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| George Weah |
Der liberianische Politiker und Ex-Fußballprofi George Tawlon Manneh Oppong Ousman Weah wurde am 1. Oktober 1966 in Monrovia, Liberia geboren.
Afrikas „Fußballer des Jahrhunderts“, Weltfußballer des Jahres und Europas Fußballer des Jahres wird in Liberia wie ein Volksheld verehrt. Er gilt als einer der besten Spieler, die Afrika bisher hervorgebracht hat.
Seine größten Erfolge hatte er während der 1990er Jahre in Europa bei AS Monaco, Paris Saint-Germain und AC Mailand. Insbesondere dank seiner Leistungen in der Champions League wurde Weah als erster Afrikaner überhaupt zu Europas Fußballer des Jahres und zum Weltfußballer gewählt.
Später versuchte er, seine Popularität politisch zu nutzen, und kandidierte 2005 für das Amt des liberianischen Staatspräsidenten.
Weah war UNICEF-Botschafter.
Seine beiden Söhne George jr. (* 1987) und Timothy (* 2000) spielen ebenfalls Fußball.
Erfolge und Auszeichnungen
- Mighty Barolle (1985–1986): Liberianischer Meister: 1986, Liberianischer Pokalsieger: 1986
- Invincible Eleven (1986–1987): Liberianischer Meister: 1987
- Tonnerre Kalara Club de Yaoundé (1987–1988): Kamerunischer Meister: 1988
- AS Monaco (1988–1992): Französischer Pokalsieger: 1991
- Paris Saint-Germain (1992–1995): Französischer Meister: 1994, Französischer Ligapokal: 1995, Französischer Pokalsieger: 1993, 1995
- AC Mailand (1995–2000): Italienischer Meister: 1996, 1999
- FC Chelsea (Leihe 2000): Englischer Pokal: 2000
Persönliche Ehrungen
- Weltfußballer des Jahres 1995
- Europas Fußballer des Jahres 1995
- Afrikas Fußballer des Jahres 1989, 1994, 1995
- BBC African Footballer of the Year 1995
- Onze d’or 1995
- Afrikas Fußballer des Jahrhunderts
- FIFA 100
- Torschützenkönig der UEFA Champions League 1995
- FIFA Fairplay-Preis 1996
Leben
1. Oktober 1966. George Tawlon Manneh Oppong Ousman Weah wird in Monrovia, Liberia geboren. Er ist Angehöriger der Volksgruppe der Kru. Er wächstbei seiner Großmutter im Slum Clara Town, nahe der Hauptstadt Monrovia auf.
Obwohl Liberia eines der ärmsten Länder Afrikas ist, kann er eine Schule besuchen und findet anschließend Arbeit als Techniker bei der nationalen Telefongesellschaft. Fußball ist früh seine Leidenschaft. Zunächst als Straßenfußballer in seinem Viertel, später als Amateurspieler bei Mighty Barolle und den Invincible Eleven.
Seine Geschwister Moses und Wolo sind ebenfalls Fußballer und Fußballnationalspieler Liberias.
1986. Mit 20 Jahren debütiert er in der ersten Liga für Mighty Barolle, später schließt er sich den Invincible Eleven an und gewinnt mit beiden Mannschaften jeweils die Meisterschaft.
1987. Er wird mit 24 Toren in 23 Partien Torschützenkönig. Im gleichen Jahr wechselt Weah nach Kamerun zu Tonnerre Yaoundé, einer der stärksten Mannschaften des Kontinents, und weckt dort das Interesse europäischer Spitzenvereine.
1988. Nach einem Jahr in Kamerun wechselt der Mittelstürmer nach Europa zum AS Monaco. Weah entwickelt sich rasch zu einem der besten Stürmer Frankreichs. Sein neuer Trainer Arsène Wenger sagt über den Neuzugang: „Weah war die große Überraschung. Er war der Schokoladenhase, den der kleine Junge an Ostern im Garten findet. Ich habe nach ihm nie wieder einen Spieler so explodieren sehen.
17. August 1988. Sein erstes französisches Profispiel bestreitet er gegen AJ Auxerre.
1991. Mit den Monegassen gewinnt er den französischen Fußballpokal.
1992. Er scheitert im Finale des Europapokals der Pokalsieger an Werder Bremen.
Sommer 1992. Er wechselt zu Paris Saint-Germain, wo er weitere Titel gewinnen kann.
1992. Paris Saint-Germain gewinnt den Pokal.
1994. Paris Saint-Germain gewinnt die Meisterschaft.
Ab Mitte der 1990er Jahre. Er engagiert sich für humanitäre Projekte in Liberia.
1994. Er gründet den Fußballverein Junior Professionals, dessen Präsident er ist. Einige dort aktive Spieler schaffen den Sprung in die liberianische Nationalmannschaft. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist für die Jugendlichen, dass sie regelmäßig die Schule besuchen.
1995. Paris Saint-Germain gewinnt den Pokal und den Ligapokal. In diesem Jahr wird er vom italienischen Verein AC Mailand verpflichtet, wo zu seinen Mitspielern u.a. Franco Baresi, Paolo Maldini und Roberto Baggio gehörten.
1995/96. In der ersten Saison mit George Weah gewinnt der Verein die Meisterschaft (Scudetto), kann auf internationaler Ebene aber nicht mehr an vorherige Erfolge anknüpfen.
1996. Als Teil der „Goldenen Generation“ Liberias nimmt Weah mit der Nationalmannschaft an der Afrikameisterschaft teil. Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft gelingt Weah jedoch nicht.
1998/99. Weah bildet gemeinsam mit Oliver Bierhoff das Sturmduo der Meistersaison.
1999/00. Als die Leistungen nachlassen, erfolgt in der Winterpause der Saison eine Ausleihe an den FC Chelsea nach London. Mit dem FC Chelsea kann er den FA-Cup gewinnen.
Sommer 2000. Trainer Gianluca Vialli möchte den Kader verjüngen, weshalb er Weah im zu Aufsteiger Manchester City ziehen lässt. Dort unterzeichnet er einen Zweijahres-Vertrag.
Oktober 2000. Der Zweijahres-Vertrag mit Manchester City wird schon wieder in beiderseitigem Einvernehmen wieder aufgelöst wurde, da Weah wegen seines Reservistendaseins mit Trainer Joe Royle aneinandergeraten war. Anschließend spielt er kurze Zeit bei Olympique Marseille.
2002. Er nimmt noch einmal mit der Nationalmannschaft an der Afrikameisterschaft teil. Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft gelingt Weah jedoch wieder nicht.
2003. Er beendet seine Fußballkarriere in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
2004. Er erhält den Arthur Ashe Courage Award für seinen humanitären Einsatz.
November 2004. Er erklärt seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen am 11. Oktober 2005, bei denen ein Nachfolger für den Übergangspräsidenten Gyude Bryant bestimmt wird. Trotz seiner Unerfahrenheit in der Politik werden ihm gute Chancen zugebilligt, die Wahlen zu gewinnen, da er im Land sehr bekannt und populär ist. Als Präsident möchte sich Weah dafür einsetzen, dass die Friedenstruppe der Vereinten Nationen UNMIL zumindest während seiner ersten Amtszeit von sechs Jahren in Liberia stationiert bliebt, um ein Wiederaufflammen des Bürgerkrieges zu verhindern.
11. Oktober 2005. Im ersten Wahlgang erreicht er als Kandidat der Congress for Democratic Change laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 28,3 % der Stimmen. Seine schärfste Konkurrentin, die ehemalige Mitarbeiterin der Weltbank und ehemalige Finanzministerin Ellen Johnson-Sirleaf, erreicht 19,8 %.
8. November 2005. Bei der liegt er nach dem offiziellen Endergebnis mit 40,6 % der Stimmen deutlich hinter Johnson-Sirleaf, die 59,4 % erreicht. Weah beklagt Unregelmäßigkeiten bei der Stimmauszählung. Die zur Wahlsiegerin erklärte Johnson-Sirleaf deutet an, Weah ein Ministeramt anzubieten. Weahs Partei sträubt sich, das Ergebnis anzuerkennen.
Mitte Dezember 2005. Weah erklärt sich in öffentlichen Reden zum Präsidenten, was in Monrovia Unruhen auslöst. Unter Vermittlung des ehemaligen nigerianischen Präsidenten Abdulsalami Abubakar findet einige Tage später ein Treffen zwischen Weah und Johnson-Sirleaf statt, welches die Lage entspannt.
16. Januar 2006. Ellen Johnson-Sirleaf wird als Präsidentin vereidigt.
2008. Weah ist kurzzeitig Trainer des japanischen Sechstligisten Valiente Koriyama Tokyo.
20. Dezember 2014. George Weah wird mit großem Vorsprung für die Region Montserrado in den liberianischen Senat gewählt. Sein Gegenkandidat ist ein Sohn von Ellen Johnson-Sirleaf.
10. Oktober 2017. Im ersten Wahlgang gewinnt Weah mit 38,4 Prozent der Stimmen. Der Zweitplazierte Boakai, kommt auf 28,8 Prozent. Die langjährige Staatschefin und Friedensnobelpreisträgerin Johnson Sirleaf darf nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren.
26. Dezember 2017. Die Stichwahl um die Präsidentschaft gewinnt George Weah mit 61,5 Prozent der Stimmen. Boakai erzielt 38,5 Prozent der Stimmen. Der Wandel an der Staatsspitze gilt als erster demokratischer Führungswechsel in Liberia seit 1944.
Johnson Sirleaf hat Liberia zwar stabilisiert und den Wiederaufbau nach den Bürgerkriegen zwischen 1990 und 2003 eingeleitet, aber immer noch lebt die Mehrheit der Bevölkerung im Elend, und viele Menschen werfen einer neuen Elite Bereicherung auf Kosten der Bevölkerungsmehrheit vor.
An der Seite Weahs kandidierte die Ehefrau des Ex-Diktators Charles Taylor, Jewel Taylor, für das Vizepräsidentenamt. Taylor sitzt in Großbritannien wegen Kriegsverbrechen im Gefängnis. Es bestehen Befürchtungen, dass unter Weah die für ihre Gewalt berüchtigten Warlords an die Macht zurückkehren könnten.
Bilder aus Wikimedia Commons
George Weah, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported, Urheber: Mahmoud Kochlef
Quellen
