Samstag, 27. Januar 2018

Robert Habeck

Robert Habeck
Der deutsche Schriftsteller und Politiker Robert Habeck wurde am 2. September 1969 in Lübeck geboren.

Er gehört der politischen Partei Bündnis 90/Die Grünen an.

Neben Kinderbüchern und Übersetzungen englischer Lyrik veröffentlichte Robert Habeck (mit Andrea Paluch) die Romane Hauke Haiens Tod (2001), Der Schrei der Hyänen (2004), Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf (2005), Zwei Wege in den Sommer (2006), Unter dem Gully liegt das Meer (2007) und SommerGIG (2009).

In den Romanen Habecks, die er mit Andrea Paluch verfasste, erkennt man deutlich skandinavischen und englischen Literatureinfluss. Wiederkehrendes Motiv in den Romanen ist die Frage nach den Einflüssen, die einen Menschen prägen, und dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Determination. Im Dezember 2008 wurde das erste Theaterstück der beiden mit dem Titel Neunzehnachtzehn über den Matrosenaufstand im Kieler Theater uraufgeführt. 2008 wurde der Roman Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf verfilmt.

Leben

2. September 1969. Robert Habeck wird in Lübeck geboren.

1989. Habeck legt sein Abitur an der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf ab. Danach macht er  Zivildienst beim Hamburger Spastikerverein (später Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein).

1991. Er beginnt ein Studium mit der Fächerkombination Philosophie, Germanistik und Philologie in Freiburg im Breisgau.

1992/93. Er besucht nach der Zwischenprüfung die Universität Roskilde in Dänemark.

1996. Er erhält einen Magister an der Universität Hamburg mit einer Abhandlung zu den Gedichten von Casimir Ulrich Boehlendorff (1775–1825), über die er ein Jahr später auch ein Buch veröffentlicht.

Er bekommt den Preis für literarische Übersetzungen der Stadt Hamburg.

In diesem Jahr heiratet er die Schriftstellerin Andrea Paluch, ihr erster Sohn wird geboren.

1996 bis 1998. Habeck erhält ein Promotionsstipendium der Universität Hamburg.

1999. Es folgt die Geburt von Zwillingen, die Familie zieht nach Lüneburg. Ab diesem Jahr arbeiten  Robert Habeck und Andrea Paluch als freie Schriftsteller zusammen und veröffentlichen gemeinsam. In Interviews betonen sie, dass ihre doppelte Autorenschaft eine bewusste Entscheidung für einen gemeinsamen Lebensentwurf ist.

Er bekommt das Stipendium Brecht-Haus, Svendborg.

2000. Er wird Doktor der Philosophie zum Themenbereich literarischer Ästhetizität.

2001. Habeck und Paluch ziehen nach einem weiteren halben Jahr in Dänemark in die Nähe von Flensburg. 

2002. Ihr vierter Sohn wird geboren. Die Kinder besuchen eine örtliche dänische Schule.

In diesem Jahr wird Habeck Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.

Er bekommt den Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein.

2002 bis 2004. Er ist Kreisvorsitzender in Schleswig-Flensburg.

2004. Er wird Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein.

2006. Habeck kandidiert als Beisitzer für den Bundesvorstand, unterliegt aber.

2007. Unter dem Gully liegt das Meer Favorit der Leipziger Jugend-Literatur-Jury.

März 2007. Nominierung von Zwei Wege in den Sommer für den Deutschen Jugendbuchpreis.

Juli 2007. Buch des Monats auf der Deutschlandfunk-Bestenliste Neue Kinder- und Jugendbücher „Die besten 7 für junge Leser“.

2008. Er ist Spitzenkandidat für die Grünen bei der Kommunalwahl im Kreis Schleswig-Flensburg und wird im August Fraktionsvorsitzender im Kreistag Schleswig-Flensburg.

2009. Habeck und Monika Heinold werden zu Spitzenkandidaten bei der Schleswig-Holsteinischen Landtagswahl gewählt. Er zieht nach der Wahl über die Landesliste der Grünen erstmals in den Schleswig-Holsteinischen Landtag ein und wird Fraktionsvorsitzender im Landtag.

6. März 2012. Robert Habeck (Die Grünen) fordert ein Energiewendeministerium.

6. Mai 2012. In Schleswig-Holstein finden vorgezogene Landtagswahlen statt. Habeck ist erneut Spitzenkandidat. Nach der Wahl wird er im Kabinett Albig zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ernannt.

2. August 2012. Robert Habeck (Die Grünen) und Peter Altmaier (CDU) im Gespräch zur Energiewende. Das Gekungel hinter verschlossenen Türen geht weiter. Altmaier macht offenbar den Röttgen.

28. März 2013. Robert Habeck (Die Grünen, Umweltminister von Schleswig-Holstein und Vize-Ministerpräsident) und Winfried Kretschmann (Die Grünen, Ministerpräsident von Baden-Württemberg bieten Peter Altmaier (CDU- Bundesumweltminister) Gespräche über eine mögliche Zwischenlagerung in ihren Bundesländern an. Wegen der kürzeren Landwege wodurch die Strahlenbelastung, die Unfallgefahr und eine mögliche Behinderung der Transporte durch Demonstranten sinkt fasst man das Zwischenlager Brunsbüttel wegen seiner Küstenlage und Philippsburg nahe der französischen Grenze ins Auge.

Neben Schleswig-Holstein hat bislang nur Baden-Württemberg seine Bereitschaft erklärt, sich an der Zwischenlagerung zu beteiligen. Die Zwischenlagerung ist notwendig, weil der Salzstock Gorleben keine weiteren Castoren aufnehmen soll.

2014 bis 2016. Er ist als Mitglied der Landesregierung auch Ordentliches Kommissionsmitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission) gemäß § 3 Standortauswahlgesetz. Bezüglich eines atomaren Endlagers in Deutschland vertritt Habeck die Ansicht, ein Standort in Gorleben könne „nicht aus politischen Gründen“ ausgeschlossen werden, und erklärt zu der 2014 eingesetzten Endlagerkommission: „Die Kommission wurde unter dieser Bedingung eingesetzt.“ Damit unterstützt er den umstrittenen Beschluss der Grünen Bundesdelegierten-Konferenz (BDK) von 2012, bei dem sich der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin durchsetzte.

26. April 2015. Habeck spricht in einem Interview in der taz über seine Erinnerungen als 16-Jähriger an die Atomkatastrophe von Tschernobyl

"Wir haben damals in der Schule Shakespeares "Sommernachtstraum" aufgeführt. Nach der Vorstellung tröpfelte es ein bisschen, und alle Leute hatten Angst und schützen sich mit allem, was sie hatten, Jacken und Plastiktüten, um nichts vom radioaktiven Regen abzubekommen. Ich war damals unendlich verliebt, aber in dem Moment war ich sicher, dass ich niemals glücklich mit jemandem leben und niemals Vater werden würde, weil wir jetzt alle sterben müssten. Es war echt ein gespenstischer Abend.

Es folgte ein Sommer, in dem kaum jemand ungeschützt ins Freie ging oder an den Strand, und das hier an der Ostsee. Die Spielplätze waren verwaist, Kinder durften nicht am Strand spielen. An leere Gemüseregale im Supermarkt kann ich mich auch erinnern. Es waren Wochen, die mich politisch stark geprägt haben, natürlich vor allem in meiner Ablehnung der Atomenergie. Seitdem denke ich, dass nicht alles, was technisch machbar ist, auch beherrschbar ist. Moderne Gesellschaften brauchen solch eine Grundskepsis.

Noch heute sind in Süd- und Ostdeutschland Pilze, Beeren und viele Wildtiere hoch belastet. In Sachsen wurden 2013 fast die Hälfte der erlegten Wildschweine - 297 von 752 Tieren - in Sondermüllanlagen verbrannt, weil das Fleisch kontaminiert war.

Das deutet an, in welchen Zeiträumen wir denken müssen. Tschernobyl ist schon 29 Jahre her - oder besser: erst 29 Jahre? - und die Folgen sind noch immer so akut, die Gefahren gegenwärtig. Und in der Endlagersuchkommission suchen wir nach Wegen für eine sichere Lagerung für eine Million Jahre."

Mai 2015. Habeck erklärt, bei einer Urwahl der Grünen für die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl zu kandidieren.

April 2016. Er hält eine Bewerbungsrede für die Kandidatur um einen Sitz in der Doppelspitze des Bundesvorstands auf dem Landesparteitag der Grünen in Neumünster. In der Wahl gilt er zunächst in den Medien als Außenseiter, erhält jedoch 35,74 % der Stimmen und unterliegt damit nur knapp Cem Özdemir, der sich mit 35,96 % als männlicher Teil der Doppelspitze durchsetzt.

In diesem Monat weist Habeck darauf hin, dass der heutigen Tierhaltung und der damit verbundenen Tötung von Tieren für Nahrungsmittelzwecke eine wichtige Begründung fehle, da reichlich alternative Lebensmittel zur Verfügung stünden.

27. September 2016. Habeck wirft der Bundesregierung eine Mitverantwortung an den russischen Luftangriffen in Syrien vor: "Wladimir Putin bombardiert in Syrien Zivilisten, treibt damit noch mehr Menschen in Flucht, Elend und Tod. Und wir ermöglichen das über unsere Gas- und Öleinkäufe in Russland" ... Ein "großer Teil des russischen Staatshaushalts und damit auch der Militärausgaben" werde über Öl- und Gasexporte finanziert. "Diese enge Verflechtung ist krass und wir können sie nicht wollen".

Als konkrete Konsequenz fordert Habeck, die geplante Erweiterung der russisch-deutschen Gasleitung Nord Stream abzubrechen. "Mindestens muss der geplante Ausbau der Nord-Stream-Pipeline gestoppt werden. Sonst helfen wir Russland, noch mehr Gas nach Deutschland und Europa zu transportieren und seine Einnahmen zu erhöhen". Energiepolitisch sei diese Abhängigkeit ein Problem, "angesichts von Putins gefährlicher Rolle im Syrienkrieg ist sie unerträglich".

28. Juni 2017. Nach Bildung einer Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen im Nachgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 wird er im Kabinett Günther erneut zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt ernannt, jetzt mit den erweiterten Aufgabengebieten Natur und Digitalisierung.

3. August 2017. Aus der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll darf sich nach Ansicht des Kieler Energieministers Robert Habeck kein Bundesland ausklammern. Hier seien die Solidarität und die Verantwortungsbereitschaft aller Bundesländer gefragt. Der Weg zu einem Endlager werde nicht leicht. Nach vielen Jahrzehnten der Konflikte sei es aber notwendig, auch schmerzhafte Schritte zu gehen und nicht mehr auf Zeit zu spielen.

Dezember 2017. Er kündigt an, im Januar 2018 für den Parteivorsitz zu kandidieren.

26. Januar 2018. Die Delegierten stimmen nach emotionaler Debatte auf dem Parteitag in Hannover mit der nötigen Zweidrittelmehrheit für eine Änderung der Satzung, die künftig eine gleichzeitige Beibehaltung von Ämtern im Bundesvorstand und in einer Regierung für acht Monate erlaubt. Damit ist der Weg für die Kandidatur von Robert Habeck für die Parteispitze frei.

Das Votum fällt überraschend deutlich aus. Am Ende stimmen 578 Delegierte (ca. 77 Prozent) für die Satzungsänderung, 149 dagegen.

27. Januar 2018. Robert Habeck wird mit 83,3 Prozent auf dem Bundesparteitag zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er bildet nun gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Annalena Barbock die neue Doppelspitze der Partei. Die beiden werden damit Nachfolger von Cem Özdemir und von Katrin Göring-Eckardt.

Bilder aus Wikimedia Commons
Robert Habeck, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: GrüneSH

Quellen