Sonntag, 15. Februar 2015

Atomkraftwerk Rajasthan

Das indische Atomkraftwerk Rajasthan, auch Rajasthan Atomic Power Station (RAPS) oder Rawatbhata Atomic Power Project (RAPP) genannt, liegt etwa 65 Kilometer von Kota entfernt am Chambal, rund drei Kilometer oberhalb des Damms, der den Stausee Rana Pratap Sagar aufstaut. Die Anlage liegt im Bundesstaat Rajasthan, Distrikt Chittorgarh.

Die nächste Ortschaft ist Tamlao. Rawatbhata ist etwa elf Kilometer entfernt. Dort sind die Arbeiter des Kraftwerks untergebracht. In Kota befindet sich seit den 1980er-Jahren eine Fabrik für schweres Wasser.

Geschichte

1. August 1965. Baubeginn Block 1. Er bekommt einen kanadischen CANDU-Reaktor mit einer geplanten elektrischen Bruttoleistung von 220 MWe. Nach vielen Zwischenfällen und Reparaturen erreicht er eine elektrische Bruttoleistung von 100 MWe und eine elektrische Nettoleistung von 90 MWe erreicht.

1. April 1968. Baubeginn Block 2. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer geplanten Bruttoleistung von 220 MWe. Nach vielen Zwischenfällen und Reparaturen erreicht er eine elektrische Bruttoleistung von 200 MWe und eine elektrische Nettoleistung von 187 MWe erreicht.

1971. Der Bau von Reaktor 1 wird mit kanadischer Hilfe begonnen. Es ist Indiens erster Druckwasserreaktor (DWR/PWR) mit Schwerem Wasser als Moderator (PHWR). 

11. August 1972. Reaktor 1 wird erstmals kritisch.

30. November 1972. Reaktor 1 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

16. Dezember 1973. Block 1 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

18. Mai 1974. Indien testet erstmals eine Atombombe. Daraufhin zieht sich Kanada aus der Zusammenarbeit zurück. Daher kommt es zu starken Verzögerungen beim Bau von Block 2.

1. November 1980. Reaktor 2 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

1. April 1981. Block 2 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

1. Februar 1990. Baubeginn Block 3. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 220 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 202 MWe.

1. Oktober 1990. Baubeginn Block 4. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 220 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 202 MWe.

2. Februar 1994. Block wird abgeschaltet, da Helium und Tritium aus einem Ventil entwichen. 

August 1994. Block 2 muss für 3 ½ Jahre stillgelegt werden, weil zahlreiche Kühlrohre lecken. Man tauscht die Zircalloyrohre gegen widerstandfähigere Rohre aus Zirkon-Niob aus. Nach erfolgter Reparatur geht der Reaktor wieder ans Netz.

31. März 1997. Nachdem eine Methode entwickelt wurde, das Ventil in Block 1 zu versiegeln, wird der Reaktor wieder angefahren.

5. Mai 1998. Nach einem Leck in einem Wärmeübertrager läuft eine große Menge Tritium in den Stausee.

24. Dezember 1999. Reaktor 3 wird erstmals kritisch.

10. März 2000. Reaktor 3 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

1. Juni 2000. Block 3 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

3. November 2000. Reaktor 4 wird erstmals kritsch.

17. November 2000. Reaktor 4 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

23. Dezember 2000. Block 4 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

18. September 2002. Baubeginn Block 5. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 220 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 202 MWe.

21. Januar 2003. Baubeginn Block 6. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 220 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 202 MWe.

22. Dezember 2009. Reaktor 5 wird erstmals kritisch und noch am selben Tag mit dem Stromnetz synchronisiert.

31. Dezember 2009. Block 5 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

28. März 2010. Reaktor 6 wird erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert.

31. März 2010. Block 6 geht in den kommerziellen Leistungsbetrieb.

18. Juli 2011. Baubeginn Block 7. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 700 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 630 MWe.

30. September 2011. Baubeginn Block 8. Er bekommt einen Atomreaktor vom Typ PHWR mit einer elektrischen Bruttoleistung von 700 MWe und einer elektrischen Nettoleistung von 630 MWe.

Oktober 2014. Es wird bekannt, dass der abgeschaltete Reaktor RAPS-1 nicht wieder hochgefahren werden soll. RAPS-1 ist damit der erste kommerzielle Atomreaktor Indiens der dauerhaft stillgelegt wird.

30. Juni 2016. Reaktor 7 soll mit dem Stromnetz synchronisiert werden.

31. Dezember 2016. Reaktor 8 soll mit dem Stromnetz synchronisiert werden.

Atomkraftwerke in Indien

Quellen