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| Jimmy Morales |
Der guatemaltekische Komiker und Politiker Jimmy Morales wurde am 18. März 1969 in Guatemala-Stadt als James Ernesto Morales Cabrera geboren.
Er gehört der politischen Partei Frente de Convergencia Nacional (FCN) an. Seit Januar 2016 ist er Staatspräsident von Guatemala.
Er bezeichnet sich selbst als Nationalisten, befürwortet die Todesstrafe und lehnt Abtreibung ab.
Jimmy Morales ist evangelikaler Christ.
Morales ist mit Hilda Patricia Morales verheiratet.
Leben
18. März 1969. James Ernesto Morales Cabrera wird in einer armen Familie in Guatemala-Stadt geboren.
Er studiert später der Universidad de San Carlos de Guatemala und erreicht einen Bachelor of Business Administration.
Bekanntheit erreicht er als Komiker in Guatemala in der Fernsehserie Moralejas, in der er neben seinem Bruder Sammy spielt.
2011. Er bewirbt sich als Kandidat der kleinen rechtsgerichteten Partei Acción de Desarrollo Nacional für das Bürgermeisteramt in Mixco.
2013. Er tritt der Frente de Convergencia Nacional bei und wird bald darauf ihr Generalsekretär. Diese rechtskonservative Partei wurde von pensionierten Offizieren gegründet, die im guatemaltekischen Bürgerkrieg gekämpft haben, und steht der Veteranenorganisation AVEMILGUA nahe.
6. September 2015. Bei der guatemaltekischen Präsidentschaftswahl gilt er zunächst als Außenseiter, erreicht aber überraschenderweise im ersten Wahlgang den ersten Platz und qualifiziert sich damit für die Stichwahl. Seine Wahlkampagne betont konservative Werte und den Kampf gegen Korruption. Sein Slogan ist Ni corrupto, ni ladrón („Weder korrupt noch ein Dieb“).
Außerdem leugnet Morales, dass in den 1980er-Jahren ein Genozid gegen die Ixil-Maya stattgefunden hätte. Der Spitzenkandidat der FCN bei der zugleich stattfindenden Parlamentswahl, Édgar Justino Ovalle Maldonado, der als Morales’ „rechte Hand“ gilt, ist in dieser Phase selbst Kommandeur von Aufstandsbekämpfungseinsätzen im Siedlungsgebiet der Ixil gewesen.
25. Oktober 2015. Er setzt sich mit über 68 % gegen die ehemalige First Lady Sandra Torres durch.
Die Wahl erfolgt vor dem Hintergrund eines weitreichenden Korruptionsskandals (genannt La Línea), infolgedessen sowohl der Präsident Otto Pérez Molina und die Vizepräsidentin Roxana Baldetti zurücktraten und wegen Betrugs und Korruption verhaftet und angeklagt worden sind. Morales’ Wahl wird von Beobachtern mit dem verbreiteten Misstrauen der Guatemalteken gegen die traditionelle politische Elite erklärt.
14. Januar 2016. Er tritt das Präsidentenamt an.
Ende 2016. Guatemalas Präsident Morales wird von Israels Premierminister Benjamin Netanyahu in Israel empfangen, es werden mehrere bilaterale Abkommen geschlossen.
5. September 2017. Der Oberste Gerichtshof in Guatemala macht den Weg frei ein mögliches Strafverfahren gegen Morales indem er grünes Licht für die Aufhebung der Immunität gibt. Grund sind Ermittlungen zur Finanzierung von Morales' Wahlkampf 2015. Die renommierte Internationale Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) wirft Morales vor, die Kampagne illegal bezahlt zu haben. Die Herkunft von 600.000 US-Dollar ist demnach unklar.
25. Dezember 2017. Morales teilt auf seiner Facebook-Seite mit, er habe mit Israels Premierminister Benjamin Netanyahu gesprochen, ein wichtiges Thema sei die Rückkehr der Botschaft nach Jerusalem gewesen. Auf Twitter erklärt Morales, er habe Außenministerin Sandra Jovel angewiesen, den Umzug der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem in die Wege zu leiten. Damit folgt Guatemala als erstes Land der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump vom 6. Dezember 2017, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.
Erst am Donnerstag hat die UN-Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit die Entscheidung der USA verurteilt. Einer entsprechenden Resolution der UN stimmten 128 der 193 Länder zu, darunter auch Deutschland. Guatemala ist einer von neun Staaten, die auf der Seite der USA gegen die Resolution gestimmt haben. Trump hat Staaten, die gegen die Vereinigten Staaten votieren mit einem Entzug der finanziellen Hilfen gedroht. Die Resolution ist völkerrechtlich nicht bindend und hat deshalb vor allem symbolische Wirkung.
Israels UN-Botschafter Danny Danon twittert in einer ersten Reaktion, er danke Morales für seinen Mut. Er hoffe, dass noch mehr Länder sich dem anschlössen.
Der Botschafter Israels in Guatemala, Mattanya Cohen, sagt dem israelischen Armeeradio: "Wir sind nicht überrascht, das ist ein Land, das Israel bewundert, seit es vor rund 70 Jahren gegründet worden ist."
Während des Holocaust flüchteten Zehntausende Juden nach Süd- und Mittelamerika, weshalb es bis heute in vielen Ländern dort besondere Verbindungen zu Israel gibt. In Guatemala leben zwar nur einige Hundert Juden, aber es war das erste Land in Lateinamerika, das Israel nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 anerkannte und zunächst in Jerusalem seine Botschaft eröffnete. Diese wurde später aus politischen Gründen nach Tel Aviv verlegt. Es gibt enge Beziehungen zwischen beiden Staaten, Israel unterstützte das mittelamerikanische Land zuletzt beim Aufbau einer Spezialklinik sowie im Agrar- und Umweltsektor.
Zudem werden nach Angaben der Nachrichtenagentur AGN Polizeikommissare aus Guatemala in Israel ausgebildet. Ferner gibt es eine Kooperation im Militärbereich.
Bilder aus Wikimedia Commons
Jimmy Morales, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic, Urheber: Presidencia de la República Mexicana
Quellen
