Brennstäbe
Der Kernbrennstoff besteht meist aus Pellets (Tabletten) aus Urandioxid oder einem Mischoxid aus Urandioxid und Plutoniumdioxid (MOX-Brennelement). Diese Pellets stecken in einer 0,6 bis 0,8 mm dicken Hülle aus einer Legierung wie Zirkalloy mit einem hohen Anteil aus Zirkonium. Damit wird im Großen und Ganzen verhindert dass Brennstoff und Spaltprodukte in das Kühlmittel gelangen. Leider funktioniert das jedoch in der Praxis nicht perfekt. Auf Dauer wird diese Hülle porös und radioaktive Spaltprodukte wandern ins Kühlwasser ab (Nixblog).
Ein Brennstab vom Druckwasserreaktor Emsland hat zum Beispiel einen Durchmesser von 11 Millimetern bei einer Höhe von 4,17 Metern (Wikipedia).
Brennelemente
In den Brennelementen werden die Brennstäbe zusammengefasst. Ausserdem kommen je nach Reaktortp auch noch Steuerstäbe, und Wasserstab hinzu. Beim Betrieb eines AKW fallen abgebrannte Brennelemente an die jährlich bei einer Revision ausgetauscht werden. Früher wurden diese im Ausland wieder aufbereitet. Das ist heute nicht mehr erlaubt. Eine andere Entsorgungsmethode wäre eine Endlagerung so das technisch möglich wäre. Die Schwarzgeldregierung will bis 2030 ein Endlager in Gorleben (Nixblog) einrichten (Wikipedia, Nixblog).
Brennelementesteuer
Juni 2010. Die deutsche Bundesregierung gibt bekannt im Rahmen eines großen Sparpakets (Nixblog) eine Brennelementesteuer zu planen. Sie soll jährlich 2,3 Milliarden Euro einbringen. Damit will man die Betreiber von AKWs an der Sanierung der Endlager (Morsleben und ASSE) beteiligen und einen Teil der Zusatzeinnahmen aus der geplanten Laufzeitverlängerung abschöpfen. Sie soll laut Finanzministerium auch bei einem Scheitern der Laufzeitverlängerung eingeführt werden. Vor allem aber ist sie ein Trojanisches Pferd um eine Laufzeitverlängerung durchzuboxen (Nixblog).
Chronik zur Brennelementesteuer
29.01.2013. Das Hamburger Finanzgericht hält den Bund nicht für zuständig für die Brennelementesteuer weil es keine Verbrauchssteuer sein soll und stuft die Brennelementesteuer daher als Verfassungswidrig ein. Die Entscheidung wird dem Bundesverfassungsgericht zur Überprüfung vorgelegt (Az 4 K 270/11).
03.09.2010. Die Brennstoffsteuer soll auf 5 Jahre begrenzt werden und komplett in den Bundeshaushalt fließen. Danach sollen die Energie-Unternehmen einen Teil der Gewinne aus der Laufzeitverlängerung in Erneuerbare Energien und den Netzausbau investieren (Welt).
26.08.2010. Die Bundeskanzlerin streitet mit dem Umweltminister darüber wo man die Einnahmen aus Brennelementesteuer verbraten soll. Fr. Merkel will es im Haushalt versenken, Röttgen in ASSE (Spiegel).
23.08.2010. Die Bundeskanzlerin stämmt sich gegen die böse Industrie und besteht auf der Brennelementesteuer und weil man die böse Industrie ja dann soo getriezt hat muss man denen ja danach entgegenkommen und die Laufzeiten verlängern (Tagesschau).
20.08.2010. Wirtschaftsbosse wie Josef Ackermann (Deutsche Bank), Johannes Teyssen (E.on), Jürgen Großmann (RWE), Hans-Peter Villis (EnBW) und Tuomo Hatakka (Vattenfall) fordern in einem offenen Brief längere Laufzeiten für Atomkraftwerke damit ihr Wohlstand sich auch weiterhin auf Kosten der Bevölkerung vermehre. Ausserdem fordern die Unterzeichner die Entwicklung "neuer leistungsfähiger und intelligenter Stromnetze sowie Energiespeicher" worüber sich Gar Nix wundert weil die Unterzeichner eigentlich die Chefs der Firmen sind die über das Kapital und die Ingenieure verfügen um genau das zu tun (Spiegel, Sueddeutsche). Die Lobby-Macht der Atomkonzerne (Spiegel). Die konzertierte Aktion der Atomlobbyisten ist ein massiver Angriff auf die Politik und richtet sich gegen einen gesellschaftlichen Konsens der in der Mehrheit den Atomausstieg fordert (Welt).
Während dessen streiten sich Umweltminister Röttgen und Finanzminister Schäuble über die Verwendung der geplanten Atomsteuer-Einnahmen. Schäuble möchte das Geld im Bundeshaushalt versenken, Röttgen möchte das Geld dagegen in erneuerbare Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz investieren (Focus).
18.08.2010. Die Bundesregierung lässt sich von den Atomkonzernen unter Druck setzten und verschiebt die Entscheidung zur Brennelementesteuer auf Ende September (Welt).
09.07.2010. Im Bundestag unterstützen alle 5 Parteien die Einführung der Brennelementesteuer. Die Verknüpfung mit einer Laufzeitverlängerung wird jedoch von rot-rot-grün (und dem größten Teil der Bevölkerung Deutschlands) abgelehnt (Tagesschau).
27.06.2010. Hans-Peter Villis (Vorstandsvorsitzender der ENBW) droht der Bundesregierung mit rechtlichen Schritten wegen der Brennelementesteuer (Focus).
23.06.2010. Die Energiekonzerne wollen die Bundesregierung von der geplanten Brennelementesteuer abbringen (Tagesschau). Die Brennelementesteuer dient dazu die Laufzeitverlängerung durchzuboxen (taz).
19.06.2010. Die Atomindustrie will anscheinend die angedachte Brennelementesteuer nicht hinnehmen (Tagesschau).
14.06.2010. Die Schwarzgeldregierung streitet darum ob die Abgabe für Brennelemente unabhängig von Laufzeitverlängerungen erhoben werden soll (taz).
Quellen
29.01.2013, Spiegel, Erfolg für AKW-Betreiber, Gericht hält Atomsteuer für verfassungswidrig
29.01.2013, Handelsblatt, Verfassungsgericht, Brennelementesteuer wird Karlsruhe beschäftigen
Artikel zum Thema Energie im Nixblog
19.08.2010. Strahlung von Kühlwasser aus Siedewasserreaktoren
05.06.2010. Deutlich erhöhte Kohlesubventionen
03.06.2010. Laufzeitverlängerung für AKWs ohne Bundesrat ist grundgesetzwidrig
19.05.2010. Deutschland darf Atomwaffen entwickeln und bauen
09.05.2010. Atomenergie in den USA
01.05.2010. Explosion der "Deepwater Horizon" verursacht Ölpest nicht nur im Mississippidelta
17.04.2010. Atomendlager Gorleben
12.04.2010. Atomstaat Nordkorea
11.04.2010. Atommacht Israel
09.04.2010. Atomwaffen werden in Amarillo zu Brennstoff
08.04.2010. Atommüllager XXL in der russischen Sajda-Bucht
05.04.2010. Atomkraft im Ausland
27.03.2010. Atomlager ASSE
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