Montag, 28. Mai 2018

Meine Position zum "Feminismus"

Gleichberechtigung der Geschlechter







"Die Frau hat das gleiche Recht wie der Mann auf Entfaltung ihrer Kräfte und auf freie Betätigung derselben; sie ist Mensch wie der Mann, und sie soll wie er die Freiheit haben, über sich selbst zu verfügen als ihr eigener Herr."

August Bebel

Die Diskussionen um Feminismus und Gleichberechtigung - das ist durchaus nicht immer das Selbe - waren bei Google+ schon öfter sehr heiß. Heute morgen war ein Beitrag in dem ein Mann "den Feminismus" erklärt hat. Dazu sind mir so ein paar Dinge eingefallen:

1. Der Versuch die Geschlechter möglichst gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben zu lassen ist gut und richtig. Im Grundgesetz steht dazu in Artikel 3 (1) "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes ... benachteiligt oder bevorzugt werden.

2. Die Körper von Frauen und Männern sind glücklicherweise ungleich - auch wenn es Personen gibt die im falschen Körper geboren sind. Es gibt gewisse biologische Unterschiede.

3. Die Meinungsfreiheit die manchem Blogger so vorschwebt gibt es nicht. Um meine Familie zu schützen muss ich bei den Themen die ich hier habe durchaus Anonym bleiben. An der Stelle spielt es kaum eine Rolle ob ich Frau oder Mann bin.

4. Frauen können natürlich auch nach der Geburt verschwinden und tun das teilweise auch. Sicher nicht so oft wie Männer. Eine Rolle dabei spielt wohl auch - neben dem dass durch Schwangerschaft und Geburt eine deutlich engere Beziehung zwischen Frau und Kind entsteht - dass Frauen ab und zu versuchen mit einer Schwangerschaft eine Beziehung zu erzwingen. Frauen können das Schwangerwerden deutlich besser steuern als Männer.

5. Frauen haben immer noch oft den "Nachteil" die Kinderbetreuung übernehmen zu "müssen".  Wobei hier das Wörtchen müssen eine Rolle spielt. Ich kenne da keine Statistiken dazu aber es gibt sicher eine signifikante Anzahl von Frauen die das eben auch will. An der Stelle hat sich aber zumindest etwas bewegt. Sicher nicht zuletzt auch deshalb weil sich die Einkommen in einigen Fällen doch schon etwas angeglichen haben.

6. Der Punkt Arbeit wird auch hochgespielt um Frauen und Männer in Arbeit zu bringen - damit die Einkommen gekürzt und die Gewinne von Unternehmen gesteigert werden können. Zudem wird nur um Quoten bei hochbezahlen Jobs gestritten. Für Quoten bei der Müllsortierung interessiert sich dagegen kein Schwein. Die Abhängigkeit von Männern wird damit in die Abhängigkeit von Firmen und Behörden getauscht.

7. Ich persönlich hätte gerne Zeit gehabt um die Kinder aufwachsen zu sehen. Anstatt aus finanzieller Notwendigkeit den "Vorzug" zu haben mit bei der Arbeit mit Personen die nicht immer so ganz nach meinem Geschmack sind um Dinge zu streiten die nicht unbedingt weltbewegend sind. Ich bin also auch durch Normen in meiner Rolle als Vater beschränkt worden.

8. Es wird von einigen auch über das Ziel "Gleichberechtigung" hinausgeschossen. Wenn z.B. "Frauenbeauftragte" entlassen werden weil sie sich auch um "Gleichberechtigung von Männern" gekümmert hat kommt man schnell an den Punkt wo sich das Unterdrückungssystem umkehrt. Also Frauen die Rolle des Unterdrückers übernehmen.

9. Die Rolle von Frauen in der Piratenpartei, in der aufgrund der Geschichte relativ wenige Frauen sind (was sich aber auch etwas relativiert hat), wird immer wieder heiß diskutiert und Druck gemacht aufgrund dessen mancher "Mann" teilweise wirklich versucht ist sogenannte Quotenfrauen in die Führung zu lassen, nur um Ruhe zu bekommen. Ich hoffe man bleibt dort eher dabei dass man Geschlechtsunabhängig am Werdegang und der Qualifikation der jeweiligen Person die sich um einen Posten bewirbt orientiert.

Marina Weisband (Piratenpartei)
10. Ein Punkt der Problematik ist auch das Selbstbewußtsein. Es gibt einige Frauen die "zuviel" davon haben wenn man sie an ihrem KnowHow misst und daher an der Stelle wo sie sitzen ein misserables Bild abliefern während sich viele die sehr viel drauf haben so zurückhalten dass sie wenn es um "Führungspositionen" geht nicht wahrgenommen werden. Das gibt es zwar auch in "Abteilungen" so nur Männer sind. Bei Frauen ist dieses Problem aber noch einmal deutlich stärker wahrzunehmen. Eine Quotenregelung sehe ich daher kritisch weil davon meistens die Erstgenannten mit der großen Klappe profitieren würden.

11. Im Berufsleben spielt oft auch Vitamin B eine Rolle. Davon haben Frauen die in bisherigen Männerdomänen arbeiten wollen natürlich zu wenig.

12. Frauen  die in bisherigen Männerdomänen erfolgreich und gut mitarbeiten und es daher auch zurecht bis in Führungsgremien geschafft haben sind z.B. Lydia Pintscher die in verschiedenen Freien Softwareprojekten wie KDE und MediaWiki mitarbeitet oder Marina Weisband in der Piratenpartei. Davon könnten wir viel mehr gebrauchen.

13. Laut Klischees sind alle Männer Diktatoren die nur auf Zerstörung und Aggression aus sind während Frauen sozial, sensibel, empathisch ..., also die besseren Menschen sind. Frauen sind aber nicht besser als Männer und Männer nicht besser als Frauen wie man an unzähligen Beispielen (Zensursula, Merkel ...) die eigentlich nix anders als Männer machen locker beweisen kann.

Bilder aus Wikimedia Commons