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| Dorothee Bär |
Die deutsche Politikerin Dorothee Bär wurde am 19. April 1978 in Bamberg als Dorothee Mantel geboren.
Sie gehört der politischen Partei Christlich Demokratische Union (CSU) an.
Bär ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag, Mitglied des Kuratoriums Bundeszentrale für politische Bildung und der Filmförderungsanstalt. Sie ist Mitglied der Vorauswahljury des Deutschen Filmpreises, Jurymitglied des Deutschen Computerspielpreises, stellvertretendes Mitglied im Rundfunkrat der Deutschen Welle sowie Mitglied des Beirats der Rhön-Klinikum AG.
Dorothee Bär ist in zahlreichen Verbänden und Vereinen in den Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge sowie bundesweit aktiv. Sie war von Mai 2005 bis Mai 2009 Vorsitzende des Bezirksverbandes Unterfranken der Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz. Des Weiteren ist sie Mitglied der Lebenshilfe Haßberge, deren Vorsitzende sie von 2006 bis 2008 war.
Dorothee Bär gehört der römisch-katholischen Kirche an. Seit 2006 ist sie mit Oliver Bär verheiratet und Mutter zweier Töchter (geboren 2006 und 2011) und eines Sohnes (geboren 2012). Ihr Mann wurde 2014 zum Landrat im Landkreis Hof gewählt.
Leben
19. April 1978. Dorothee Mantel wird in Bamberg geboren. Sie wächst in Ebelsbach auf, wo ihr Vater Bürgermeister ist.
1992. Sie tritt als Schülerin in die Junge Union (JU) ein.
1994. Sie tritt der CSU bei.
1999. Sie macht ihr Abitur am Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg. Danach absolviert sie als Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung ein Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, das sie 2005 als Diplom-Politologin beendet.
1999 bis 2009. Sie gehört dem Vorstand des JU-Bezirksverbandes Unterfranken an.
Ab 2001. Sie ist stellvertretende Bezirksvorsitzende des JU-Bezirksverbandes Unterfranken und gehört dem CSU-Parteivorstand an.
2001 bis 2003. Bär ist Landesvorsitzende des Ringes Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Bayern.
17. Oktober 2002 bis 17. Oktober 2005. Dorothee Bär wird über die bayerische Landesliste der CSU erstmals Mitglied des Deutschen Bundestages.
2003 bis 2007. Sie ist stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union in Bayern.
18. September 2005. Bei der Bundestagswahl gelingt ihr trotz eines als sicher geltenden 8. Listenplatzes aufgrund des Zweitstimmergebnisses der CSU zunächst nicht der Wiedereinzug in den Bundestag.
23. November 2005. Sie rückt für den ausgeschiedenen Abgeordneten Günther Beckstein in den Bundestag nach.
2007. Dorothee Bär wird zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Frauen Union (FU) im Landkreis Haßberge.
Ab 1. Mai 2008. Bär gehört dem Kreistag des Landkreises Haßberge an.
November 2008. Sie wird zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jungen Union gewählt.
Ab Februar 2009. Sie ist stellvertretende Generalsekretärin der CSU.
27. September 2009. Dorothee Bär wird als Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Bad Kissingen in den Deutschen Bundestag gewählt. In der 17. Wahlperiode ist sie Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Ausschuss für Kultur und Medien sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit. Als Abgeordnete wird sie Mitglied der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe.
Ab 2010. Sie ist Vorsitzende des CSU Netzrates.
Ab 2011. Sie ist Vorsitzende des CSUnet. Zudem wird sie in diesem Jahr zur stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der CSU Unterfranken gewählt.
2012. Bär ist Teil der Versuchsgruppe einer Studie, die im Auftrag des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) durchgeführt wird und das Twitter-Verhalten von Politikern untersucht.
22. September 2013. Sie verteidigt das Direktmandat bei der Bundestagswahl.
17. Dezember 2013. Sie wird zur Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kabinett Merkel III ernannt.
24. September 2017. Bei der Bundestagswahl verliert die SPD 5,2 Prozent der Stimmen und erreicht nur noch 20,5 Prozent. Ein Rekordtief seit 1949. Die CDU verliert 8,6 Prozent und erreicht nur noch 32,9 Prozent. Die CSU kommt nur auf 38,8 Prozent. Die SEHR GUTE Die PARTEI erreicht 0,97 Prozent. Neu in den Bundestag kommt die AfD mit 12,6 Prozent.
Dorothee Bär verteidigt das Direktmandat.
24. Oktober 2017. Nachdem Alexander Dobrindt als Bundesverkehrsminister verabschiedet wird und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt das Amt kommissarisch weiterführt, ist Bär statusrechtlich Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.
8. Februar 2018. Dorothee Bär (Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsministerium) erklärt bei einem Interview mit Golem.de zum Thema Fiber-To-The-Home-Zugänge (FTTH) für private Haushalte: "Als besonders wichtig sehe ich den schnellen Anschluss von Schulen, Krankenhäusern und Gewerbegebieten. Dort werden heute schon Gigabit-Bandbreiten benötigt. Und wenn die Schülerinnen und Schüler erst einmal Erfahrungen mit dem Gigabitnetz gesammelt haben, bin ich guter Hoffnung, dass Privathaushalte sich auch für die schnellen Anschlüsse entscheiden. Im Moment haben wir ja das Problem, dass die Telekommunikationsunternehmen auch ihre 100 oder 200 MBit/s-Anschlüsse nicht loswerden."
6. März 2018. Dorothee Bär ist nun designierte Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt. Sie soll damit ein Amt ausfüllen, das im Koalitionsvertrag von Union und SPD so nicht vorgesehen ist. Auf der letzten Seite des Papiers haben die Koalitionspartner festgelegt, wer denn für welches Thema innerhalb der Regierung zuständig sein soll. Eine ganze Nacht wurde um die Ressortverteilung gerungen. Aber zur Digitalisierung: kein Wort.
Dorothee Bär mahnt bei der Digitalisierung Deutschlands mehr Tempo an. Insbesondere den Unternehmen wolle sie helfen, "Champions League zu spielen, Weltmeister zu sein", und dabei wolle sie "ein Taktgeber" sein.
Sie sieht auch in einzelnen Fachministerien Defizite bei der digitalen Entwicklung. Sie habe in den vergangenen Jahren festgestellt, "dass wir auch in unseren Ministerien unterschiedliche Geschwindigkeiten haben ... Da gibt es welche, die viel viel weiter sind; andere leider noch nicht." Jedes Ministerium in Deutschland müsse "ein Digitalministerium sein".
Bär fordert zudem eine stärkere Digitalisierung der Schulen. Es sei "ein Irrglaube, dass alle Kinder, die sich für Computer interessieren, dick und faul werden. Quatsch! Man kann auf Bäume klettern und trotzdem eine Programmiersprache können!" Deshalb gehöre Programmieren in die Lehrpläne der Grundschule. Es sei "so wichtig wie Lesen und Schreiben". Genauso müsse es Digitalgymnasien geben, „so wie es Sport- und Musikgymnasien gibt“.
Auch Tablets dürften kein Privileg nur von Kindern in Privatschulen sein, sondern müssten zur Norm werden. „Mich schmerzt, wenn meine Tochter einen kiloschweren Ranzen voller Bücher in die Schule schleppt.“
Auch im Gesundheitsbereich lägen viele Chancen, sagt Bär. Allerdings sei der Datenschutz in Deutschland „wie im 18. Jahrhundert“. Das Land brauche endlich eine „smarte Datenkultur“ vor allem für Unternehmen. „Tatsächlich existiert in Deutschland aber ein Datenschutz wie im 18. Jahrhundert.“ Nötig sei ein Regelsystem, das den Unternehmen Chancen biete und sie nicht zerstöre.
In einem Interview mit dem ZDF sagt sie, Digitalisierung sei mehr als nur flächendeckendes schnelles Internet. Man müsse zum Beispiel auch über autonomes Fahren nachdenken – oder über Flugtaxis. Eine gigantische Woge des Spotts schwappt durch die sozialen Netzwerke. Gibt es schon, schreiben viele und posteen Bilder von Pippi Langstrumpf im Tretflugzeug oder der Wuppertaler Schwebebahn.
10. März 2018. In einem Interview mit der Welt sagt sie: "Ich erlebe, dass etwa Facebook bei der jüngeren Generation ausgespielt hat. Die werden von der Art, wie da die Beiträge gelistet werden, nicht mehr angesprochen. Die sind alle auf Instagram oder Snapchat.
Außerdem wollen die Jüngeren nicht mehr auf einem Forum unterwegs sein, das ihre Eltern und Großeltern cool finden. Facebook wird zu einem Seniorennetzwerk. Auf Twitter sind ohnehin nur Politiker, Journalisten und Psychopathen unterwegs. Eigentlich müsste ich jetzt meinen Twitter-Account löschen. Das würde mein Leben leichter machen."
Derweil ist Ulrich Kelber (Ex-parlamentarischer Staatssekretär im Justizministerium) von Bärs "Datenschutz-Bashing nervt". Der Austausch persönlicher Informationen im Gesundheitswesen sei mit der Einwilligung des Patienten schon heute möglich. Der SPD-Politiker, der als künftiger Bundesdatenschutzbeauftragter im Gespräch ist, bezeichnet die Sicherung der Privatheit gegenüber dem Handelsblatt als Grundrechtsschutz.
20. März 2018. Dorothee Bär steht auf der Bühne des Berliner Fachkongresses zur digitalen Verwaltung und hält ihre erste offizielle Rede als Staatsministerin im Kanzleramt. Das Thema ist der digitale Staat. Besonders wichtig ist ihr das neue Bürgerportal. Wenn es demnächst kommt, werde es eine wahre Revolution in der Verwaltung auslösen, da ist sich Dorothee Bär sicher. Die Bürger könnten dann alle Kontakte mit dem Staat bequem übers Internet abwickeln. Zumindest müsse niemand mehr drei Monate lang auf einen Termin in irgendeinem Amt warten, nur um Kindergeld zu beantragen. "Das ist auch für die Menschen außerhalb von Berlin ein Segen".
1. April 2018. Bär verspricht in der Bild am Sonntag, dass es bald Gratis-WLAN in den Bundesbehörden geben wird. "Die jungen Leute erwarten das doch: Auf dem Amt, im Geschäft, im Restaurant. Als Kind habe ich früher auf einer Berghütte als erstes nach Limo und Pommes gefragt, die Kinder heute fragen zuerst nach WLAN."
Bis 2021 sollen alle Behörden-Dienstleistungen wie Autozulassungen oder Wohnsitz-Ummeldungen auch digital möglich sein. Alle Behörden müssten alle Dienstleistungen auch digital anbieten und zwar rund um die Uhr. "Das will ich in dieser Wahlperiode durchsetzen"
Den Schulranzen möchte sie abschaffen. Die Kinder sollen ein Tablett im Unterricht benutzen: "Die Kinder tragen viel zu schwere Schulranzen mit zum Teil veralteten Schulbüchern. Schüler brauchen heute vor allem drei Dinge: ein Tablet, ihre Sportsachen und das Schulbrot“.
Via Tablet seien auch die aktuellsten Informationen abrufbar, sagt sie und verweist auf ihren schweren Diercke-Weltatlas aus den 80er Jahren, den sie noch bis Ende der 90er Jahre benutzt habe: mit zwei Deutschlands, einem Jugoslawien und einer Sowjetunion. „Besser die Schüler lesen Goethes Faust auf dem Tablet als irgendeinen Schund auf Papier“.
Auch Kleinkinder könnten Tablet-Computer ohne Bedenken nutzen, meint Bär. "Es gibt für Kinder tolle Lern-Apps mit schönen Illustrationen oder Tierstimmen. Wenn ein zweijähriges Kind sich so etwas für 5 Minuten anschaut, ist das kein Problem."
Bilder aus Wikimedia Commons
Dorothee Bär, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: Gerd Seidel
Quellen
10.03.2018, Heise, Dorothee Bär: Facebook wird zum "Seniorennetzwerk"
10.03.2018, BILD, „PSYCHOPATHEN!“, Digital-Ministerin Bär ledert gegen Twitter-Nutzer
10.03.2018, BILD, „PSYCHOPATHEN!“, Digital-Ministerin Bär ledert gegen Twitter-Nutzer
