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| USS John S. McCain (DDG-56) |
Der 154 Meter lange Zerstörer ist mit Lenkraketen bestückt. Der Heimathafen ist in Yokosuka (Japan). Die Crew besteht aus 23 Offizieren, 24 Marineunteroffizieren und 291 Seeleuten.
Das Kriegsschiff aus der 7. Flotte der US-Marine ist nach dem Vater und dem Großvater des republikanischen Senators und früheren Präsidentschaftskandidaten John McCain benannt. Beide dienten als Admiräle.
Geschichte
1988. DDG-56 wird in Auftrag gegeben.
September 1991. Der Zerstörer wird bei Bath Iron Works auf Kiel gelegt. Nach nur wenig mehr als einem Jahr läuft das Schiff vom Stapel und wird getauft. Taufpatin ist Cindy Hensley, die Ehefrau von John McCain, dem Senator und Nachkommen der Namensgeber des Schiffes.
2. Juli 1994. Nach der Endausrüstung und den Werfterprobungsfahrten wird die John S. McCain in Dienst gestellt. Erste Fahrten führt das Schiff von Pearl Harbor aus durch.
1996. Der Zerstörer unterstützt die Operation Southern Watch.
1998. Die McCain operiert wieder im Persischen Golf, diesmal als Teil der Kampfgruppe um die USS Independence (CV-62).
2001. Der Zerstörer nimmt mit dem Flugzeugträger USS Kitty Hawk (CV-63) an den Übungen Excercise Tandem Thrust (mit der Royal Australian Navy) und CSOFEX (mit der Marine Südkoreas) teil.
2002. Es folgt ein Einsatz im Rahmen der Operation Enduring Freedom.
2003. Er nimmt an der Übung Exercise Keen Sword mit der Marine Japans teil.
2006 und 2007. Der Zerstörer nimmt mit der Kitty Hawk an der Übung Valiant Shield teil.
August 2008. Der Zerstörer besucht Australien, um dort das 100-jährige Jubiläum des Australienbesuchs der Großen Weißen Flotte zu begehen.
Juni 2009. Die McCain fährt vor den Philippinen, als am 10. Juni ein chinesisches U-Boot mit dem Schleppsonar des Zerstörers kollidiert .Nur wenige Tage später beschattet die McCain einen nordkoreanischen Frachter, der unter Umgehung eines bestehenden Embargos Waffen nach Myanmar hätte liefern können.
September 2010. Die USS John S. McCain nimmt an einer U-Jagd-Übung mit der südkoreanischen Marine im Gelben Meer teil. Zweck ist die Abschreckung Nordkoreas.
Dezember 2010. Es folgt die großangelegte Übung Keen Sword mit der japanischen Marine.
April 2013. Sie wird als Reaktion auf die Spannungen auf der Halbinsel vor die Küste Nordkoreas befohlen.
2. Oktober 2016. Die USS John S. McCain macht gemeinsam mit dem U-Boot-Begleitschiff USS Frank Cable (AS-40) den ersten Hafenbesuch von Schiffen der US Navy in der Cam Ranh Bay seit dem Ende des Vietnamkrieges im Jahr 1975.
11. August 2017. Der Zerstörer „USS John S. McCain“ durchquert die Zwölf-Meilen-Zone um die von China beanspruchten Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer. Damit wollen die USA für die „Freiheit der Schifffahrt“ eintreten. Es ist das dritte Manöver dieser Art seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2017. China protestiert scharf gegen das Manöver: „Ein solches Vorgehen untergräbt ernsthaft Chinas Souveränität und Sicherheit und gefährdet das Personal beider Seiten an der Frontlinie.“
11. August 2017. Der Zerstörer „USS John S. McCain“ durchquert die Zwölf-Meilen-Zone um die von China beanspruchten Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer. Damit wollen die USA für die „Freiheit der Schifffahrt“ eintreten. Es ist das dritte Manöver dieser Art seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2017. China protestiert scharf gegen das Manöver: „Ein solches Vorgehen untergräbt ernsthaft Chinas Souveränität und Sicherheit und gefährdet das Personal beider Seiten an der Frontlinie.“
20. August 2017. Der Zerstörer ist vor der Küste von Singapur in der Malakkastraße in eine Kollision mit dem unter liberianischer Flagge fahrenden Tanker Alnic MC verwickelt. Zehn Matrosen werden nach der Kollision als vermisst gemeldet. Vier Matrosen werden mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus in Singapur gebracht, ein Verletzter braucht keine weitere ärztliche Versorgung. Die betroffenen Teile des Schiffes werden mit Tauchern durchsucht.
Bei der Kollision handelt es sich um die zweite eines US-Marineschiffs im Pazifik innerhalb von zwei Monaten. Beim Zusammenstoß der "USS Fitzgerald" mit dem Containerschiff ACX Crystal in Gewässern vor der Küste Japans starben am 17. Juni 2017 sieben Crewmitglieder.
Neben den Kollisionen der Zerstörer USS John S. McCain und der USS Fitzgerald gab es in diesem Jahr weitere Unfälle bei der Siebten Flotte mit zwei US-Lenkwaffenkreuzern, bei denen niemand verletzt wurde: Die USS Lake Champlain (CG-57) kollidierte am 9. Mai 2017 mit einem südkoreanischen Fischerboot und die USS Antietam (CG-54) lief am 31. Januar 2017 vor Tokio auf Grund. Mehrere US-Kommandanten mussten daraufhin ihre Posten räumen.
21. August 2017. Das Kriegsschiff "USS John S McCain" ist in Singapur angekommen. Der Lenkwaffenzerstörer dockt mehrere Stunden nach dem Zusammenstoß im Hafen des südostasiatischen Stadtstaates an. Insgesamt zehn Seeleute werden vermisst.
Die Kollision findet um 05:24 Uhr Ortszeit (23.24 Uhr MESZ) statt. Zu diesem Zeitpunkt liegen die meisten Besatzungsmitglieder schlafend in ihren Kojen. Ähnlich wie bei der Kollision der USS Fitzgerald werden durch den Bugwulst der Alnic MC massive Schäden ober- und unterhalb der Wasserlinie auf der Backbordseite (links) mittschiffs der USS John S. McCain angerichtet. Es kommt zu einem Wassereinbruch, wobei mehrere Abteilungen, darunter Crew-Aufenthaltsräume, ein Maschinenraum und ein Kommunikationsraum geflutet werden. Der Wassereinbruch kann größtenteils durch Schadenskontrollteams gestoppt werden. Die Alnic MC ist mit einer Länge von rund 182 Metern und 30.000 Bruttoraumzahl ungefähr dreimal so groß wie die USS John S. McCain.
An der Rettungsaktion nehmen US-amerikanische Osprey-VTOL-Transporter, Seahawk-Helikopter sowie Schlepper aus Singapur und ein Patrouillenschiff der Republic of Singapore Navy teil.
Als Reaktion auf diesen Unfall kündigt die US Navy eine Überprüfung der Arbeitsabläufe und Sicherheitsbestimmungen bei der Siebten Flotte an. Unter anderem geschieht dies durch das Pausieren aller Operationen für einen Tag, um nach Fehlern zu suchen.
Bei der Kollision handelt es sich um die zweite eines US-Marineschiffs im Pazifik innerhalb von zwei Monaten. Beim Zusammenstoß der "USS Fitzgerald" mit dem Containerschiff ACX Crystal in Gewässern vor der Küste Japans starben am 17. Juni 2017 sieben Crewmitglieder.
Neben den Kollisionen der Zerstörer USS John S. McCain und der USS Fitzgerald gab es in diesem Jahr weitere Unfälle bei der Siebten Flotte mit zwei US-Lenkwaffenkreuzern, bei denen niemand verletzt wurde: Die USS Lake Champlain (CG-57) kollidierte am 9. Mai 2017 mit einem südkoreanischen Fischerboot und die USS Antietam (CG-54) lief am 31. Januar 2017 vor Tokio auf Grund. Mehrere US-Kommandanten mussten daraufhin ihre Posten räumen.
21. August 2017. Das Kriegsschiff "USS John S McCain" ist in Singapur angekommen. Der Lenkwaffenzerstörer dockt mehrere Stunden nach dem Zusammenstoß im Hafen des südostasiatischen Stadtstaates an. Insgesamt zehn Seeleute werden vermisst.
22. August 2017. Sprecher der Königlichen Malaysischen Marine geben bekannt, potentielle Überreste von einem der zehn vermissten Matrosen im Meer gefunden zu haben. Am selben Tag gibt der Oberbefehlshaber der Pazifikflotte Admiral Scott Swift bekannt, dass Überreste von den zehn vermissten Matrosen in den beschädigten Teilen der USS John S. McCain gefunden wurden. Die Suche wird mit Tauchern und Teams im Schiff sowie Flugzeugen und Schiffen auf See fortgesetzt.
23. August 2017. Auf Grund der Serie von Zwischenfällen wird Vizeadmiral Joseph Aucoin als Befehlshaber der Siebten Flotte von Admiral Scott Swift, dem Oberbefehlshaber der gesamten Pazifikflotte (die Siebte Flotte operiert im Westen und im Indischen Ozean und die dritte Flotte im Osten (Westküste der USA, Hawaii) und Norden bis zur Beringstraße) abgelöst. Er wird durch Vizeadmiral Phillip Sawyer ersetzt.
24. August 2017. Die sterblichen Überreste zweier Seeleute werden aus dem gefluteten Teil des Schiffes geborgen
28. August 2017. Die U.S. Navy gibt bekannt, dass auch die übrigen Vermissten (insgesamt zehn) geborgen und identifiziert worden seien:
- Electronics Technician 1st Class Charles Nathan Findley, 31, aus Kansas City, Missouri
- Interior Communications Electrician 1st Class Abraham Lopez, 39, aus El Paso, Texas
- Electronics Technician 2nd Class Kevin Sayer Bushell, 26, aus Gaithersburg, Maryland
- Electronics Technician 2nd Class Jacob Daniel Drake, 21, aus Cable, Ohio
- Information Systems Technician 2nd Class Timothy Thomas Eckels Jr., 23, aus Manchester, Maryland
- Information Systems Technician 2nd Class Corey George Ingram, 28, aus Poughkeepsie, New York
- Electronics Technician 3rd Class Dustin Louis Doyon, 26, aus Suffield, Connecticut
- Electronics Technician 3rd Class John Henry Hoagland III, 20, aus Killeen, Texas
- Interior Communications Electrician 3rd Class Logan Stephen Palmer, 23, aus Decatur, Illinois
- Electronics Technician 3rd Class, Kenneth Aaron Smith, 22, aus Cherry Hill, New Jersey
Die Liste wird veröffentlicht durch die U.S. 7th Fleet Public Affairs Abteilung der U.S. Navy
Die angegebenen Ränge der Verstorbenen galten zum Zeitpunkt des Todes. Die zehn Opfer werden postum jeweils um einen Rang nach oben befördert.
Die USS John S. McCain (DDG 56) wird auf den Schwerlast Transporter MV Treasure verladen um sie in ihren Heimathafen nach Yokosuka für Reparaturen zu bringen.
4. Oktober, 2017. Chief Electronics Technician Victor Granados trägt eine Fahne zu den Angehörigen im Fleet Activities Yokosuka Fleet Theater.
Yokosuka’s Gemeinschaft gibt den Angehörigen und der Besatzung Geleit, um ihnen und den Verstorbenen die Ehre zu erweisen und Unterstützung zu bieten. Die Angehörigen und Kameraden wurden durch FLEACT (Fleet Activities) Yokosuka zur Gedenkfeier im Fleet Theater gefahren.
Wegen der ungewöhnlichen Häufung und der Natur der Zusammenstöße der Unfallserie 2017 kommt es zu Spekulationen, ob die Navigationssysteme der Zerstörer USS Fitzgerald und bzw. oder USS John S. McCain manipuliert (gehacked) worden seien. Der Chief of Naval Operations der U.S. Navy John M. Richardson gibt während eines Facebook Livestreams bekannt, das keinerlei Anzeichen gefunden wurden, welche diese Annahmen bestätigt hätten.
11. November 2017. Ein abschließender Untersuchungsbericht wird veröffentlicht, welcher sowohl bei dem Unfall der USS Fitzgerald als auch dem der USS John S. McCain Versäumnisse der wachhabenden Besatzung und der Offiziere als Grund nennt. Beide Unfälle seien laut U.S. Navy vermeidbar gewesen.
Im Falle der USS John S. McCain sei der Unfall auf Grund einer Mischung aus Selbstzufriedenheit, Selbstüberschätzung und einem Mangel an Einhaltung etablierter Prozeduren passiert. Ein Hauptfaktor sei ein Mangel an Kenntnissen, die zur Bedienung der Kontrollkonsole des Schiffes notwendig ist, gewesen.
Der Kommandant bemerkt nach dem Bericht, dass der Steuermann mit dem Halten des Kurses überfordert war und befahl dass die Geschwindigkeitskontrolle von der Station des bisherigen Steuermanns auf die Station eines anderen Matrosen umgestellt wurde. Die Steuerkontrolle selbst verblieb auf der ursprünglichen Station - ohne dass die bedienenden Matrosen sich darüber im Klaren waren. Dann kam die Meldung, dass das Steuer nicht reagiere. Der Kommandant ordnete an, die Geschwindigkeit von 10 auf 5 Knoten reduzieren, der Seemann an der Geschwindigkeitskontrolle drosselte jedoch nur die Drehzahl auf einer der Wellen des Schiffes. Als die Besatzung nach etwa drei Minuten verstanden hatte, was vor sich ging und die Kontrolle zurückerlangte, war nicht mehr genug Zeit um die Kollision zu verhindern.
Aus dem drosseln einer der Antriebswellen und einem Ablesefehler der Ruderanlage an der hinteren Station resultierte ein Eindrehen um 33 Grad nach Backbord in die Kollision, nicht wie erhofft daraus hinaus.
Niemand an Bord war ausreichend ausgebildet im Falle einer Havarie das Schiff zu steuern. Einige der Matrosen, welche zum Zeitpunkt des Unfalls Wache hatten waren temporär von einem andern Schiff, der USS Antietam (CG-54) der MCCain zugewiesen. Die technischen Systeme dieser Schiffe unterscheiden sich. Auch andere reguläre Besatzungsmitglieder der McCain kannten sich nicht genügend mit dem Steuerungskontrollsystem aus um während und kurz nach dem Zusammenstoß die Steuerungskontrolle zwischen verschiedenen Stationen zu übergeben.
Auch der Wachplan wurde kritisiert. Der kommandierende Offizier der McCain habe Empfehlungen seines Executive Officers, seines Navigators und des Senior Watch Officers missachtet, rechtzeitig eine See- und Ankerwache einzusetzen.
Ebenfalls wurde angemerkt, das weder die USS John S. McCain noch die Alnic MC akustisches Kollisionssignal gegeben hätten oder der VHF Brücke-zu-Brücke Funk benutzt worden sei, um sich abzustimmen oder gegenseitig zu warnen.
Bilder aus Wikimedia Commons
USS John S. McCain (DDG-56), Lizenz: Public Domain, Urheber: Camera Operator: PHCS TERRY COSGROVE
Bilder aus Wikimedia Commons
USS John S. McCain (DDG-56), Lizenz: Public Domain, Urheber: Camera Operator: PHCS TERRY COSGROVE
Quellen
