Montag, 19. März 2018

Andrew McCabe

Andrew McCabe
Der  US-amerikanische Jurist Andrew George McCabe wurde am 18. März 1968 geboren.

Er war von Januar 2016 bis zum 1. März 2018 stellvertretender FBI-Direktor.

McCabe gehörte zu den ersten in den Reihen des FBI, die mögliche Verbindungen Donald Trumps zu einer russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 untersuchten.

Seine Ehefrau ist Demokratin und kandidierte für die Demokraten um einen Sitz im Senat des Bundesstaates Virginia. Dabei wurde sie von einem Vertrauten der Clintons finanziell unterstützt. 

Er lebt gemeinsam mit seiner Frau Jill McCabe in Virginia und ist Vater von zwei Kindern.

Leben

18. März 1968. Andrew George McCabe wird geboren.

Er beginnt später seine Geheimdienst-Arbeit in einer Außenstelle des FBI in einem SWAT-Team.

2003. Er arbeitet in der Aufsicht einer eurasischen Task Force und erhielt später Management-Positionen in der FBI Counterterrorism Division, im FBI National Security Branch sowie im FBI’s Washington Field Office.

1. Februar 2016. Knapp ein Jahr vor dem Ende der Regierung von Barack Obama, wird McCabe stellvertretender FBI-Direktor. Dazu wird er von James B. Comey berufen.

9. Mai 2017 bis 2. August 2017. Nach der Entlassung Comeys ist McCabe automatisch kommissarischer Direktor bis Donald Trump die Leitung der Bundespolizei Christopher Wray überträgt. Nach Comeys Entlassung steht McCabe loyal zu seinem Ex-Chef, was Trumps erheblichen Unwillen erregt.

Dezember 2017. Donald Trump kritisiert McCabe - und indirekt auch seinen Justizminister Jeff Sessions - in einem Tweet: "Der stellvertretende Direktor des FBI, Andrew McCabe, rast auf die Rente mit vollen Bezügen zu. Noch 90 Tage? !!!"

29. Januar 2018. Andrew McCabe hatte die Aufsicht über die Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um Trumps Gegnerin im Präsidentschaftswahlkampf, Hillary Clinton. Die Untersuchungen führen zu keiner Strafverfolgung. Trump ist darüber völlig fassungslos, wirft ihm Parteinahme für Clinton vor. Er könne nicht Ermittlungen gegen Clinton leiten, wenn seine Ehefrau Spendengelder von "Clinton-Marionetten" annehme. 

McCabe tritt daraufhin zurück und ist danach beurlaubt. Seinen vollen Pensionsanspruch würde McCabe mit Vollendung des 50. Lebensjahres am 18. März 2018 erreichen.

15. März 2018. McCabe spricht  im Justizministerium in eigener Sache vor. Er redet mehr als drei Stunden lang mit Vize-Justizminister Rod Rosenstein, um seine Pension zu retten. 

16. März 2018. Er wird am späten Abend, zwei Tage vor seiner Pensionierung von Justizminister Jeff Sessions unter Hinweis auf Empfehlungen des Generalinspekteurs und anderer interner Stellen beim FBI entlassen. Einem Bericht der "New York Times" zufolge erfährt McCabe aus einer Pressemitteilung des Justizministeriums von seiner Entlassung. Unklar bleibt zunächst, ob seine Pension nun ganz oder zum Teil gestrichen werden wird.

In einer Mitteilung schreibt Sessions: „Das FBI erwartet von jedem Beschäftigten, den höchsten Standards an Ehrlichkeit, Integrität und Verantwortlichkeit zu genügen.“

Die Vorwürfe gegen ihn umfassen die Weitergabe vertraulicher Informationen an einen Ex-Journalisten des "Wall Street Journal" und dass er dies mehrfach bei Befragungen, auch unter Eid, abgestritten habe. Dabei ging es um eine Untersuchung gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Donald Trump feiert die Entlassung auf Twitter: "Andrew McCabe gefeuert, ein großartiger Tag für die hart arbeitenden Männer und Frauen des FBI - Ein großartiger Tag für die Demokratie ... Der scheinheilige James Comey war sein Boss und ließ McCabe wie einen Chorknaben aussehene. Er wusste alles über die Lügen und Korruption auf höchster Ebene beim FBI."

McCabe widerspricht den Vorwürfen in einer Erklärung vehement: Niemals habe er den Ermittlern etwas Falsches berichtet. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. Dieser wolle nur seine Reputation und die des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller beschädigen. Der Schritt sei Teil eines Angriffs auf das FBI und der US-Sicherheits- und Geheimdienste allgemein.

James Comey entgegnet auf Twitter: "Herr Präsident, das amerikanische Volk wird meine Geschichte sehr bald hören. Dann kann es selbst entscheiden, wer ehrenhaft ist und wer nicht." Er hat für den kommenden Monat ein Buch angekündigt, in dem es auch um die Russland-Ermittlungen gehen soll.

John O. Brennan, bis 2017 CIA-Chef, antwortet ebenfalls direkt auf den Tweet des US-Präsidenten: "Wenn das volle Ausmaß Ihrer Bestechlichkeit, moralischen Schändlichkeit und politischen Korruption bekannt wird, werden Sie Ihren rechtmäßigen Platz im Abfalleimer der Geschichte einnehmen: als in Ungnade gefallener Demagoge. Sie mögen McCabe nun als Sündenbock benutzen, aber Sie werden Amerika nicht zerstören. Amerika wird über Sie triumphieren."

McCabe hat nach Informationen der Nachrichtenagentur AP persönliche Memos zu seinen eigenen Interaktionen mit Präsident Donald Trump geführt. Der genaue Inhalt ist bisher nicht bekannt. Die Notizen ähneln aber offenbar denen des von Trump im vergangenen Mai entlassenen FBI-Direktors James Comey. Dieser machte sich Notizen von Gesprächen mit Trump, die ihn nach eigener Aussage beunruhigten. Die Memos könnten McCabes Aussage stützen, seine Glaubwürdigkeit sei angegriffen worden, um nicht nur ihn persönlich zu verleumden, sondern auch das FBI und die Strafverfolgung. Die Informationen sollen bereits an Sonderermittler Mueller übergeben worden sein.

Bilder aus Wikimedia Commons
Andrew McCabe, Lizenz: Public Domain, Urheber: Federal Bureau of Investigation

Quellen