Sonntag, 18. März 2018

Atomkomplex Sellafield (Windscale)

Atomkomplex Sellafield
Der britische Atomkomplex Sellafield (früher Windscale) befindet sich etwa 400 Kilometer entfernt nordwestlich von London an der  an der Irischen See in Nordwestengland in der Region West Cumbria. Der River Ehen mündet am Rande der Anlage ins Meer und der River Calder fließt durch das Gebiet der Anlage bevor er dort ebenfalls ins Meer mündet. Die 6 Quadratkilometer große Anlage liegt beim Dorf Seascale im Distrikt Allerdale.

Die erste Anlage entstand  nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände einer Munitionsfabrik in dem Bemühen, mit der US-amerikanischen Atomwaffenentwicklung technologisch und militärisch gleichziehen zu können. Windscale hatte zwei Reaktoren, Pile 1 und Pile 2, die zusammen pro Jahr 35 Kilogramm Plutonium produzierten.

Bekannt wurde die Anlage durch einen katastrophalen Brand 1957 im Atomreaktor Windscale Pile 1 und durch häufige atomare Störfälle. Deshalb hat sie auch einen neuen Namen bekommen.

Vor allem die Wiederaufarbeitungsanlagen sind wegen ihrer Einleitungen von radioaktiven Stoffen in die Irische See umstritten. Die Kontamination der unmittelbaren Umgebung von Sellafield wird in manchen Quellen mit der gesperrten Zone um Tschernobyl verglichen, was sich auch in staatlichen Protesten u. a. aus Irland und Norwegen widerspiegelt. Außerhalb dem Gebiet der Ex-Sowjetunion, der USA und Japans gibt es wahrscheinlich weltweit keinen Ort der so radioaktiv verseucht ist, wie Sellafield.

Die Fischforschunganstalt Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut (vTI) verwies auf die hohen Einleitungen durch die britische Wiederaufarbeitungsanlage für die Jahre 1965 bis 1985 von bis zu 5.000 TBq, also 5.000 Billionen Becquerel pro Jahr Verklappung in die See. In den letzten 15 Jahren wurde auf behördlichen Druck hin eine deutliche Reduktion der Einleitungen durchgesetzt. Unter anderem konnte die Einleitung des Isotops Technetium-99 durch ein neues Abtrennverfahren fast vollständig beendet werden.

Ein Teil der Atomanlagen einschließlich der Wiederaufbereitungsanlagen wird von Sellafield Ltd. (SLC), der Rest von der United Kingdom Atomic Energy Authority (UKAEA) betrieben. Die Kosten der Stilllegung der Anlage bis 2020 wurde von der Rechnungsprüfungskommission im britischen Unterhaus auf 67,5 Mrd. Pfund Sterling (78 Mrd. Euro) geschätzt. Die Betreiber beschäftigen etwa 10.000 Mitarbeiter die in mehr als 1300 Gebäuden arbeiten.

Bei den hastigen Bemühungen, eine britische Bombe zu bauen, wurde wenig auf Umwelt und Gesundheit geachtet und radioaktiver Abfall von Anfang an in die Irische See geleitet. Auf ähnliche Weise verklappten damals auch die USA und die UdSSR einen Teil ihres Atommülls. Die radioaktiven Abfälle  sind teilweise in Teichen, Silos und leckenden Tanks auf dem Gelände gelagert. Neben anderen radioaktiven Abfällen gibt es dort auch 112 Tonnen reines Plutonium davon ca. 7 Tonnen aus dem Recycling von deutschen Brennelementen. Die deutschen AKW-Betreiber waren daher verpflichtet, die entsprechende Menge an MOX-Brennstäben abzunehmen. Für einen Teil des Plutoniums aus deutschen Beständen gibt es jedoch eine neue Regelung. 4 von den 7 Tonnen wurden von der Nuclear Decommissioning Authority (NDA) in Besitz genommen. Die vereinbarte Produktion weiterer MOX-Brennstäbe soll in Zukunft Areva übernehmen und Großbritannien bekommt die Kosten für das Management des Plutoniums erstattet.

Als Atommüll kann das Plutonium nicht deklariert werden weil man ansonsten eine schlüssige Entsorgungsstrategie vorweisen müsste. Daher will Großbritannien "Forschung und Entwicklung weiterführen um den Energiegehalt des Plutoniums zu nutzen". Möglicherweise wird es in Leichtwasser-Reaktoren eingesetzt die Großbritannien bauen will. Wegen der hohen Kosten steht die Realisierung jedoch in den Sternen.

Anlagen im Atomkomplex Sellafield
  • Atomkraftwerk Calder Hall welches als erstes westliches AKW Strom in ein kommerzielles Netz einspeiste
  • Windscale Vitrification Plant, eine Anlage zur Verglasung hochradioaktiver Abfälle (HAW)
  • Wiederaufbereitungsanlage B205 zur Verarbeitung von Brennelementen aus sogenannten Magnox-Reaktoren
  • Wiederaufbereitungsanlage THORP zur Wiederaufbereitung oxidischer Brennstoffe. Dort wird abgebrannter Atombrennstoff aus Atomkraftwerken mit Reaktoren vom Typ AGR in Salpetersäure aufgelöst um daraus Plutonium und Uran wiederzugewinnen.
  • Sellafield MOX Plant (SMP) zur Herstellung von MOX-Brennelementen. Wegen technischer Schwierigkeiten konnte die Anlage jedoch nur einen Bruchteil der angekündigten 120 Tonnen MOX-Brennelemente produzieren. Im August 2011, nach der Katastrophe von Fukushima, gab Großbritannien die Schließung der Anlage bekannt.
  • Ursprünglich wollte man mit MOX Schnelle Brüter betreiben. Weil diese jedoch entweder nicht gebaut wurden oder als Ruine endeten kam man auf die Idee, sie in Leichtwasser-Reaktoren einzusetzen. Das funktioniert jedoch mit britischen AKWs nicht. Die MOX-Brennelemente werden/wurden daher nach Frankreich, Deutschland und Japan (u.a. Fukushima) verkauft.
  • Das Atomkraftwerk Windscale AGR.
  • In unmittelbarer Nähe befindet sich das oberflächennahe Atomendlager Drigg für schwachradioaktive Abfälle, vor allem aus Sellafield.
Chronik

1946. Die USA sind nach Ende des Zweiten Weltkrieges darum bemüht, die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern und beschließen den McMahon Act der Zugang zu Atomtechnologie verwehrt.

Großbritannien plant derweil den Bau von zwei luftgekühlten, graphitmoderierten Brutreaktoren, Pile 1 und Pile 2 auf dem Gelände einer Munitionsfabrik beim Dorf Seascale im Distrikt Allerdale.

Als die Reaktoren werden, weiss man nur, dass sich der Graphitmoderator im Reaktor bei niedrigen Temperaturen ausdehnt, was als Wigner-Effekt bezeichnet wird. Sonst ist jedoch kaum etwas über das Verhalten von Graphit unter Neutronenbeschuss bekannt.

1. Januar 1947. Der McMahon Act der Zugang zu Atomrtechnologie tritt in Kraft. Die ehemaligen Alliierten treiben jedoch nationale Atomtechnologieprogramme voran. Um den wissenschaftlichen und technischen Vorsprung der Amerikaner wieder aufzuholen, muss die Forschung und Produktion unter großem Zeitdruck vorangetrieben werden.

Bei den Bemühungen mit der US-amerikanischen Atomwaffenentwicklung gleichzuziehen wird kaum auf Umwelt und Gesundheit geachtet, obwohl die Gefahren der Radioaktivität mittlerweile durchaus bekannt sind. Der radioaktive Abfall wird in die Irische See geleitet.

Um eine britische Bombe zu bauen, hat die Plutoniumproduktion höchste Priorität. Als Standort wird das Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik in Windscale an der Irischen See (Cumbria, Nord-West England) ausgewählt, das über genügend Kühlwasser aus den Wastwater- und Ennerdale-Seen verfügte und weit weg von Gebieten mit dichterer Besiedlung gelegen war.

Herbst 1947. Trotz der Nachkriegssparmaßnahmen wird im mit dem Bau des luftgekühlten, graphitmoderierten Windscale-Brutreaktors Pile Nr. 1 begonnen. Zugleich wird die erste Wiederaufarbeitungsanlage B204 errichtet, um das Plutonium zu extrahieren.

Um möglichst schnell Plutonium aus natürlichem Uran zu erzeugen, wird ein graphitmoderierter, luftgekühlter Reaktor mit einer thermischen Leistung von 180 MW verwendet. Der Reaktorkern besteht aus 1.966 Tonnen Graphitblöcken mit 3.444 horizontalen Kanälen, die in einem achteckigen Bereich in der Mitte des Kerns angeordnet sind.

Der Kern hat einen Durchmesser von 15 m, ist 7,5 m dick und von 2,7 m dickem armiertem Beton als Strahlungsabschirmung umgeben. Als Brennstoff dient metallisches Natururan, das in 28,5 cm lange, 2,5 cm dicke Aluminiumkapseln eingeschlossen sind. Zur besseren Wärmeabfuhr ist jede Kapsel mit radialen Kühlrippen versehen.

Um die Plutoniumproduktion zu steigern, wird die Wandstärke der Aluminiumkapseln nachträglich durch Abfräsen reduziert, die daraus resultierende geringere Stabilität der Kapseln nimmt man in Kauf. In jeden Kanal des Reaktors werden von der Vorderseite her 21 solcher Brennelemente geladen. Außerdem sind weitere Kanäle für Isotopenkapseln und Steuerstäbe vorhanden. Die Isotopenkapseln enthalten Lithium und Magnesium. Aus dem Lithium wird durch Neutroneneinfang Tritium erbrütet, welches für die britische Wasserstoffbombe dringend benötigt wird.

Verbrauchte Brennelemente werden mit Hilfe von Stahlstangen nach hinten aus dem Kern hinausgeschoben, wo sie in Kübel in einem Wasserbassin fallen und über einen durch meterdicke Betonwände abgeschirmten Wasserkanal in das gemeinsam für Pile 1 und 2 genutzte Abklingbecken B29 transportiert werden. Die Kühlung erfolgt durch zwei Gebläsehäuser, die durch Schächte mit der Vorderseite des Reaktorkerns verbunden sind. Die Abluft wird über einen 125 m hohen Schornstein an die Umwelt abgegeben, der oben mit Filtern versehen ist, die radioaktive Partikel zurückhalten sollen. Der gesamte Reaktoraufbau hat eine Masse von etwa 57.000 Tonnen.

Die zwei Reaktoren produzierten etwa je 35 kg Plutonium pro Jahr. Im Zeitraum von 1951 bis 1957 wurden in der Aufbereitungsanlage B23 ungefähr 385 kg Plutonium erzeugt.

Eine Besonderheit des Graphitblocks: Er speichert im laufenden Betrieb Energie, die regelmäßig kontrolliert abgebaut werden muss. Dazu wird der Reaktor herunter- und dann wieder angefahren.

1948. Das Abklingbecken B29 wird zwischen den Pile 1 und Pile 2 angelegt.

1949. Die Sowjetunion verfügt ab jetzt über eigene Atomwaffen.

Oktober 1950. Pile 1 wird in Betrieb genommen.

Juni 1951. Der baugleiche Pile Nr. 2 geht acht Monate nach Pile 1 in Betrieb. Beide Reaktoren zusammen produzieren pro Jahr circa 35 kg waffentaugliches Plutonium-239.

1952. Zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Pile 1 wird festgestellt, dass es immer wieder zu spontanen Temperaturanstiegen im Kern kommt, was schließlich darauf zurückgeführt wird, dass sich der Graphit des Moderators, wenn er sich durch Neutronenbeschuss ausdehnt, Wigner-Energie speichert, die später unkontrollierbar spontan freigesetzt wird. Da höhere Temperaturen wegen der Feuergefahr sowohl für den luftgekühlten Graphit als auch für die Isotopen- und Brennelemente gefährlich sind, beginnt man, den Kern in regelmäßigen Abständen auszuheizen, um die Wigner-Energie abzubauen. Dazu wird die Kerntemperatur über die normale Betriebstemperatur hinaus langsam erhöht.

Bis zum Oktober 1957 war Im Oktober 1957 kam es beim neunten Ausheizen von Pile 1 zur Katastrophe.


Februar 1952. Die ersten Plutoniumstücke werden in die Aldermaston-Fabrik bei Oxford geliefert,

Oktober 1952. Die erste britische Atombombe Hurricane explodiert vor der Küste Australiens.

1952. Großbritannien verfügt ab jetzt über eigene Atomwaffen.

7. Oktober 1957. Es ist wieder einmal Zeit für den sogenannten Ausheizvorgang im Atomreaktor Windscale Pile 1. Dieser Prozess wurde seit 1952 bereits fünfzehn Mal erfolgreich an Pile 1 und 2 durchgeführt. Er gestaltet sich aber zunehmend schwieriger und erfordert manchmal ein erneutes Aufheizen des Kerns, um die Wigner-Energie freizusetzen.

In der Folge kommt es zu einem der schwersten Atomunfälle vor Tschernobyl. Dabei wird eine erhebliche Menge radioaktiver Stoffe freigesetzt die sich über Großbritannien und das europäische Festland verteilte. Zeitweilig wird danach die Milcherzeugung in der Region verboten.

7. Oktober 1957, 19:25 Uhr. Pile 1 wird angefahren und bei 250 °C stabilisiert. Durch die freigesetzte Wigner-Energie soll die Temperatur auf den vorgesehenen Höchstwert von 350 °C steigen. Der Vorgang verläuft zunächst einmal unauffällig. Es werden optimale Temperaturen angezeigt, der Reaktor heruntergefahren, damit sich die Energie abbauen kann.

8. Oktober 1957. Die Anzeigen deuten darauf hin, dass die vorgesehene Temperatur nicht erreicht wurde. Da das Ausheizen bei der Planung nicht berücksichtigt worden ist, fehlen in beiden Reaktoren Temperaturmessstellen, um den noch nicht vollständig verstandenen Ausheizvorgang ausreichend überwachen zu können. Das Bedienpersonal ist daher auf Erfahrungswerte und die für den Normalbetrieb vorgesehenen Temperaturmessstellen angewiesen.

8. Oktober 1957, 10:30 Uhr. Obwohl einige Messstellen steigende Temperatur anzeigen, entscheidet der Operator um 10:30 Uhr, den Reaktor weiter anzuheizen.

8. Oktober 1957, 11:05 Uhr. Es kommt zu einem sprunghaften Temperaturanstieg um 80 Kelvin, ansonsten blieb über die nächsten eineinhalb Tage alles ruhig, obwohl der Graphit des Reaktorkerns vermutlich schon brennt.

9. Oktober 1957, 22:15 Uhr. Die gemessenen Temperaturen sind mit zum Teil über 400 °C immer noch zu hoch.

10. Oktober 1957, 05:40 Uhr. Messgeräte am Schornstein und auf dem Betriebsgelände zeigen an, dass der Reaktor Radioaktivität freisetzt. Die Strahlung an dem 120 Meter hohen Abluftkamin über dem Reaktor steigt stark an. Außerdem steigt die Kerntemperatur stark an. Zuerst geht man noch davon aus, dass eine mit Lithium und Magnesium gefüllte Isotopenkapsel geborsten sei und versucht, das Problem mit einem ferngesteuerten Messgerät zu lokalisieren, dessen Betätigungsgestänge sich durch die Hitze aber bereits verklemmt hat.

10. Oktober 1957, 15:00 Uhr. Die Bedienmannschaft alarmiert die Fabrikleitung.

10. Oktober 1957, 16:30 Uhr. Da bisher keine Anweisungen ergingen, öffnet ein Techniker im Schutzanzug einen Schacht an der Vorderseite des Reaktorkerns und sieht die rotglühenden Brennelemente. Es ist klar, dass der Reaktor gekühlt werden muss.

Die Ventilatoren können zur Kühlung jedoch nicht verwendet werden, da sie dem Graphitbrand noch zusätzlich Sauerstoff liefern und wegen der durch das Feuer beschädigten Brennelemente und Isotopenkapseln noch mehr radioaktive Stoffe an die Umwelt freisetzten würden.

Wasser kann auch nicht verwendet werden, da es mit dem geschmolzenen und brennenden Uran, den anderen Metallen und dem Graphit zu Wasserstoff und Ethin reagieren würde, was eine Explosion auslösen würde.

Deshalb versucht man, nachdem ein Tankwagen aus dem nahegelegenen Atomkraftwerk Calder Hall eingetroffen ist, den Brand mit 25 t flüssigem Kohlenstoffdioxid zu löschen, was aber keinerlei Wirkung zeigt.

10. Oktober 1957, 20:30 Uhr. Durch die Inspektionsluken im Dach des Reaktorkerns wird beobachtet, dass blaue Flammen aus dem Kern schießen.

11. Oktober 1957, 01:53 Uhr. In der Nacht wird die höchste Temperatur im Kern gemessen: 1.300 Grad Celsius, normal soll er den Höchstwert von 350 Grad Celsius nicht übersteigen. "Ich sah nichts als Flammen, es war nicht zu erkennen, aus welchen Kanälen sie kamen, ein Flammenmeer", sagt der damalige stellvertretende Generaldirektor der Anlage, Tom Tuohy.

Inzwischen ist im Fabrikgelände Alarm ausgelöst worden. Obwohl schon den ganzen Tag lang Radioaktivität freigesetzt wurde, wird die Öffentlichkeit immer noch nicht informiert. Zum Glück der Betreiber weht der Wind die radioaktive Wolke aus 131Jod, Plutonium, Cäsium und Strontium auf die Irische See hinaus.

11. Oktober 1957, 08:55 Uhr. Trotz der Gefahr einer Knallgasexplosion, die den gesamten Reaktor zerstören und das radioaktive Material des Kerns großräumig freisetzen würde, versucht man schließlich, den Brand mit Wasser zu bekämpfen, was jedoch nicht den gewünschten Erfolg bringt. Über die Inspektionsluken stellen die Techniker fest, dass das Wasser wirkungslos durch die Kanäle des Kerns schießt.

11. Oktober 1957, 09:56 Uhr. Erst als der Wasserdruck reduziert wird, floss das Wasser in den Kern hinein und kühlt ihn ab, die dabei entstandene riesige Dampfwolke setzt jedoch  große Mengen radioaktiver Stoffe frei, die zu einem Großteil über Großbritannien niedergehen. Darunter Jod, Tellur und Xenon aber auch hochgiftiges Polonium.

11. Oktober 1957, 10:10 Uhr. Das Feuer erlöscht erst, als auch die Luftzufuhr zum Reaktor unterbrochen wird.

12. Oktober 1957, 15:10 Uhr. Die Werkfeuerwehr beendet die Wasserzufuhr. Um den Reaktor hat sich aus den 9.000 m³ Löschwasser ein radioaktiver See gesammelt.

An diesem Tag wird Milch aus einem 500 km² großen Gebiet, die einen Grenzwert von 3.700 Bq überschreitet, eingesammelt und vernichtet. Obwohl auch Milch weiter entfernter Farmen durch Jod-131 kontaminiert wurde, wird sie verkauft und Aufzeichnungen darüber von der Regierung unter Verschluss gehalten, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Insgesamt werden etwa 2 Millionen Liter Jod-131-kontaminierte Milch ins Meer entsorgt.

13. Oktober 1957. Die Bevölkerung wird erst am Tag nach dem Ende des Brandes gewarnt, die Milch von 17 umliegenden Farmen eingesammelt und in die Irische See verklappt.

Auf Geheiß des Premierministers Harold Macmillan wird der schon wenige Tage nach dem Unglück fertiggestellte Untersuchungsbericht unter Verschluss gehalten. Der Öffentlichkeit wird mitgeteilt, dass der Unfall auf Fehlentscheidungen einzelner Mitarbeiter beruht. Tatsächlich sieht es aus späterer Sicht eher so aus, dass ebenjene Mitarbeiter, die von der Regierung in einem eher schlechten Licht dargestellt wurden, eine größere Katastrophe verhindert haben.

Auf der INES Skala bekommt der Unfall den Wert 5 - Ernster Unfall zugewiesen. Das heißt, es handelt sich um einen "ernsten Unfall", bei dem begrenzt Radioaktivität freigesetzt und der Reaktorkern und radiologische Barrieren schwer beschädigt werden.

Nach den späteren Untersuchungen wird abgeschätzt, dass durch den Brand unter anderem 900 bis 3700 TBq Jod131, 280 bis 6300 TBq Tellur-132, 90 bis 350 TBq Cäsium-137, etwa 0,2 bis 3,1 TBq Strontium-90 und 14 bis 110 TBq Polonium-210 sowie 8 bis 80 PBq Xenon-133 freigesetzt wurden.

Bis 2005 klingt die Strahlung im Reaktor auf etwa 1% des sehr hohen Wertes nach dem Brand ab. Greenpeace misst noch Ende der 1990er im Boden radioaktive Werte, "die denen in der 30-Kilometer-Zone von Tschernobyl vergleichbar sind".

Wie viele Menschen an den Folgen des Unfalls an Schilddrüsen- oder Lungenkrebs erkrankt und gestorben sind, ist nicht ganz klar. Bis 1990 gehen verschiedene Forschungsberichte von etwa 100 Opfern aus, neuere Untersuchungen nennen 200, andere 240.

Die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) nennt Studien, wonach Kinder, die in der Nähe von Windscale geboren werden oder auch nur später hinziehen, ein erhöhtes Risiko hatten, an Leukämie oder einem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Kinder und Jugendliche aus Sellafield, wie die Anlage seit den frühen 1980ern heißt, erkranken "zehnmal häufiger an Leukämie als im Landesdurchschnitt".

1960. Das Abklingbecken B30 wird angelegt.

1958-1961. Das Gelände rund um Pile 1 wird dekontaminiert und die unversehrten Brennelemente aus dem Kern entfernt. Soweit möglich werden die Steuer- und Kontrollstäbe in den zerstörten Kern eingefahren und die Zusatzeinrichtungen am Reaktor abmontiert. Eine 80 cm dicke Betonschicht wird über die mechanischen Durchführungen in der Strahlungsabschirmung gelegt, um den Kern zu versiegeln. In den etwa 20 Prozent des Kerns, die zerstört wurden, befinden sich noch etwa 6700 durch das Feuer beschädigte Brennelemente und 1700 Isotopenkapseln. Weiterhin werden die Gebläse und Filter der Luftkühlung aus den Gebäuden B3, B4, B13 und B14 entfernt und die Luftschächte zu den Reaktoren zugemauert.

Auch Pile 2 wird aus Sicherheitsgründen stillgelegt und die Brennelemente entfernt.

1. März 1963. Das AKW Windscale AGR geht in den kommerziellen Betrieb.

Bis 1982. Der Atommüll aus Sellafield wird im Ärmelkanal und an anderen Stellen des Nordatlantiks verklappt. Eines der bevorzugten Gebiete ist der Meeresgraben Hurd Deep vor Alderney.

3. April 1981. Das AKW Windscale AGR wird abgeschaltet.

1982. Ein vorsichtiger britischer Bericht von nennt wenigstens 40 bedingte Todesfälle, andere der mehr als 70 Untersuchungsberichte rund 100 Todesopfer des Unfalls.

Bis Mitte der 1980er Jahre. Der immer noch aktive Kern von Pile 1 wird lediglich überwacht.

Bis Ende der 1980er Jahre. Die plutoniumverseuchten Abwässer aus den Wiederaufbereitungsanlagen werden in großen Mengen direkt ins Meer abgeleitet. Mit der Planung der ersten Phase des Abbaues wird begonnen.

1993 bis 1999. Die erste Phase des Abbaus beginnt. Die Abschirmung um das AKW Windscale wird abgedichtet, die kontaminierten Zu- und Abluftschächte geschlossen und die Wasserkanäle, die verbrauchte Elemente zum Abklingbecken B29 transportierten, versiegelt. Zudem wurde der radioaktive Schlamm aus den durch den Brand stark kontaminierten Wasserkanälen zum Abklingbecken entfernt. Dabei findet man noch 210 alte Brennelemente in den Kanälen. Der Abluftkamin von Pile 2 wird ebenfalls entfernt.

1998. Ein Hotelbesitzer von Seascale lässt Tauben an der Strandpromenade wegen dem Taubendreck mit behördlicher Erlaubnis töten. Ihre Nester hatten sie 3 Kilometer entfernt im Atomkomplex Sellafield mit seinen vielen warmen Nieschen. Niemand wollte daher die toten Tiere wegräumen. Eine Laboruntersuchung zeigte schließlich dass die Kadaver radioaktiv waren. Sie wurden schließlich in einem Lager für schwach strahlenden Atommüll entsorgt.

1994. Die Betreiber des AKW Gundremmingen kündigen die Verträge mit den Wiederaufbereitungsanlagen La Hague und Sellafield. Die Brennelemente werden langfristig zwischengelagert.

Mitte der 1990er Jahre. Die MOX-Brennelementefabrik in Sellafield wird errichtet.

2001. Die MOX-Brennelementefabrik in Sellafield wird in Betrieb genommen.

September 2004.  Die EU-Kommission verklagt das Vereinigte Königreich vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) (Case C-155/0), gegen den Euratom-Vertrag zu verstoßen. Nach diesem Vertrag sind für Wiederaufarbeitungsanlagen Kontrollen durch die Europäische Gemeinschaft vorgeschrieben. Dabei wird die Buchführung über die radioaktiven Materialien geprüft und mit den bei den Inspektionen vor Ort ermittelten Ergebnissen verglichen. Nach Darstellung der EU-Kommission sind in Sellafield wegen der (unfallbedingt) hohen Radioaktivität und schlechter Sichtverhältnisse Kontrollen in der Anlage nicht möglich.

19. April 2005. In der Wiederaufbereitungsanlage Thorp wird ein Leck entdeckt, durch das etwa 83.000 Liter einer hochradioaktiven Flüssigkeit, bestehend aus Salpetersäure, Uran und 160 Kilogramm Plutonium monatelang unbemerkt in ein Becken innerhalb der Anlage ausgelaufen sind. Die Brühe wird abgepumpt. Nach Betreiberangaben sind Teile der Anlage stark kontaminiert; das Risiko einer Kontamination habe jedoch für die Umwelt nie bestanden.

Es handelt sich um den schwersten Zwischenfall in einer Atomanlage Großbritanniens seit 1992. Er wurde von der Internationalen Atomenergieorganisation als ernster Störfall (INES 3) eingestuft. Die Öffentlichkeit wurde erst Wochen danach informiert, erste Presseberichte erschienen am 9. Mai 2005. Später berichtete der „Independent on Sunday“, dass das Rohr seit August 2004 leck gewesen sei, dies aber erst am 19. April 2005 entdeckt wurde.

Ursprünglich war geplant, von 2008 bis 2012 die restlichen 13 Tonnen Kernbrennstoff aus dem Reaktorkern zu entfernen. Danach sollte der Reaktorkern selbst abgebaut und für die sichere Endlagerung vorbereitet werden.

Bei einer neuen Risikoabschätzung im Rahmen der Rückbauarbeiten wird jedoch festgestellt, dass eine erneute Kritikalität des Reaktorkerns genauso ausgeschlossen werden kann wie ein Brand oder eine Graphitstaub-Explosion. Deshalb wird der Abbau des Reaktorkerns zurückgestellt, um sich zunächst auf größere Risiken auf dem Gelände zu konzentrieren.

2005. Die Strahlung durch den Brand von Pile 1 ist auf etwa 1% des Wertes nach dem Brand abgesunken.

16. Oktober 2006. Für den Zwischenfall vom April 2005 wird das britische Nuklearunternehmen BNG (British Nuclear Group), das für die Stilllegung der Reaktoren von Sellafield zuständig ist, wegen Fahrlässigkeit zur Zahlung von 500.000 Pfund (rund 750.000 Euro) verurteilt.

2007. Ein neuentwickelter Roboter soll den Reaktor Pile 1 Stück für Stück abbauen. Kosten 500 Millionen Pfund. Dauer etwa 20 Jahre. Die Gesamtkosten für den Rückbau der Anlagen und die Abfallbeseitigung werden auf 61 Mrd. Euro geschätzt. Die EU gewinnt im selben Jahr eine Klage gegen Großbritannien mit der eine ordnungsgemäße Buchführung der radioaktiven Materialien und Vor-Ort Inspektionen der EU nach dem Euratom-Vertrag durchgeführt werden sollten.

18. Juli 2007. Das Urteil zur Klage der EU-Kommission vom September 2004 wird verkündet. Die EU-Kommission gewinnt den Prozess.

31. August 2009. Cuxhafen, Umschlagplatz für Atomtransporte aus Sellafield.

16. September 2009. Eon verschiebt wegen der Proteste den geplanten Transport Atommülls aus der britischenWiederau fbereitungsanlage Sellafield zum Atomkraftwerk Grohnde.

17. November 2010. Zwischen 1962 und 1991 wurden von britischen Wissenschaftlern ohne Zustimmung der Angehörigen verstorbenen Ex-Mitarbeitern im AKW-Sellafield Körperteile (Herz, Leber, Nieren, Lungen, Oberschenkelknochen ....) "eingesammelt" um sie zu "Forschungszwecken" zu untersuchen. Das Vorgehen kam erst einige Jahre später ans Licht. Daraufhin ordnete das britische Parlament im Jahr 2007 eine Untersuchung an und legte nun einen 640seitigen Abschlussbericht vor.
Unter den Toten waren 64 Ex-Mitarbeiter von Sellafield die an Krebs gestorben waren. Die Untersuchung wurde auf weitere Projekte der Atomindustrie ausgedehnt. Insgesamt wurden von Pathologen und Bestattern Körperteile von mehr als 6500 Leichen entnommen. Auch von Menschen die nichts mit der Atomindustrie zu tun hatten.
In Sellafield analysierte Geoffrey Schofield (Ex-Medizinischer Leiter - verstorben 1985) die Leichenteile und entsorgte die Reste mit dem schwach radioaktiven Müll im Endlager Drigg.
In den 1950er Jahren wurde in Forschungslaboren an Knochenteilen untersucht wie sich radioaktives Strontium-90 verbreitet. Die meisten der Knochen stammten aus Oberschenkeln von Kindern die vor dem sechsten Lebensjahr gestorben waren.

Dienstag, 03. Mai 2011, 13 Uhr 00 MESZ. Gestern wurden in der Nähe der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in der Grafschaft Cumpria offenbar 5 Männer im Alter zwischen etwa 20 und 30 Jahren festgenommen. Sie stehen im Verdacht einen Terroranschlag geplant zu haben und wurden zu Verhören nach Manchester gebracht. Die Untersuchungen leitet nun die Anti-Terror-Einheit für den Nordwestbereich von des Landes.
Die Männer die ursprünglich aus Bangladesh stammen sollen, sollen bei einer Fahrzeugkontrolle einer Polizeieinheit aufgefallen sein die zum Schutz der Atomanlage abgestellt war. Sie sollen Filmaufnahmen gemacht haben.
Gemäß dem britischen Anti-Terror-Gesetz Paragraph 41 ist es der Polizei erlaubt, Terrorverdächtige bis zu einer Dauer 48 Stunden ohne Anklage festzuhalten.
Die Anlage wurde nicht evakuiert.
Mit dem Tod des mutmaßlichen Terroristenanführers Osama Bin  Laden und der Terrororganisation Al Qaida soll das allerdings nichts zu tun haben.

Mittwoch, 04. Mai 2011, 21 Uhr 00 MESZ. Die Verdächtigen werden "nach einer gründlichen Untersuchung und Durchsuchung ihrer Wohnungen ohne Anklage" wieder freigelassen.

04. August 2011. Die Regierung von Großbritannien hat die Schließung der Mischoxid-Brennelementefabrik in der Atomanlage Sellafield beschlossen weil man "die Sicherheit neu überdacht" hat. Die Anlage hat nur rote Zahlen geschrieben und die britischen Steuerzahler seit ihrer Eröffnung rund 1,4 Mrd. Pfund gekostet und nun ist auch noch die Nachfrage aus Japan weggebrochen. Einer der Kunden war das Katastrophen AKW Fukushima I - Daiichi.
Mehr als 600 Mitarbeiter haben dort aus Plutonium- und Uranmüll neue Brennelemente - hauptsächlich für ausländische AKWs - produziert. Sie sollen nach der Schließung in anderen Teilen der Anlage eingesetzt werden. Die Gewerkschaften bezeichnen den Schritt als kurzsichtig.
Ähnliche Fabriken gibt es auch in Frankreich und Belgien.

2012. Im Haushaltsjahr 2012 kostet Sellafield den britischen Steuerzahler etwa 1,9 Mrd. Euro.

September/November 2012. Aus Sellafield werden 16 MOX-Brennstäbe in das AKW Grohnde geliefert. Sie sollen laut E.ON wegen der aufwendigen Handhabung etwa 30% teurer als Brennelemente aus reinem Uran sein.

2013. Der Dokumentarfilm „Atommüll: Endlager Meeresgrund“ aus dem zeigt, dass am Strand von Sellafield täglich an- oder freigespültes Plutonium maschinell aufgesammelt wird, nennt erhöhte Krebsraten in und um Sellafield, die von der Britischen Regierung verschwiegen würden, und berichtet vom Fehlen eines Krebsregisters.

Februar 2013. Laut National Audit Office (NAO), der britischen Überwachungsbehörde, sind die Risiken im Atomkomplex Sellafield nicht tolerierbar. Es gibt bis jetzt keine Langzeitpläne für den Umgang mit dem radioaktiven Müll. Die Gebäude und Anlagen sind marode.
Die Kosten für die radioaktiven Abfälle und den Abriss des 1957 beschädigten Plutoniumbrüters werden von einem Komitee des britischen Unterhauses bis zum Jahr 2120 allein für Sellafield auf 67,5 Mrd. Pfund (ca. 78 Mrd. Euro) geschätzt. Alleine für die 12 kritischsten Gebäude rechnet man mit Kosten von jeweils zwischen 21 Mio. und 1,3 Mrd. Pfund. Für die anderen Atomstandorte Großbritannens werden weitere 32,5 Mrd. Pfund geschätzt.
2007 waren es noch 61 Mrd. Euro "weil eine ganze Abfolge von Regierungen vor dem Problem des atomaren Rückbaus" versagt hat. Bisher haben die Arbeiten bereits 1,6 Mrd. Pfund verschlungen. 12 von 14 Projekten sind nicht mehr im Zeitplan.

22. März 2013. Der Betrieb der Atomanlage Sellafield musste heute laut Betreiber Sellafield Ltd wegen Sturmböen und Schnee vorübergehend ausgesetzt werden. Wegen den "derzeitigen und vorhergesagten ungünstigen Wetterbedingungen in und um die Anlage Sellafield wurde sie als "Vorsichtsmaßname sicher in einen kontrollierten Abschaltungszustand versetzt" und die Beschäftigten nach Hause geschickt.

31. Januar 2014. Der Betreiber des Atomkraftwerks von Sellafield hat offenbar wegen erhöhter Strahlenwerte, die ein Fühler am Außenzaun der Anlage gemessen hatte, Mitarbeiter dazu aufgefordert zu Hause zu bleiben. Angeblich sollen diese Werte durch "natürliches" Radongas das in Steinen und dem Boden gebunden war verursacht worden sein. Die Strahlung soll zwar über den natürlichen Werten liegen, aber "weit unter denen" bei denen Notfallmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Das Werk soll weiter im normalen Betrieb laufen.

21. Mai 2014. Zum Abriss der Anlagen werden in Sellafield nun auch 3D-Drucker verwendet. Damit sollen sich schnell und günstig alte Anlagenteile wie Pumpen reproduzieren lassen, die während des Rückbaus weiter in Betrieb sein müssen.

10. November 2014. Es wird bekannt, dass seit 40 Jahren abgebrannte Brennelemente in nicht überdachten Abklingbecken unter freiem Himmel gelagert werden. Da sich an diesen Becken Vögel aufhalten und diese verstrahlt werden können, werden Vögel über dem Gelände abgeschossen und eingelagert. 2007 wurde Großbritannien vom Europäischen Gerichtshof schuldig gesprochen, da EU-Inspekteuren keine Kontrollen durchführen konnten, weil der Inhalt der Becken wegen der Algen nicht zu sehen war. Der Unternehmenssprecher sagt zu den maroden Abklingbecken: "Sie entsprechen nicht modernen Standards. Das macht sie aber nicht gefährlich, sondern bedeutet lediglich, dass der darin befindliche Müll zurückgeholt, umgepackt und in modernere Anlagen auf dem Gelände geschafft werden muss."

7. September 2016. Ein ehemaliger Sellafield-Direktor, der ungenannt bleiben möchte, erklärt der BBC, die grösste Gefahr von Sellafield bestehe darin, dass einer der Behälter einmal in Flammen aufgehen würde: "Falls es zu einem Brand kommt, könnte das zu einer Wolke mit radioaktiven Abfallstoffen führen, die über ganz Westeuropa ziehen könnte."
Laut BBC ist die Anlage auch häufig unterbemannt. Zwischen Sommer 2012 und Sommer 2013 kam es demnach 97-Mal vor, dass weniger als das erforderliche Minimum an Mitarbeitern im Dienst war.

2018. Der letzte Teil der Wideraufbereitungsanlage soll geschlossen werden weil seit dem Beginn der Katastrophe von Fukushima die Kunden ausbleiben. Die Kosten der Stilllegung der Anlage bis 2020 werden von der Rechnungsprüfungskommission im britischen Unterhaus auf 67,5 Mrd. Pfund Sterling (78 Mrd. Euro) geschätzt.

2040. Der Reaktor Pile 1 soll endgültig abgebaut sein.

Bilder:

Quellen
22.04.2014, taz, Altlasten in Sellafield, Atommüll versinkt im Meer
31.01.2014, Zeit, BRITISCHE ATOMANLAGE, Erhöhte Strahlung in Sellafield ist natürlichen Ursprungs
31.01.2014, Handelsblatt, ATOMKRAFTWERK SELLAFIELD, Erhöhte Strahlung löst Alarm aus
31.01.2014, taz, Englische Atomanlage meldet Störfall, Erhöhte Radioaktivität in Sellafield
31.01.2014, Spiegel, Atomanlage Sellafield, Hohe Strahlung soll natürliche Ursache haben
31.01.2014, Sueddeutsche, Wiederaufbereitungsanlage, Natürliche Strahlung erschreckt Sellafield-Betreiber
12.04.2013, Sueddeutsche, Radioaktive Altlasten, Als der Ärmelkanal Atommüll schluckte 
26.03.2013, Telepolis, Sellafield muss in die Winterpause
05.02.2013, Sueddeutsche, Sellafield, Preis der Atomkraft
28.01.2013, Zeit, Atomindustrie, Das Weltgifterbe
24.01.2013, FAZ, Sellafield in England, Die Atomstadt
04.08.2011, taz, Sellafield wird zugemacht, Nie wieder Aufbereitung
04.08.2011, Welt, NACH FUKUSHIMA, Briten stoppen Plutonium-Aufbereitung in Sellafield
03.08.2011, Spiegel, Nach Fukushima, Großbritannien macht Brennelementefabrik dicht
04.05.2011, Sueddeutsche, Atomanlage Sellafield, Britische Polizei nimmt Terrorverdächtige fest
03.05.2011, Focus, Großbritannien, Terrorverdächtige nahe Atomanlage Sellafield festgenommen
03.05.2011, Welt, GROSSBRITANNIEN, Terrorverdächtige nahe Atomanlage festgenommen