Mittwoch, 2. Mai 2018

"Erst wenn der letzte Baum gerodet ..." - Weissagung der Cree

  
Häuptling Seattle (1864)

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“
(Englische Version: Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten.)

Der 2. August 2017 ist der diesjährige "Welterschöpfungstag" (Earth Overshoot Day oder Ecological Debt Day). Das ist der Tag an dem die Menschheit laut der Organisation Global Footprint Network so viele Ressourcen aufgebraucht hat wie die Erde dauerhaft liefern könnte. Deutschland hat bereits am 2. Mai 2018 seine Ressourcen für das komplette Jahr verbraucht.

Laut der Umweltdenkfabrik Wuppertal Instituts dürfte ein Mensch in einem Industrieland acht Tonnen Ackerboden, Holz und Mineralien verbrauchen um die Erde nicht übermäßig zu belasten. Der globale Ressourcenbedarf beträgt im Jahr 2017 rund 1,7 Erden. Würden alle Länder weltweit so wirtschaften wie Deutschland, wären im Jahr 2017 etwa 3,2 Erden notwendig gewesen.

Der Welterschöpfungstag kommt in jedem Jahr früher. Frühere Welterschöpfungstage waren der 7. August 2016, 13. August 2015, 19. August 2014, 20. August 2013, der 22. August 2012, 27. September 2011, 21. August 2010, 25. September 2009, 23. September 2008, 26. Oktober 2007, 20. Oktober 2005, der 21. November 1995, der 7. Dezember 1990, und der 19. Dezember 1987. Die Sprünge resultieren aus Änderungen bei der Berechnungmethodik.

Bei gleichbleibender Entwicklung würden bis 2030 jährlich Ressourcen von zwei Planeten beansprucht werden, bis zum Jahr 2050 wären es sogar 3 Erden. Anfang der 1960er Jahre wurden "nur" drei Viertel der Erdfläche genutzt. In den 1970er Jahren hat die Menschheit angefangen "Schulden" auf Kosten der Nachkommen zu machen.

Zeichen dafür sind immer größere Flüchtlingsströme, Klimawandel, Smog, Artensterben, Wassermangel, Kollaps der Fischbestände und immer mehr unfruchtbare Böden - selbst die Tiefsee ist laut einer Studie vom Meeresinstitut der Universität der Azoren [veröffentlicht 2014 in "PLoS One"] bereits mit Plastik, Netzen, Glas, Metall, Keramik ... zugemüllt. Pro Jahr gelangen laut einer Studie die im Magazin Science veröffentlicht wurde zwischen 5,5 und 14,6 Mio. Tonnen Müll ins Meer. Im Jahr 2010 sollen es 4,8 bis 12,7 Millionen gewesen sein. Insgesamt können sich dadurch bereits 142 Mio. Tonnen Plastikmüll angesammelt haben.

Laut Vereinten Nationen fällt pro Jahr eine Fläche von 12 Mio. Hektar der sogenannten Desertifikation (Klimawandel und Verschlechterung der Böden) zum Opfer.

Auch Verteilungskriege sind klare Anzeichen für eine Übernutzung der Erde. 2014 wird auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor potentiellen Konflikten durch Wasserengpässe in China und Indien gewarnt. 2017 sterben laut Uno jährlich etwa 12,6 Millionen Menschen (das ist jeder vierte Todesfall) an den Folgen einer verpesteten Umwelt.

Der US-amerikanische Ökonom und UN-Sonderbeauftragte Jeffrey Sachs hat bereits im Jahr 2008 behauptet, dass die Krisen im Irak, Pakistan, Somalia und Sudan weniger mit Islamisierung und dafür mehr ökologische und wirtschaftliche Gründe - extreme Armut und Umweltzerstörung - hat.

Umweltverschmutzung

20. Oktober 2017. Die Lancet Commission on Pollution and Health hat zwei Jahre lang mit 40 Experten an einer Studie zur Umweltverschmutzung gearbeitet. Demnach steht jeder sechste Todesfall weltweit (neun Millionen) in Verbindung mit der Verschmutzung von Luft, Wasser oder Boden. Die wirtschaftlichen Folgen werden auf 4,6 Billionen US-Dollar geschätzt. Das sind mehr als sechs Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.
Dabei handelt es sich um wissenschaftlich fundierte Schätzungen da ein exakter Nachweis extrem schwierig bis fast unmöglich ist. Häufig stirbt ein Mensch erst Jahre, nachdem er einer Verschmutzung ausgesetzt war. Die Forscher nennen ihre Arbeit eine konservative Schätzung, vermutlich ist die Zahl noch deutlich höher.

Luftverschmutzung

28. Juni 2016. Laut dem Report "Energy and Air Pollution" der Internationalen Energieagentur (IEA) sterben derzeit etwa 6,5 Millionen Menschen etwa an den Folgen von verunreinigter Luft sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen. Laut einer WHO-Schätzung sind schon 2014 jährlich etwa sieben Millionen Menschen an den Folgen von Smog gestorben sein. Allein Feinstaub soll davon pro Jahr etwa 3,3 Mio Menschen töten. Wenn nicht weiter gegen die schlechte Luft vorgegangen werde soll die Zahl der dadurch bedingten Todesfälle bis 2040 auf 7,4 Millionen pro Jahr ansteigen. Luftverschmutzung ist demnach inzwischen die viertgrößte Gefahr für die Gesundheit nach Bluthochdruck, ernährungsbedingten Risiken und Rauchen. Die Investitionen in diesem Bereich müssen laut IEA um sieben Prozent oder knapp fünf Milliarden Dollar angehoben werden, um die Zahl der Toten deutlich zu verringern.

27. September 2016. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden 92% aller Menschen auf der Erde laut einer neuen Studie  unter Luftverschmutzung. An den Folgen sterben jährlich mehr als sechs Millionen Menschen. Bei der Studie geht es vor allem um den besonders gesundheitsgefährdenden PM2,5-Feinstaub. Der WHO-Grenzwert liegt bei 10 Mikrogramm/Kubikmeter für PM2,5.

31. Oktober 2016. Das Kinderhilfswerk Unicef veröffentlicht eine 96-seitige Studie zu den Auswirkungen von Luftverschmutzung auf Kinder. Demnach ist jedes siebte Kind auf der Welt - 300 Millionen Kinder weltweit - einer Luftverschmutzung ausgesetzt, die das Sechsfache oder mehr des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesetzten Richtwerts überschreitet.
Kinder in Südasien, im Mittleren Osten und in Afrika sowie in der ostasiatischen und der Pazifik-Region sind demnach am stärksten gefährdet. Zu den am schlimmsten luftverseuchten Städten der Welt gehören Onitsha (Nigeria), Zabol in Iran, das indische Gwallor, Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sowie Peschawar im Nordwesten Pakistans. Europa und Nordamerika sind auf der Liste nicht zu finden.
Als Ursachen führt der Bericht Fahrzeugabgase, Fabrikemissionen, Müllverbrennung und Staub auf. Lungenentzündungen und andere Erkrankungen der Atemwege sind in vielen Fällen nachweislich auf eine hohe Schadstoffbelastung der Innen- und Außenluft zurückzuführen. Bei Kindern unter fünf Jahren haben sie einen Anteil von fast 10% an den Todesfällen.

30. Oktober 2017. 2015 sind 21 asiatischen Ländern 803.000 vorzeitige und vor allem vermeidbare Todesfälle auf die zunehmende Luftverschmutzung zurückzuführen. Zudem werden in 87 Prozent der Städte weltweit die Feinstaub-Grenzwerte der WHO regelmäßig überschritten.

2. Mai 2018. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben etwa sieben Millionen Menschen pro Jahr durch das Einatmen verschmutzter Luft. Den Angaben zufolge atmen neun von zehn Menschen weltweit Luft ein, die eine zu hohe Konzentration an Schadstoffen aufweist. Die Hauptlast tragen  demnach Menschen in den ärmsten Weltregionen. Etwa 90 Prozent aller Todesfälle durch Schmutzluft seien in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verzeichnen. Asien und Afrika seien die Brennpunkte der Krise. 3,8 Millionen der Todesfälle gehen auf schlechte Luft in Innenräumen zurück. Schädlich wirkt hier in erster Linie der Rauch aus offenen Feuerstellen.

Den Angaben zufolge verursacht verschmutzte Luft ein Viertel aller tödlich verlaufenden Herzerkrankungen bei Erwachsenen. Ein Viertel aller Schlaganfälle, knapp 30 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs und 43 Prozent aller chronischen Lungenleiden lassen sich laut WHO ebenfalls darauf zurückführen. Die Angaben beruhen auf Schätzungen, deren Basis nicht in allen Ländern vollständig ist. Mittlerweile liefern 4300 Städte Daten zur Luftqualität, zwei Jahre zuvor waren es nur 3000.

Klimawandel

30. Oktober 2017. Eine aus Klimaforschern, Medizinern und Ökonomen zusammengesetzte Kommission für Gesundheit und Klimaschutz des Fachblatts Lancet kommt zu dem Ergebnis dass von 2000 bis 2016 etwa 125 Millionen Menschen über 65 Jahre weltweit Hitzewellen ausgesetzt waren mit entsprechenden gesundheitlichen Folgen, etwa für das Herz-Kreislaufsystem. Bis 2050 könnte die Zahl der Menschen, die direkt an den Folgen von Hitzewellen leiden, eine Milliarde erreichen.

Die Zahl der Hungernden ist weltweit gesehen seit 1990 der Welternährungsorganisation (FAO) zufolge zunächst deutlich zurückgegangen, seit wenigen Jahren kehrt sich der Trend aber um. In 30 besonders armen und vom Klimawandel betroffenen Ländern Asiens und Afrikas hat sich die Zahl der unterernährten Menschen laut Lancet seit 1990 sogar von 398 Millionen auf 422 Millionen erhöht. Für jedes Grad globalen Temperaturanstiegs würden sich die globalen Weizenerträge zudem um 6 Prozent verringern, bei Reis betrage der Schwund gar 10 Prozent.

Artensterben

In den letzten 540 Millionen Jahren gab es laut einem Themenschwerpunkt des Fachmagazins "Science" 5 Mal ein gewaltiges Artensterben. Laut Wissenchaftlern ist nun eine sechste Welle in vollem Gange. Seit 1500 sind demnach mehr als 320 terrestrische Wirbeltiere ausgestorben. Die bisher überlebenden Populationen sind durchschnittlich um 25% geschrumpft. Innnerhalb der letzten 40 Jahre wurden laut einem Bericht des WWF 39% der Anzahl der Wirbeltiere vom Menschen ausgerottet. Ähnlich sieht es auch bei den wirbellosen Tieren wie Insekten aus. Jedes Jahr gehen von geschätzten 5 bis 9 Millionen Tierarten weltweit etwa 11.000 bis 58.000 verloren. In Lateinamerika ging die Zahl der Tiere um 83% zurück.

22. Juni 2015. Laut einer Studie die von Gerardo Ceballos von der Universität in Mexiko und Kollegen im Fachmagazin "Science Advances" ist das sechste große Massensterben sei bereits im Gange. Sie warnen, dass ein massiver Rückgang der Vielfalt auch für den Menschen gefährlich werden könnte. Bisher gab es fünf solcher großer Artensterben. Das letzte große fand vor 65 Millionen Jahren statt, als die Dinosaurier und mit ihnen etwa 70 Prozent aller Arten ausstarben.
Ceballos und Kollegen haben die Sterberaten von Wirbeltieren - unterteilt in Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische - seit dem Jahr 1500 mit dem sogenannten Hintergrundsterben verglichen, also der Anzahl der Spezies, deren Tod ohne den Einfluss des Menschen zu erwarten wäre und kommen sie auf eine durchschnittliche Sterberate im letzten Jahrhundert, die zwischen acht bis 100 mal höher ist, als natürlicherweise zu erwarten gewesen wäre.

18. Juli 2016. Im Rahmen des "Projecting Responses of Ecological Diversity in Changing Terrestrial Systems" (Predicts) wurden 2,38 Mio. Datensätze von Tim Newbold (University College in London) und seinen Kollegen zur mittelfristigen Entwicklung und Bedeutung von 40.000 Arten analysiert. Fast 19.000 Orte waren in diesen Datensätzen berücksichtigt. Laut der Studie zeigt sich, dass die Biodiversität in einem großen Teil dieser Welt bereits über der Belastungsgrenze liegt und 58% der Ökosysteme ihre Funktion nicht mehr erfüllen können.

27. Oktober 2016. Laut dem Living Planet Report 2016 des WWF gingen die Bestände bei mehr als untersuchten 14.000 Wirbeltierarten zwischen 1970 und 2012 im Schnitt um knapp 60 Prozent zurück. Knapp 30 Prozent von 32.000 Tier-, Planzen- und Pilzarten sind demnach im Bestand gefährdet, 5,6 Prozent bereits ausgestorben.

Bevölkerungswachstum

Am 31. Oktober 2011 wurde laut dem Weltbevölkerungsbericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen wurde die Sieben-Milliarden-Menschen-Marke überschritten. Dabei ist die Festlegung auf einen Tag als symbolischer Akt zu verstehen, weil Schätzungen der Weltbevölkerung nur mit einer Bandbreite von 5 % mehr oder weniger möglich sind.

Laut Deutsche Stiftung Weltbevölkerung hat sich die Zahl der Kinder pro Frau seit 1970 statistisch gesehen von 4,7 Kinder auf 2,5 Kinder verringert. In Europa sind es durchschnittlich 1,6 Kinder (1970 waren es 2,3), In Asien 2,2 (1970: 5,4) und in Afrika 4,7 (1970: 6,7). In Deutschland sind es 1,4 (1970: 2,1). In den Entwicklungsländern soll es zu etwa 80 Mio. ungewollten ungewollten Schwangerschaften pro Jahr kommen weil ca. 25% der Frauen nicht verhüten können obwohl sie das wollten.
Zudem sterben von 1000 Lebendgeborenen noch 38 Babys. Im Jahr 1970 waren es noch 89.

Die UNO erwartet mit Stand 2010 bei mittlerer Projektion bis 2025 8,17 Milliarden und bis 2100 10,9 Milliarden Menschen. 1975 betrugen die Prognosen für 2010 7,6 Milliarden Menschen, für 2100 12,3 Milliarden. Bei der aktuellen Prognose gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau (Fertilitätsrate) von heute 2,5 Kindern pro Frau weltweit bis zum Jahr 2100 unter das so genannte Ersatzniveau (2,1) auf zwei Kinder pro Frau sinken wird.

Wenn die durchschnittliche Kinderzahl um ein halbes Kind pro Frau höher läge, würde die Weltbevölkerung bis 2100 auf 16,6 Milliarden Menschen anwachsen (hohe Variante). Bei einem halben Kind weniger würden im Jahr 2100 nur noch 6,8 Milliarden Menschen auf der Erde leben (niedrige Variante). Angenommen, die Kinderzahl pro Frau bliebe bis 2100 konstant auf dem heutigen Niveau, würde die Weltbevölkerung zur Jahrhundertwende auf über 28 Milliarden Menschen anwachsen.

Um das Jahr 1800 betrug die Weltbevölkerung rund 1 Milliarde Menschen; um 1930 waren es 2 Milliarden; 1960 dann 3 Milliarden und im Jahr 1975 mehr als 4 Milliarden. Am 11. Juli 1987 überschritt die Weltbevölkerung nach UN-Berechnungen die Zahl von fünf Milliarden Menschen. Um auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam zu machen, wurde seit 1989 der 11. Juli eines jeden Jahres zum Internationalen Weltbevölkerungstag erklärt. Am 12. Oktober 1999 wurde nach UN-Berechnungen der sechsmilliardste Mensch auf der Erde geboren; am 31. Oktober 2011 der siebenmilliardste Mensch. Nach Schätzung der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung lebten am 11. Juli 2013 rund 7,16 Milliarden Menschen auf der Erde.

Deutschland

Die Nitrat-Belastung in einem Viertel aller Trinkwasser-Reservoirs ist in Deutschland deutlich höher als der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter weil die Bauern zu viel düngen. Im Wasserwerk Großkneten in Niedersachsen lag der Wert im Jahr 2013 zum Beispiel bei durchschnittlich 93 Milligramm Nitrat pro Liter.

Die höchsten Werte sind u.a. aus der Region um Oldenburg. Dort sind die größten Tiermastbetriebe Deutschlands. In den riesigen Ställen fallen jährlich Millionen Tonnen stickstoffreiche Gülle und Kot an. Diese werden auf den Feldern entsorgt. Da es jedoch weit mehr als die Pflanzen aufnehmen können ist wird der überschüssige Stichstoff in Nitrat umgewandelt und sickert ins Grundwasser. Nach 5 bis 30 Jahren dringt es in die Schichten vor aus denen Trinkwasser gepumpt wird.

Auch die 8000 Biogasanlagen in denen Mais oder Gülle vergoren wird leisten ihren Beitrag zu dem Problem. Die Gärreste die wiederum voller Stickstoff sind landen zusätzlich in großen Mengen auf den Äckern. Dafür gibt es noch nicht einmal Regeln.

Nitrat ist zwar in dieser Dosis nicht sofort tödlich. Aber es kann schwerwiegende Folgen haben: Bei Säuglingen kann es den Sauerstofftransport behindern. Dadurch entsteht Sauerstoffmangel und die Babys laufen blau an. Unter bestimmten Umständen kann es auch im menschlichen Magen in Nitrosamine umgewandelt werden. Dadurch kann wiederum Krebs entstehen.

18. Oktober 2017. Laut einer Studie der Radboud University in Nijmegen (Niederlande) die im Fachmagazin "Plos One" veröffentlicht wurde hat die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland in den vergangenen 27 Jahren um mehr als 75 Prozent abgenommen.

China

In China ist demnach mehr als die Hälfte des Grundwassers mit Rückständen aus Industrie und Viehhaltung verdreckt. Jedes Jahr müssen laut Schätzungen des zuständigen chinesischen Ministeriums wegen der Belastung mit Schwermetallen etwa 10 Millionen Tonnen Getreide vernichtet werden. China plant jedoch einen Ausbau der Stromgewinnung durch Kohle um 75%. Die meisten der neuen Kohlekraftwerke sollen in Gebieten mit bereits belasteter Wasserversorgung gebaut werden.
Von dem her muss ich mich sehr wundern dass man die sogenannte "Ein-Kind-Politik" von China derart kritisiert wie es manche tun. Ist es wirklich grausamer wenn Familien "nur" ein Kind haben dürfen um durch eine Konsolidierung der Anzahl der Menschen auf so viele zu kommen dass der Welterschöpfungstag frühestens auf den 1. Januar des folgenden Jahres fällt?

15. Februar 2014. In einem soeben veröffentlichten gemeinsamen Blaubuch der Shanghaier Akademie für Sozialwissenschaftler und des Pekinger Sozialwissenschaftlichen Akademischen Verlags heist es wörtlich dass Peking wegen der Luftverschmutzung "für Menschen kaum bewohnbar" ist. Gestern haben die Feinstaubwerte in Peking 464 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann man aber nur bis maximal 10 Mikrogramm pro Kubikmeter gesund leben.

18. April 2014. Zwischen 2005 und 2013 wurde in China die Qualität des Bodens untersucht. Anschließend wurde die Studie zunächst nicht veröffentlicht sondern ein Jahr als Verschlussache eingestuft. Nun wird im Internet eine fünfseitige Zusammenfassung zugänglich gemacht. 19,4% der Agrarfläche Chinas sind mit Kadmium, Nickel und Arsen verseucht. Ortsangaben fehlen jedoch. Im ganzen Land sind daher wohl verseuchte Nahrungsmittel im Umlauf. Die Hauptquellen der Verschmutzung sind der Studie nach Industrie und Landwirtschaft. Industrieabfälle und Minen sind demnach für einen großen Teil der vergifteten Böden verantwortlich.

19. Mai 2016. Laut einer Studie von chinesischen Wissenschaftlern und der Naturschutzorganisation "The Nature Conservancy" sind nun 60 bis 80% des Grundwassers in China nicht trinkbar. Das Wasser aus jedem dritten chinesischen See und Fluss ist nicht mehr für die menschliche Nutzung geeignet. Verantwortlich dafür ist nicht nur die Industrie, sondern auch die Landwirtschaft. Dünger, Insektenvernichtungsmittel und Abfälle geraten in Seen, in Flüsse und ins Grundwasser.

Europa

Eine Studie von Forschern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz veröffentlicht im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences eine Studie laut der die ökologischen Risiken durch Chemikalien in den Gewässern Europas wesentlich höher ist als bisher angenommen.
Von den Forschern wurden behördlich erfasste Daten aus etwa 4000 Flüssen in Europa ausgewertet. Dabei wurden 35 ökologisch besonders bedenkliche Chemikalien in Konzentrationen, die Fischarten, Algen und wirbellose Tiere krank machen oder töten können gefunden. Die Gefahr durch Chemikalien könnte aber noch viel größer sein. Bei den ermittelten Risikowerten wurde nicht berücksichtigt ob sich bestimmte Schadstoffe in der Wirkung gegenseitig verstärken oder beim Abbau noch giftigere Substanzen entstehen. Ausserdem wird ganz offenbar in manchen Ländern nicht sauber bei den Messungen gearbeitet.
Unter den akut gefährlichen Chemikalien sind Pestizide, Flammschutzmittel und organische Zinnverbindungen wie Biozid Tributylzinn am häufigsten vertreten.
Die EU wird demnach das Ziel, die Gewässerqualität bis 2015 deutlich zu verbessern, nicht erreichen.

Schweiz

1950er, 60er und 70er Jahre. Die Schweiz leidet unter einer akuten Umweltkrise. Die schweizerische Bevölkerung wächst stark, unser Wohlstand nimmt rasant zu. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind sichtbar. Man kann sie riechen. Mit Klär- und Kehrichtverbrennungsanlagen, Abluftfiltern, Lärmschutz und dem Umbau der Arbeitsplätze kann die Lage in der Schweiz selbst stabilisiert werden.

17. April 2016. Wenn man nur die Emissionen der Produktion ansieht, steht die Schweiz nun weltweit sehr gut da. Wenn man jedoch die Emissionen aufrechnet, die mit dem Konsum verbunden sind, unabhängig wo sie entstehen, dann belastet ein Schweizer den Planeten genauso sehr wie ein Deutscher oder ein Brite. Er verbraucht etwa dreimal so viele natürliche Ressourcen, wie er sollte: Boden, Wasser, Luft oder Bodenschätze.

Indien

In Indien müssen bereits jetzt Städte mit Tankfahrzeugen aus dem Umland versorgt werden. Dort wird 37% mehr Grundwasser verbraucht als auf natürlichem Weg nachkommt. Dazu wurden in Indien durch exzessive Bewässerung und Düngung Millionen Hektar Land unbrauchbar gemacht.

4. Mai 2015. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Luft von weltweit 1600 Städten untersucht. Die rote Laterne hat nun Delhi bekommen. Die indische Stadt ist demnach "45%" schmutziger als Peking.

Naher Osten / Nordafrika

Länder wie Saudi Arabien, Libyen, Israel und Jordanien decken einen Großteil ihres Wasserbedarfs aus fossilen Grundwasserspeichern, die sich vor Jahrtausenden gefüllt haben, ab. Dieses Wasser kann bereits in wenigen Jahrzehnten verbraucht sein und ist zum Großteil mit natürlicher Radioaktivität belastet.

8. Dezember 2016. Während der Durst der Städte im Nahen Osten steigt, trocknen Kriege und Krisen trocknen von Syrien bis zum Iran ganze Flüsse aus. Zugleich baut die Türkei Staudamm um Staudamm.
Nach einer Studie des Joint Research Centers (JRC) der europäischen Kommission um Jean-François Pekel hat der Iran seit 1984 knapp 54 Prozent seiner Oberflächengewässer verloren (Nature: Pekel et al., 2016). In Afghanistan und im Irak ist die Lage ähnlich ernst.
Amman und Irbid, die größten Städte Jordaniens wurden noch in den 1950er Jahren nur von knapp 150.000 Einwohner bevölkert. Heute verliert der Fluß Jarmuk nach Daten des International Water Management Institutes (IWMI) knapp 150 Millionen Kubikmeter im Jahr an die fünf Millionen Einwohner in den Metropolen.
Nur noch ein Zehntel des Wassers, das noch vor 60 Jahren über den Jordan in das Tote Meer floss, erreicht heute den berühmten salzigen See. Das liegt nicht nur an Jordanien, sondern auch an Israel. Seit den 1970er Jahren wird dem See Genezareth am Oberlauf des Jordans Wasser entnommen, sodass der Fluss zu einem Rinnsal verkommt und das Tote Meer verschwindet.

Bilder aus Wikimedia Commons
Häuptling Seattle (1864), Lizenz: Public Domain, Urheber: L.B. Franklin

Quellen
02.05.2018, Sueddeutsche, Daten der WHO, Luftverschmutzung verursacht sieben Millionen Todesfälle im Jahr
02.05.2018, Sueddeutsche, Klimaschutz, Wir Umweltsünder
18.12.2017, Telepolis, "Armut, Hunger, Naturzerstörung sind eine logische Begleiterscheinung unseres Wirtschaftens"
04.12.2017, Spiegel, Uno-Umweltgipfel in Kenia, Jeder vierte Mensch stirbt an den Folgen von Umweltverschmutzung
30.10.2017, Heise, Forscher: Gesundheitliche Folgen des Klimawandels schon heute drastisch
20.10.2017, Tagesschau, Studie zur Umweltverschmutzung, Giftige Böden, dreckige Luft - Millionen Tote
18.10.2017, Spiegel, Langzeitstudie, Zahl der Insekten in Deutschland sinkt deutlich
18.10.2017, Sueddeutsche, Forscher belegen Insektensterben, Dramatischer Insektenschwund in Deutschland
18.10.2017, Tagesschau, Langzeitstudie, Dramatisches Insektensterben
02.08.2017, taz, „Earth Overshoot Day 2017“, Rohstoffe ab jetzt auf Pump
08.12.2016, Zeit, Wassermangel, Der Nahe Osten kämpft ums Wasser
27.10.2016, Spiegel, Unicef-Bericht, Jedes siebte Kind weltweit atmet giftige Luft
27.10.2016, FAZ, Der Mensch zerstört den Planet, WWF warnt: „Erde steht vor Burn-Out“
27.09.2016, Spiegel, WHO-Bericht, 92 Prozent aller Menschen atmen Dreckluft
08.08.2016, Zeit, Die Ressourcen der Erde, Eine Welt ist nicht genug
08.08.2016, Tagesschau, Jährliche Ressourcen aufgebraucht, Für 2016 war's das
07.08.2016, taz, Ingenieur über World Overshoot Day, „Die Deutschen sind viel zu langsam“
07.08.2016, Tagesspiegel, Die Ressourcen der Erde, Die Welt ist nicht genug
17.07.2016, Welt, STUDIE, 58 Prozent aller Landflächen droht der Ökokollaps
15.07.2016, Stuttgarter-Zeitung, Umwelt, Der schleichende Tod der Insekten
27.06.2016, Spiegel, Luftverschmutzung, Zahl der Toten könnte auf 7,4 Millionen steigen
19.05.2016, Tagesschau, Wasserqualität in China, Vergiftet, verseucht, unbrauchbar
18.04.2016, Spiegel, Studie zur Wasserverschmutzung, So verseucht sind Chinas Flüsse und Seen
17.04.2016, Zeit, Nachhaltigkeit, "Untüchtige verschwinden"
02.11.2015, Tagesspiegel, Klimaschutz, "Der Reichtum zerstört die Umwelt"
13.08.2015, Sueddeutsche, Umweltschutz, "Welterschöpfungstag"
22.06.2015, Spiegel, Forscher warnen, Das sechste Massensterben hat begonnen
04.05.2015, Welt, Dicke Luft – Indien überholt den Erzrivalen China
12.02.2015, Zeit, MÜLL Plastikmüll in den Ozeanen wird jedes Jahr mehr
15.01.2015, Spiegel, Ressourcen, Menschheit treibt Natur über Belastungsgrenzen
30.09.2014, Sueddeutsche, WWF-Bericht, Mensch halbiert die Zahl der Wirbeltiere binnen 40 Jahren
19.08.2014, Focus, Welterschöpfungstag, Jetzt leben wir auf Pump bei der Erde
19.08.2014, taz, Erdressourcen für 2014 aufgebraucht, Ab jetzt leben wir auf Pump
12.08.2014, Tagesschau, Statistik der Stiftung für Weltbevölkerung, Jede Frau bekommt 2,5 Kinder
06.08.2014, Telepolis, Droht das sechste Massensterben?
28.07.2014, Welt, Erde, Sechste Welle des Artensterbens in vollem Gange
19.06.2014, taz, Desertifikation der Erdoberfläche, Die Wüste lebt
16.06.2014, Sueddeutsche, Umweltmonitoring, Europas Gewässer erheblich mit Chemie belastet
01.05.2014, Spiegel, Studie vor Europas Küsten, Sogar die Tiefsee ist vermüllt
18.04.2014, Tagesschau, Umweltschäden in China, Verseuchte Erde
12.04.2014, Sueddeutsche, Belastetes Trinkwasser in Deutschland, Es stinkt zum Himmel
15.02.2014, Sueddeutsche, Luftverschmutzung, Peking ist unbewohnbar
02.02.2014, Spiegel, Sicherheitskonferenz,Studie warnt vor Wasserkrise in China und Indien
01.12.2013, Welt, Versiegelung, Unfruchtbare Böden bedrohen die Welternährung
24.11.2013, Tagesspiegel, Sozialpolitik in China, Ende des gesellschaftlichen Maßschneiderns
20.08.2013, Focus, Welterschöpfungstag, Ab heute lebt die Welt auf Pump bei der Umwelt
Wikipedia, Earth Overshoot Day
Wikipedia, Weissagung der Cree
Wikipedia, Weltbevölkerung