Samstag, 23. Dezember 2017

John McCain

John McCain
Der US-amerikanische Politiker (Republikanische Partei) John Sidney McCain III. wurde am 29. August 1936 auf der US-Militärbasis Coco Solo in der Panamakanalzone geboren.

McCain ist seit 1987 Senator für den Bundesstaat Arizona.

Im Jahr 2000 hat er sich um das Amt des US-Präsidenten beworben, war in der Vorwahl jedoch am späteren Sieger George W. Bush gescheitert. Bei der  Präsidentschaftswahl 2008 war er Kandidat der republikanischen Partei bei der er Barack Obama unterlag.

Er ist ein starker Kritiker der Außenpolitik von Barack Obama. So sagte er: „Zu behaupten, dass Al-Kaida 'auf der Flucht' sei, zeigt ein mir völlig unverständliches Maß an Realitätsverlust.“

McCain gilt als weit stärker transatlantisch orientiert als sein Parteifreund George W. Bush. In einem Aufsatz in Foreign Affairs betonte McCain die Werte- und Interessengemeinschaft der USA mit Europa und hebt die Bedeutung der politischen Abstimmung mit den befreundeten Demokratien des europäischen Kontinents hervor. Die Politik Russlands seit Wladimir Putins Präsidentschaft kritisiert er gleichzeitig scharf, bezeichnet das Land als „revanchistisch“ und schlug den Ausschluss Russlands aus dem Kreis der G8-Staaten vor.

John McCain entsprach in seinen ersten Jahren im Senat, also in der zweiten Hälfte der 1980er und in der ersten Hälfte der 1990er Jahre, ausweislich seines Abstimmungsverhaltens weitgehend dem Mainstream seiner Partei. Seitdem wich er häufiger davon ab und vertrat insbesondere in innenpolitischen Fragen häufiger moderatere Positionen als die Parteilinie, indem er sich auch für Sozialprogramme aussprach, weshalb er dem rechten Flügel der Republikaner seit seinem Antreten als Präsidentschaftskandidat in der parteiinternen Vorwahl 2000 als nicht konservativ genug galt.

McCain kämpfte als Jagdbomberpilot der United States Navy im Vietnamkrieg, wurde abgeschossen und geriet in mehrjährige Kriegsgefangenschaft.

McCain fordert eine Abkehr vom Recht auf Schwangerschaftsabbruch und von der Entscheidung Roe v. Wade des Obersten Gerichtshofes aus den 1970er Jahren, die maßgeblich für die gegenwärtig in den USA gültige Regelung ist. Er lehnt zwar gleichgeschlechtliche Ehen ab, aber akzeptiert eingetragene Lebenspartnerschaften in den einzelnen Bundesstaaten. Forschung an embryonalen Stammzellen möchte er strafrechtlich verbieten lassen (zumindest insoweit diese aus Embryos gewonnen sind, die nur zu Forschungszwecken gezüchtet werden).

McCain befürwortet die Todesstrafe und die Ausweitung ihrer Anwendung auf internationale Drogenhändler und Terroristen, aber das Verbot ihrer Anwendung auf Minderjährige. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zum Fall Kennedy v. Louisiana, die ein Todesurteil wegen der Vergewaltigung eines Kindes für verfassungswidrig erklärte, bezeichnete er als „einen Angriff gegen die Bemühungen der Strafverfolgung, diese schrecklichen Täter wegen des Begehens des verabscheuungswürdigsten Verbrechens zu bestrafen“.

Er wird auch „Maverick“ genannt. Dies ist eine Vokabel aus dem Wortschatz des Wilden Westens. Der ursprüngliche Maverick war ein Texaner, der sich weigerte, seine Kälber zu brandmarken. Im übertragenen Sinne wird so ein Mensch genannt, der sich nicht anpasst. Ein Rebell, ein Draufgänger, ein mutiger Außenseiter, der sich und seinen Prinzipien treu bleibt. Es gebe „Demokraten, Republikaner und John McCain“, sagte der frühere Präsident George W. Bush einmal, durchaus genervt von McCains Positionen, die immer mal wieder deutlich von der parteiinternen Mehrheitsmeinung abweichen.

John McCain hat vier leibliche Kinder, ein Adoptivkind und zwei Stiefsöhne aus zwei Ehen. Aus seiner ersten Ehe mit dem Model Carol Shepp, die von 1965 bis 1980 dauerte, stammen die Tochter Sidney McCain (* 1966; Musikbranche) sowie die beiden Stiefsöhne Doug (* 1959; Pilot in der Zivilluftfahrt) und Andy McCain (* 1962; Vizepräsident von Hensley & Co.). Seine zweite Ehe schloss er am 17. Mai 1980 mit Cindy Hensley (* 1954; Aufsichtsratsvorsitzende von Hensley & Co.), die bis heute besteht und aus der die Kinder Meghan McCain (* 1984; Journalistin), John Sidney „Jack“ McCain IV. (* 1986; Naval Academy), James „Jimmy“ McCain (* 1988; Marine Corps) und die aus Bangladesch stammende Adoptivtochter Bridget McCain (* 1991) hervorgingen. Mittlerweile ist John McCain vierfacher Großvater.

Er hat folgende Auszeichnungen bekommen: Silver Star, Bronze Star, Distinguished Flying Cross, Legion of Merit und die Prisoner of War Medal.

Leben

29. August 1936. John Sidney McCain III. wird auf der US-Militärbasis Coco Solo in der Panamakanalzone geboren. Er kommt als Sohn von John Sidney McCain Jr. (1911–1981) und Roberta Wright McCain (* 1912) in der US-amerikanisch kontrollierten Panamakanalzone zur Welt. Er hat zwei Geschwister, Jean Alexandra („Sandy“) McCain Morgan (* 1934) und den Bühnenschauspieler Joseph („Joe“) Pinckney McCain II (* 1942).

Sowohl sein Vater als auch sein Großvater John Sidney McCain Sr. sind Admirale der US Navy. Bis zum Alter von zehn Jahren besucht er verschiedene Schulen auf Militärstützpunkten.

1946. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zieht die Familie McCain nach Nord-Virginia.

Ab 1949. Die Familie folgt erneut dem Vater zwei Jahre lang durch verschiedene Marinestützpunkte, insgesamt besucht John McCain etwa 20 verschiedene Schulen.

Ab 1951. Er besucht die private „Episcopal High School“ in Alexandria (Virginia).

1954. Er macht erfolgreich seinen Abschluss an der „Episcopal High School“. Wie sein Vater und sein Großvater zuvor tritt er daraufhin in die US Naval Academy in Annapolis ein. Er nimmt als Marineflieger der US-Navy am Vietnamkrieg teil.

29. Juli 1967. John McCain befindet sich auf dem Flugdeck der USS Forrestal im Cockpit einer A-4E Skyhawk, als das neben ihm stehende Flugzeug von einer fehlgezündeten Zuni-Rakete getroffen wird. Es gelingt ihm, sich aus dem brennenden Flugzeug zu retten. 90 Sekunden später kommt es zu einer Kettenreaktion von explodierender Munition und Treibstoff. Bei der sogenannten Forrestal-Katastrophe werden 134 Soldaten getötet.

26. Oktober 1967. Er wird während eines Angriffs auf ein Wasserkraftwerk bei Hanoi abgeschossen und gerät in nordvietnamesische Gefangenschaft. Bei seinem Abschuss wird McCain schwer verwundet, bricht sich beide Arme und erlitt weitere Verletzungen, als er aus dem Flugzeug geschleudert wird. Im Lager Hanoi Hilton wird McCain Opfer von Folter, die bei ihm permanente körperliche Behinderungen verursacht. Die Vietnamesen wollen McCain – als Sohn eines Admirals – vorzeitig freilassen. McCain weigert sich allerdings, da er dies als positive Öffentlichkeitsarbeit für den Feind ansieht.

14. März 1973. Er wird in die Freiheit entlassen.

1981. Er tritt  aus der Navy im Rang eines Captains aus. Im Laufe seiner Militärkarriere erhielt er die Auszeichnungen Distinguished Flying Cross, Silver Star, Bronze Star, Legion of Merit und das Purple Heart.

1982. John McCain wird erstmals für Arizona in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gewählt.

1984. Er gewinnt die Wiederwahlen.

1986. Bei der Wahl zum US-Senat wird McCain für Arizona in den Senat der Vereinigten Staaten gewählt.

Ab 3. Januar 1987. Er gehört dem US-Senat an und sitzt unter anderem im Ausschuss für die Streitkräfte und im Handels-, Wissenschafts- und Verkehrsausschuss.

1989 bis 1991. Sein Wirken wird von untersucht.

Als die Lincoln Savings and Loan Bank 1989 zusammenbricht, kostet das den amerikanischen Steuerzahler rund drei Milliarden US-Dollar. Daraufhin prüfen staatliche Ermittler den Chef der Bank, Charles Keating. Doch fünf Senatoren – darunter auch McCain – greiffen ein, um Keating vor den Strafverfolgern zu schützen. Es gibt eine Untersuchung der Ethik-Kommission des Senats im Rahmen der sogenannten Keating-Five-Affäre im Zusammenhang mit der Savings-and-Loan-Krise wegen Korruption, aber keiner der Senatoren tritt zurück. McCain hat Wahlspenden von Keating entgegengenommen.

Ab 1993. McCain ist Vorsitzender des Board of Directors des International Republican Institute (IRI), einer steuerfinanzierten, den Republikanern nahestehenden Einrichtung für Demokratieförderung in Entwicklungsländern.

2000. McCain bewirbt sich um die Präsidentschaft. Er ist bei der Vorwahl innerhalb der Republikanischen Partei der wichtigste Gegenkandidat des Establishment-Favoriten George W. Bush. Dieser beginnt eine Schmutzkampagne gegen ihn. Unter anderem verbreiten Bushs Wahlhelfer die Botschaft, seine Ehefrau Cindy sei eine Drogenabhängige. Sie war in der Vergangenheit abhängig von Schmerzmitteln.

In diesem Vorwahlkampf bezeichnet er führende Religiös-Konservative wie Pat Robertson und Jerry Falwell als „Agenten der Intoleranz“.

Angebliche Vietnam-Veteranen behaupten, McCain habe sein Land während seiner Gefangenschaft verraten. McCain weigert sich, mit ähnlich negativen Einlassungen zu antworten. Nach einem viel beachteten Sieg bei der Vorwahl in New Hampshire gewinnt er insgesamt nur sieben andere Staaten für sich und unterliegt schließlich dem späteren Wahlsieger Bush.

In diesem Jahr erkrankt er an Hautkrebs und wird operiert. Er kann die Erkrankung aber überwinden.

2001. Verärgert wegen seiner Behandlung durch das Partei-Establishment, das Bush unterstützt und das McCain für eine Schmutzkampagne gegen ihn während der Vorwahl 2000 verantwortlich macht, überlegt er, die Republikaner zu verlassen und zukünftig als Unabhängiger im Senat zu arbeiten. Die letztlich ergebnislosen Verhandlungen mit dem Fraktionsvorsitzenden der Demokraten Tom Daschle sind, wie 2017 bekannt wird, weit fortgeschritten und würden die Republikaner ihre Mehrheit im Senat kosten.

20. März 2003. Die USA marschieren völkerrechtswidrig in den Irak ein. McCain ist ein Befürworter des Irakkrieges, kritisiert jedoch früh die Strategie von Präsident Bush und das Pentagon, zu wenig Soldaten im Irak stationiert zu haben.

2005. Er wird Großoffizier des Drei-Sterne-Ordens.

Oktober 2005. Der US-Senat stimmt mit 90 zu 9 Stimmen seinem Gesetzentwurf zu, der „grausame, unmenschliche und entwürdigende Behandlungen“ von Gefangenen verbietet. Jeff Sessions ist einer von nur wenigen Senatoren, die gegen die Gesetzesvorlage stimmen.

McCain führt dazu an verschiedenen Stellen aus, Terroristen seien von Grund auf böse, aber es geht nicht um sie, „es geht um uns. Wir befinden uns in einem Kampf um die Werte, für die wir stehen.“ Dazu gehöre die Einhaltung der Menschenrechte, „ganz gleich, wie schrecklich unsere Gegner auch sein mögen“. 

Das Gesetz zum Folterverbot kann jedoch nicht verabschiedet werden, da Präsident George W. Bush sein Veto einlegt − mit der Begründung, das Gesetz biete der CIA beim Verhör von Terroristen zu wenig Spielraum.

2006. Er versöhnt sich mit Pat Robertson und Jerry Falwell nachdem sie seinen Vorwahlsieg in Virginia verhindert haben. 

2006. Er bekommt die Friedensplakette der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik.

2006. Der Lobbyist Richard Gates arbeitet für Rick Davis und Paul Manafort in deren neuer Beratungsfirma Davis Manafort mit einem Büro in Kiew in der Ukraine. Zu den Kunden zählt Viktor Janukowitsch und der russische Oligarch Oleg Deripaska. Zusammen sind sie maßgeblich an der Vermittlung eines Treffens zwischen John McCain und Deripaska beteiligt.

Frühjahr 2007.  John McCain erklärt in einem CBS-Interview seinen erneuten Antritt für das Amt. des US-Präsidenten. Die ehemaligen Außenminister der Vereinigten Staaten Henry Kissinger, Alexander Haig, George P. Shultz und Lawrence Eagleburger unterstützen die Kandidatur. Auch James Comey unterstützt John McCains Kandidatur gegen Barack Obama.

Dieses Mal ist es McCain, der eine schmutzige Kampagne führt. Obama war einst im Vorstand zweier gemeinnütziger Vereine, zu dem auch William Ayers gehörte, der Gründer der linken Studentenbewegung Weather Underground, die Bomben gelegt hat, um den Krieg in Vietnam zu stoppen. In Flugblättern und auf Kaffeetassen beschreiben McCains Leute Ayers mit den Worten: "Terrorist, Radikaler. Freund von Obama".

McCain schließt ein militärisches Vorgehen gegen den Iran als letzte Möglichkeit nicht aus. Während des Präsidentschaftswahlkampfs singt er bei einer Veranstaltung den Refrain des Liedes Bomb Iran (dt.: bombardiert Iran), eine Abwandlung des Liedes Barbara Ann der Beach Boys.

2007. Seiner Forderung nach mehr Streitkräften zur Bewältigung der Probleme im Irak wird schließlich entsprochen. Laut einem Bericht der US-Armee soll die Aufstockung der Truppen der Hauptgrund für eine deutliche Verbesserung der Lage im Irak sein.

2008. McCain spricht sich gegen Beschränkungen des Verkaufs, Erwerbs und Tragens von Schusswaffen aus. Gleichwohl befürwortet er Kontrollmaßnahmen beim Waffenverkauf sowie bestimmte Beschränkungen des politischen Einflusses von Interessenverbänden, die auch die Waffen-Lobby betreffen könnten. Aus diesen Gründen herrscht bei Mitgliedern der National Rifle Association (NRA) ein gewisses Misstrauen McCain gegenüber.

Richard Gates und Paul Manafort sind an der Präsidentschaftskampagne von John McCain beteiligt. 

Er erhält das Purple Heart.

14. Januar 2008. Nach einer Umfrage der Washington Post liegt McCain landesweit vor den konservativen Ex-Gouverneuren Mike Huckabee und Mitt Romney und deutlich vor weiteren Kandidaten wie dem libertären Kongressabgeordneten Ron Paul. 

Nach der Vorwahl in Florida gelten nur noch McCain und Romney als aussichtsreiche Kandidaten für den weiteren innerparteilichen Wahlkampf.

30. Januar 2008. Der abgeschlagene ehemalige Bürgermeister von New York,  Rudolph Giuliani, zieht seine Kandidatur am  zurück und gibt eine Wahlempfehlung für McCain ab. Auch der Gouverneur von Kalifornien, Auch der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, verkündet die Unterstützung der Kandidatur McCains. Nach dem „Super Tuesday“ gilt McCain als klarer Favorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner.

Februar 2008. Ein Foto im Internet zeigt den US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama mit einem Turban, den er als Gast bei seinem Keniabesuch getragen hat. Obamas Wahlkampfteam und parteiunabhängige Medien veröffentlichen daraufhin Gegendarstellungen. Auch sein Kontrahent John McCain weist die Behauptung, Obama sei Muslim, auf einer Wahlkampfveranstaltung zurück.

7. Februar 2008.  Als sein Mitbewerber Mitt Romney aussteigt, ist McCains Vorwahlsieg praktisch nicht mehr zu gefährden, auch wenn Huckabee sich bis dahin noch nicht von seiner Kandidatur verabschiedet hat.

4. März 2008. Nach den Vorwahlen in Ohio, Vermont und Texas überschreitet McCain die nötige Zahl von 1191 Delegierten für die Nominierung als Nachfolger George W. Bushs.

22. Mai 2008. McCain distanziert sich von Pastor John Hagee, der Hitlers Vorgehen und damit den Holocaust wie auch Hurrikan Katrina (als Strafe für die in New Orleans geplante Gay-Parade) als „gottgewollt“ bezeichnet hat, und auch von Pastor Rod Parsley, der erklärt hat, dass Moslems von Dämonen besessen seien und es Amerikas Aufgabe sei, diese „falsche Religion“ zu zerstören.

Juni 2008. McCain spricht sich dafür aus, bis zum Jahre 2030 in den USA 45 neue Atomkraftwerke zu bauen. Seit den 1970er Jahren wurden in den USA wegen der ungeklärten Entsorgung keine neuen Atomkraftwerke mehr genehmigt. Auch die Aufhebung des 1982 verhängten und seither jährlich verlängerten Moratoriums für Ölbohrungen vor den Küsten der USA gehört, anders als noch 2000, im Präsidentschaftswahlkampf 2008 zu seinem Programm.

28. August 2008. Barack Obama nimmt seine Nominierung mit einer Rede vor 80.000 Zuhörern des Parteitags der Demokraten und vor 37,5 Millionen Fernsehzuschauern an. Bei der Republican National Convention, dem Nominierungsparteitag seiner Partei, erfolgt McCains Nominierung. Als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten und damit als Running Mate wählt McCain Sarah Palin, Gouverneurin des Bundesstaates Alaska. In manchen nationalen Umfragen gibt es danach zeitweise einen Gleichstand oder leichten Vorsprung für McCain.

Sarah Palin, beliebt bei den Anhängern der populistischen Tea Party behauptet Obama hänge mit Terroristen ab. Bei Veranstaltungen schreien Anhänger der beiden Kandidaten "Verräter", "Umbringen" oder "Kopf ab", wann immer Obamas Name fällt. Einmal nimmt McCain seinen Konkurrenten gegen diese Ausfälle in Schutz. Als eine Frau Obama einen "unzuverlässigen Araber" nennt, widersprach ein sichtlich erschütterter McCain: "Nein, er ist ein guter Familienvater".

Während John McCain bei der ersten Vorwahl-Abstimmung in Iowa lediglich Vierter wird, schafft er es, die folgenden Vorwahlen in New Hampshire, South Carolina und Florida zu gewinnen.

September 2008. Barack Obama führt nach einer vom BBC durchgeführten, internationalen Umfrage in 22 Staaten in allen 22 Staaten gegen seinen republikanischen Rivalen John McCain mit durchschnittlich 49 zu 12 Prozent. Der Zuspruch für Obama reicht von 9 Prozent in Indien und 58 Prozent in Deutschland bis zu 82 Prozent in Kenia.

4. November 2008. McCain vereint bei der Präsidentschaftswahl am  die Stimmen von 173 Wahlmännern auf sich und unterlieg damit deutlich Barack Obama, dem Kandidaten der Demokraten für das Präsidentenamt, der 365 Wahlmänner gewinnt.

Beim absoluten Verhältnis der Wählerstimmen im gesamten Land erreicht John McCain 46 Prozent, während für Barack Obama 53 Prozent stimmen. Kurz nach Veröffentlichung der ersten Ergebnisse aus den Ostküstenstaaten räumt McCain seine Niederlage ein und gratuliert Obama telefonisch. In einer anschließenden Rede in Arizona vor seinen Anhängern gibt er sich gegenüber Obama versöhnlich und ruft seine Unterstützer zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit auf.

Zugleich vergrößern die Demokraten ihre Mehrheit im US-Senat um mindestens sieben auf 58 Sitze gegenüber 41 Sitzen für die Republikaner, im US-Repräsentantenhaus um 21 Sitze auf 257 gegenüber 178 Sitzen.

15. Dezember 2008. Bei der Zusammenkunft der 538 Wahlmänner vereint Barack Obama 365, John McCain 173 Stimmen auf sich. Damit ist Obama zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) gewählt.

McCain befürwortete stets eine liberalere Einwanderungspolitik als seine Partei insgesamt, etwa in einer gemeinsamen Gesetzesvorlage mit dem linksliberalen Senator Ted Kennedy. Allerdings vollzieht er in der Zeit nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2008 einen deutlichen Rechtsschwenk.

Januar 2009. John McCain (Republikanischer Senator) wirft Barack Obama vor, mit der Entscheidung, eine Kommission einzuberufen, um erneut das Problem der Endlagerung von Atommüll in den USA behandeln, die "atomare Option" nicht wirklich ernst zu nehmen: "Wir brauchen keine Kommission, sondern die Wiederaufbereitung und Yucca Mountain."

2010. Nach einer Erhebung des Politikmagazins National Journal weist McCain in diesem Jahr gemeinsam mit sieben anderen Republikanern das konservativste Abstimmungsverhalten im Senat auf. So ändert er auch seine Ansichten zur Einwanderungsfrage. Als ein Grund dafür wird auch seine Bewerbung um die Wiederwahl als Senator angesehen, bei der er sich mit J. D. Hayworth einem starken innerparteilichen Konkurrenten gegenübersieht. Letztlich wird McCain mit einem Stimmenanteil von 56,2 Prozent wieder nominiert.

November 2010. Bei der eigentlichen Senatswahl gewinnt er mit 59,3 Prozent der Stimmen ungefährdet vor dem Demokraten Rodney Glassman (34,6) und David Nolan von der Libertarian Party (4,7)

3. Januar 2011. Er kann seine fünfte Amtsperiode im Senat antreten. In der Haushaltskrise 2011 bezeichnet er Abgeordnete der ultrarechten Tea-Party als „Hobbits“, nachdem sie John Boehner, dem republikanischen Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, die Unterstützung verweigert haben, des Weiteren bezeichnete er ihre Ideen als „bizarr und naiv“.

4. Februar 2012. McCain sagt, dass der Arabische Frühling in die Volksrepublik China käme.

8. September 2012. Während des Bürgerkrieges in Syrien fordert er eine Sicherheitszone im Land und die Bewaffnung der syrischen Opposition. McCain meint, dass Angriffe auf Flugzeuge der Streitkräfte Syriens „einfach“ und mit „geringen Kosten“ verbunden seien. Nachdem Barack Obama erklärt ein möglicher Militäreinsatz habe keinen Regimewechsel zum Ziel, fordert McCain den Sturz Baschar al-Assads. Später ändert McCain seine Meinung und unterstützt Obamas Pläne für eine Intervention.

2013. Als Mitglied der „Gang of Eight“, die sich für eine parteiübergreifende Legalisierung des Status illegal Eingewanderter einsetzt, setzt sich McCain wieder für eine moderatere Politik ein. Die politische Website FiveThirtyEight sieht McCain trotz gelegentlicher situativ bedingter Schwankungen dabei als in seinen Positionen relativ konsistent, während die republikanische Partei mit der Zeit immer weiter nach rechts geschwenkt und McCain dadurch an ihren moderaten Rand gerückt sei. Er beklagt auch die Verdurstung von illegalen Immigranten in der Wüste von Arizona. Die Initiative scheitert am Widerstand des Repräsentantenhauses.

Den weißrussischen Machthaber Aljaksandr Lukaschenko nennt McCain „einen rücksichtslosen, repressiven und brutalen Tyrannen auf der falschen Seite der Geschichte“.

Während der Proteste in der Türkei erklärt McCain: „Ich liebe die Türkei. Sie hat in den vergangenen Jahren einen enormen Wirtschaftsaufschwung verzeichnet. Aber ich glaube, dass in den Augen vieler Türken sich Erdogan mehr wie ein Diktator als wie ein Ministerpräsident verhält.“

Den Umsturz in Ägypten nennt McCain einen ungerechtfertigten Putsch und fordert die Freilassung von Mohammed Mursi.

10. November 2013. Als während der Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 bekannt wird, dass die Vereinigten Staaten das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abhörten, fordert McCain eine Entschuldigung von Barack Obama.

15. Dezember 2013. Im Zuge des Euromaidan-Proteste in der Ukraine unterstützt McCain die ukrainische Opposition.

6. März 2014. Die demokratische Senatorin und Ausschussvorsitzende Dianne Feinstein bestätigt Medienberichte laut denen die CIA Mitarbeiter des Geheimdienstausschusses im Senat ausgespäht hat. Der Geheimdienst klinkte sich dazu in das Computernetzwerk des Senats ein und überwachte Mitarbeiter, die an einem Gutachten über die Misshandlung von Terrorverdächtigen in Geheimgefängnissen der CIA schrieben. Die Überwachung sorgt für Empörung. „In einer Demokratie darf das nicht passieren“, sagt John McCain. Sein Kollege Mark Udall schreibt laut „New York Times“ einen Beschwerdebrief an Präsident Barack Obama. Das „beispiellose“ Vorgehen der CIA sei „unglaublich beunruhigend“, beklagt er sich.

Ab Januar 2015. McCain ist – nach dem Sieg der Republikaner in der Wahl 2014 – Vorsitzender des Streitkräfteausschusses im Senat.

9. März 2015. Die Republikaner im US-Kongress torpedieren weiterhin Präsident Barack Obamas Atom-Diplomatie mit dem Iran. In einem offenen Brief an die "Anführer der Islamischen Republik Iran" warnen 47 republikanische Senatoren, darunter John McCain, dass es ohne die Zustimmung des Parlaments kein langfristiges Abkommen geben werde.

12. März 2015. John McCain, greift den deutschen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier scharf an nachdem dieser die Republikaner im US-Kongress wegen dem offenen Brief an den Iran kritisiert hat: Steinmeier "hat für mich in keiner Weise Glaubwürdigkeit ... Der deutsche Außenminister ist derselbe Typ, der es mit seiner Regierung ablehnt, dem Vorgehen Wladimir Putins, der in diesem Moment Ukrainer abschlachtet, irgendwelche Schranken zu setzen."

McCain wirft Steinmeier zudem vor, eine Beschwichtigungspolitik zu betreiben ähnlich der britischen Regierung, die versuchte in den 1930er Jahren einen Krieg abzuwenden, indem sie der deutschen Regierung Zugeständnisse machte.

Der US-Senator kritisiert auch Bundeskanzler Angela Merkel scharf: "Sie haben die Krim inzwischen stillschweigend aufgegeben: " Merkel habe alles abgelehnt, was man sinnvoll tun könnte, um "Putins Aggression zu stoppen".

Mitte Juli 2015. Umfragen unter den Anhängern der Republikaner ergeben, dass Donald Trump auf Platz zwei knapp hinter Jeb Bush aufrückt oder sogar in Führung geht. Der Cook Political Report führt das auf die große Bekanntheit und geschickte Nutzung der Aufmerksamkeitsökonomie durch Trump zurück. Zudem habe er mit dem Thema Immigration einen politischen Nerv getroffen. Die Einschätzung, dass Trump trotz seines Höhenfluges vor dem eigentlichen Beginn des Primary-Wahlkampfs real fast keine Chance auf die Nominierung hätte teilt auch der Datenjournalist Nate Silver.

Mit seiner aggressiven Rhetorik sorgt Trump für Kritik im Establishment der eigenen Partei. US-Senator John McCain, der 2013 eine überparteiliche, letztlich erfolglose Einwanderungsreform mitentworfen hatte, fürchtet Trumps Äußerungen könnten den rechten Flügel, die „Bekloppten“ („crazies“) stärken, während einige Mitbewerber als qualifizierte, verdiente Politiker an den Rand gedrängt würden.

19. Juli 2015. Als Trump daraufhin McCain das militärische Heldentum abspricht, weil dieser im Vietnam-Krieg in Kriegsgefangenschaft geraten ist (und dort schwer gefoltert wurde), bricht ein Sturm der Entrüstung in der Republikanischen Partei los. Politische Beobachter erwarten darauf einen Wendepunkt seiner Kampagne aufgrund der zutage tretenden politischen wie persönliche Außenseiterposition.

2016. Bei der Senatswahl tritt die bisherige demokratische Kongressabgeordnete Ann Kirkpatrick gegen McCain an. Manche Umfragen ergeben deutliche Vorsprünge für McCain, andere etwa gleich hohe Werte für beide Kandidaten, weshalb die Arizona Daily Sun diesen Senatswahlkampf als den härtesten bezeichnet, den McCain jemals zu bestreiten hatte.

2016. Er bekommt den "Ukrainischen Orden der Freiheit.

Oktober 2016. Nachdem als sexistisch bezeichnete Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump öffentlich geworden sind, zieht McCain seine Unterstützung für den umstrittenen Trump zurück.

November 2016. McCain gewinnt die Wahl deutlich. Seine neue Amtszeit als Senator läuft bis zum 3. Januar 2023.

18. November 2016. Sir Andrew Wood, britischer Botschafter in Moskau von 1995 bis 2000, ist von einem 35-seitigen Dossier über Donald Trump, das durch Christopher Steele (Ex-MI6-Agent) zusammengestellt wurde, „derart beunruhigt“, dass er Senator John McCain während des Halifax International Security Forums in Kanada daraufhin anspricht.

Dieser schickt daraufhin einen Vertrauten nach London, der sich dort mit dem Verfasser treffen soll. Am Flughafen kommt es zu einer bizarren Szene wie aus einem Agenten-Thriller: Der Abgesandte McCains soll nach einem Mann Ausschau halten, der sich hinter einer Ausgabe der "Financial Times" verberge, berichtet der "Guardian". So finden sie sich, in Steeles Haus tauschen sie sich über das Papier aus. McCain gibt die Information an den FBI-Chef James Comey weiter, der zu dem Zeitpunkt schon lange von dem Papier weiß. Steele selbst gab es wohl an ihn weiter.

Wood soll den genauen Inhalt des Dossiers zwar nicht gekannt, sich aber in dem Gespräch für Steeles Professionalismus und Integrität verbürgt haben (he had not read the dossier, but vouched for Mr Steele’s professionalism and integrity). Gegenüber der Zeitung The Times erklärt Wood, das Dossier „habe Informationen bestätigt, die er anderswo gehört habe, und ihnen müsste nachgegangen werden, denn wenn sie stimmen, wäre der künftige US-Präsident erpressbar“. Über seinen ehemaligen Mitarbeiter Steele sagt Wood in einem Interview mit CBS News, dass dieser ein „rechtschaffender Fachmann“ (an honest professional) sei.

Anfang 2017. Vor dem Antritt der Präsidentschaft Donald Trumps, bezeichnet McCain den russischen Präsidenten Wladimir Putin als „Mörder und Verbrecher“.

29. Januar 2017. Angela Merkel (Bundeskanzler von Deutschland)  hält das von Donald Trump verhängte Einreiseverbot gegen Flüchtlinge und Bürger einiger mehrheitlich muslimischer Staaten für falsch. Laut Steffen Seibert (Regierungssprecher) ist sie "überzeugt, dass auch der notwendige entschlossene Kampf gegen den Terrorismus es nicht rechtfertigt, Menschen einer bestimmten Herkunft oder eines bestimmten Glaubens unter Generalverdacht zu stellen".

Die Genfer Flüchtlingskonvention fordere die internationale Staatengemeinschaft auf, Kriegsflüchtlinge aus humanitären Gründen aufzunehmen. "Alle Unterzeichnerstaaten sind dem verpflichtet. Die Bundeskanzlerin hat diese Politik dem US-Präsidenten in ihrem gestrigen Telefonat erläutert".

Chuck Schumer (Fraktionschef der Demokraten im Senat) möchte ein Gesetz in den Senat einbringen, um den Einreisestopp zu kippen.

Die beiden republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham teilen mit: "Unsere wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen den IS sind die große Mehrheit der Muslime, die dessen apokalyptische Hassideologie ablehnen. Wir fürchten, dass die Exekutivanordnung die Rekrutierung von Terroristen fördert anstatt unsere Sicherheit zu verbessern." Daher sei das Dekret "ein Schuss ins Knie" im Kampf gegen den Terror. Auch die Republikaner Ben Sasse aus Nebraska und Susan Collins aus Maine lehnen Trumps Einreiseverbot V1.0 ab.

Im Jemen findet derweil eine weitere US-Operation statt. Wieder in der Provinz Baydah werden bei dem nächtlichen Einsatz über dreißig Menschen getötet, unter ihnen befinden sich zahlreiche Zivilisten. Die US-Regierung spricht lediglich von vierzehn getöteten Al-Qaida-Kämpfern. Außerdem wird ein US-Soldat getötet, zwei weitere werden verletzt. Sowohl bewaffnete Drohnen als auch Spezialtruppen der Navy SEALs am Boden kommen bei der Operation zum Einsatz. Die Zeitung „New York Times“ urteilt später: „Es ging schief, was schiefgehen konnte.“

8. Februar 2017. Sean Spicer (Pressesprecher im Weißen Haus) sagt, die Kritiker der Militär-Operation im Jemen sollten sich dafür entschuldigen, dass sie den Einsatz nicht als „Erfolg“ bezeichnet haben. McCain reagiert sofort. „So etwas muss ich mir nicht anhören“. McCain kämpfte als Marineflieger im Vietnamkrieg und erhielt während seiner militärischen Laufbahn zahlreiche Auszeichnungen. „Meine Vorgeschichte spricht für sich selbst“, kommentiert der republikanische Senator Spicers Aussage.

17. Februar 2017. Nach einem Bericht des Southern Poverty Law Center (SPLC) hat sich die Zahl der antimuslimischen Gruppen in den USA im letzten Jahr fast verdreifacht. 2015 zählte die Organisation noch 34 Gruppen, 2016 sollen es bereits 101 geworden sein. Der Anstieg der Hassgruppen sei auch begleitet worden von einem Anstieg von Gewalt oder geplanter Gewalt gegen Muslime, vor allem unmittelbar nach dem Wahlsieg von Trump. Das SPCL zählte über 1000 Vorfälle in den ersten 34 Tagen. Neben der Alt-Right-Bewegung wird etwa die konkurrierende Neonazi-Bewegung um The Daily Stormer mit der "Stormer Troll Army" als einflussreich bezeichnet, der Name leitet sich von der Nazi-Zeitung "Der Stürmer" ab. Daily Stormer sei jetzt die Top-Hate-Website in den USA.

Donald Trump schreibt auf Twitter: Fake-News-Medien" seien "nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes („the enemy of the American People!“). Der US-Präsident führt weiter aus, dass er damit die "New York Times" sowie die Fernsehsender CNN, NBCNews, ABC und CBS meine.

John McCain sagt danach in einem Interview im Sender NBC News dass mit solchen Äußerungen "Diktatoren angefangen" hätten („That’s how dictators get started“). "Wenn man sich die Geschichte anschaut, dann haben Diktatoren als erstes die Presse mundtot gemacht. Ich sage nicht, dass Präsident Trump versucht, ein Diktator zu sein. Ich sage nur, dass wir aus der Geschichte lernen müssen."

12. März 2017. John McCain verlangt in einem Interview beim Sender CNN von Donald Trump Beweise für seine Spitzelvorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama. Trump habe „zwei Möglichkeiten“. Er könne seine Vorwürfe zurückziehen oder aber „die Informationen liefern, die das amerikanische Volk verdient“. Er selbst habe „keinen Grund“ zu glauben, dass Trumps Vorwürfe wahr seien. Trump könne die Sache „in einer Minute aufklären“. Er müsse nur das Telefon in die Hand nehmen, den Direktor des Geheimdienstes CIA anrufen und fragen: „Okay, was ist passiert?“

Mai 2017. Nachdem Trump selbst in einem Interview die Entlassung von FBI-Chef James Comey in Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen gebracht hat, warnt McCain: „Diesen Film haben wir schon mal gesehen. Es nimmt mittlerweile das Ausmaß und die Bedeutung von Watergate an. Das ist nicht gut für unser Land.“

18. Mai 2017. Der republikanische Senator John McCain fordert nach den Zusammenstößen zwischen pro-kurdischen Demonstranten die Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) tragen und Recep Tayyip Erdoğans Sicherheitsleuten und Leibwächtern dass der türkische Botschafter aus dem Land geworfen wird: "Das ist nicht die Türkei. Das ist kein Dritte-Welt-Land".

Anfang Juni 2017. McCain macht während der Anhörung von Ex-FBI-Chef James Comey alle auf sich aufmerksam. Er ist fahrig und stellt eine komplizierte Frage, auf die Comey sich nicht so recht einen Reim machen kann. Anschließend rätselt die Presse, was mit McCain los ist.

16. Juli 2017. Dem achtzigjährigen John McCain wird operativ ein Blutgerinnsel entfernt, das über dem linken Auge sitzt. Seine eigenen Ärzte in Phoenix, Arizona, geben keine Interviews und sprechen in einem Statement von einer minimal-invasiven Prozedur.

Die Abstimmung über die Gesundheitsreform Obamacare wird deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben, bis McCain sich erholt hat. Im Senat benötigen die Republikaner jede Stimme. 50 von 52 Senatoren müssen für die neueste, noch immer hart umstrittene Vorlage zur Gesundheitsreform stimmen.

McCains Stimme wäre rein rechnerisch entscheidend, es ist jedoch nicht vollkommen sicher, ob er der neuesten Vorlage überhaupt zustimmen würde. Er habe zwar keinen Zweifel daran, dass Obamacare abgeschafft werden müsse, sagte McCain vor seiner Erkrankung. Aber der neue Entwurf berücksichtige seine Verbesserungsvorschläge nicht.

20. Juli 2017. Bei McCain wird ein bösartiger Gehirntumor (Glioblastom) diagnostiziert. Um sich von der Operation zu erholen, wird er einige Wochen nicht arbeiten. Erst nach Absprache mit medizinischen Beratern wird er wieder zu seiner Arbeit im Senat zurückkehren.

Seine Tochter Meghan McCain schreibt auf Twitter. „Er ist die zäheste Person, die ich kenne. ... Der Krebs mag ihm auf verschiedene Weise zusetzen. Aber er wird ihn nicht zum Aufgeben bringen. Nichts hat das jemals getan.“

Nach Bekanntwerden der Nachricht über seine Erkrankung treffen Dutzende Genesungswünsche aus allen politischen Lagern ein. Präsident Donald Trump weist in einer schriftlichen Mitteilung darauf hin, dass McCain immer "ein Kämpfer" gewesen sei. Er und First Lady Melania beteten für ihn: "Werde schnell gesund."

Ähnlich äußert sich Trumps demokratischer Amtsvorgänger Barack Obama: "John McCain ist ein amerikanischer Held und einer der mutigsten Kämpfer die ich jemals gekannt habe. Der Krebs weiß nicht, mit wem er es hier zu tun hat.

26. Juli 2017. McCain ist zurück im Senat. Seine Stimme ist entscheidend, dass ein Vorschlag des Mehrheitsführers Mitch McConnell angenommen wird, der es den Senatoren ermöglicht, über die Abschaffung der Gesundheitsreform des früheren Präsidenten Barack Obama, genannt Obamacare, zu debattieren.

McCains Stimme bringt die Republikaner immerhin auf ein Unentschieden von 50 zu 50 Stimmen. Vizepräsident Mike Pence liefert dann die entscheidende Stimme, die das Unentschieden in einen kleinen Sieg verwandelt.

Die Abstimmung wird von Protesten und Rufen wie „Schande“ oder „Don’t kill us, kill that bill“ (etwa: „Tötet nicht uns, sondern schafft dieses Gesetz ab“) von den Zuschauerrängen des Senats begleitet.

In einer weiteren Abstimmung im Senat erzielt ein Vorschlag aus dem Lager der Republikaner, "Obamacare" zu widerrufen, keine Mehrheit: Neun Republikaner schließen sich den oppositionellen Demokraten an und stimmen gegen die Aufhebung von "Obamacare".

Nach seiner Stimmabgabe tritt McCain ans Mikrofon und lässt eine Rede vom Stapel, wie sie viele der Anwesenden wohl noch nie gehört haben. McCain beschwert sich über die tiefe Spaltung des Senats, darüber dass es keine Anstrengungen mehr gebe, mit dem politischen Gegner zusammenzuarbeiten. Auch seine eigene Partei kommt nicht gut weg. Scharf kritisiert er den Mehrheitsführer Mitch McConnell, der wichtige Gesetzesvorhaben hinter verschlossener Tür nur mit Vertrauten erarbeite und die Arbeit nicht, wie vorgesehen, in den Ausschüssen stattfinden lasse. Der Senat bekomme deshalb nichts auf die Reihe: „We get nothing done“, sagt McCain.

Auch sich selbst lässt der Republikaner nicht aus. Er habe auch zu der Spaltung beigetragen, sagte McCain. „Manchmal hat mein Temperament über meine Vernunft gesiegt. Manchmal habe ich es durch ein harsches Wort an einen Kollegen schwieriger gemacht, eine gemeinsame Position zu finden.“

28. Juli 2017. Es scheitert der vorerst letzte Versuch der Republikaner im US-Senat, ihre Gesundheitsreform durchzusetzen und damit ihr Versprechen der Abschaffung von Obamacare zumindest teilweise zu erfüllen, an der Ablehnung McCains, der sich den bereits vorher entschlossenen republikanischen Senatorinnen Susan Collins und Lisa Murkowski anschließt und damit die entscheidende Stimme zum Scheitern des Gesetzentwurfs abgibt.

21. September 2017. US-Senator John McCain lehnt einen erneuten Gesetzesentwurf der Senatoren Lindsey Graham und Bill Cassidy zur Abschaffung von Obamacare ab. Zuvor hat auch schon der republikanische Senator Rand Paul angekündigt, mit Nein zu stimmen.

24. September 2017. McCain hat nach eigenen Angaben von Ärzten nach seiner Operation eine „sehr schlechte Prognose“ im Kampf gegen einen Hirntumor erhalten. „Manche sagen drei Prozent, manche sagen 14 Prozent. Seine Reaktion sei gewesen: „Ich habe verstanden. Wir werden jetzt alles tun, was wir können, um die besten Ärzte zu bekommen, die wir finden können.“

17. Oktober 2017. McCain nutzt in Philadelphia die Rede zur Verleihung seiner Liberty Medal (Freiheitsmedaille), dafür um mit dem politischen Zeitgeist ab, der in und um das Weiße Haus herrsche, unter anderem mit dem identitären Nativismus und der isolationistischen Haltung America First abzurechnen, die Donald Trump, sein Redenschreiber Stephen Miller und auch sein ehemaliger Chefberater Stephen Bannon propagieren.

„Die Welt zu fürchten, die wir aufgebaut und ein Dreivierteljahrhundert lang geführt haben, die Ideale aufzugeben, die wir in der ganzen Welt verbreitet haben, die Verpflichtungen einer internationalen Führungsrolle und unsere Pflicht, die letzte beste Hoffnung der Erde zu sein, abzulehnen um eines halbgaren nachgemachten Nationalismus willen, den manche Leute aufkochen, die lieber Sündenböcke benennen als Probleme zu lösen, ist so unpatriotisch wie die Anhänglichkeit an jedes andere müde Dogma der Vergangenheit, das die Amerikaner auf den Aschehaufen der Geschichte warfen.“

McCain sagt weiter, die Amerikaner lebten in einem Land, das aus Ideen gemacht sei, nicht aus Blut und Boden.

„Wir haben eine moralische Verpflichtung, in unserer gerechten Sache voranzuschreiten, und wir würden mehr als Schande über uns bringen, wenn wir es nicht täten. Wir werden nicht erfolgreich sein in einer Welt, der unsere Führung und unsere Ideale fehlen. Wir hätten es auch nicht verdient.“

29. November 2017. McCain sichert Donald Trump überraschend seine Unterstützung für die umstrittene Steuerreform zu.  Der Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, erklärt, er rechne damit, dass das Vorhaben im Laufe des Tages oder am Freitag vom Senat verabschiedet werde. In Erwartung eines Durchbruchs knackt der Dow Jones die Marke von 24.000 Punkten. Nach McCains Unterstützungszusage für die größte Steuerreform seit drei Jahrzehnten weiteten die US-amerikanischen Börsen ihre Gewinne abermals aus.

18. Dezember 2017. McCain wird wegen seiner Krebsbehandlung erst im Januar 2018 wieder in sein Washingtoner Büro zurückkehren. Deshalb fehlt er bei der Abstimmung über die Donald Trumps Steuerreform.

Bilder aus Wikimedia Commons
John McCain, Lizenz: Public Domain, Urheber: United States Congress

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