Donnerstag, 24. Mai 2018

Internationale Atomenergie Organisation (IAEO / engl. IAEA)

Das Gebäude der IAEO in Österreich
Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO; englisch International Atomic Energy Agency, IAEA), die laut Satzung „den Beitrag der Kernenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand weltweit beschleunigen und vergrößern“ soll, wurde am 29. Juli 1957 in New York gegründet. Sie ist eine autonome Organisation, die mit den Vereinten Nationen durch ein separates Abkommen verbunden ist. Fälschlicherweise wird die IAEO von den "Qualitätsmedien" sehr häufig als Behörde bezeichnet.

Die IAEO hat ein atomtechnisches Untersuchungslabor in Seibersdorf in Österreich auf dem Gelände des Austrian Institute of Technology und betreibt und fördert die Kernforschungszentren in Monaco und Triest in Italien.

Die Organisation setzt sich aus der Generalkonferenz, dem 35köpfigen Gouverneursrat (Board of Governors) und dem Sekretariat zusammen. Seit 2009 ist Yukiya Amano Generaldirektor. Es gibt folgende 6 Hauptabteilungen, jeweils unter einem Vizedirektor:

  • Technische Zusammenarbeit
  • Atomenergie
  • Atomare Sicherheit
  • Verwaltung
  • Atomwissenschaften und Anwendungen
  • Atommaterialüberwachung („Safeguards“)
Die Programme und Gelder werden vom Gouverneursrat und der Generaldirektor aller Mitgliedsstaaten festgelegt. Der Etat besteht aus einem regulären Budget und freiwilligen Beiträgen. 2009 war ein reguläres Budget von etwa 293,7 Mio. US-Dollar vorhanden.

Um die Reaktorsicherheit zu fördern, unterstützt die IAEO unter anderem die Umsetzung des Übereinkommens über nukleare Sicherheit. Zu diesem Zweck unterstützt sie die Betreiber von atomtechnischen Anlagen auch bei der Einstufung von Stör- und Unfällen gemäß der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES):

  • Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen (INES Stufe 4 bis 7)
  • Liste meldepflichtiger Ereignisse in deutschen kerntechnischen Anlagen (INES Stufe 1 bis 3)
  • Liste von Störfällen in europäischen kerntechnischen Anlagen (INES Stufe 2 bis 3)
Die IAEO stellt auch eine internationale, nicht öffentliche Datenbank für Störungen in Anlagen der Atomwirtschaft wie Atomkraftwerken zur Verfügung, die IRS „International Reporting System for Operating Experience“ auch „IAEA/NEA Incident Reporting System“ genannt. Sie wird von der Nuclear Energy Agency (NEA) betrieben und gemanagt, die noch weitere Atom-Datenbanken betreibt. Die IRS ist die einzige internationale Datenbank in der Berichte über Störungen, Erfahrungen und gezogene Lehren „Lessons Learned“ gesammelt und ausgetauscht werden. Die Koordinatoren der IRS halten jährliche Meetings ab. Die Daten des IRS sind teilweise in den Reports der schwedischen Strahlenschutzbehörde Strålsäkerhetsmyndigheten (vor 2008 SKI) verfügbar.


Außerdem engagiert sich die IAEO in der Anwendung und Entwicklung von "friedlichen Möglichkeiten" der Atomtechnologie, z. B. in der Medizin, Landwirtschaft, Produktionsprozessen und natürlich der Stromerzeugung. Das IAEO-Forschungszentrum auf dem Gelände des Austrian Institute of Technology in Seibersdorf (Niederösterreich) beherbergt mehrere Abteilungen, die sich mit den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Atomenergie befassen; im landwirtschaftlich-biotechnologischen Bereich gibt es eigene Abteilungen für Pflanzenzüchtung (Plant Breeding), Erdreich (Soil Science), Agrochemie, Insektenkunde (Entomologie, in deren Rahmen u. a. das unten genannte SIT-Programm erforscht wird), sowie veterinärmedizinische Anwendungen. Andere Abteilungen befassen sich mit Atomphysik, Dosimetrie, Chemie, instrumentaler Technik, u. ä. Die Safeguards-Laboratorien sind ebenfalls in Seibersdorf angesiedelt. Die Laboratorien beschäftigen ca. 180 Mitarbeiter (ca. 2.229 IAEO gesamt).

Zusammen mit der FAO betreibt die IAEO unter anderem ein Forschungsprogramm, das sich mit der Sterile Insect Technology (SIT) beschäftigt. Dabei werden männliche Insekten radioaktiv bestrahlt und auf diese Weise sterilisiert. Danach werden sie in freier Wildbahn ausgesetzt und können ihren sterilen Samen an Weibchen weitergeben. Die weiblichen Insekten vermeiden daraufhin Kontakt mit Männchen oder sie legen Eier, aus denen sich keine oder nur minderwertige Larven entwickeln. Langfristig sollen so Krankheiten wie Malaria oder die Schlafkrankheit ausgerottet werden.

Die IAEA betreibt Krebsheilungscenter in verschiedenen Ländern, z. B. in Nigeria (350.000 neue Fälle pro Jahr, Papilloma-Virus).


Sie berichtet regelmäßig der Generalversammlung der Vereinten Nationen und darüber hinaus dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, wenn sie eine Gefährdung der internationalen Sicherheit feststellt.

Geschichte der IAEO

1948. Die UN-Generalversammlung verabschiedet einen (unverbindlichen) Beschluss, der vorsieht, eine internationale Körperschaft zu gründen, welche – aus Gründen der einzig friedlichen Verwendung – alle Atomreaktoren und Uranminen weltweit besäße und betriebe. Im Gegenzug dazu soll der Atombomben-Bau eingestellt werden und die bestehenden Bestände davon vernichtet werden.

1953. In seiner Rede Atoms for Peace von 1953 regt US-Präsident Eisenhower die Gründung einer etwas weniger weitgehenden Form der 1948 angedachten „International Atomic Energy Agency“ an, welche sich ebenfalls für die ausschließlich friedliche Verwendung der Atomenergie einsetzen soll:

Originaltext
Deutsche Übersetzung
I therefore make the following proposals. The governments principally involved, to the extent permitted by elementary prudence, should begin now and continue to make joint contributions from their stockpiles of normal uranium and fissionable materials to an international atomic energy agency. We would expect that such an agency would be set up under the aegis of the United Nations.
Deshalb möchte ich folgendes Vorschlagen. Die Regierungen, die beteiligt werden, soweit dies die elementare Vorsicht zulässt, sollten jetzt und weiterhin damit beginnen Angaben über ihre Bestände an normalem Uran und spaltbaren Material an eine Internationale Atomenergie-Organisation zu machen. Wir würden erwarten, dass eine solche Agentur unter die Ägide der Vereinten Nationen gestellt wird.“


29. Juli 1957. Die International Atomic Energy Agency, kurz IAEO wird unter dem Dach der Vereinten Nationen in New York gegründet um radioaktive Spaltprodukte zu kontrollieren und Atomenergie weiter zu verbreiten. Verwaltungssitz ist Wien. Erster Generaldirektor wird William Sterling Cole (USA). Sein Stellvertreter ist Paul Jolles (Schweiz).

28. Mai 1959. Die IAEO und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlossen auf der 8. Weltgesundheitsversammlung die später mehr als 40 Jahre lang geheimgehaltene Resolution WHA12/40. Darin wird festgelegt, dass die Verantwortung für Untersuchungen, Entwicklungen und Anwendungen auf dem Gebiet der Atomenergie primär bei der IAEO liegt und die WHO die IAEO bei entsprechenden Aktivitäten konsultieren und betreffende Fragen einvernehmlich klären muss. Diese Abhängigkeit der WHO von der IAEO wird später oft kritisiert, weil dadurch die Zahl der weltweiten Opfer der Katastrophe von Tschernobyl von der WHO und der IAEO gemeinsam als viel zu niedrig beziffert würden. Von einigen Seiten wird daher die Auflösung dieser Resolution gefordert.

1961. Zweiter Generaldirektor der IAEO wird Sigvard Arne Eklund (Schweden).

30. März 1962. Die USA unterstellten 4 Atomkraftwerke unter die Kontrolle der IAEO.

1962. Generaldirektor Sigvard Arne Eklund ist der Meinung dass bis 1980 die Hälfte des jährlichen Zuwachses der Stromerzeugung durch Atomkraftwerke produziert wird. Im Rahmen eines australisch-japanischen Abkommens über die "friedliche Nutzung" der Atomenergie wird das Sicherheitssystem der IAEO unterstellt.
Im Rahmen eines australisch-japanischen Abkommens über die friedliche Nutzung der Atomenergie wird das Sicherheitssystem der IAEO unterstellt.

18. bis 26. September 1962. Auf der Generalkonferenz wird Saudi-Arabien in die IAEO aufgenommen.

1963. Das Budget der IAEO beträgt 7,4 Mio. US-Dollar.

März 1970. Die IAEO übernimmt die Überwachung des Atomwaffensperrvertrages. Neben der Entsendung von Inspektoren, die weltweit etwa 2500 Überprüfungen vor Ort anstellen, bedient sich die IAEO später auch der Satellitenüberwachung und ähnlicher Mittel, um die Einhaltung des Sperrvertrags zu kontrollieren.

1979. Der Verwaltungssitz zieht in das Vienna International Centre, genannt UNO-City, um. Es gibt Regionale Büros in Genf (Schweiz), New York (USA), Toronto (Kanada) und in Tokio (Japan).

1981. Dritter Generaldirektor der IAEO wird Hans Blix (Schweden).

26. April 1986. Die Katastrophe von Tschernobyl beginnt. Davor hat die IAEO auch diesen RBMK-Reaktortyp erwähnt. In einer auf ihrer Website abrufbaren Publikation (IAEO Bulletin, Vol. 22, No. 2) spricht sie vom „ökonomisch vollumfänglich gerechtfertigten Bau“ dieses Reaktortyps und davon, dass mit recht geringem Aufwand (durch Erhöhung der Leistungsdichte im Kern) eine Leistungssteigerung von 1000 MW el. auf 1500 MW el. erzielbar sei.

1991. Die IAEO rückt nach Beendigung des zweiten Golfkriegs in das internationale Interesse, als sie im Irak erstmals auch Untersuchungen außerhalb der vertraglichen Selbstverpflichtung eines Unterzeichnerstaates anstellen darf und dabei ein geheimes Atomwaffenprogramm enthüllt.

1997. Vierter Generaldirektor der IAEO wird Mohammed el-Baradei (Ägypten). Unter der Schirmherrschaft der IAEO wird ein Atommüllabkommen geschlossen. Es sieht jedoch keinerlei Sanktionen vor. Über hundert IAEO-Mitgliedstaaten besitzen bis heute (2016) offenbar keine innerstaatlichen Sicherheitsstrukturen zur Kontrolle solcher Standards.

2003. Die IAEO errregt vor allem durch ihre Missionen im Irak vor Beginn des Krieges weltweite Aufmerksamkeit. Sie bekommt Peace Pole, den Friedenspreis der Goi Peace Foundation, Japan und die Science & Peace Gold Medal der Albert Schweitzer International University, Spanien.

2004. Die IAEO verfügt über ca. 2200 Mitarbeiter aus mehr als 90 Ländern. 350 davon sind Inspektoren. In diesem Jahr erhält sie die Berliner-Friedensuhr-Preis des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit.

Dezember 2004. Es wird bekannt dass Generaldirektor Mohammed el-Baradei von den USA systematisch belauscht wurde. Bis dahin war ihm bewusst, dass die USA gegen ihn arbeitete. Er wusste jedoch nicht dass die US-amerikanische Regierung so weit gehen würde und vermutet dass die USA belastendes Material zu finden hofften um ihn aus dem Amt zu drängen.

2005. Die IAEO wird für ihren Einsatz gemeinsam mit ihrem Generaldirektor Mohammed el-Baradei mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Von der Anti-Atomkraft-Bewegung wird die Vergabe kritisch kommentiert, da die IAEA sich zwar gegen eine militärische Nutzung der Atomenergie ausspricht, die zivile Nutzung jedoch unterstützt.

1. Juli 2009. Die IPPNW, eine internationale atomkritische Ärzteorganisation, kritisiert das seit 50 Jahren bestehende Abkommen der IAEO mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In diesem Abkommen übernimmt die IAEO die Hauptverantwortung für alle atomaren Forschungsprojekte. Dadurch behindere sie die WHO bei der Berichterstattung über Gesundheitsrisiken von Strahlung. Gesundheitsfolgen von Tschernobyl, Thema zweier größerer UN-Konferenzen, 1995 in Genf und 2001 in Kiew, seien der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht worden.

2. September 2009. Der Japaner Yukiya Amano wird mit 23 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung als Nachfolger des Friedensnobelpreisträgers Mohammed el-Baradei zum neuen Chef der IAEO gewählt. Baradei hatte 2005 den Friedensnobelpreis bekommen und war 12 Jahre im Amt. Amano soll im Dezember die Geschäfte übernehmen. Zuvor hatte er sich, als Favorit vor allem der westlichen Länder, im Juni in einer Stichwahl beim Gouverneursrat der IAEO knapp gegen den südafrikanischen Kandidaten Abdul Samad Minty durchgesetzt.
In seiner Antrittsrede spricht Amano davon dass die IAEO ein Gleichgewicht zwischen atomarer Aufrüstung und friedlicher Nutzung der Atomenergie finden müsse. Die Atomenergie könnte ein Weg sein, den weltweit erhöhten Energiebedarf ohne viel Treibhausgase zu erzeugen. Daneben warnte er vor steigenden Gefahren durch die Verbreitung von Atomwaffen und internationalem Terrorismus.
El-Baradei sprach in seiner Abschiedsrede von einer veränderten Rolle der IAEO während seiner Amtszeit. Die Atomlobby hat es geschafft die Katastrophe von Tschernobyl und die Probleme bei der Entsorgung erfolgreich zu verdrängen so dass die Welt für eine erhebliche Ausweitung der Atomenergie bereit wäre. Viele Länder zeigten bei der IAEO offensichtlich das Interesse an der Atomenergie an.

4. November 2009. Alleine Deutschland hat bis heute 664 Mio. Euro an die IAEO bezahlt.

16. Juni 2010. Die Internationale Energieorganisation (IAEO) rechnet die Atomkraft mal wieder schön und schlägt den Bau von 30 AKWs pro Jahr vor um damit den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2050 zu halbieren.

11. März 2011. Die Katastrophe von Fukushima beginnt. Die in Fukushima durchgeführten Strahlungsmessungen der IAEO stoßen aufgrund ihrer undurchsichtigen Darstellung auf Kritik.
Der deutsche Politikwissenschaftler Lutz Mez weist darauf hin, die IAEO sei in einer Zeit entstanden, als man Atomstrom „als Lösung aller Menschheitsfragen“ betrachtet habe. Sie habe ihre Haltung auch nach Tschernobyl 1986 kaum geändert; das Hauptziel der Organisation, den Beitrag der Atomenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand zu vergrößern, sei unverändert. 

21. März 2011. Die IAEO meint im Angesicht der Katastrophe von Fukushima dass es ausreicht "das momentane Internationale Rahmenwerk zur Reaktion auf Notfälle zu überarbeiten".

22. März 2011. Die  IPPNW fordert die Kündigung des Abkommens zwischen WHO und IAEO. Die WHO solle die Bevölkerung, insbesondere die japanische, ungeschönt und objektiv über die gesundheitlichen Risiken informieren und sich für die Evakuierung von Frauen, Kindern und schwangeren Frauen aus den betroffenen Gebieten einsetzen.

5. Mai 2011. Margaret Chan (Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO)) erklärt bei einem Treffen mit Mitgliedern der kritischen „Initiative für eine unabhängige WHO“: „Es gibt keine ungefährlichen Niedrigwerte radioaktiver Strahlung“ und bricht damit erstmals das Maulkorbabkommen von 1959 mit der IAEO.

11. Mai 2011. Renate Künast und Jürgen Trittin fordern mit der Fraktion der Grünen im Bundestag die Auflösung des Maulkorbvertrags von 1959 zwischen IAEO und WHO: „Damit nimmt die IAEO de facto entscheidenden Einfluss auf die gesundheitliche Bewertung atomarer Katastrophen, ohne dafür weder über ein Mandat noch über ausreichende wissenschaftliche Expertise und Unabhängigkeit zu verfügen.
Die Hauptziele der IAEO (Förderung der friedlichen Nutzung der Atomkraft) und der WHO (allen Völkern und allen Menschen zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen) stehen in einem unauflösbaren Widerspruch. Dies zeigt sich beispielsweise auch an den unhaltbaren Differenzen der Angaben über die Zahl der Todesfälle infolge der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Während nach Angaben der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War/ Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.) die IAEO an der Zahl von nur 50 Toten und 4000 Krebskranken festhält, geht die WHO immerhin von bis zu 9000 aus. Andere Berechnungen nennen bis zu 1,8 Millionen Tote. Sicher ist, dass von den mehr als 800.000 sogenannten Liquidatoren mehr als 100.000 bereits gestorben sind.
Adäquate Risikovorsorge und Katastrophenbewältigung braucht eine unabhängige Forschung, Bewertung und auch das uneingeschränkte Recht, unabhängige und freie Veröffentlichungen von Ergebnissen und Empfehlungen vornehmen zu können. Der Vertrag von 1959 mit der IAEO steht dem diametral entgegen.
Die WHO nimmt auch aktuell im Rahmen der Katastrophe von Fukushima ihre Aufgabe nicht angemessen wahr. Zur Messung der Strahlenwerte und damit der Gefährdung von Leib und Leben der Menschen in Japan und rund um den Reaktor hat die WHO kein eigenes Team vor Ort. Dadurch gibt es auch keine unabhängig erhobenen Messwerte. Die ihr zur Verfügung stehenden Messwerte stammen von dem Betreiber des Atomkraftwerks Tepco und der IAEO und waren zum Teil falsch und geschönt. Eine unabhängige Untersuchung durch die WHO fand weder in Tschernobyl noch in Fukushima statt. Dieser unhaltbare Zustand muss beendet werden.
Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung daher auf,
- bei der kommenden Weltgesundheitsversammlung (WHA) im Mai 2011 eine sofortige Annullierung des Vertrages zwischen WHO und IAEO vom Mai 1959 zu beantragen.
- sich als Mitglied des Exekutivrates der WHO für eine größtmögliche Unabhängigkeit sowie eine ausreichende Personalausstattung der WHO bei Untersuchungen, Bewertungen und Empfehlungen zu den Auswirkungen ionisierenden Strahlung und atomarer Katastrophen einzusetzen.
- sich des Weiteren dafür einzusetzen, dass die WHO im Fall solcher Katastrophen zukünftig mit eigenem Personal und ausreichender technischer Ausstattung Messungen vor Ort durchführen kann, um im Anschluss unabhängige Empfehlungen für Schutz- und Hilfsmaßnahmen geben zu können.“

Juni 2011. Während der Konferenz der IAEO in Wien wird keinerlei grundsätzliche Kritik an der Nutzung der Atomenergie geäußert. Im Gegenteil sprechen sich die Delegierten für eine Fortführung des Status Quo oder einen Neubau von Atomkraftwerken aus. Der Atomausstieg in Deutschland stößt auf Unverständnis, verbunden mit der Befürchtung, dieser könne zu einem Stopp der Atomenergie in weiteren Staaten führen.
Yukiya Amano, Generaldirektor der IAEO, propagiert bei einem Besuch in Japan eine Zunahme der weltweiten Atomstromproduktion.

2. Juni 2011. Die IAEO veröffentlicht einen grotesken Bericht zur Katastrophe von Fukushima. Ausgearbeitet wurde er von 18 Inspektoren die gerade mal 10 Tage in Japan waren. Wo nicht einmal der Betreiber einen vollständigen Überblick darüber hat was im AKW Fukushima I abgelaufen ist will die IAEO bereits die vollständige Wahrheit herausgefunden haben. Die IAEO spricht weiterhin nur von dem Tsunami obwohl feststeht dass die Katastrophe bereits vom Erdbeben ausgelöst wurde.

13. September 2011. Von der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) wurde ein Aktionsplan zur weltweiten Verbesserung von AKWs ausgearbeitet. Es soll in der nächsten Woche bei einer Generalversammlung beschlossen werden.

2016. In den letzten Jahren erregte die IAEO vor allem für ihre Arbeit in Nordkorea und dem Iran Aufmerksamkeit. Anlässlich der Atomkatastrophe von Fukushima dokumentiert die IAEO das Geschehen in Japan zeitnah veröffentlicht die Ergebnisse im Internet. Im Rahmen von RANET, dem Response and Assistance Network hat die IAEA ein Netzwerk aufgebaut, in dem ein Vertragsstaat im Falle eines atomaren oder radiologischen Ereignis oder Notfall Unterstützung durch die IAEA und andere Mitgliedsstaaten beantragen kann.

26. März 2016. Laut Yukiya Amano (Chef der IAEO) muss die Welt verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen "atomaren Terrorismus" unternehmen. Der Terror weite sich aus und dass "Dass atomare Materialien genutzt werden, kann nicht ausgeschlossen werden."
Er äußert sich nach den Terroranschlägen von Brüssel und vor vor dem Gipfeltreffen zur atomaren Sicherheit (31. März und den 1. April 2016), zu dem US-Präsident Barack Obama nach Washington eingeladen hat. Er fordert von den Mitgliedstaaten ein "verstärktes Interesse", die atomare Sicherheit auszubauen.
Laut Amano reicht Plutonium in einer Masse von der Größe einer Pampelmuse aus um eine "rudimentäre" Atombombe anzufertigen. Die Technologie sei "alt" und heutige Terroristen hätten "die Mittel, die Kenntnisse und die Informationen", eine solche Bombe zu bauen. Nach Einschätzung des Expertengremiums IPFM gibt auf der Welt ausreichend viel Plutonium und angereichertes Uran um 20.000 Atombomben des Hiroshima-Typs zu bauen.

Bilder aus Wikimedia Commons
Das Gebäude der IAEO in Österreich, Lizenz: Gemeinfrei, Urheber: Sarajevo-x at en.wikipedia

Quellen
11.05.2011, Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, Drucksache 17/5769, Vertrag zwischen IAEO und WHO vom Mai 1959 kündigen, Für eine unabhängige und effektive WHO (PDF-Datei).