Donnerstag, 1. November 2018

Peter Andreas Thiel

Peter Andreas Thiel
Der US-amerikanische Investor deutscher Herkunft Peter Andreas Thiel wurde am 11. Oktober 1967 in Frankfurt am Main geboren. Er besitzt neben der US-amerikanischen und deutschen auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft.

Thiel ist Partner des Risikokapital­unternehmens Founders Fund in San Francisco und Präsident des Hedgefonds Clarium Capital in New York. Er ist Mitgründer von Mithril Capital Management und Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Valar Ventures.

Thiel gründete gemeinsam mit Max Levchin und Elon Musk den Online-Bezahldienst Paypal und diente als Geschäftsführer des Unternehmens. Er ist auch Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Palantir Technologies. Thiel war der erste externe Kapitalgeber des sozialen Netzwerks Facebook.

Neben seiner Tätigkeit als Finanzmanager engagierte sich Thiel vielfältig. So finanzierte er als sogenannter Executive Producer die satirische Filmkomödie Thank You for Smoking. Er unterstützte die Arbeiten von Aubrey de Grey zur Überwindung der Alterungsprozesse beim Menschen mit mehreren Millionen US-Dollar. Zudem fördert Thiel gezielt junge Gründer im Technologiebereich.

Thiel hat als einziger sehr prominenter Vertreter der US-amerikanischen Technologiebranche aktiv Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf unterstützt. Seit dem Wahlsieg ist er ein wichtiger Berater des Präsidenten, wenn es um Technologie geht. Und er sucht offenbar auch federführend Personal für wichtige Position in der Regierung aus. Laut einem Bericht der Internetseite „The Hill“ Beispielweise den Leiter der Kartell-Abteilung im Justizministerium.

Auch als Schachspieler war Thiel sehr erfolgreich, allerdings sind seit Ende Juli 2003 keine Turnierpartien mehr verzeichnet. Mit der aktuellen Elo-Zahl von 2199 zählt er aber immer noch zu den tausend besten Schachspielern in den USA

Sein zusammen mit Garri Kasparow und Max Levchin geschriebenes Buch The Blueprint diagnostiziert eine Stagnation des technologischen Fortschritts und plädiert für umfassendere Investitionen in Forschung und Entwicklung, um den globalen Wohlstand zu erhöhen.

Thiel ist Mitglied im Steering Committee der Bilderberg-Konferenz.

Thiel bezweifelt, dass Freiheit und Demokratie „kompatibel“ seien, auch im Hinblick darauf, dass zur Wählerschaft Empfänger von Sozialleistungen sowie Frauen gehörten – zwei „Kundenkreise“, die es Libertären, zu denen er sich zähle, bekanntermaßen schwer machten.

Leben

11. Oktober 1967. Peter Andreas Thiel wird in Frankfurt am Main geboren. Sein Vater, der Chemiker Klaus Thiel, ist Deutscher. 

1968. Als Thiel ein Jahr alt ist, wandern seine Eltern in die Vereinigten Staaten aus. Er studiert  später Philosophie und Jura an der Stanford University.

1987. Er gründet die libertäre, wöchentlich erscheinende Campuszeitung The Stanford Review.

1992. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums 1992 arbeitete Thiel in New York - zunächst für einen Bundesrichter und anschließend in der Anwaltskanzlei Sullivan & Cromwell LLP. Bereits nach weniger als einem Jahr wechselte er als Derivate-Händler zu Credit Suisse. 

1996. Thiel kehrt nach Kalifornien zurück und gründet dort seinen eigenen Anlagefonds Thiel Capital Management.

1998. Er lernt den Informatiker Max Levchin kennen und investiert 280.000 US-Dollar in dessen Startup-Unternehmen PayPal. Thiel wird Chief Executive Officer (CEO) des Unternehmens.

2002. Thiel bringt PayPal an die Börse. Mit dem Erlös von 55 Mio. US-Dollar aus der Übernahme von PayPal durch eBay im selben Jahr gründet Thiel Clarium Capital Management, einen Global-Macro-Fonds.

2003. Thiel ist Mitbegründer von Palantir Technologies, einer Firma, die Datenanalyse-Software entwickelt, welche von der US-amerikanischen Regierung unter anderem für Geheimdiensttätigkeiten und die Terrorbekämpfung eingesetzt wird. Gleichzeitig ist er Vorsitzender der Firma.

Juni 2004. Thiel steigt als erster Investor mit einem Darlehen von 500.000 US-Dollar bei Facebook ein. Später wandelt er es in 7 % Anteile an Facebook um.

Anfang 2007. Mit dem  Hedgefond Clarium Capital Management verwaltet Thiel nun etwa  2,1 Mrd. US-Dollar.

2007. Eine zu Gawker gehörende Publikation outet Thiel als homosexuell, mit der reißerischen Überschrift: „Peter Thiel ist total schwul, Leute.“ Danach ist Gawker Thiel ein Dorn im Auge, er vergleicht das Portal sogar mit Al Qaida. Er sieht etwa 10 Jahre später eine Chance, es Gawker heimzuzahlen, als sich das Portal einen juristischen Streit mit dem Wrestler Hulk Hogan liefert.

2008. Im Wahlkampf unterstützt er den libertär eingestellten Ron Paul für die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

2011. Thiel vergibt Stipendien an 20 Studenten in den USA im Wert von jeweils 100.000 US-Dollar.

In diesem Jahr erhält er seinen Pass von Neuseeland, obwohl er weder plant, in Neuseeland zu leben, noch die normalen Vergabekriterien erreicht. „Es macht mich sehr stolz erklären zu können, dass ich ein Bürger Neuseelands bin und ein enthusiastischer Unterstützer des Landes und seiner wachsenden Hochtechnologieindustrie“, fabuliert Thiel bei der Bewerbung um den Pass.
Zugute gehalten werden Thiel seine Errungenschaften als Gründer und seine Wohltaten für Neuseeland. Ein wachsende Zahl Superreicher betrachten angesichts der wachsenden Zahl an Katastrophen und der Terrorgefahr Neuseeland als Fluchtort. 
Nach Neuseeland soll er sich eingekauft haben, indem er in die dortige Software-Firma Xero 4 Millionen US-Dollar investierte, mehrere Millionen teure Immobilien und ein großes Stück Land auf der Südinsel erwarb und eine Million Neuseeland Dollar (679.600 Euro) für die Opfer des großen Erdbebens von Christchurch spendete.
Kurz nach seiner Einbürgerung gehen einem Bericht der Zeitung „New Zealand Herald“ zufolge der Thiel-Fonds Valar Ventures und der staatseigene New Zealand Venture Investment Fund eine Partnerschaft ein. Monate später wird sie in aller Stille beerdigt, nachdem Thiels Fonds die Gewinne abgeschöpft haben soll.

2012. Im Präsidentenwahlkampf ist er der größte Einzelspender von Ron Paul, er spendet 2,6 Millionen US-Dollar in Pauls Super-PAC und auch die Tea-Party-Bewegung erhält Geld von ihm.

Mai 2012. Beim Facebook-Börsengang verkauft Thiel zunächst 16,8 Mio. Facebook-Anteile im Wert von 640 Mio. US-Dollar. Nach dem Ende der Haltefrist für Investoren am 16. August verkaufte er weitere 20 Mio. Aktien für rund 400 Mio. US-Dollar.

Februar 2013. Thiel erhält den TechCrunch Crunchie Award als Venture Capitalist des Jahres.

Ende 2014. Er ist nun größter Anteilseigner von Palantir Technologies.

Ab Anfang 2015. Thiel investiert in den wachsenden Cannabis­markt der USA.

2015. Thiel kauft auf Neuseeland offenbar ein Grundstück von gut 200 Hektar für umgerechnet 9,85 Millionen Euro gekauft haben.

2016. In diesem Jahr verfügt Thiel nach Angaben von Forbes über 2,7 Milliarden US-Dollar Privatvermögen. Bei der Republican National Convention ist Thiel Delegierter für Donald Trump, für dessen Wahlkampf er offenbar 1,25 Millionen US-Dollar spendet. 

Im Prozess des ehemaligen Schau-Wrestlers Hulk Hogan gegen das Online-Portal Gawker übernimmt er, möglicherweise als Rache für sein Zwangsouting im Jahr 2007, Hogans Anwaltskosten in Höhe von 10 Millionen US-Dollar. Gawker hat ein Sex-Video des Ex-Profisportlers veröffentlicht und wird deshalb zu einem Schadensersatz von 115 Millionen USD verurteilt. Infolgedessen muss Gawker sein Erscheinen einstellen. Nachdem dies bekannt wird, teilt Thiel in einem Interview mit, dass er mehrere Prozesse gegen Gawker finanziert und ein eigenes Anwaltsteam damit beauftragt habe, Mandanten für Prozesse gegen Gawker zu gewinnen; Thiel bezeichnet dieses Vorgehen als „Philanthropie“.

22. Juli 2016. Thiel hält unter tosendem Applaus der republikanischen Parteitagsteilnehmer in Cleveland eine Rede, in der er erklärt, „stolz schwul zu sein, stolz ein Mitglied der Republikanischen Partei und stolz ein US-Amerikaner zu sein“. Kurz danach, ganz am Ende seiner Rede, schiebt Thiel noch nach: „Ich rufe meine amerikanischen Mitbürger dazu auf, sich zu erheben und für Donald Trump zu stimmen.“ Wieder großer Applaus.

11. November 2016. Mike Pence ersetzt den umstrittenen Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, als Leiter des Übergangsteams. Vizevorsitzende sind Chris Christie, Jeff Sessions, Ben Carson, Michael Flynn, Newt Gingrich, Rudy Giuliani und Rick Dearborne.
Zum Exekutivkomitee gehören Stephen BannonReince PriebusSteven Mnuchin, Peter Thiel, Robert MercerAnthony Scaramucci, Lou Barletta, Chris Collins, Devin Nunes, Tom Marino, Marsha Blackburn und Pam Bondi. Dazu gehören auch Donald Trumps älteste drei Kinder Kinder Donald Jr.Ivanka und Eric sowie sein Schwiegersohn Jared Kushner. Die drei ältesten Trump-Kinder sollen jedoch auch künftig das Unternehmensimperium des Milliardärs leiten. Nun sind sie maßgeblich an den Entscheidungen darüber beteiligt, wer künftig die Ministerien für Finanzen, Arbeit und Handel leitet.

14. Dezember 2016. US-Präsident Donald Trump trifft sich in New York mit den IT-Bossen des Silicon Valley. Eingefädelt hat das Treffen offenbar Peter Thiel (Paypal/Palantir Technologies) der laut Trump auch mitbestimmte wer teilnehmen darf.
Bei dem Treffen geht es unter anderem um die Schaffung neuer Jobs und das Wirtschaftswachstum gewesen sein. Trump schleimt: "Ruft einfach meine Leute an. Oder ruft mich an, das macht keinen Unterschied. Wir haben hier keine formale Befehlskette ... Es gibt niemanden wie euch auf der Welt."
Teilnehmer sind neben Trump und seinem designierten Vizepräsidenten Mike Pence Tim Cook (Apple), Larry Page (Google/Alphabet), Jeff Bezos (Chef von Amazon), Satya Nadella (Chef von Microsoft), Elon Musk (Tesla), Ginni Rometty (IBM) und Brian Krzanich (Intel), Peter Thiel (Paypal/Palantir Technologies), Travis Kalanick (Uber). Mark Zuckerberg (Facebook) deligierte den Termin an seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg.
Jack Dorsey (Twitter) ist Trump "nicht groß genug" für das Treffen. Während des Wahlkampfs soll sich Twitter geweigert haben, ein passendes Emoticon neben das viel benutzte Hashtag "#CrookedHillary" (etwa "korrpute Hilary") zu setzen. Dafür ist Alex Karp (Vorstandsvorsitzender von Palantir Technologies) dabei, einem Unternehmen das auf Datenanalyse spezialisiert ist. Die drei Trump-Kinder IvankaDonald Jr. und Eric nehmen auch teil.
Einig sind sich die Bosse und Trump bezüglich einer Steuerreform. Dabei geht es darum, dass für die Auslandsgewinne ein niedrigerer Steuersatz als die aktuellen 35 Prozent gilt. Denn Steuern werden erst fällig, wenn das Geld tatsächlich in den USA ankommt. Allein Apple soll über 230 Milliarden US-Dollar verfügen, von denen sich über 90 Prozent außerhalb der Vereinigten Staaten befinden.
Elon Musk und  Travis Kalanick, werden formell in das "Strategische Forum"  aufgenommen, das Trump für seine Wirtschaftspolitik konsultieren will.

10. März 2017. Justin Mikolay, der für Thiels Unternehmen Palantir Technologies einige Jahre Lobbyarbeit gegenüber der Regierung betrieben hat, wird Sonderberater des US-amerikanischen Verteidigungsministers James Mattis im Pentagon. Nach einem Bericht der Internetseite „Buzzfeed“ gehört Mikolay damit einem kleinen Kreis von Personen an, die den Minister auf Treffen mit Alliierten und auf Besprechungen im Weißen Haus vorbereiten.
Mikolay war offenbar auch in die Bestrebungen von Palantir eingebunden, einen Auftrag vom Pentagon im Volumen von 200 Millionen US-Dollar zu erhalten, in dem es darum geht, Daten für Soldaten auf dem Schlachtfeld zu verarbeiten. Ein Sprecher des Pentagon erklärt nun, dass er in seiner neuen Tätigkeit für den Verteidigungsminister nichts mit Geschäften mit Palantir zu tun haben werde.
Für Mikolay ist dies nicht die erste Anstellung im Pentagon. Er arbeitete dort schon einmal als Redenschreiber für den früheren Verteidigungsminister Leon Panetta. Der amtierende Minister Mattis wiederum stand US-amerikanischen Medienberichten zufolge auf der Gästeliste von Mikolays Hochzeit im Jahr 2013.
Zu den Kunden von Palantier gehören auch große Unternehmen wie der Ölkonzern BP, die Deutsche Bank, die Credit Suisse, der Versicherer Axa, der Flugzeughersteller Airbus und in Deutschland das Pharmaunternehmen Merck.

Bilder aus Wikimedia Commons
Peter Andreas Thiel, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic, Urheber: Dan Taylor

Quellen