegebene Akten nahe legen.
Etwa fünf Stunden nach der Detonation ging radioaktives Pulver über dem Atoll nieder. Viele Einwohner dachten, es handle sich um Schnee. Sie spielten damit und teilweise aßen sie das Pulver. Erst 48 Stunden nach der Detonation begann die Zwangsevakuierung der Inseln. Aber das war zu spät, die Menschen waren schwer verseucht. 236 Bewohner der Insel Rongelap wurden verstrahlt, viele von ihnen wurden strahlenkrank oder trugen schwere Verbrennungen davon. Insgesamt wurden schätzungsweise 665 Einwohner der Marshall-Inseln schwer verstrahlt.
Viele der Ureinwohner werden daraufhin nach Ebeye im Kwajalein-Atoll umgesiedelt.
Ab 1961. Auf Kwajalein werden zahlreiche Tests von Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen durchgeführt. Hierfür gibt es Startanlagen auf Illeginni Island, Meck Island, Roi-Namur Island und Kwajalein Drop Zone, Pacific Ocean
1996. Die Startanlage auf Omelek wird aufgegeben und später von der Firma SpaceX benutzt.
10. Mai 2011. Nach einer langjährigen Pattsituation zwischen der Regierung und den Landeigentümern und acht Jahre langen Verhandlungen wird das Kwajalein Land Use Agreement (LUA) unterzeichnet. Der Vertrag garantiert der USA eine Verlängerung ihrer Landnutzungsrechte auf Kwajalein bis ins Jahr 2066, mit einer Option auf eine weitere Verlängerung um 20 Jahre. Die Zeremonie in Ebeye wird live von Marshall Islands’ Radio V7AB übertragen. Mit der Vertragsunterzeichnung wird die Auszahlung von 32 Millionen US Dollar aus einem Treuhänderkonto an die Landeigentümer frei. Die Unterzeichner des Kwajalein Land Use Agreement sind Präsident Jurelang Zedkaia, Iroijlaplap Imata Kabua, Iroijlaplap Anjua Loeak, Iroijlaplap Nelu Watak, Leroij Likwor Litokwa, Finanzminister Alfred Alfred Jr., und Generalstaatsanwalt Frederick Canavor Jr.
Bilder aus Wikimedia Commons
Kwajalein-Invassion 1944, Lizenz: Public Domain, Urheber: a U.S. Army soldier or employee
Quellen
