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| USS Fitzgerald (DDG-62) |
Die USS Fitzgerald (DDG-62) ist ein Zerstörer der United States Navy. Er gehört der Arleigh-Burke-Klasse an. Das Schiff wurde nach Lieutenant William Charles Fitzgerald benannt, der für seinen selbstlosen Einsatz im Vietnamkrieg postum das Navy Cross erhalten hat.
Geschichte
1990. Die Fitzgerald wird bei Bath Iron Works in Auftrag gegeben.
Anfang 1993. Der Zerstörer wird auf Kiel gelegt.
Oktober 1995. Nach zwölf Monaten im Trockendock und eineinhalb Jahren an der Ausrüstungspier wird der Zerstörer bei der Navy in Dienst gestellt.
2002. Das Schiff nimmt an der Übung Millennium Challenge 2002 teil.
2003. Es wird im Rahmen der Operation Enduring Freedom. Dabei fährt Fitzgerald als Teil der Kampfgruppe um den Flugzeugträger USS Nimitz (CVN-68).
2004. Der Zerstörer wechselt seinen Heimathafen von San Diego nach Yokosuka, wobei ein Großteil der Crew mit der USS O’Brien (DD-975) (Spruance-Klasse), die die Fitzgerald ablöst, das Schiff tauscht. Von Japan aus operiert die Fitzgerald zusammen mit der Kampfgruppe um den Flugzeugträger USS Kitty Hawk (CV-63).
2006 und 2007. Der Zerstörer nimmt mit der Kitty Hawk an der Übung Valiant Shield teil.
2009. Die Fitzgerald nimmt an der Übung Exercise Malabar mit indischen und japanischen Kräften teil.
September 2010. Die Fitzgerald nimmt an einer U-Jagd-Übung mit der südkoreanischen Marine im Gelben Meer teil. Zweck ist die Abschreckung Nordkoreas. Nach dem "Bombardement" der
Atomtechnischen Anlage Nyŏngbyŏn wird der Zerstörer an der Seite der USS George Washington (CVN-73) wiederum ins Gelbe Meer verlegt.
Juli 2011. Die Fitzgerald nimmt an der Übung Exercise Talisman Sabre teil, einer Übung mit der Royal Australian Navy.
Mai 2017. Die USS Fitzgerald nimmt im Rahmen von Manövern mit den JMSDF in der Flugzeugträgerkampfgruppe um die Ronald Reagan operiert, die am 1. Juni beendet werden.
17. Juni 2017. In der Nähe des Marinehafens von Yokosuka kommt es in den frühen Morgenstunden zu einer Kollision mit dem philippinischen Containerschiff ACX Crystal (IMO-Nr. 9360611) das sich auf dem Weg von Nagoya nach Tokio befindet. Es hat 1080 Container geladen.
Die Kollision geschieht in einer sehr stark befahrenen Schifffahrtsstraße. „Die meisten der 200 Besatzungsmitglieder der ‚USS Fitzgerald‘ schlafen zum Zeitpunkt der Kollision.“ „Der japanische Sender NHK (berichtet später), das Containerschiff habe zum Zeitpunkt der Kollision abrupt den Kurs geändert“, ist auf orf.at zu lesen.
Der Unfall ereignet sich rund 12 Seemeilen vor der Izu-Halbinsel nahe Yokosuka. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Kollision gegen 01:30 Uhr Ortszeit (UTC+9 (JST)) ereignet, während die ACX Crystal unter Autopilot fährt. Laut Aufzeichnung des Automatic Identification Systems läuft sie zu dieser Zeit mit einer Geschwindigkeit von 18,5 Knoten (34 km/h) auf rechtweisendem Kurs 070°. Die USS Fitzgerald hat keine Navigationsdaten über das AIS verbreitet, wie es für Handelsschifffahrt über 300 BRZ zur Kollisionsverhütung verbindlich vorgeschrieben ist.
Obwohl alle Schiffe der US Navy mit AIS ausgestattet sind, wird die Übermittlung der Daten auf offener See häufig abgeschaltet, seit im Jahr 2012 vor Sicherheitsrisiken infolge der laufenden Bekanntgabe der aktuellen Position gewarnt worden ist. Auch Schiffe anderer Streitkräfte und sogar Handelsschiffe schalten das System bisweilen ab.
Bei der Küstenwache geht die Unfallmeldung gegen etwa 2:30 Uhr Ortszeit ein, nachdem die ACX Crystal auf Gegenkurs zur Kollisionsposition zurückgelaufen ist, um die Situation zu klären.
Der Zusammenstoß verursacht an der Fitzgerald Beschädigungen mittschiffs an der Steuerbordseite des Rumpfs bis hinauf zur Kommandobrücke. Es kommt zu Wassereinbruch durch Beschädigungen unter der Wasserlinie. Dabei werden laut Marinesprechern zwei Besatzungsschlafräume, das Funkabteil sowie der Hilfsmaschinenraum geflutet. Es muss Seewasser mit den eigenen Lenzpumpen sowie zusätzlichen Ejektor-Pumpen (nach dem Prinzip einer Venturi-Düse) abgepumpt werden, um die Fitzgerald schwimmfähig zu halten.
Sieben Besatzungsmitglieder werden zunächst als vermisst gemeldet.
Auf der USS Fitzgerald werden mehrere Personen verletzt. Drei davon, darunter der Kommandant Bryce Benson, werden mit einem japanischen Marine-Helikopter (Medevac) in das US Naval Hospital nach Yokosuka ausgeflogen. Die Fitzgerald kehrt mit eigenem Antrieb bei niedriger Geschwindigkeit (1–2 kn), eng von einem Schiff begleitet, in ihren Heimathafen Yokosuka zurück, wo sie von Schleppern in ihre Anlegeposition bugsiert wird.
Beteiligt an der Unterstützung der USS Fitzgerald sind zwei Schiffe der japanischen Küstenwache namens Izanami und Kano ebenso wie Schiffe der japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF), namentlich die Ohnami, die Hamagiri und die Enshu sowie der US-Zerstörer USS Dewey und einige Flugzeuge.
„Der Schaden ist erheblich. Da ist ein klaffender Spalt unter Wasser“, sagte Vizeadmiral Joseph Aucoin laut einem Bericht im Spiegel. Das Schiff sei beinahe gesunken. n-tv.de berichtet jedoch: „Die Gefahr, dass der Zerstörer sinken könnte, bestand laut Japans Küstenwache allerdings nicht.“ „Der Frachter war nach der Kollision ebenfalls manövrierunfähig, trug aber keine schweren Schäden davon. Die zwanzigköpfige Besatzung des Containerschiffs blieb unverletzt.“
18. Juni 2017. Es wird bekanntgegeben, dass alle Vermissten von Such- und Rettungsmannschaften nur noch tot aus den zuvor überfluteten Teilen des Schiffes geborgen werden konnten.
Die Opfer
- Dakota Kyle Rigsby (19 Jahre), Gunner's Mate Seaman – Palmyra, Fluvanna County, Virginia
- Shingo Alexander Douglass (25 Jahre), Yeoman 3rd Class – San Diego, Kalifornien
- Ngoc T. Trunong Huynh (25 Jahre), Sonar Technican 3rd Class – Oakville, Litchfield County, Connecticut
- Noe Hernandez (26 Jahre), Gunner's Mate 2nd Class – Weslaco, Texas
- Carlos Victor Ganzon Sibayan (23 Jahre), Fire Controlman 2nd Class – Chula Vista, Kalifornien
- Xavier Alec Martin (24 Jahre), Personnel Specialist 1st Class – Halethorpe, Baltimore County, Maryland
- Gary Leo Rehm (37 Jahre), Fire Controlman 1st Class – Elyria, Ohio
August 2017. Als Konsequenz aus dem Unfall am 21. Juni 2017 werden drei befehlshabende Crew-Mitglieder, darunter der Kommandeur Bryce Benson, von ihren Aufgaben entbunden. Ein Bericht kommt zum Schluss, dass die Kollision vermeidbar war. Auf der USS Fitzgerald trug fehlerhafte Teamarbeit und unzureichende Führung zum Zusammenstoß bei. Mehrere Nachwuchsoffiziere werden wegen ihrer schlechten Seemannschaft und der fehlerhaften Teamarbeit im Brücken- und Kampfinformationszentrum versetzt. Aus dem Bericht geht hervor, dass die gesamte Fitzgerald-Crew nach dem Zusammenstoß gut arbeitete, um ihr Schiff zu retten.
23. August 2017. Nach einer weiteren Kollision des Zerstörers USS John S. McCain (DDG-56) verliert auch Vizeadmiral Joseph Aucoin, Befehlshaber der Siebten Flotte, seine Position.
4. Oktober, 2017. Wegen der ungewöhnlichen Häufung und der Natur der Zusammenstöße der Unfallserie 2017 kommt es zu Spekulationen, ob die Navigationssysteme der Zerstörer USS Fitzgerald und bzw. oder USS John S. McCain manipuliert (gehacked) worden seien. Der Chief of Naval Operations der U.S. Navy John M. Richardson gibt während eines Facebook Livestreams bekannt, das keinerlei Anzeichen gefunden wurden, welche diese Annahmen bestätigt hätten.
1. November 2017. Der Untersuchungsbericht zur Kollision wird von der US Navy veröffentlicht. Der dort veröffentlichte Verlauf des Kurses der ACX Crystal vor der Kollision widerspricht zwischen 01:05 und 01:15 LT (16:05 - 16:15 utc) den aufgezeichneten AIS Daten. Die Graphik zum Report (Collision Maps Graphics) zeigt in dem Zeitraum einen rechtweisenden Kurs der ACX Crystal von 115°, bei dem das Schiff, entgegen den geltenden Kollisionsverhütungsregeln, das dortige Verkehrstrennungsgebiet schräg durchquert hätte, wohingegen aufgezeichnete AIS Daten einen mit 86° den Regeln entsprechenden Kurs zeigen.
Nach der Havarie wurde das Schiff im US-Stützpunkt Yokosuka untersucht und auf den Transport in die USA vorbereitet.
1. Dezember 2017. Die USS Fitzgerald verlässt den US-Stützpunkt Yokosuka an Bord des Halbtaucherschiffes Transshelf.
13. Dezember 2017.
Mitte Januar 2018. Das Schiff soll bei Huntington Ingalls Industries in Pascagoula eintreffen.
Bilder aus Wikimedia Commons
USS Fitzgerald (DDG-62), Lizenz: Public Domain, Urheber: U.S. Navy photo by Lt. j.g. Bradley Lewis. (RELEASED)
Quellen
