Dienstag, 12. Dezember 2017

European White Knights of the Burning Cross (EWKotBC)

Brennendes Kreuz
Der European White Knights of the Burning Cross (EWKotBC) ist der europäische Ableger vom Ku-Klux-Klan (KKK). Er hat laut eigenen Angaben Landesgruppen in Deutschland, England, Schweden, Frankreich, Österreich, Schweiz und Italien. Die Gruppen haben US-amerikanische Bruderklans.

Zuvor gab es bereits mehrfach versprengte Gründungen im Umfeld des US-amerikanischen KKK. Darunter auch den "European White Knights of the Ku Klux Klan - Realm of Germany" (EWK KKK) miot dem der EWKotBC oft verwechselt wird. Der EWK KKK wurde am 1. Oktober 2000 gegründet und vermutlich gegen Ende 2002 aufgelöst. Zu dieser Zeit existierte der EWKotBC noch nicht. Auch auf der Website des EWKotBC wird jegliche Verbindung geleugnet und mit Rechtsmitteln gedroht, wenn jemand einen Zusammenhang herstellt.

Der europäische Ableger des KKK vertritt wie das Vorbild aus den USA ein rassistisches und ultrarechtes Weltbild. In den Zeremonien wird eine Mischung aus christlicher Mystik und vorgeblicher Verteidigung der "Weißen Rasse" gegen Sozialisten und andere Linke zelebriert.

Der vom Verfassungsschutz teilweise mitgelesene E-Mail-Verkehr unter den Klan-Mitgliedern ist voller rassischer Verunglimpfungen. Es fielen Sätze wie „Wir werden hier Fremde im eigenen Land. Aber nicht mit uns! Jeder von uns Kluxern ist ein patriotischer Botschafter unserer Rasse, unserer germanischen Kultur und unseres christlichen Glaubens.“

Der Gründer, die "Europa- und Landes-Führungsoffiziere" sowie alle Mitglieder des EWKotBC müssen Europäer weißer Hautfarbe sein. Die deutsche Gruppe wird auf ca. 100 Mitglieder geschätzt. Sie soll sich auf den Großraum Berlin und die östlichen Bundesländer konzentrieren. Sie ist offiziell durch die KKK-Dachgesellschaft der USA und deren Vertreter Reverend A. L. Holtzclaw anerkannt.

Rekrutiert werden durch mündliche Ansprache und über das Internet vor allem junge Mitglieder. Die Gruppe druckte auch den geheimen "Kloran", die "Bibel" des KKK nach. Sie war für Mitglieder über die Internetseite für 150 Euro zu erwerben. Zudem gab es dort ein Aufnahmeformular mit welchem 13- bis 17-jährige angesprochen werden, sich "mit Gleichaltrigen auszutauschen und ein gut strukturiertes Leben zu starten".

Ein Ex-Mitglied sagt später vor Gericht aus dass die Gruppe auf "Idiotenfang" gewesen wäre, in dem sich "gestrandete Nazis" sammeln sollten. Auch für die Mitgliedschaft musste bezahlt werden.

Markus Ragusch vom Antifaschistischen Infoblatt bezweifelt, dass der Klan über nennenswerten Einfluss verfügt. Schätzungen nach belaufe es sich auf eine kleine Splitterorganisation mit weniger als zehn Mitgliedern, die sich durch die Berichterstattung im Berliner Kurier und im Express gekonnt selbst inszenieren konnte.

Geschichte

2007. Der "Reverend Imperial Wizard" (Bürgerlich Peter B. aus Berlin, geb. 1954) gründet laut eigener Aussage den EWKotBC durch Anmeldung der Website mit der offiziellen Erlaubnis der Klan-Organisation White Legion Knights. Im deutschen KKK nimmt der "Imperial Wizard" die höchste Position ein. Er selbst bezeichnet sich auch als "Reverend Bishop" ("hochwürdiger Bischof"). Die Gruppe wird von Polizei und Geheimdiensten beobachtet.

Ebenfalls nach eigener Aussage war Peter B. zuvor jahrelang im US-amerikanischen KKK aktiv. Dort gehörte er der Organisation Imperial Klans of America an und war in Europa für diesen Klan als Vertreter aktiv (im KKK-Jargon wird dies als "Ghoul" bezeichnet), Mit den Jahren sei er dort im Rang aufgestiegen.

2009. Bei Peter B. findet eine Hausdurchsuchung statt. Dabei werden Klan-Devotionalien und eine Hitlerbüste gefunden. Der "Imperial Wizard" taucht auf einer Urkunde eines Klan-Mitglieds aus Mecklenburg-Vorpommern als "president and creator of the greatest and oldest Ku-Klux-Klan in Germany" (dt.: als Präsident und Gründer des größten und ältesten Ku-Klux-Klan in Deutschland) auf.

Mitte April 2011. Peter B. muss sich wegen Volksverhetzung und Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen vor Gericht verantworten. Bilder auf seiner mutmaßlichen Internetseite stellen Dunkelhäutige als minderwertig dar und sprechen ihnen das Lebensrecht ab. Nach dem ersten Verhandlungstag bezeichnet er den Richter in einer E-Mail als "Judensau". Er meint auch, es würde eine Zeit kommen, da "nicht nur Plakate an deutschen Laternen hängen". Er wird zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt.

14. September 2011. Peter B. wird vom ältesten Klan der USA mit dem K-Quad ausgezeichnet. Das ist die höchstmögliche Auszeichnung innerhalb vom KKK. Sie ist ein "Ehrengrad". In der Regel wird der K-Quad erst nach dem Tode verliehen.

2011. Es wird eine "Crosslighting"-Zeremonie der deutschen Klan Mitglieder bekannt. Auf einer Wiese bei Grabow im Süden Mecklenburg-Vorpommerns treffen sich 14 Männer und Frauen in den Gewändern des Ku-Klux-Klan (KKK). Die Mitglieder des European White Knights of the Burning Cross sind aus mehreren Regionen Deutschlands angereist. Ein Video auf der Seite des Klans dokumentiert Teile der Zemonie. Dabei wird vom Zeremonienmeister „White Power!“ gerufen, und die Gruppe antwortete im Chor.

6. November 2013. Peter B. muss sich vor dem Landgericht Berlin verantworten weil er als Chef  einer deutschen Gruppe des KKK eine Internetseite auf der es von rassistischen Sprüchen und Illustrationen wimmelte verantwortet haben soll. Als Beruf gibt er an Bischof zu sein.

B. leugnet auch in der Berufungsverhandlung jede Verantwortung für die Internetseite. In seiner Wohnung ist jedoch von den Ermittlern Bildmaterial, das dem der Internetseite entspricht, gefunden worden. B. wird auch von Aussteigern des KKK als Chef des Geheimbundes identifiziert. B. wird schließlich zu 110 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro = 3300 Euro verurteilt.


Google AdSense blockiert Anzeigen

9. Dezember 2017. Google AdSense scheint angepisst zu sein weil dieser Blogeintrag eine mörderische Vereinigung wie den Ku-Klux-Klan nicht heilig spricht. Insbesondere auch weil Google früher bereits versuchte gegen meinen Blogeintrag European White Knights of the Ku Klux Klan - Realm of Germany (EWK KKK) vorzugehen muss man sich die Frage stellen ob es dort nicht Personen gibt die dieser rassistischen Vereinigung nahe stehen?

Ad Sense hat die Blockade offenbar aufgehoben
12. Dezember 2017. Die Blockade wurde laut AdSense offenbar wieder aufgehoben.
Bilder aus Wikimedia Commons
Brennendes Kreuz, Lizenz: Gemeinfrei, Urheber: Drall

Quellen