Donnerstag, 28. Dezember 2017

Elisabeth Mohn

 Elisabeth Mohn
Die deutsche Unternehmerin und Stifterin Elisabeth „Liz“ Mohn wurde am 21. Juni 1941 als Elisabeth Beckmann in Wiedenbrück geboren.

Liz Mohn, die mit Reinhard Mohn bis zu seinem Tod im Jahr 2009 verheiratet war, repräsentiert die fünfte Generation der maßgeblich am Konzern Bertelsmann beteiligten Eigentümerfamilie. Sie ist Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und des Lenkungsausschusses der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, übt dort das Amt der Familiensprecherin aus und ist Mitglied der Aufsichtsratsgremien von Bertelsmann. Mohn ist daneben stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung.

Liz Mohn stand aufgrund ihrer Doppelrolle in Unternehmen und Stiftung unter besonderer medialer Beobachtung. Anlass dafür war unter anderem der Vorwurf, die Bertelsmann Stiftung vermische gemeinnützige Aktivitäten mit kommerziellen Interessen des Konzerns.

Für ihr vielfältiges soziales Engagement wurde Liz Mohn unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Leben

21. Juni 1941. Elisabeth Mohn wird als Elisabeth Beckmann in Wiedenbrück geboren.

Nach der Volksschule nimmt Elisabeth Beckmann zunächst eine Lehrstelle als Zahnarzthelferin an. Später bewirbt sie sich als Telefonistin bei Bertelsmann und arbeitet fortan für den Buchclub.

1958. Im Alter von 17 Jahren lernt sie Reinhard Mohn kennen.

1963. Sie heiratet den Lektor Joachim Scholz.

1978. Das Paar Trennt sich.

1982. Die erste Ehe von Reinhard Mohn wird geschieden, Liz und Reinhard Mohn heirateten noch im selben Jahr. Er adoptiert die gemeinsamen Kinder Brigitte, Christoph und Andreas Mohn. In den folgenden Jahren nimmt Liz Mohn sukzessive eine wichtigere Rolle im Unternehmen und in der Stiftung ein.

Ab 1986. Sie ist im Beirat der Bertelsmann Stiftung tätig.

1987. Liz Mohn ruft den internationalen Gesangswettbewerb Neue Stimmen ins Leben. Dazu bewegt sie Herbert von Karajan, der die fehlende Förderung auf dem Gebiet des Operngesangs beklagt. Der Wettbewerb entwickelt sich zu einer international anerkannten „Talentschmiede“. Er wird unter dem Dach der Bertelsmann Stiftung durchgeführt.

1992. Liz Mohn gründet die gemeinnützige Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, die sich für die Prävention und Früherkennung von Schlaganfällen einsetzt. Anlass sind gesundheitliche Probleme eines ihrer Söhne, die ähnliche Symptome wie ein Schlaganfall hervorrufen. Liz Mohn ist Präsidentin der Stiftung, ihre Tochter Brigitte Vorsitzende des Kuratoriums. Ein wichtiges Element ihres Engagements zu diesem Thema ist der „Rosenball“, auf dem Liz Mohn Spenden für den Kampf gegen die Krankheit sammelt.

1996. Sie erhält sie den Europäischen Stifterpreis, das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse sowie den Charity-Bambi.

1999. Sie wird in die Gesellschafterversammlung der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft berufen, welche die Stimmrechte in der Hauptversammlung des Konzerns kontrolliert.

In diesem Jahr startet Liz Mohn auch ein Projekt für eine bessere Förderung der Musikkultur bei Kindern, insbesondere in Grundschulen.

Der Club of Rome nimmt sie als erstes weibliches Vollmitglied aus Deutschland auf.

2000. Sie zieht in das Präsidium der Bertelsmann Stiftung ein, die mittelbar mehrheitlich am Kapital des Unternehmens beteiligt ist. In diesem Jahr bekommt sie das Ehrenzeichen der Deutschen Ärzteschaft.

2002. Liz Mohn rückt an die Spitze der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, übernimmt dort das Amt der Familiensprecherin und wird Mitglied des Aufsichtsrats von Bertelsmann. Dadurch erhält sie maßgeblichen Einfluss auf den Konzern.

2005.  Liz Mohn setzt ihren Einsatz für die Musikkultur durch Gründung der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung fort. Sie fördert beispielsweise Musicals von Kindern und Jugendlichen und vergibt Stipendien für Opernsängerinnen und -sänger. Hierfür kooperiert die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung mit der Berliner Staatsoper Unter den Linden und anderen Einrichtungen. Das Stiftungskapital beträgt derzeit 16,2 Millionen Euro, Mohn fungiert als Vorsitzende des Vorstands.

2006. Die Universität Tel Aviv Mohn ernennt sie zum Ehrendoktor.

2008. Die UNESCO verleiht ihr den „Children in Need“-Award.

2009. Nach dem Tod von Reinhard Mohn tritt Liz Mohn seine Nachfolge an. So übertrugt er ihr unter anderem ein Vetorecht in der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft. Außerdem erhält Liz Mohn weitgehend die Stifterrechte in der Bertelsmann Stiftung. Dazu zählt beispielsweise ein Vorschlagsrecht für die Berufung von Mitgliedern des Kuratoriums.

Sie nimmt als erste Frau den Karl-Winnacker-Preis an.

2010. Liz Mohn wird mit dem Weltwirtschaftlichen Preis geehrt.

2013. Maurice Gourdault-Montagne, französischer Botschafter in Deutschland, zeichnet sie mit dem Orden der Ehrenlegion aus.

2014. Liz Mohn erhält die Euriade-Ehrennadel in Gold von Königin Silvia von Schweden.

2016. Xavier Bettel, Premierminister von Luxemburg, würdigt Liz Mohn mit dem Komturkreuz im Orden der Eichenlaubkrone. Zudem ernennt sie der Rat der Stadt Gütersloh zur Ehrenbürgerin.

6. Februar 2017. Aktuell verantwortet Liz Mohn als stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung die Programme „Deutschland und Asien“, „Lebendige Werte“, „Musikalische Förderung“, „Unternehmen in der Gesellschaft“ sowie das Kompetenzzentrum „Führung und Unternehmenskultur“. Des Weiteren ist Liz Mohn Präsidentin des Patronats der Fundación Bertelsmann und gehört dem Board of Directors der Bertelsmann Foundation North America an.

Bilder aus Wikimedia Commons
Elisabeth Mohn, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany, Urheber: Jan Voth / Bertelsmann Stiftung

Quellen