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| Eichhörnchen |
Am Anfang hat sie sich an Aktionen im Rahmen der globalisierungskritischen und pazifistischen Bewegung beteiligt. Zwischenzeitlich ist sie mit ihren Aktionen vor allem in der Antiatomkraftbewegung, der konsumkritischen Bewegung und der Bewegung gegen die Gentechnik tätig. Auch bei den Protesten gegen Stuttgart 21 trat sie in Erscheinung.
Lecomte wurde mehrfach wegen ihren Aktionen des zivilen Ungehorsams verurteilt und präventiv "zur Gefahrenabwehr" in Gewahrsam genommen. Rechtskenntnisse hat sie sich durch Selbststudium, eigene Prozesse und in Zusammenarbeit mit Rechtshilfegruppen angeeignet. Sie verteidigt sich nun nicht mehr nur selbst, sondern auch "Mitkämpfer" vor Gericht. Daneben arbeitet sie als Journalistin, hält Vorträge und beteiligt sich an der internationalen Vernetzung sozialer Bewegungen.
Den Lebensunterhalt als Vollzeitaktivistin finanziert sie durch die regelmäßige Zuwendung von mehr als 30 Menschen im Rahmen des Förder-Priogrammes der "BewegungsarbeiterInnen" der "Bewegungsstiftung". Lecomte ist zudem journalistisch tätig, hält Vorträge und wirkt an der internationalen Vernetzung sozialer Bewegungen mit.
Sie ist auch Mitherausgeberin der Monatszeitung Graswurzelrevolution. Ihr Buch "Kommen Sie da runter! - Kurzgeschichten und Texte aus dem politischen Alltag einer Kletteraktivistin" erschien Anfang 2014 im Verlag Graswurzelrevolution.
Sie ist auch Mitherausgeberin der Monatszeitung Graswurzelrevolution. Ihr Buch "Kommen Sie da runter! - Kurzgeschichten und Texte aus dem politischen Alltag einer Kletteraktivistin" erschien Anfang 2014 im Verlag Graswurzelrevolution.
Leben
8. Dezember 1981. Cécile Stéphanie Lecomte wird in Épinal (Vogesen)geboren. Sie wächst in Orléans auf und begeistert sich früh für das Bergsteigen. Ihre erste Schritte macht sie in Fontainebleau (Bouldern) und in den Ferien fährt sie mit ihrer Mutter in die Alpen zum Bergsteigen im Mont-Blanc-Gebiet, zum Tourenski oder Felsklettern. Im Sportklettern gewinnt sie Jugendmeisterschaften und beteiligt sich auch an internationalen Meisterschaften.
8. Dezember 1981. Cécile Stéphanie Lecomte wird in Épinal (Vogesen)geboren. Sie wächst in Orléans auf und begeistert sich früh für das Bergsteigen. Ihre erste Schritte macht sie in Fontainebleau (Bouldern) und in den Ferien fährt sie mit ihrer Mutter in die Alpen zum Bergsteigen im Mont-Blanc-Gebiet, zum Tourenski oder Felsklettern. Im Sportklettern gewinnt sie Jugendmeisterschaften und beteiligt sich auch an internationalen Meisterschaften.
Bereits in der Jugend engagiert sie sich auch in politischen Gruppierungen. Sie studiert Betriebswirtschaftslehre an der Uni Bayreuth. Dort engagierte sie sich auch in der Grünen Hochschulgruppe. Als sie später zur Uni Erlangen wechselt ist sie in der Grünen Jugend aktiv und kandidiert für Gremien in der universitären Selbstverwaltung. Sie hat daneben ein abgeschlossenes Studium als französische Sprachenlehrerin.
2005 bis 2007. Lecomte lehrt an Schulen in Lüneburg Französisch. Ihre Aktionen, die ein großes mediales Echo hervorrufen, plant sie ihn ihrer Freizeit.
Danach widmet sich Lecomte ganz der Politik. Zu diesem Schritt führen die staatliche Überwachung ihrer politischen Aktivitäten, Druck auf die Schulleitung aufgrund ihres politischen Engagements und eine chronische Autoimmunerkrankung (Rheumatoide Arthritis) die nur schwer mit ihrem Beruf als Lehrerin kombinierbar ist. Lecomte ist zwischenzeitlich zu 60% schwerbehindert.
2006. Vor dem Castortransport durch Lüneburg wird Lecomte mit mehreren mobilen Einsatzkommandos heimlich überwacht und später auch festgenommen.
Januar 2007. Cécile Lecomte besetzt Bäume gegen Straßenausbau in Lüneburg. Die Aktion wird laut der Internetplattform von einem SEK geräumt.
September 2007. Lecomte führt eine Baumbesetzung gegen Braunkohletagebau in Lakoma bei Cottbus durch.
2008. Lecomte zieht in einen Bauwagen ein, protestiert mit einer Baumbesetzung in Kelsterbach gegen den Flughafenausbau und blockiert zwei Uranmüllzüge bei Burgsteinfurt in Richtung Rotterdam. Dieser wurde alleine durch sie mehrere Stunden aufgehalten. Ausserdem wird in dem Jahr von ihr ein Feld (Monsanto Mais 810) mit der Initiative Gendreckweg befreit und bei Husum kettet sie sich an um einen Militärtransport zu verhindern.
In diesem Jahr gibt es wieder einen Castortransport, und es liegt wieder einmal eine Gefahrenprognose für Lecomte vor. Die Polizei befürchtet, dass sie sich wieder irgendwo abseilt. Obwohl sie nicht vorbestraft ist, wird sie deshalb drei Tage vor dem Transport festgenommen. Alle haben Aktionen vorbereitet, aber niemand wird verhaftet, nur Lccomte. Der zuständige Richter hört sie an und und verliest dann seinen schon ausgedruckten Beschluss.
In diesem Jahr gibt es wieder einen Castortransport, und es liegt wieder einmal eine Gefahrenprognose für Lecomte vor. Die Polizei befürchtet, dass sie sich wieder irgendwo abseilt. Obwohl sie nicht vorbestraft ist, wird sie deshalb drei Tage vor dem Transport festgenommen. Alle haben Aktionen vorbereitet, aber niemand wird verhaftet, nur Lccomte. Der zuständige Richter hört sie an und und verliest dann seinen schon ausgedruckten Beschluss.
2009. Lecomte protestiert zum dritten Mal in Münster gegen Atommülltransporte nach Frankreich und besetzt ein Feld vor der Aussat von genmanipuliertem Getreide in Groß Lüsewitz bei Rostock.
2009. Sie protestiert durch Adbusting und Fassadenklettern auf der Deutschen Bank gegen verschwenderischen Konsum.
Juli 2009. Das Amtsgericht Kitzingen verurteilt Cécile Lecomte wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 675 Euro.
Winter 2009 bis 2010. Zusammen mit der Initiative Robin Wood führt sie mehrere Baumbesetzungen der Aktion "Moorburgtrasse stoppen" durch.
2010. Lecomte ist Mitbegründerin des Vereins "Lebenswagen", welcher sich für ein sesshaftes Leben in "Fliegenden Bauten" engagiert. Zudem führt sie in dem Jahr eine spektakuläre Abseilaktion gegen den Castortransport nach Gorleben durch.
19. Januar 2010. Die Anti-Atom-Aktivistin Cécile Lecomte steht wegen ihrer spektakulären Kletteraktionen gegen Atomkraft vor Gericht.
Mitte April 2010. Das Amtsgericht Frankfurt am Main verurteilt sie wegen Hausfriedensbruch in drei Fällen, davon in einem Fall tateinheitlich mit Nötigung, zu einer Geldstrafe von 120 Euro.
30. Juni 2010. Das Landgericht Würzburg bestätigt den Richterspruch des Amtsgericht Kitzingen und verwirft das sowohl von Lecomte als auch von der Staatsanwaltschaft hiergegen eingelegte Rechtsmittel.
19. Januar 2010. Die Anti-Atom-Aktivistin Cécile Lecomte steht wegen ihrer spektakulären Kletteraktionen gegen Atomkraft vor Gericht.
Mitte April 2010. Das Amtsgericht Frankfurt am Main verurteilt sie wegen Hausfriedensbruch in drei Fällen, davon in einem Fall tateinheitlich mit Nötigung, zu einer Geldstrafe von 120 Euro.
30. Juni 2010. Das Landgericht Würzburg bestätigt den Richterspruch des Amtsgericht Kitzingen und verwirft das sowohl von Lecomte als auch von der Staatsanwaltschaft hiergegen eingelegte Rechtsmittel.
2011. Lecomte organisiert eine Tripod-Aktion gegen die Tagung der Gentechniklobby in Üplingen.
25. November 2011. Cecile Lecomte, das Eichhörnchen, hängt mit 3 anderen Kletteraktivisten in den Bäumen bei der Bahnstrecke in Marbach bei Fulda.
27. November 2011. Lecomte landet für 3 Tage in der JVA Preungesheim in Einzelhaft. Dort werden dem Eichhörnchen bei Strafandrohung Solidarits-Anrufe verboten. Zudem werden ihr offenbar Bücher, Hofgang, Telefonieren und Medikamente verweigert.
Mai 2012. Das Eichhörnchen ist beim Protest angesichts der Jahreshauptversammlung des Atom- und Kohlekonzern E.ON, der in der Gruga Halle stattfindet dabei. Weil sie an einem Baum ein Protest-Transparent angebracht hat meint die Polizei, sie gewaltsam aus den Reihen der Protestler ziehen und ihr einen Platzverweis erteilen zu dürfen.
Ende Mai 2012. Sie führt eine Aktion zur Blockade eines Kanalschiffes durch welches einen Dampferzeuger aus dem abgeschalteten AKW Obrigheim über den Dortmund-Ems-Kanal nach Lubmin transportieren soll. Dazu seilte sie sich in Münster von der Kanalbrücke in der Wolbecker-Straße ab und blockierte die Weiterfahrt des Schiffs so lange bis die Schleuse in Münster am Abend ihren Betrieb einstellte. Das Schiff musste daher die Nacht über in Münster verweilen. Die Blockade wurde von einem Spezialkommando beendet. Lecomte festgenommen. Jedoch bereits am Folgetag wurde sie aus der Haft entlassen.
30. Juli 2012. Um 12 Uhr 15 wurde am Bahnübergang K65/Welbergener Damm ein Zug mit abgereichtem Uran von zwei Anti-Atom-Aktivisten auf dem Weg von der Urananreicherungsanlage Gronau nach Frankrkeich gestoppt. Auch Cécile Lecomte ist offenbar wieder mit dabei.
Anfang 2014. Im Verlag Graswurzelrevolution erscheint ihr Buch "Kommen Sie da runter! - Kurzgeschichten und Texte aus dem politischen Alltag einer Kletteraktivistin". Mit ihrem Buch geht sie in ganz Deutschland auf Lesereise und berichtet über ihre Erfahrungen als Aktivistin.
2014. Sie beteiligt sich an mehreren Aktionen und Blockaden gegen den Umschlag von Uran im Hamburger Hafen.
2015. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen stellt fest, dass der Platzverweis bei der Demo gegen E.ON im Mai 2012 und die Tatsache, dass sie zu deren Durchsetzung auch noch zwei Stunden in Gewahrsam genommen wurde, illegal gewesen sind. Das Gericht ist Meinung, dass das Aufhängen von Transparenten eben "versammlungsimmanent" ist. Deshalb klagt die Aktivistin daraufhin vor dem Landgericht Essen auf Schmerzensgeld. In ihrem Blog schreibt sie, dass sie sich zu dem Schritt gezwungen sieht, weil es sich bei der Essener Polizei um eine "Wiederholungstäterin" handelt. Denn die "geht immer wieder gegen Umweltaktivist*innen rechtswidrig vor ... Es kommt mir so vor, als handele die Essener Polizei systematisch im Namen der Energie-Riesen. Grundrechte wie das Grundrecht auf Meinungs-und Versammlungsfreiheit sind ihr dagegen egal."
März 2015. Sie beteiligt sich mit einer kapitalismus- und konsumkritischen Kletteraktion an einem Bankenturm an den Blockupy Protesten in Frankfurt am Main.
1. April 2016. Das Dortmunder Schifffahrtsgericht verurteilt sie wegen "Fehlbenutzung einer Schifffahrtsanlage" zu einem Bußgeld von 20 Euro. Weil sie diese nicht zahlen möchte, wird Erzwingungshaft gegen Lecomte verhängt. Diese soll sie am 4. April in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hildesheim antreten.
4. April 2016. Als sie ihre Erzwingungshaft antreten möchte wird ihr mitgeteilt, das Bußgeld wäre bereits bezahlt worden. Laut taz hat der Gefängnischef die 20 Euro persönlich aus seiner Tasche bezahlt weil er der Ansicht ist "dass dies für alle Beteiligten die beste Lösung ist." Er hat die Rechnung wohl aus Furcht vor politischen Aktionen im und vor dem Gefängnis beglichen.
6./7. April 2016. Sie seilt sich mit einer weiteren Aktivistin in Buchholz von einer Eisenbahnbrücke ab, um einen Uranerzkonzentratzug anzuhalten. Der Zug steht ca. 4 Stunden am Buchholzer Bahnhof.
17. Dezember 2016. Das Landgericht Essen verurteilt das Land Nordrhein-Westfalen zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 400 Euro weil Cécile Lecomte im Mai 2012 bei den Protesten gegen E.ON rechtswidrig von der Polizei in gewahrsam genommen wurde. "Geld macht Willkür nicht wieder gut", erklärt Lecomte danach. Sie weist auch darauf hin, dass die Verantwortlichen bei der Polizei "nicht zur Verantwortung gezogen" würden und letztlich der Steuerzahler für die Kosten aufzukommen habe.
Bilder aus Wikimedia Commons
Eichhörnchen, Lizenz: Creative-Commons „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland“, Urheber: Ray eye
Anfang 2014. Im Verlag Graswurzelrevolution erscheint ihr Buch "Kommen Sie da runter! - Kurzgeschichten und Texte aus dem politischen Alltag einer Kletteraktivistin". Mit ihrem Buch geht sie in ganz Deutschland auf Lesereise und berichtet über ihre Erfahrungen als Aktivistin.
2014. Sie beteiligt sich an mehreren Aktionen und Blockaden gegen den Umschlag von Uran im Hamburger Hafen.
2015. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen stellt fest, dass der Platzverweis bei der Demo gegen E.ON im Mai 2012 und die Tatsache, dass sie zu deren Durchsetzung auch noch zwei Stunden in Gewahrsam genommen wurde, illegal gewesen sind. Das Gericht ist Meinung, dass das Aufhängen von Transparenten eben "versammlungsimmanent" ist. Deshalb klagt die Aktivistin daraufhin vor dem Landgericht Essen auf Schmerzensgeld. In ihrem Blog schreibt sie, dass sie sich zu dem Schritt gezwungen sieht, weil es sich bei der Essener Polizei um eine "Wiederholungstäterin" handelt. Denn die "geht immer wieder gegen Umweltaktivist*innen rechtswidrig vor ... Es kommt mir so vor, als handele die Essener Polizei systematisch im Namen der Energie-Riesen. Grundrechte wie das Grundrecht auf Meinungs-und Versammlungsfreiheit sind ihr dagegen egal."
März 2015. Sie beteiligt sich mit einer kapitalismus- und konsumkritischen Kletteraktion an einem Bankenturm an den Blockupy Protesten in Frankfurt am Main.
1. April 2016. Das Dortmunder Schifffahrtsgericht verurteilt sie wegen "Fehlbenutzung einer Schifffahrtsanlage" zu einem Bußgeld von 20 Euro. Weil sie diese nicht zahlen möchte, wird Erzwingungshaft gegen Lecomte verhängt. Diese soll sie am 4. April in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hildesheim antreten.
4. April 2016. Als sie ihre Erzwingungshaft antreten möchte wird ihr mitgeteilt, das Bußgeld wäre bereits bezahlt worden. Laut taz hat der Gefängnischef die 20 Euro persönlich aus seiner Tasche bezahlt weil er der Ansicht ist "dass dies für alle Beteiligten die beste Lösung ist." Er hat die Rechnung wohl aus Furcht vor politischen Aktionen im und vor dem Gefängnis beglichen.
6./7. April 2016. Sie seilt sich mit einer weiteren Aktivistin in Buchholz von einer Eisenbahnbrücke ab, um einen Uranerzkonzentratzug anzuhalten. Der Zug steht ca. 4 Stunden am Buchholzer Bahnhof.
17. Dezember 2016. Das Landgericht Essen verurteilt das Land Nordrhein-Westfalen zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 400 Euro weil Cécile Lecomte im Mai 2012 bei den Protesten gegen E.ON rechtswidrig von der Polizei in gewahrsam genommen wurde. "Geld macht Willkür nicht wieder gut", erklärt Lecomte danach. Sie weist auch darauf hin, dass die Verantwortlichen bei der Polizei "nicht zur Verantwortung gezogen" würden und letztlich der Steuerzahler für die Kosten aufzukommen habe.
Bilder aus Wikimedia Commons
Eichhörnchen, Lizenz: Creative-Commons „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland“, Urheber: Ray eye
Quellen
12.03.2018, taz, Cécile Lecomte über Anti-AKW-Kampf, „Es ist ein Auf und Ab“
17.12.2016, Telepolis, Polizei muss Kletteraktivistin Schmerzensgeld zahlen
05.04.2016, taz, Gefängnisleiter zahlt die Strafe, Umwelt-Aktivistin bleibt Knast erspart
02.01.2013, FR-Online, Kletteraktivistin Lecomte, Schmerzensgeld für das "Eichhörnchen"
17.12.2016, Telepolis, Polizei muss Kletteraktivistin Schmerzensgeld zahlen
05.04.2016, taz, Gefängnisleiter zahlt die Strafe, Umwelt-Aktivistin bleibt Knast erspart
02.01.2013, FR-Online, Kletteraktivistin Lecomte, Schmerzensgeld für das "Eichhörnchen"
