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Die Rechtsrock-Band "Sonderkommando Dirlewanger" (SKD) wurde 2005 gegründet und ist dem rechtsextremen, nationalsozialistischen Spektrum zuzuordnen.
Der Bandname nimmt auf Oskar Dirlewanger und sein Sonderkommando an der Ostfront Bezug. Er beging dort zahllose Kriegsverbrechen und beteiligte sich an Übergriffen auf jüdische Häftlinge in Konzentrationslagern. Er war auch an der Niederschlagung des Warschauer Aufstands beteiligt.
Die Band steht dem in Deutschland verbotenen Netzwerk Blood & Honour (B&H) nahe. Sie beteiligte sich an dem Sampler Blood & Honour - Voices of Solidarity 2 u.a. mit dem Titel "Führer Adolf". Ein Text von SKD lautet:
"Jagt das Pack, raus aus jedem deutschen Gau.
Ausländerpack und Synagogen raus raus raus!"
Die Bandmitglieder spielten bereits vor der Gründung von SKD in einschlägigen Rechsrock-Gruppen aus Thüringen wie Blutstahl, Kampfgeschwader und Bataillon. Die Band existierte bereits 1995 als Projekt. Die ersten Aktivitäten sind jedoch erst ab Januar 2005 zu verzeichnen. Seitdem tritt die Band oft live auf.
11. Januar 2005. Das erste Konzert von SKD findet in Saalfeld statt.
11. Juni 2005. SKD tritt im Anschluss an das Fest der Völker in Jena auf. Bei dem Konzert in einer konspirativ angemieteten Halle mit dabei waren neben SKD auch Brigade M aus den Niederlanden und Skuld aus Eisfeld.
30. Juli 2005. SKD sollte wieder auftreten. Das Konzert und weitere Auftritte werden jedoch im Vorfeld von der Polizei unterbunden. Weitere Konzerte in Gotha und Umgebung folgen. SKD tritt aber auch in anderen Bundesländern z.B. Saarland, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen auf.
Der damalige Sänger wurde vor einem Auftritt in Bayern wegen eines körperlichen Übergriffs auf "einen asiatischen Mitbürger" festgenommen und kommt in Untersuchungshaft. SKD trat jedoch mit Unterstützung des Blutstahl-Sängers Sebastian Färber trotzdem auf. Dabei wurden Stücke der rechtsextremen Gruppen Landser und Skrewdriver gecovert. Angemeldet wurden war das Konzert von der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NDP). Anwesend waren ungefähr 400 Besucher. Das Konzert wurde von einem Journalisten dokumentiert. Mehrmals wurde der Hitlergruß gezeigt. Nahezu alle Lieder verstießen gegen das deutsche Strafrecht. 2006 wird unter dem Titel "SKD und Blutstahl Live on Tour" eine Live-CD des Konzerts veröffentlicht. Blutstahl distanzierte sich später von der Veröffentlichung der CD.
2007. Es erscheint eine Split CD zusammen mit Project Germanic Friendship mit dem Titel "Europa - Nation - Revolution".
2008. SKD veröffentlicht die CD "Eisen und stolz". Auf dem Cover ist ein Hakenkreuz und eine Walther P88 abgebildet. Die Bundesprüfstelle indizierte die angeblich nur für den Verkauf im Ausland bestimmte CD. Am 1. Dezember 2008 wurde sie beschlagnahmt.
2009 erscheint das Album "Grüße von oben" mit einem neuen Sänger weil der bisherige in Haft sitzt. Davor hatte es kurze Auflösungsgerüchte gegeben.
07.11.2012. Zusammen mit weiteren 14 Rechtsrock-Bands (z.B. Uwocaust & alte Freunde, Blitzkrieg, Blutbanner und TäterVolk) hat SKD eine CD für den mutmaßlichen Unterstützer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) Ralf Wohlleben aufgenommen. Das Lied "Solidarität IV" fängt an mit:
"Warum haltet ihr die Fresse,
was habt ihr schon zu verlieren.
Schluss mit dem Schweigen,
wir werden uns nie distanzieren.
Freiheit für Wolle fordern wir,
egal wohin der Weg auch geht,
drinnen wie draußen eine Front - Solidarität!
...
...
man sperrt dich weg als Terrorist
...
wir stehn zu dir."
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Quellen
07.11.2012, Spiegel, Ralf Wohlleben, Rechte Szene sammelt Geld für mutmaßlichen NSU-Helfer
Wikipedia, SKD
