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| Laurent Wauquiez |
Der französische Politiker Laurent Wauquiez (Les Républicains) wurde am 12. April 1975 in Lyon geboren.
Er war von Juni 2011 bis Mai 2012 Minister für Hochschulen und Wissenschaft und ist seit Januar 2016 Präsident der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Seit 10. Dezember 2017 ist er Parteivorsitzender der politischen Partei Les Républicains (LR), deutsch Die Republikaner.
Wauquiez gehört dem rechten, gaullistischen Flügel der Republikaner an.
Er ist als Kritiker der gleichgeschlechtlichen Ehe und der Europäischen Union hervorgetreten.
Leben
12. April 1975. Laurent Wauquiez wird in Lyon geboren.
Er entstammt einer Industriellenfamilie aus der Region Tourcoing, die in der Textil- und Werftindustrie tätig ist. Sein Vater Philippe Wauquiez ist Direktor von Indosuez Scandinavie und leitet eine Investitionsberatungsfirma, seine Mutter Éliane Wauquiez-Motte ist Bürgermeisterin des Ortes Le Chambon-sur-Lignon. Seine Herkunftsregion ist das Département Haute-Loire in der Auvergne.
1994. Wauquiez schreibt sich in der École normale supérieure in Paris für das Fach Geschichte ein. Nach seinem ersten Abschluss und weiteren Studien an der Sciences Po gelingt ihm der Einstieg in die École nationale d’administration (ENA), der Elite-Verwaltungshochschule Frankreichs, wo er Jahrgangsbester des Abschlussjahres 2001 wird. Bei einem Praktikum in der französischen Botschaft in Kairo und weiteren Aufenthalten lernt er Arabisch.
Bereits in den 1990er Jahren wird der Sozialminister Jacques Barrot auf Wauquiez aufmerksam, der ihn später beim Wahlkampf für die Parlamentswahl 2002 unterstützt.
Nach dem Abgang von der ENA erhält er eine Anstellung beim Conseil d’État.
2004. Als Jacques Barrot in die Europäische Kommission wechselt, kandidiert Wauquiez für dessen frei werdenden Parlamentssitz in der Nationalversammlung. Er gewinnt die Nachwahl im Département Haute-Loire und wird mit 29 Jahren der jüngste Abgeordnete im Parlament. Er übernimmt dort Projekte für den Erziehungsminister François Fillon.
Herbst 2005. Er schließt sich Nicolas Sarkozy, seinerzeit Innenminister und Parteivorsitzender der Union pour un mouvement populaire, an und wird für ein Parteiamt ernannt.
2006. Er veröffentlicht ein Buch über seine Zeit als junger Abgeordneter und die Absurditäten des politischen Lebens in Frankreich, wodurch er sich als Medienpersönlichkeit etabliert.
2007. Nach der Parlamentswahl und der Bestätigung seines Abgeordnetenmandats wird er zum Regierungssprecher im Rang eines Staatssekretärs berufen.
Ab 2008. Er ist Bürgermeister von Le Puy-en-Velay, der Hauptstadt des Départements Haute-Loire (zuletzt 2014 bestätigt). Bei einer folgenden Kabinettsumbildung wechselt er vom Regierungssprecherposten in das Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Arbeit unter Christine Lagarde, wo er Staatssekretär für Arbeit wird.
2010. Er gründet den Think Tank Droite sociale, um innerhalb der Partei Ideen für eine Sozialpolitik zu entwickeln, die der Dominanz linker Parteien auf diesem Gebiet begegnen sollen.
November 2010. Er steigt zum beigeordneten Minister für Europaangelegenheiten unter Außenministerin Michèle Alliot-Marie auf.
Juni 2011. Er wird als Nachfolger von Valérie Pécresse Minister für Hochschulen und Wissenschaft.
2012. Bei der Parlamentswahl verteidigt Wauquiez seinen Sitz in der Nationalversammlung und stellt sich im Machtkampf der UMP an die Seite François Fillons. Er ist dessen Kandidat für das Amt des stellvertretenden Parteivorsitzenden.
Mai 2012. Mit der Abberufung des Premierministers François Fillon und seines Kabinetts durch den neu gewählten Präsidenten François Hollande scheidet Wauquiez aus der Regierung aus.
November 2012. Er unterliegt auf dem Parteitag im Jean-François Copé bei der Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden.
Januar 2013. In der Parteikrise wird Wauquiez doch einer der – inzwischen sechs – stellvertretenden Vorsitzenden der UMP.
2014. Als Nicolas Sarkozy wieder die Führung der UMP übernimmt sichert ihm Wauquiez seine Unterstützung zu, was von vielen als Verrat betrachtet wird, da er zuvor als Kritiker des früheren Präsidenten und seiner Regierungszeit hervorgetreten ist.
In seinem EU-skeptischen Buch Europe: il faut tout changer (deutsch Europa: Es muss sich alles ändern), das im Europawahlkampf 2014 erscheint, fordert er, das Schengen-Abkommen aufzugeben und die Europäische Union auf einen Kern von sechs Staaten zu beschränken, was auch parteiintern scharfe Kritik hervorruft. So hält Parteichef Copé Wauquiez Populismus vor.
Herbst 2014. Er wird Generalsekretär der UMP und hatte damit die dritthöchste Position nach dem Vorsitzenden und der stellvertretenden Vorsitzenden Nathalie Kosciusko-Morizet inne.
Mai 2015. Die UMP wir in Les Républicains umbenannt.
Ab Anfang Juni 2015. Wauquiez ist Generalsekretär der Les Républicains.
November 2015. Bei der Regionalwahl in der neugebildeten Region Auvergne-Rhône-Alpes tritt Wauquiez für die Républicains als Spitzenkandidat an, was die zentristischen MoDems als Problem ansehen, weil sie Schwierigkeiten haben, den als rechtspopulistisch angesehenen Wauquiez zu unterstützen. Wauquiez’ rechte Liste mehrerer Parteien unter der Führung der Républicains gewinnt die Wahl im zweiten Durchgang mit 113 von 204 Abgeordneten.
Dezember 2015. Er profitiert von Kosciusko-Morizets Absetzung nach ihrer Kritik gegen Nicolas Sarkozy und wird stellvertretender Vorsitzender.
4. Januar 2016. Er wird zum Präsidenten von Auvergne-Rhône-Alpes gewählt.
Ab Ende August 2016. Er ist kommissarischer Vorsitzender der Partei, da Nicolas Sarkozy für seine Präsidentschaftskandidatur zu den Vorwahlen zurücktritt.
Ende November 2016. Nach der Wahl von François Fillon zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner wird Wauquiez wieder zum ersten Vizepräsidenten der Partei ernannt, während Fillon de facto die Parteiführung übernimmt.
10. Dezember 2017. Die Republikaner wählen Wauquiez zu ihrem neuen Parteivorsitzenden.
Bilder aus Wikimedia Commons
Laurent Wauquiez, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic, Urheber: Alesclar
Quellen
