Mittwoch, 28. März 2018

Rainer Baake

Rainer Baake
Der deutsche Politiker Rainer Baake wurde am 15. August 1955 in Witten geboren.

Er gehört der politischen Partei Bündnis 90/Die Grünen an und gilt als Experte in Klima- und Energiefragen.

Von Januar 2014 bis 5. März 2018 arbeitete er als beamteter Staatssekretär für Energie ins Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Leben

15. August 1955. Rainer Baake wird in Witten geboren.

1974 bis 1978. Nach dem Abitur arbeitet Rainer Baake von als Community Organizer in Chicago.

1980er Jahre. Er studiert in Marburg Volkswirtschaft und wird Diplom-Volkswirt.

1983. Baake tritt den Grünen bei.

1985. Er übernimmt nach eigenen Angaben als erster Grüner ein hauptamtliches Wahlamt: Nach dem Abschluss von Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen wählt der Kreistag des Landkreises Marburg-Biedenkopf Baake zum Ersten Kreisbeigeordneten und Stellvertreter des Landrates. Dabei trägt er unter anderem auch Verantwortung als Umweltdezernent.

1991 bis 28. Oktober 1998. Rainer Baake ist Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie und Bundesangelegenheiten (siehe Kabinett Eichel I und II) unter Joschka Fischer. Zusammen mit Fischer legt er die Hanauer Nuklearbetriebe still und diskutiert mit RWE die Sicherheit des Atomkraftwerkes Biblis. Baake erarbeitet Strategien zur Förderung der erneuerbaren Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz.

Nach Fischers Wechsel in die Bundespolitik bleibt Baake in Hessen. In Vorbereitung auf die Bundestagswahl 1998 entsteht unter seiner Regie ein Plan zur Beendigung der Atomenergienutzung in Deutschland.

Ab 1998. Er ist Staatssekretär unter Jürgen Trittin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Dort handelte er das Atomausstiegsgesetz von 2002 mit aus (siehe Atomausstieg). 

Während der sieben Jahre seiner Amtszeit im Bundesumweltministerium entstehen Förderprogramme und Gesetze zum Ausbau der erneuerbaren Energien, wird der Emissionsrechtehandel eingeführt und ein Klimaschutzprogramm entwickelt. Rainer Baake gilt als einer der Vordenker der erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik – häufig wird er als „Manager der Energiewende“ bezeichnet. Zusammen mit Trittin führt Baake im Auftrag der Bundesregierung die Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll.

2006. Die Deutsche Umwelthilfe e. V. mit Sitz in Berlin und Radolfzell beruft Baake zusammen mit Jürgen Resch zum Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Er ist außerdem Geschäftsführer der DUH Umweltschutz-Service GmbH.

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Minderung der Klimagase in Deutschland um 40 % bis 2020 (gegenüber 1990) versprochen hat, weist Baake auf den Widerspruch zur Errichtung einer neuen Generation von Kohlekraftwerken hin, die Angela Merkel unterstützt. Unter Baakes Leitung hilft die Deutsche Umwelthilfe daher Bürgerinitiativen, Kommunalpolitikern und Landesregierungen in Auseinandersetzungen gegen neue Kohlekraftwerke. Gleichzeitig mahnt Baake einen Ausbau der Netzinfrastruktur an, weil er dies für eine Schlüsselfrage für die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien hält.

Sommer 2008. Der amtierende Ministerpräsident Roland Koch beruft Baake als ehrenamtlichen Berater in den Nachhaltigkeitsbeirat der Hessischen Landesregierung.

September 2008. Unter Baakes Leitung entsteht im Auftrag des Bundesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen eine „Zwischenbilanz Atomausstieg und Handlungsvorschläge“.

Anfang 2012. Von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation wird Agora ins Leben gerufen.

Oktober 2013. Baake stellt ein Konzept für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor, das im Rahmen von Agora entwickelt wurde (EEG 2.0), wo er unter anderem dafür plädiert, die kostengünstigere Stromerzeugung durch Windenergie an Land und Solarstrom gegenüber der teureren Variante Wind offshore zu bevorzugen.

17. Dezember 2013. Sigmar Gabriel (SPD) wird als Vizekanzler und "Superminister" für Wirtschaft und Energie im dritten Kabinett von das Bundeskanzler Angela Merkel vereidigt. Sein Vorgänger war Philipp Rösler (Mövenpickpartei). Er holt sich Rainer Baake (Die Grünen) als Staatssekretär für die Energiewende ins Boot. Damit gibt es wenigstens für die Energiewende wieder etwas Hoffnung.

21. Mai 2014. Laut einer Antwort von Rainer Baake an Oliver Kritscher (Die Grünen) haben Peter Terium (Chef von RWE) und Johannes Teyssen (Chef von E.on) am 21. Februar 2014 und am 27. März 2014 Gespräche mit Peter Altmaier (Chef im Kanzleramt) bzw. am 13. Februar 2014 und 18. Februar 2014 mit Sigmar Gabriel (Bundeswirtschaftsminister) Überlegungen zu einer Bad Bank für Atomkraftwerke vorgetragen. Allerdings gaaar nix konkretes.

5. März 2018. Baake reicht seinen Rücktritt als Staatssekretär ein. Nach eigenen Angaben könne er die Klimapolitik im neuen Koalitionsvertrag nicht mittragen. Wenige Tage zuvor hat der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer die Ablösung Baakes gefordert.

Bilder aus Wikimedia Commons
Rainer Baake, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic, Urheber: Heinrich-Böll-Stiftung

Quellen