Sonntag, 15. Februar 2015

Atomkraftwerk Tarapur

Das indische Atomkraftwerk Tarapur (auch Tarapur Atomic Power Station - TAPS genannt) liegt im indischen Bundesstaat Maharashtra im Distrikt Thane.

Auf dem Gelände finden sich neben den Generatoren seit 1982 auch PREFRE (Fuel Reprocessing Plant) und Advanced Fuel Fabrication Facility (AFFF) zur Herstellung von MOX-Brennelementen sowie Brennelementen für Leichtwasserreaktoren (LWR) und Schwerwasserreaktoren (PHWR).

Seit 1990 gibt es eine Waste Immobilization Plant (WIP), in dem der Atommüll verglast wird und ein Endlager (Solid Storage Surveillance Facility) das bis 2010 den Müll aus Tarapur und Trombai aufnehmen soll.

Geschichte

1. Oktober 1964. Baubeginn Block 1 und Block 2. Sie bekommen Siedewasserreaktoren mit jeweils einer elektrischen Bruttoleistung von 160 MWe und jeweils einer elektrischen Nettoleistung von 150 MWe. Die Reaktoren werden schlüsselfertig von General Electric (GE) geliefert. Die Reaktoren sind die einzigen von GE nach Indien gelieferten, weil die USA wegen dem indischen Atomwaffenprogramm die Zusammenarbeit beenden und erst im Jahr 2006 wieder aufnehmen. Zudem sind es nach dem japanischen JPDR die ersten Atomreaktoren Asiens. Dieser hatte jedoch nur 13 MW. 
Der Siedewasserreaktor von Tarapur arbeitet mit niedrig angereichertem Uran (LEU), das ursprünglich aus den USA kommen sollte. 

1. April 1969. Reaktor 1 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

5. Mai 1969. Reaktor 2 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

28. Oktober 1969. Block 1 und Block 2 gehen in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

1978. Die USA beschließen den Nuclear Non-Proliferation Act. Dieser schliesst die Lieferung von Atommaterial an Staaten aus, die keine Inspektionen durch die Internationale Atomenergieorgansiation (IAEO) zulassen.

1979. Der Vertrag zur Lieferung von niedrig angereichertem Uran (LEU) für die Siedewasserreaktoren wird wegen dem indischen Atomwaffenprogramm und der Weigerung der indischen Regierung, IAEO-Inspektionen zuzulassen von den USA gekündigt. 

1983 bis 1993. Frankreich liefert das LEU für die Siedewasserreaktoren. Schließlich werden die Lieferungen jedoch aus dem selben Grund wie bereits 1979 von den USA eingestellt.

9. Mai 1983. The Times of India berichtet, das Kernkraftwerk Tarapur sei radioaktiv stark kontaminiert und könne kaum noch betrieben werden. Die Mitarbeiter des Prestigeobjektes würden der radioaktiven Strahlung weit über den offiziell und international zugelassenen Richtwerten ausgesetzt.

Ab 1995. China liefert das LEU für die Siedewasserreaktoren.

8. März 2000. Baubeginn  Block 4. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 540 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 490 MWe.

12. Mai 2000. Baubeginn Block 3. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 540 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 490 MWe.
Bei Block 3 und Block 4 handelt es sich um die ersten beiden indischen 540 MW-PHWR (Pressurised heavy water reactor); in ihnen wird schweres Wasser als Moderator eingesetzt. Die Kosten für die beiden Reaktoren sollen 6,5 Milliarden Rupien betragen.

Ab 2001. Russland liefert das LEU für die Siedewasserreaktoren.

6. März 2005. Reaktor 4 wird erstmals kritisch.

4. Juni 2005. Reaktor 4 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

12. September 2005. Reaktor 4 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

15. Juni 2006. Reaktor 3 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

18. August 2006. Reaktor 3 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

Atomkraftwerke in Indien

Quellen