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| Weltraumfoto vom Bikini-Atoll |
Das Bikini-Atoll liegt im Pazifischen Ozean und gehört mit seinen insgesamt 23 Inseln zur Ralik-Kette im Territorium der Marshallinseln (bis ins 20. Jahrhundert hinein: eine Insel aus der Gruppe der deutschen Eschholtzinseln).
Das Atoll wurde als Schauplatz zahlreicher Atomwaffentests der USA in den 1940er und 1950er Jahren bekannt. An den 23 Atomwaffenversuchen waren zwischen 1946 und 1958 mehr als 42.000 Personen beteiligt. Wasserstoffbomben. Insgesamt fielen auf die Marshall-Inseln bis die Tests zum Ende der fünfziger Jahre eingestellt wurden eine tägliche Sprengkraft von im Schnitt etwa 1,6 Hiroshima-Bomben.
Wann das Bikini-Atoll wieder besiedelt werden kann, ist noch unklar. In der Zwischenzeit sind die Bikini-Inseln kein Sperrgebiet mehr. Der Aufenthalt ist laut Internationaler Atomenergieorganisation unbedenklich. Nur vor regelmäßigem Verzehr von lokal erzeugten Nahrungsmitteln wird gewarnt, da dies zu einer Strahlenbelastung von 15 mSv/Jahr führen würde. Lebensmittel müssen mitgebracht werden und man kann sich nur eine begrenzte Zeit dort aufhalten.
Dennoch gelten die Inseln als unbewohnt. Heute reisen dort beinahe nur Wissenschaftler und Touristen hin. In der Lagune liegen die bei den Atomtests gesunkenen Schiffe; sie sind als Ziele für Wracktaucher sehr beliebt. Es gibt oder gab eine Tauchbasis betrieben von Jack Niedenthal der vor einigen Jahren als Mitglied des Friedenscorps auf die Inseln kam und heute die Hilfsgelder verwaltet. Jeder der 3500 Bikinianer bekommt 800 US-Dollar im Jahr. Insgesamt haben die USA bisher mehr als 1 Mrd. US-Dollar an Wiedergutmachung und Aufbauhilfen für die Marshall-Inseln bezahlt.
Nach einer jahrelangen Odyssee die über mehrere Inseln und Atolle führten leben die meisten Bikinianer heute auf den kleinen Inseln Kili und Ejit. Weit weg von Zuhause. Kili kann man bei einem gemütlichen Spaziergang am Nachmittag umrunden. Es gibt keinen Hafen und keine Lagune. Nur in 6 Monaten des Jahres in denen es windstill ist kann im offenen Meer gefischt werden. Auf der Insel wachsen nur ein paar Kokosnüsse, Brotfrüchte und Pandanussbäume. Es gibt ein Inselkraftwerk welches mit 60 Tonnen Diesel in 3 Monaten betrieben wird. Fast alles muss eingeflogen oder per Schiff auf die Inseln gebracht werden. Das Eiland war früher eine Gefängnisinsel der Japaner. Die Bikinianer sind der Meinung dass sie das heute noch ist.
Der zweiteilige Bikini-Badeanzug wurde nach ihm benannt.
Geschichte
16. Jahrhundert. Die Marshallinseln werden von spanischen Seefahrern entdeckt, bleiben danach aber lange Zeit unbeachtet.
1825. Das Bikini-Atoll wird erstmals durch Otto von Kotzebue kartographiert und zu Ehren seines Schiffsarztes und wissenschaftlichen Mitarbeiters Johann Friedrich Eschscholtz als Eschscholtz-Inseln benannt.
1886. Die Inseln werden als Teil der Marshallinseln offiziell von Deutschland kolonisiert. Faktisch bleiben sie aber fast völlig isoliert, da sie wirtschaftlich bedeutungslos sind.
1914. Im Ersten Weltkrieg werden sie von Japan in Besitz genommen, das später auf Bikini einen kleinen Militärposten errichtet.
1944. Als die Marshallinseln im Pazifikkrieg von den USA erobert werden, befinden sich nur fünf Japaner auf Bikini. Um nicht in amerikanische Gefangenschaft zu geraten, verstecken sie sich in einem Erdloch und sprengen sich mit einer Granate in die Luft.
Dezember 1945. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschließt US-Präsident Harry S. Truman im die Durchführung von Versuchen mit Atomwaffen, um deren Zerstörungspotential zu ermitteln. Das Bikini-Atoll und das benachbarte Eniwetok-Atoll werden als Testgebiete gewählt, weil sie weitab von allen regulären Schifffahrts- und Flugverkehrsrouten liegen.
Februar 1946. An einem Sonntag nach dem Kirchgang versammelt der US-amerikanische Militärgouverneur der Marshall Inseln die Bikinianer und bittet um ihre Inseln. Nur "vorrübergehend" soll es sein und "zum Wohle der Menschheit". Das Oberhaupt der Bikinianer, König Juda, zu, dass sein Volk seine Heimat verlassen werde, im Glauben, zu einem späteren Zeitpunkt auf die Inseln zurückkehren zu können. Die insgesamt 167 Bikinianer werden daraufhin auf das kleinere, unbewohnte Rongerik-Atoll umgesiedelt.
Für die Bikinianer erweist sich die Umsiedelung auf das Rongerik-Atoll wegen der schlechten Versorgungssituation als Fiasko. Die Inseln des kleinen Atolls galten als unbewohnbar, weil sie nur wenig Nahrung und Trinkwasser lieferen. Die zur Verfügung gestellten Vorräte reichen nur für einige Wochen.
April 1946. Schon nach zwei Monaten bitten die Siedler darum, wieder in ihre Heimat gebracht zu werden.
1947. Erst über ein Jahr danach wird die schwere Unterernährung offiziell registriert.
1948. Es dauert fast ein weiteres Jahr, bis die Bikinianer erneut umgesiedelt werden. Auf der Insel Kwajalein leben sie dann für ein halbes Jahr in Zelten direkt neben den Gebäuden des Flughafens. Schließlich werden sie auf der entlegenen Insel Kili angesiedelt, wo sie von externer Versorgung abhängig sind.
Operation Crossroads
Die Operation Crossroads ist die zweite Atomwaffentestoperation der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Sie umfasst zwei Atomtests, Able und Baker, auf dem Bikini-Atoll, jeder mit einem TNT-Äquivalent von 23 kT.
Die Tests im Rahmen der Operation Crossroads dienen in erster Linie dazu, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Zerstörungen die Atomexplosionen an Schiffen anrichten. Zu diesem Zweck werden zahlreiche Schiffe und Boote der unterschiedlichsten Größen und Typen in der Lagune zusammengezogen.
Die USA greifen größtenteils auf ihren umfangreichen Bestand an ausgemusterten Schiffen zurück. Davon liegen später als Wracks in der Lagune von Bikini: USS Saratoga, USS Carlisle, USS Anderson, USS Lamson, USS Gilliam, USS Arkansas, USS Pilotfish, USS Apogon.
Um die schiffbauliche Qualität ausländischer Konstruktionen unter der Wirkung der Atombomben zu vergleichen, weden auch erbeutete japanische Schiffe nach Bikini gebracht. Als Wracks noch vorhanden sind die Nagato und die Sakawa der Agano-Klasse.
Der 1945 den USA als Kriegsbeute zugesprochene deutsche Kreuzer Prinz Eugen übersteht die Tests und wird nach Kwajalein geschleppt. Dort kentert das leck geschlagene Schiff am 22. Dezember 1946.
Um festzustellen wie schnell und umfänglich lebendes Material verglüht werden als vierbeinige Testgeräte Ratten, Ziegen und Schweine benützt.
30. Juni 1946. Vor dem Bikini-Atoll versammelt sich eine Armada von Schiffen und Flugzeugen mit Strahlenmessgeräten. Zur Dokumentation des Geschehens hat man beinahe 20 Tonnen Filmausrüstung vor Ort gebracht. Auf den Schiffen von denen aus man der Explosion zuschauen kann werden Sonnenbrillen und eisgekühlte Martinis gereicht.
Um 22 Uhr wird unter der Operation mit dem Codenamen "Crossroad" die erste Mk3-Atombombe mit dem biblischen Namen Able (Abel, der Bruder von Kain) vom B-29-Bomber "Dave's Dream" abgeworfen und gezündet.
Sie erreicht eine Sprengkraft von 23 Kilotonnen und war damit etwa eben so stark wie die Atombombe mit der etwa ein Jahr vorher Nagasaki zerstört worden war. Sie löscht alles Leben in der unmittelbaren Umgebung aus. Able beinhaltet den sogenannten "Demon Core", 6,2 Kilogramm Plutonium die in Los Alamos bereits zu mehreren tödlichen Unfällen geführt haben.
77 Schiffe werden bei dem Test einer Überwasserexplosion ausgesetzt.
Um 22 Uhr wird unter der Operation mit dem Codenamen "Crossroad" die erste Mk3-Atombombe mit dem biblischen Namen Able (Abel, der Bruder von Kain) vom B-29-Bomber "Dave's Dream" abgeworfen und gezündet.
Sie erreicht eine Sprengkraft von 23 Kilotonnen und war damit etwa eben so stark wie die Atombombe mit der etwa ein Jahr vorher Nagasaki zerstört worden war. Sie löscht alles Leben in der unmittelbaren Umgebung aus. Able beinhaltet den sogenannten "Demon Core", 6,2 Kilogramm Plutonium die in Los Alamos bereits zu mehreren tödlichen Unfällen geführt haben.
77 Schiffe werden bei dem Test einer Überwasserexplosion ausgesetzt.
24. Juli 1946. Die USA zünden bei der Operation "Crossroad" die Atombombe "Baker" am Bikini Atoll, 27 Meter unter dem Wasser unter einem Landungsboot. Das verursacht bei den 89 eingesetzten Schiffen und Booten wesentlich stärkere Schäden als der erste Able-Test und lässt einen Teil der Schiffe Stunden oder Tage nach der Zündung sinken.
1946. Der Stammesführer der Bikinianer reist mit einigen US-Amerikanern auf die Heimatinsel und verkündet glücklich nach seiner Rückkehr ins Exil auf dem Atoll Rongerik dass die Inseln in Ordnung seien und noch genau so wie vorher aussehen würden. Bald könnte man nach Hause gehen.
Operation Castle
Operation Castle ist eine US-amerikanische Atomwaffentestserie, die 1954 überwiegend auf dem Bikini-Atoll im Pazifik durchgeführt wird. Die Tests Bravo und Yankee sind bis heute die stärksten Kernwaffentests, welche die Vereinigten Staaten je durchgeführt haben.
28. Februar 1954. Mit der Wasserstoffbombe Castle Bravo wird die größte Explosion auf den Inseln erzeugt. Sie pulverisiert 3 der Inseln die jetzt nur noch als schwarze Sterne auf der Flagge des Landes zu sehen sind.
26. März 1954. Die Wasserstoffbombe Castle Romeo wird gezündet.
6. April 1954. Die Wasserstoffbombe Castle Koon wird gezündet.
25. April 1954. Die Wasserstoffbombe Castle Union wird gezündet.
4. Mai 1954. Die Wasserstoffbombe Castle Yankee wird gezündet.
Operation Redwing
Die Operation Redwing ist die dreizehnte Serie von US-amerikanischen Atomwaffentests, die zwischen dem 4. Mai und 21. Juli 1956 auf den Marshallinseln im Pazifik durchgeführt wird. Insgesamt werden 17 Kernwaffen oberirdisch getestet. Die Operation wird durchgeführt, um starke thermonukleare Atomwaffen zu testen, die nicht auf der Nevada Test Site getestet werden können.
Zur Untersuchung des Fallouts werden zahlreiche Raketen der Typen Loki und Asp vom Bikini-Atoll aus gestartet.
Alle Namen dieser Bomben sind auch Namen amerikanischer Indianerstämme.
20. Mai 1956. Die Wasserstoffbombe Redwing Cherokee wird gezündet.
27. Mai 1956. Die Wasserstoffbombe Redwing Zuni wird gezündet.
11. Juni 1956. Die Wasserstoffbombe Redwing Flathead wird gezündet.
25. Juni 1956. Die Wasserstoffbombe Redwing Dakota wird gezündet.
10. Juli 1956. Die Wasserstoffbombe Redwing Navajo wird gezündet.
20. Juli 1956. Die Wasserstoffbombe Redwing Tewa wird gezündet.
1956. [9]
Operation Hardtack
Die Operation Hardtack ist eine Serie von US-amerikanischen Atomwaffentests im Jahr 1958 auf den Marshallinseln im Pazifik und auf der Nevada Test Site. Sie wird oft nach ihren verschiedenen Testorten in Hardtack I und Hardtack II unterteilt.
Alle Namen dieser Bomben sind die Namen von Baumarten.
11. Mai 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Fir wird gezündet.
21. Mai 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Nutmeg wird gezündet.
31. Mai 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Sycamore wird gezündet.
10. Juni 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Maple wird gezündet.
14. Juni 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Aspen wird gezündet.
27. Juni 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Redwood wird gezündet.
30. Juni 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Hickory wird gezündet.
2. Juli 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Cedar wird gezündet.
12. Juli 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Poplar wird gezündet.
22. Juli 1958. Die Wasserstoffbombe Hardtack Juniper wird gezündet.
1968. US-Präsident Lyndon B. Johnson verkündet die baldige Rückkehr der zu diesem Zeitpunkt 540 Bikinianer. Die radioaktive Verschmutzung soll beseitigt und die ursprüngliche Vegetation wiederhergestellt werden. Später werden Hütten und Häuser gebaut, damit die Rückkehrer sofort ein Dach über dem Kopf haben
Der Umzug vollzieht sich nur schleppend, da nach dem Abzug des Militärs kaum noch Transportmöglichkeiten bestehen.
1972. Ein Überwachungsteam stellt eine erhöhte Radioaktivität bei den in der Lagune lebenden Krabben fest.
1975 bist 1977. Weitere Messungen ergeben, dass das Trinkwasser und die Früchte der Insel für den menschlichen Gebrauch nicht geeignet sind. In den Brunnen werden überhöhte Strontium-90-Werte nachgewiesen. Außerdem sollen die Werte von Cäsium 137 stark angestiegen sein. Daraufhin beginnt das Energieministerium mit Wasser- und Nahrungsmittellieferungen.
Ende 1978. Wegen starker Gesundheitsprobleme aufgrund der atomaren Strahlung müssen die Inseln wieder verlassen werden. Die 139 Bewohner lassen sich hauptsächlich auf Majuro und Ejit im Majuro-Atoll nieder, rund 830 km südöstlich von Bikini.
5. März 2001. Vom Nuclear Claims Tribunal wird beschlossen, dass die USA an die Bikinianer eine Gesamtzahlung von rund 1,1 Mrd. US-Dollar vorzunehmen haben. Dies beinhaltet den Wertverlust des Atolls, Schmerzensgeld und Wiederaufbauhilfe. Ob das Geld bezahlt wird, ist fraglich, da der Beschluss nicht einem Gerichtsurteil entspricht. Derzeit rufen die Bikinianer immer wieder den Petitionsausschuss des US-Kongresses an.
2009. Die USA sehen keine Gefahr mehr für menschliches Leben auf den Inseln und stellen den Rongelapesen ein Ultimatum: „Entweder Sie kehren bis Oktober 2011 zu Ihrem Atoll zurück oder Ihnen wird die Unterstützung für Ihre Gemeinschaft gestrichen.“
20. Februar 2009. Die Regierung der Marshall-Inseln beantragt die Erklärung des Bikini-Atolls als Weltkulturerbe.
14. Juli 2009. Der Fond zur Entschädigung von Opfern der Atomwaffentests im Westpazifik hat seine Zahlungen eingestellt.
31. Juli 2010. Das Bikini-Atoll wird zum UNESCO-Welterbe erklärt.
31. Juli 2010. Das Bikini-Atoll wird zum UNESCO-Welterbe erklärt.
Bilder aus Wikimedia Commons
Weltraumfoto vom Bikini-Atoll, Lizenz: Public Domain, Urheber: NASA
Quellen
01.07.2011, Focus, Atomwaffentest auf dem Bikini-Atoll, Der Tag, an dem das Paradies brannte
12.01.2011, Spiegel, Mekkas der Moderne - Atomtestinseln Bikini-Atoll, Verbrannt von tausend Sonnen
14.07.2009, n-tv, US-Fonds stellt Zahlungen ein, Kein Geld mehr für Atomtest-Opfer
21.02.2009, taz, Atomar verstrahltes Südsee-Paradis, Bikini-Atoll als Weltkulturerbe
Wikipedia, Bikini-Atoll
01.07.2011, Focus, Atomwaffentest auf dem Bikini-Atoll, Der Tag, an dem das Paradies brannte
12.01.2011, Spiegel, Mekkas der Moderne - Atomtestinseln Bikini-Atoll, Verbrannt von tausend Sonnen
14.07.2009, n-tv, US-Fonds stellt Zahlungen ein, Kein Geld mehr für Atomtest-Opfer
21.02.2009, taz, Atomar verstrahltes Südsee-Paradis, Bikini-Atoll als Weltkulturerbe
Wikipedia, Bikini-Atoll
