Sonntag, 25. März 2018

Goldman Sachs

Logo von Goldman Sachs
Die Goldman Sachs Group, Inc. (kurz GS) ist ein weltweit tätiges Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen mit Sitz in New York City. Goldman Sachs ist hauptsächlich als Finanzdienstleister für Großunternehmen und institutionelle Investoren tätig.

Goldman Sachs steht für sein Verhalten in der europäischen Schuldenkrise und seine Verflechtung mit der europäischen Politik in der Kritik. Mario Monti, Italiens neuer Premier und Finanzminister nach Silvio Berlusconi, ist wie Otmar Issing (früheres Mitglied der Deutschen Bundesbank und im Executive Board der Europäischen Zentralbank) internationaler Berater der Bank. Mario Draghi, neuer Chef der Europäischen Zentralbank, war vormals ein geschäftsführender Direktor von Goldman Sachs International. Diese und weitere Verbindungen zwischen Goldman Sachs und europäischen Politikern werden weiterhin kontrovers diskutiert.

Im Zuge der Finanzkrise ab 2007 mussten sich die noch verbliebenen großen US-Investmentbanken im September 2008, dem Dodd–Frank Act Folge leistend, aus dem Commercial Banking (US-Trennbankensystem) zurückziehen. Als Investmentbank wird Goldman-Sachs strenger von den Behörden kontrolliert, hat aber besseren Zugang zur Refinanzierung durch die US-amerikanische Notenbank (FED).

Hauptsitz ist das Goldman Sachs New World Headquarters an der 200 West Street in Lower Manhattan in New York City. Zudem existieren Niederlassungen und Tochterunternehmen an allen weltweit wichtigen Finanzzentren. Zu Goldman Sachs’ Kunden zählen große Unternehmen, Staaten und Länder sowie privatvermögende High Net Worth Individuals, die Beratungsdienstleistungen bei Mergers and Acquisitions, Underwriting, Asset Management und Brokerage in Anspruch nehmen. Goldman Sachs betreibt des Weiteren eine ertragreiche Eigenhandelabteilung und ist Primary Dealer im United-States-Treasury-Securities-Markt.

Ehemalige Goldman-Sachs-Mitarbeiter sind der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, der ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Monti, der Vorsitzende des Financial Stability Board zur Überwachung des globalen Finanzsystems Mark Carney sowie die wirtschaftspolitischen Berater des US-Finanzministeriums Robert Rubin und Henry Paulson.
Vorsitzender von Goldman Sachs International ist der ehemalige EU-Kommissar und erste Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, Peter Sutherland. Vorsitzender von Goldman Sachs Deutschland war bis 2015 Alexander Dibelius.

Die Gruppe gehört zu den Hauptstiftungsfirmen des privaten US-amerikanischen Think Tanks für Außenpolitik, dem Council on Foreign Relations.

Die Bank ist eine der 30 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden. Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital.

Eine beachtliche Anzahl von Goldman-Sachs-Mitarbeitern hat entweder eine Karriere bei anderen Unternehmen oder in der Politik gemacht. Hier einige Beispiele:

Politik bzw. Öffentlicher Dienst
  • Henry M. Paulson, ehemaliger US-Finanzminister, davor CEO von Goldman Sachs, Mitglied im US-amerikanischen Think Tank Council on Foreign Relations
  • Joshua Bolten, vormaliger White House Chief of Staff, Young Leader des deutsch-amerikanischen Elitenetzwerk Atlantik-Brücke
  • Robert Zoellick, vormaliger Präsident der Weltbank (2007–2012)
  • John C. Whitehead, stellvertretender U.S. Außenminister (1985–1989), Vorsitzender der Federal Reserve Bank of New York (1996–1999), Vorsitzender der Lower Manhattan Development Corporation (2001–2006), aktuell Berater des Londoner Think Tanks Chatham House
  • Philip D. Murphy, fast 25 Jahre Investmentbanker bei Goldman Sachs, National Finance Chair of the Democratic National Committee (2006–2009), Botschafter der USA in Deutschland (2009–2013), Internationaler Berater des deutsch-amerikanischen Elitenetzwerk Atlantik-Brücke
  • Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mitglied in der privaten Lobbyorganisation der Finanzwirtschaft Group of Thirty, 2004 bis 2005 war Draghi Managing Director und Vizepräsident von Goldman Sachs International in London[36]
  • Mario Monti, Premierminister von Italien (2011–2013)
  • Romano Prodi, Premierminister von Italien (1996–1998, 2006–2008) und Präsident der europäischen Kommission (1999–2004). Prodi gehörte bereits früh (1990–1993) zu den Internationalen Beratern von Goldman Sachs in Europa
  • António Borges, Direktor von Goldman Sachs London danach von November 2010 bis November 2011 Europadirektor des IWF, danach Berater der portugiesischen Regierung für die Privatisierung von öffentlich-rechtlichen Unternehmen[37]
  • Otmar Issing, war Chefökonom der Europäischen Zentralbank, seit Januar 2007 „International Adviser“ von Goldman Sachs, wurde von Kanzlerin Merkel im Krisenjahr 2008 zum Vorsitzenden der Expertengruppe „Neue Finanzarchitektur“ berufen[38]
  • E. Gerald Corrigan, früherer Präsident und CEO der Federal Reserve Bank of New York, Mitglied Trilaterale Kommission
  • Jon Corzine, Gouverneur von New Jersey und früherer US- Senator von New Jersey.
  • Henry Fowler, U.S. Finanz-Sekretär (1965–1969).
  • Stephen Friedman, Vorsitzender der National Economic Council (2002–2005), Vorsitzender der President’s Foreign Intelligence Advisory Board (2005–)
  • Robert Rubin, Vorsitzender der National Economic Council (1993–1995), US-Finanzminister (1995–1999)
  • Bradley Abelow, Finanzminister von New Jersey
  • Gary Gensler, Vorsitzender der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), der Regulierungsbehörde für Derivate unter US-Präsident Barack Obama.
  • Kenneth D. Brody, früherer Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Export-Import Bank of the United States
  • Paul Deighton, CEO des Londoner Organisationskomitees der Olympischen Spiele
  • Robert D. Hormats, US-Staatssekretär für Wirtschaftswachstum, Energie und Umwelt im US-Außenministerium unter Barack Obama. Vorher war er Vorstandsvorsitzender von Goldman Sachs, US-Vizeaussenminister, war Wirtschaftsberater von Henry Kissinger, General Brent Scowcroft und Zbigniew Brzezinski.
  • Reuben Jeffery III, Vorsitzender der Commodity Futures Trading Commission
  • Sidney J. Weinberg, Assistent des Vorsitzenden (1942–1943) und stellvertretender Vorsitzender (1944–1945), im War Production Board
  • Massimo Tononi, vormalige stellvertretende Finanzminister unter Romano Prodi und ebenfalls ehemaliger Direktor von Goldmann Sachs
  • Hans Friderichs, 1972–1977 Bundeswirtschaftsminister in der Regierung Helmut Schmidt, war von 1990 bis 2000 International Adviser von Goldman Sachs
  • Charles de Croisset, bis zum März 2004 Vize-Präsident von Goldman Sachs Europa, Mitglied der Inspection générale des finances (Allgemeine Finanzaufsicht) des Wirtschafts- und Finanzministerium Frankreichs
  • Lord Brian Griffiths war Vice Chairman von Goldman Sachs International und enger Berater von Margaret Thatcher
  • Guillermo de la Dehesa, früheren spanischen Finanzminister und spanischen Vize-Zentralbankchef
  • Kazimierz Marcinkiewicz, ehemaliger polnischen Premierminister
  • Ian MacFarlane, langjähriger Direktor der australischen Zentralbank
  • Mark Carney, Direktor der Bank of England
  • Alice Weidel (Unternehmensberaterin und AfD-Funktionärin)
  • Jörg Kukies (Staatssekretär im Bundesfinanzministerium)
Leitende Angestellte bzw. Investoren
  • John Thain, CEO von Merrill Lynch
  • Stuart L. Sternberg, Besitzer der Tampa Bay Devil Rays, einem Major League Baseball-Team.
  • Gavyn Davies, Vorsitzender der BBC 2001–2004
  • Leon G. Cooperman, Gründer und CEO der Omega Advisors
  • Edward S. Lampert, Gründer der ESL Investments und Mitglied der Forbes-400-Liste.
  • Eric Mindich, Gründer von Eton Park Capital Management, einem berühmten Hedge-Fonds.
  • Ed Mule, Gründer des mehrere Milliarden starken Hedge-Fonds Silver Point.
  • Pete Briger, 2. Geschäftsführer der Fortress Investment Group, die 260 Millionen Dollar Schuldscheine von Michael Jackson von der Bank of America im Jahr 2005 gekauft hat,
  • J. Christopher Flowers, Gründer der J.C. Flowers & Co. LLC und Mitglied der Forbes-400-Liste,
  • Richard M. Hayden, stellvertretender Vorsitzender der GSC Partners, einer 11 Millionen Dollar starken Vermögensverwaltungs-Firma.
  • Dinakar Singh, CEO der TPG-Axon Capital, einem globalen Hedge-Fonds.
  • Jim Cramer, Gründer von TheStreet.com und Smartmoney.com, besser bekannt als der Moderator von Mad Money auf CNBC.
  • Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank und vormaliger CFO der Allianz SE, der weltgrößte Versicherungskonzern nach Marktkapitalisierung.
  • Eckard von Klaeden (deutscher Lobbyist und Politiker - CDU) ist mit Christoph Brand (Banker von Goldman Sachs) seit seinen Schultagen befreundet. Dieser war wiederum zu dieser Zeit von Daimler als Joint Bookrunner beauftragt, dessen Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zu veräußern. Ganz zufällig haben sich die beiden zu der Zeit laut Spiegel etwa 25-Mal getroffen und das natürlich ganz zufällig kurz nachdem Klaeden eine neue Vorlage zum EADS-Verkauf erhalten hat.
Weitere Angestellte
  • Julissa Arce (Mexikanische Einwanderin)
Geschichte

1869. Das Unternehmen wird von dem deutsch-jüdischen Auswanderer Marcus Goldman zunächst als M. Goldman & Company mit einem Ein-Zimmer-Büro in New Yorks Pine Street gegründet.

1882. Goldmans Schwiegersohn und der „Erfinder der Aktie“ Samuel Sachs treten in die Bankgeschäfte ein, und beide firmierten fortan als M. Goldman Sachs.

1885. Goldman nimmt seinen Sohn Henry und seinen Schwiegersohn Ludwig Dreyfuss in das Unternehmen auf; der Firmenname wurde auf Goldman Sachs & Co. geändert.

1896. Das Unternehmen macht sich einen Namen in seiner Vorreiterrolle bei der Nutzung von Commercial Papers für Unternehmen und wird eingeladen, der New York Stock Exchange beizutreten.

Frühes 20. Jahrhundert. Goldman ist ein führendes Unternehmen zur Entwicklung des Initial Public Offering-Marktes.

1906. Es gelingt einer der größten Börsengänge, als Sears, Roebuck and Company von Goldman Sachs an die Börse gebracht wird.

4. Dezember 1928. Die „Goldman Sachs Trading Corp.“ wird gegründet, ein geschlossener Investmentfonds, dessen Geschäftsmodell Ähnlichkeiten mit einem Schneeballsystem aufweist.

1929. Der Investmentfonds scheitert während des Börsencrashes und die Unternehmensreputation ist für einige Jahre stark beschädigt.

1930. Sidney Weinberg übernimmt die Rolle des Senior-Partners und verschiebt Goldman Sachs’ Fokus weg vom Wertpapierhandel zum Investment Banking. Weinberg hilft, die Reputation des Unternehmens wieder zu steigern und dessen angeschlagenen Ruf loszuwerden.

1950er Jahre. Gus Levy tritt dem Unternehmen Jahren als Effektenhändler bei. Dieser Zeitpunkt markiert einen Trend bei Goldman Sachs, ab dem es zu internen Machtkämpfen zwischen dem Investment Banking und dem Wertpapierhandel kommt. In den folgenden Jahren findet ein Machtkampf zwischen Weinberg und Levy statt.

1956. Unter Weinberg ist Goldman Sachs Lead Advisor für den Börsengang der Ford Motor Company, einen der größten Börsengänge. Unter der Leitung Weinbergs schafft Goldman Sachs auch eine eigene Researchabteilung und beginnt das Brokergeschäft für Anleihen der US-amerikanischen Gemeinden und Kommunen.

1969. Levy übernimmt die Leitung der Bank als Senior-Partner von Weinberg, der in den Ruhestand geht, und baut Goldman Sachs Handelssparte weiter aus. Unter Levys Führung etabliert sich die Philosophie des „langfristig gierig“ („long-term greedy“): solange Geld auf lange Sicht verdient wird, seien kurzfristige Verluste nicht unbedingt immer besorgniserregend. Während Levys Zeit als Senior-Partner reinvestieren die meisten Partner große Teile ihrer Gewinne in das Unternehmen, so dass der Fokus stets auf der Zukunft liegt.

1970. Eine weitere schwere Krise trifft das Unternehmen, als die Penn Central Transportation Company Konkurs mit über 80 Millionen US-Dollar in ausstehenden Commercial Paper anmeldet, ein Großteil davon ausgestellt von Goldman Sachs. Die Konkursmasse ist klein, der Schaden für Goldman Sachs groß, und die daraus resultierenden Klagen drohen das Unternehmen ernsthaft zu gefährden. Infolge des Konkurses der Penn Central Transportation Company werden Bonitätsratings für Emittenten von Commercial Paper eingeführt.
Danach beginnt Goldman Sachs weltweit zu expandieren. Unter der Leitung von Senior-Partner Stanley R. Miller eröffnet Goldman Sachs noch im selben Jahr seine erste internationale Niederlassung in London und schafft eine „Private Wealth“-Abteilung.

1972. Eine Fixed Income Abteilung wird in London aufgebaut.

1974. Goldman Sachs übernimmt eine Vorreiterrolle bei der „White Knight“-Strategie während seiner Versuche, Electric Storage Battery gegen ein feindliches Übernahmeangebot von International Nickel und Goldman Sachs’ Rivalen Morgan Stanley zu verteidigen.

1976. John Weinberg, der Sohn von Sidney Weinberg, und John C. Whitehead übernehmen als Co-Senior-Partner im Jahr  die Geschäftsführung. Eine ihrer Initiativen ist die Errichtung der vierzehn Geschäftsprinzipien („Business Principles“) , die noch bis heute (2016) Bestand haben.

18. Januar 1979. Werner Stiller (Im DDR Ministerium für Staatssicherheit, Hauptabteilung A, zuständig für Auslandsspionage, Bereich: Atom- und Raumfahrtspionage) knackt einen Aktenschrank, packt zwei Koffer voll mit streng geheimen Dokumenten und verschwindet nach Westdeutschland. Dort beginnt er unter dem Tarnnamen Klaus-Peter Fischer ein neues Leben und geht nach dem Abschluss in Betriebswirtschaft nach New York zu Goldman Sachs, bald schon wird er nach London weiterempfohlen. Dort gewinnt er einige hochkarätige Kunden für die Investmentbank. 
Stiller genießt den Luxus: er lebt in einem Loft in London, geht Surfen am Gardasee und Tiefseetauchen, zudem unterhält er eine Villa an der Cote d'Azur. Mit der Wiedervereinigung wechselt er zu Lehman Brothers nach Frankfurt.

16. November 1981. Goldman Sachs übernimmt die J. Aron & Company, ein Rohstoffhandelsunternehmen, welches mit der Fixed-Income-Abteilung zusammengeführt wird und zur Abteilung Fixed Income, Currencies and Commodities wird. Der Schwerpunkt der Aktivitäten bei der J. Aron & Company ist der Kaffee- und Goldmarkt.

1985. Goldman Sachs ist Underwriter des Börsenganges des Real-Estate-Investment-Trust, dem unter anderem auch das Rockefeller Center gehört. Im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion beteiligt sich Goldman Sachs auch bei der Privatisierung ehemaliger russischer Staatsunternehmen.

1986. Das Unternehmen „Goldman Sachs Asset Management“ wird gegründet, welches bis heute (2016) die Mehrheit der Investmentfonds und Hedge-Fonds verwaltet. Im selben Jahr ist Goldman Sachs Underwriter für den Börsengang von Microsoft, Berater von General Electric bei der Übernahme der Radio Corporation of America und schliesst sich der London Stock Exchange sowie der Tokyo Stock Exchange an.

1990. Robert Rubin und Stephen Friedman übernehmen die Co-Senior-Partnerschaft im Jahr  und versprechen sich auf die Globalisierung des Unternehmens und die Stärkung der Merger & Acquisitions- und Handelsgeschäftsfelder zu konzentrieren. Während ihrer Geschäftsführerzeit führt die Firma den papierlosen Handel an der New York Stock Exchange ein und ist Lead Manager für die erste globale Schuldverschreibung eines US-amerikanischen Unternehmens. In dieser Zeit wird auch der Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) entwickelt.

1994. Eine Niederlassung in Peking wird gegründet. Jon Corzine übernimmt nach dem Weggang von Rubin und Friedman die Leitung des Unternehmens.

2002 bis 2005. Mario Draghi (später Chef der Europäischen Zentralbank (EZB)) ist in führender Position bei der Goldman-Sachs-Niederlassung in London tätig.

2006. Hank Paulson, lange Vorstandschef von Goldman, wird unter George W. Bush Finanzminister.

2007. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern kann Goldman Sachs Verluste aufgrund der Subprime-Krise auf Gesamtunternehmensebene vermeiden. Dennoch verlieren drei von Goldman Sachs Asset Management verwaltete Hedge Fonds substantiell an Wert, so dass der Global-Equity-Opportunities-(GEO)-Fonds als einer der GS-Hedge-Fonds durch milliardenschwere Investitionen gestützt werden muss. Dabei investiert Goldman Sachs selbst 3 Mrd. USD und Eli Broad, der ehemalige Chef der American International Group, Maurice Greenberg und die Perry Capital LLC zusammen noch einmal die gleiche Summe in den Fonds.

1998 bis 2009. Laut Berichten hilft Goldman Sachs der griechischen Regierung systematisch dabei, gegen hohe Gewinne die nationalen Schulden zu verschleiern. Lucas Papademos, später griechischer Premierminister, leitet die griechische Zentralbank während der umstrittenen Geschäfte mit Goldman Sachs. Petros Christodoulou, Leiter der griechischen Schulden-Management-Agentur, begann seine Karriere bei Goldman Sachs.

2008. Bei den Präsidentschaftswahlen spendet Goldman Sachs sowohl für Republikaner als auch für Demokraten. Zu den 20 größten Spendern, die Barack Obama unterstützten, gehören auch vier der fünf großen New Yorker Investmentbanken: Goldman Sachs mit insgesamt 994.795 $ in den Jahren 2007 und 2008 auf Rang eins, JPMorgan Chase mit 373.500 Dollar auf Rang drei, Lehman Brothers mit 330.800 Dollar (Rang 7) und Morgan Stanley mit 274.200 Dollar, hinzu kamen die Großbanken Citigroup und UBS auf den Rängen vier und fünf mit Spenden in Höhe von 371.000 bzw. 370.850 Dollar. Diese Summen werden meist im Rahmen von Mitarbeitersammelaktionen samt deren Familien aufgebracht und dann im Namen des Unternehmens überwiesen.

2009 bis 2013. In der Bundesrepublik Deutschland kannte Goldman Sachs während der Legislaturperiode  mit Abstand die meisten Kontakte mit der Bundesregierung für sich verbuchen.

14. April 2009. Die Großbank Goldman Sachs meldet einen Gewinn von 1,7 Mrd. US-Dollar.

Anfang Juli 2009. Ein ein ehemaliger Programmierer von Goldman Sachs, Sergeij Aleinikow, wird vom FBI verhaftet, da er Teile der Software kopiert haben soll, mit der Goldman Sachs einen automatisierten Handel mit Wertpapieren betreibt.

1. Quartal 2010. Goldman macht 3,5 Mrd. USD Gewinn.

15. Januar 2010. US-Präsident Barack Obama führt eine Sondergebühr für die grossen US-amerikanischen Banken ein damit sie sich an den Kosten für die Bankenkrise beteiligen. Alexander Dibelius, seines Zeichens Chef von Goldman Sachs ist dagegen der Meinung dass Banken sich um solche Kleinigkeiten wie Verantwortung nicht kümmern müssen.

25. Februar 2010. Die US-amerikanische Notenbank untersucht bei der Schuldenkrise Griechenlands ob verschiedene Banken (u.a. Goldman Sachs) die Situation durch undurchsichtige Finanzgeschäfte verschärft haben. Die Banken, die an der Pleite Griechenlands verdient haben, wetten nun auf den Staatsbankrott.

15. April 2010. Die Börsenaufsicht SEC reicht gegen Goldman Sachs & Co. und dessen Angestellten Fabrice Tourre eine Klage wegen möglicher Verstöße gegen das Wertpapiergesetz (Securities Act) am District Court in New York ein. Goldman Sachs soll demnach Anfang 2007 bei Anlegern für den Kauf eines synthetischen CDOs Abacus 2007-AC1 geworben haben und dabei entscheidende Tatsachen über die Anlagerisiken verheimlicht haben. Insbesondere soll der Hedgefonds Paulson & Co. insgeheim am Aufbau des Portfolios mitgewirkt und dafür besonders verlustträchtige Investments ausgesucht haben. Anschließend habe dieser mit Kreditausfallversicherungen, sogenannten Credit Default Swaps (CDS) auf ein Scheitern gewettet, das nach dem Einbruch am US-Immobilienmarkt auch eintrat. Goldman Sachs habe also insgeheim gegen die eigenen Kunden operiert. Insgesamt sollen die Anleger bei dem genannten Finanzprodukt mehr als eine Milliarde Dollar verloren haben. Fast die gleiche Summe soll der Hedgefonds Paulson dabei gewonnen haben. Die Anleihen waren an die IKB Deutsche Industriebank und die US-amerikanischen ACA Capital Management verkauft worden. Die Royal Bank of Scotland, die zwischenzeitlich die niederländische ABN Amro übernommen hatte, verlor dabei über die CDS rund 800 Millionen US-Dollar.
Goldman Sachs wurde von der SEC schon im Juli 2009 über die eingeleitete Untersuchung dieses Falls formell benachrichtigt; das Unternehmen verschwieg dies jedoch seinen Anlegern, weswegen eine Reihe von Investorenklagen eingereicht wurden. Grundsätzlich wird kritisiert, dass durch die verschiedenen Tätigkeitsbereiche des Unternehmens Konflikte mit den Interessen der Kunden vorprogrammiert seien; das Unternehmen wiederum beruft sich darauf, dass es hierbei nur mit professionellen Kunden zu tun habe.

17. April 2010. Goldman Sachs wird angeklagt weil unter Führung von John Paulson bei der Strukturierung eines Hedgefonds mitgearbeitet und danach auf deren Kollaps gewettet wurde und spielt die Opferrolle. Immer mehr Immobilienfonds für Gewerbeimmobilien brechen ein.

Juli 2010. Goldman gibt zu, seinen Kunden beim Verkauf des Abacus 2007-AC1 wesentliche Informationen vorenthalten zu haben, und zahlt 550 Mio. USD Strafe. Von dieser Summe gehen 300 Mio. US$ an das US-Finanzministerium, 150 Mio. USD an die IKB und 100 Mio. USD an die RBS.

2012. Bei den US-Präsidentschaftswahlen kommen die größten Spenden der Kampagne des republikanischen Kandidaten Mitt Romney direkt und indirekt von Goldman Sachs, mit 1.003.204 US-$.

März 2012. In die Schlagzeilen gerät das Unternehmen im , nachdem Greg Smith, ehemals Leiter der Sparte Goldman Sachs US equity derivatives business in einem Artikel in der New York Times die Gründe für sein Ausscheiden aus dem Unternehmen öffentlich darlegt. Er beklagt den Verlust an Unternehmenskultur, der sich in den letzten zehn Jahren abgespielt haben soll, und bezichtigt seinen ehemaligen Arbeitgeber einer unmoralischen Profitgier, die sich vom eigentlichen Kundeninteresse gelöst habe. Kunden würden nur als Profitquelle wahrgenommen und zum Teil in firmeneigenen E-Mails als „muppets“ (etwa: Spielpuppen, Vollidiot) bezeichnet, die erklärtermaßen ausgenommen werden sollten („ripping them off“). Im November 2012 erscheint in Deutschland die Übersetzung eines Buches von Greg Smith mit dem Titel „Die Unersättlichen“.

1. Mai 2012. Vor der Küste Angolas herrscht ein Ölboom. Goldman Sachs steht unter Verdacht in einem Korruptionssumpf um eine dubiose Firma "Cobalt International Energy" mit drin zu stecken. Transparency International listet das Land in seinem Korruptionsindex auf Platz 168 von 178.

2013. Tourre steht in einem Zivilprozess in New York vor Gericht. Die SEC klagt gegen ihn. In diesem Jahr erhält Goldman Sachs auch den Negativpreis Public Eye Award der Fachjury, weil das Unternehmen „die Profite von wenigen mit explodierender Ungleichheit und der Verarmung breiter Schichten“ bezahle. Insbesondere wird die Verschleierung der Staatsverschuldung Griechenlands mithilfe von Buchungstricks und gegen hohe Honorare angeprangert.

1. August 2013. Der Fabelhafte Fab, wie Fabrice Tourre auch genannt wird, wird von einer Jury in Manhattan schuldig gesprochen – er soll seinen Kunden beim Wertpapierverkauf wichtige Informationen vorenthalten haben, ihm drohen eine Geldstrafe und Berufsverbot.

17. November 2013. Es wird bekannt dass Eckard von Klaeden Daimler möglicherweise bei der Einfädelung eines Milliardendeals mit dem Bund unterstützt hat. Laut Spiegel traf er sich 25-Mal mit Christoph Brand (Banker von Goldman Sachs). Dieser war zu dieser Zeit von Daimler als Joint Bookrunner beauftragt, dessen Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zu veräußern.

2. Februar 2014. Rings um die verhüllte Reiterstatue vor dem dänischen Parlament in Kopenhagen protestieren tausende Dänen gegen die Entscheidung der Regierung, Anteile der staatlichen Energiegesellschaft an die US-amerikanische Investmentbank zu verkaufen. Rund 200.000 ihrer Landsleute hatten zuvor im Internet eine Petition gegen den Verkauf unterzeichnet. Einen Tag später hat sich der Streit so aufgeheizt, dass daran die Regierungskoalition zerbricht.
Auf der Umhüllung der Statue ist ein Krake mit weit aufgerissenem Maul zu sehen, der offenbar kurz davor ist, sich seine Umgebung einzuverleiben. Die dazugehörige Aufschrift: „Goldman Sachs“.

18. Juni 2014. 1318 Konzerne von 43.060 international tätigen Unternehmen beherrschen 80% der Weltwirtschaft stellt eine Studie von James Glattfelder, Stefano Battiston und Stefania Vitali von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich fest. 
In erster Linie ging es in der Studie darum wie viele Anteile welchen Großunternehmen an anderen Firmen gehören, erst in zweiter Linie um Umsätze und Gewinne der Konzerne. Jedes der 1318 Unternehmen hält durch Aktien an mindestens 20 anderen Großkonzernen Anteile. Die ersten 147 Topkonzerne so geschicht dass sie 40% der Weltwirtschaft beherrschen weil es ihnen auch gegen den Widerstand anderer gelingt, ihren Willen durchzusetzen.
Die mächtigsten 35 Konzerne haben bereits eine Kontrolle über 35% der Weltwirtschaft. Darunter sind
  • Barclays (Großbritannien)
  • Capital Group (USA)
  • Fidelity (USA)
  • Axa (Frankreich)
  • Legal & General (USA)
  • JP Morgan Case (USA)
  • State Street (USA)
  • Vanguard (USA)
  • Merill Lnych (USA)
  • Deutsche Bank (Deutschland)
  • Natixis (Frankreich)
  • Goldman Sachs (USA)
  • Allianz (Deutschland)
7. Dezember 2014. Goldman Sachs kann offenbar auf Basis eines alten Vertrages noch bis zum Jahr 2036 von der deutschen Bad Bank FMS Wertmanagement (FMSW) bis zu fünf Milliarden Dollar leihen – zu extrem günstigen Konditionen. Das Risiko trägt der deutsche Steuerzahler, der für mögliche Verluste der Bad Bank aufkommen muss.
Die FMSW wickelt die Altlasten der verstaatlichten Hypo Real Estate und deren irischer Tochter Depfa ab. Die Finanzierungslinie wurde 2006 von der Depfa vereinbart und läuft über einen sogenannten Total Return Swap. Goldman zahlt dafür einen Minimalzins von 0,1 Prozentpunkten über dem Referenzzinssatz Libor – derzeit also insgesamt rund 0,3 Prozent. Allein durch das Weiterverleihen zu Marktbedingungen könne die Investmentbank über die Kreditlinie derzeit rund 150 Millionen Dollar Gewinn pro Jahr erwirtschaften

2016. Bei den Präsidentschaftswahlen spendet Goldman Sachs sowohl für Republikaner als auch für Demokraten. Donald Trump attakiert im Wahlkampf die Wall-Street-Größe heftig. Er bezeichnet die Bank unter anderem als "globale Machtstruktur", die die US-amerikanische Arbeiterklasse ausraube und unterstellt Goldman, seine Konkurrenten Ted Cruz und Hillary Clinton "total, total zu kontrollieren". Angesichts der Reden Clintons bei Goldman-Sachs wirft er zudem der Kandidatin der Demokraten vor, sich "im Geheimen mit internationalen Banken zu treffen, um ein Komplott gegen die Souveränität der USA zu schmieden".

8. Juli 2016. Es wird bekannt, dass José Manuel Barroso bei der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs als Berater und „Präsident ohne Geschäftsbereich“ arbeiten wird. Er soll dort als Berater beim Brexit helfen die Interessen des Vereinigten Königreichs gegenüber der EU durchzusetzen.

Im Zusammenhang damit wird er bei der EU zum Lobbyisten herabgestuft, der nicht mehr mit protokollarischen Ehren empfangen wird. Der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz kritisiert den Wechsel scharf. Sein Seitenwechsel veranlasst die EU-Kommission dazu, ihren Verhaltenskodex zu verschärfen.

Ende 2016. Donald Trump nominiert als designierter Präsident der USA Steven Terner Mnuchin (Ex-Banker von Goldman Sachs) als Finanzminister und Stephen Bannon (Ex-Banker von Goldman Sachs) zum Counselor to the President ("Chefstratege" und "Berater").

Außerdem erwägt Trump dem Magazin "Politico" zufolge, die gegenwärtige Nummer 2 der Investmentbank, Gary Cohn, zum Chef des "Office of Management and Budget" zu machen. Die Behörde überwacht, ob von der Regierung auf den Weg gebrachte Gesetze und Verordnungen in der Verwaltung auch umgesetzt werden. Auch Anthony Scaramucci (Mitglied im Beraterstab Trumps) ist Ex-Goldman-Banker.

1. Dezember 2016. Die Aktie von Goldman Sachs erreicht mit einem Stand von 219 US-Dollar den höchsten Stand seit der Finanzkrise. Analysten gehen davon aus dass es unter dem neuen Präsidenten werde es weniger Regulierungen geben wird. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass sich das "makroökonomische Umfeld" verbessert – und Goldman Sachs davon besonders profitieren kann.

2. Dezember 2016. In der letzten Nacht kam ein Nachwuchsbanker obwohl er gesundheitlich angeschlagen war, ins Büro im Frankfurter Messeturm um an einer Transaktion zu arbeiten. Um 2:30 Uhr kollabierte er plötzlich. Kollegen riefen einen Krankenwagen. Zwischenzeitlich soll es dem Mann wieder besser gehen. Heute wurde die Belegschaft von den Vorgesetzten zusammengerufen. An sie wurde appelliert, stärker auf die Gesundheit zu achten.
Vor drei Jahren führten überlange Arbeitszeiten bis tief in die Nacht bis hin zur Selbstaufopferung und falsch verstandener Ehrgeiz zum Tod eines Praktikanten aus Deutschland bei der Bank of America Merrill Lynch in London.

9. Dezember 2016. Es wird berichtet, dass der designierte US-Präsident Donald Trump Gary Cohn zum Chef des "Office of Management and Budget" und damit zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater machen möchte.

23. Dezember 2016. Der Aktienkurs von Goldman-Sachs ist seit der Präsidentenwahl um 32 Prozent gestiegen.

Bilder aus Wikimedia Commons
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Quellen
23.04.2017, Stern, KARRIERE AN DER WALL STREET, "An einem Goldman-Sachs-Schreibtisch weint man nicht"
17.02.2017, Manager Magazin, Bankaktien im Fokus - verzerrter Wettbewerb, Warum Goldman Sachs Europas Banken alt aussehen lässt
12.02.2017, Welt, BONDPENDEL, Investmentbank Goldman Sachs half superreichen Steuertricksern
23.12.2016, FAZ, Großbank, Die Wall Street glaubt wieder an Goldman
11.12.2016, Focus, Enormer Einfluss, Draghi, Barroso, Trump-Trio: Wie Goldman Sachs auf der ganzen Welt mitregiert
11.12.2016, FAZ, Trump und die Investmentbanker, Goldman Sachs regiert die Welt
11.12.2016, n-tv, Von Goldman in die Regierung, Trump narrt seine Wähler
02.12.2016, Zeit, Goldman Sachs, Wer regiert?
02.12.2016, Spiegel, Nachtarbeit, Junger Goldman-Sachs-Banker zusammengebrochen
01.12.2016, n-tv, Aktie geht durch die Decke, Es läuft für Goldman Sachs
01.05.2012, Spiegel, US-Ölbohrung in Angola, Goldman-Beteiligung unter Korruptionsverdacht