Freitag, 15. April 2011

Deutlich erhöhte Kohlesubventionen


Greenpeace und die Organisation "Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft haben eine Studie über die staatliche Förderung von Kohle in den Jahren 1950 bis 2008 erstellt. Bie diesen Subventionen zeigt sich wieder einmal deutlich wie grob fahrlässig untransparent man mit Steuergeldern umgeht. Die Bundesregierung hat in ihrem Bericht nur 1,9 Mrd. Euro angegeben. Der Studie nach wurden Stein- und Braunkohle jedoch mit 12,8 Mrd. Euro gefördert. Die Politik hat "vergessen" die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten, Absatzhilfen für Steinkohle aus Deutschland, Forschungsgelder für Technik für Kraftwerke, Steuervergünstigungen ... mit einzuberechnen. Damit wurde 2008 in der Steinkohleindustrie jeder Arbeitsplatz mit 233.000 Euro am Leben gehalten (Telepolis).

15.04.2011. Der Bundestag beschliesst das Ende der Steinkohlesubventionen bis 2018 (Welt).

 
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Artikel zum Thema Energie im Nixblog


Freitag, 8. April 2011

Erdbeben in Japan 2011 - Dienstag, 22.03.2011 - Teil 12: Auch andere Länder strahlen

Flagge von Japan

Wegen dem steigenden Umfang gibt es mehrere Teile:
- Freitag, 11.03.2011 - Tag 1: Der Tag des Bebens
- Samstag, 12.03.2011 - Tag 2: Der Tag danach
- Sonntag, 13.03.2011 - Tag 3: Tage des Chaos
- Montag, 14.03.2011 - Tag 4: Tage des Chaos
- Dienstag, 15.03.2011 - Tag 5: Tage des Chaos
- Mittwoch, 16.03.2011 - Tag 6: Tage des Chaos
- Donnerstag, 17.03.2011 - Tag 7: Tage des Chaos
- Freitag, 18.03.2011 - Tag 8: Eine Woche später
- Samstag, 19.03.2011 - Tag 9: Entspannung?
- Sonntag, 20.03.2011 - Tag 10:  Trügerische Ruhe
- Montag, 21.03.2011 - Tag 11: Steigende Radioaktivität
- Dienstag, 22.03.2011 - Tag 12: Auch andere Länder strahlen

Dienstag, der 22. März 2011

23 Uhr 45 MEZ. Es gab im Katastrophengebiet ein weiteres Nachbeben mit der Stärke 6,0. Das Epizentrum lag 72 Kilometer südöstlich von Fukushima und 180 Kilometer nordnordöstlich von Tokio.

23 Uhr 00 MEZ. Stefan Mappus (CDU) will seinen Wohlstand der auf dem Leid und Tod unzähliger Menschen auifbaut auf keinen Fall reduzieren und warnt vor den angeblichen Folgen eines überstürzten Ausstiegs aus der Atomkraft (Gar Nix hat seine Meinung dagegen in den letzten Tagen noch einmal revidiert. Bisher war er der Meinung dass es reicht wenn man die Laufzeiten wie im Ausstiegsvertrag festgelegt auslaufen lässt. Jetzt ist er der Meinung dass wir kein Recht haben anderen das Leben zu nehmen oder ihnen einen langsamen Tod zuzumuten um unsere fetten Bäuche vollzuhauen. Wer dazu genaueres wissen will. Es geht an der Stelle um den Uranabbau. Desweiteren haben wir keinerlei Recht dazu unseren Nachkommen Müll zu hinterlassen der für undenkbare Zeiten hochgefährlich bleibt und zum dritten hat man auch kein Recht dazu Millionen andere Menschen während der Betriebszeit der AKWs der Gefahr auszusetzen die gerade die Menschen in Tokio einholt. Dort werden wohl viele Menschen an Strahlenkrankheit sterben. Tausende, vielleicht Millionen. Die AKWs müssen sofort abgeschaltet werden. Auch wenn dann auf das Eine oder Andere verzichtet werden muss).

21 Uhr 45 MEZ. Laut einer Schätzung des meteorologischen und geophysikalischen Dienstes von Österreich wurde bereits zweischen dem 12. und 15. März ein Fünftel der radioaktiven Emission von Jod-131 von Tschernobyl freigesetzt. Insgesamt waren es demnach in der Zeit 4 x 10 hoch 17 Bequerel Jod-131. Cäsium-137 soll mit 3x10 hoch 15 bis 3 x 10 hoch 16 Bequerel bereits die Hälfte freigesetzt worden sein.

21 Uhr 00 MEZ. Die US-amerikanische Atomregulierungsbehörde (NRC) hat die Lizenz für das knapp 40 Jahre alte, unfallträchtige AKW Yankee im US-BundesstaatVermont um 20 Jahre verlängert. Es hat einen ähnlichen Bauplan wie das Katastrophen-AKW in Fukushima in dem es in den letzten Jahren immer wieder Zwischenfälle gegeben hat.

20 Uhr 45 MEZ. Frankreich unter Atom-Sarkozy (bekanntlicherweise ist er nicht einmal davor zurückgeschreckt einem Terroristen wie Gaddafi AKWs anzudrehen) will am Ausbau der Atomkraft festhalten weil es angeblich einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz beitragen würde (weltweit  gerade mal ca. 2% weniger), von Energie-Importen unabhängiger (die Uranabbaugebiete sind nicht in Frankreich) und billigen Strom erzeugen würde (Jo wenn das derartig subventioniert wird und man in anderen Ländern Völkermord begeht).

20 Uhr 30 MEZ. Die zwei Elektronikkonzerne Toshiba und Hitachi sollen mehr als 220 Experten in die AKWs Fukushima I und Fukushima II geschickt haben. Toshiba hat an vier von den sechs Reaktorblöcken mitgebaut. Zwei zusammen mit General Electric und zwei alleine. Einer der Reaktoren wurde von Hitachi alleine gebaut, einer von General Electic alleine. In Fukushima II wurden von den 4 Reaktoren je 2 von Toshiba und Hitachi gebaut.

20 Uhr 00 MEZ. Laut IAEO sind die Schutzhüllen der Reaktoren im AKW Fukushima I nicht schwer beschädigt. Es sollen angeblich ausreichend Informationen vorliegen um sagen zu können dass es in den Sicherheitsbehältern der Reaktoren keine großen Löcher gebe. Aus den Sicherheitsbehältern soll keine grosse Menge Radioaktivität austreten. James Lyons (IAEO-Verantwortlicher für Reaktorsicherheit) weiß aber  angeblich nicht wo sie herkommt.

19 Uhr 50 MEZ. Die Strahlung in Tokio steigt rapide an. Im Zentrum im Bezirk Shinjuku sollen heute 5300 Becquerel durch Cäsium 137 und 32.000 Becquerel durch Jod 131 gemessen worden sein. Das soll zehnmal so viel wie am Vortag sein. Natürlich ist auch das wie immer weder bedrohlich noch schädlich. Ja und im nächsten Monat kommt der Osterhase zu meinen Kindern (Spiegel). Der Fisch in Japan (Welt).

19 Uhr 45 MEZ. Spuren der Kontamination der Luft durch die Katastrophe von Fukushima wurden in der Zwischenzeit nicht nur in Japan gemessen sondern auch an 7 Orten in den USA, in Kanada und Russland. und Neuseeland Für heute wurden erste Partikel über Deutschland erwartet. Natürlich alles wie immer überhaupt nicht bedrohlich (Sueddeutsche, Welt, Focus).
Horst Seehofer (CSU - Ministerpräsident von Bayern) warnt davor am Ende des dreimonatigen Atom-Moratoriums so weiterzumachen wie vorher. Mit ihm soll das nicht zu machen sein. Warten wir mal  ab ob er er sich in drei Monaten noch daran erinnern kann.

19 Uhr 30 MEZ. Es werden laut dem japanischen Gesundheitsministerium von den japanischen Behörden immer mehr Lebensmittel mit radioaktiven Partikeln gefunden. In der Präfektur Fukushima hat die Strahlung auch bei Brokkoli die gesetzlichen Grenzwerte üerschritten. In der Region Ibaraki bei Rohmilch.
Das Atombrüderle (Mövenpigpartei) arbeitet in Europa gegen den Atomausstieg (Telepolis).
Auch in Schweden kippt die Stimmung. Laut einer Umfrage sind 25% der Bevölkerung für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie, unsicher sind 21%. Die Befürworter haben aber dort anscheinend noch eine leichte Mehrheit (Telepolis).

19 Uhr 15 MEZ. Ausserhalb der Katastrophenanlage soll es weiterhin hohe Strahlungswerte geben. Ob der Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 beschädigt ist konnte laut IAEA bisher jedoch nicht herausgefunden werden.
Der Vorstand der Munich Re schätzt dass das Unternehmen für Schäden in Höhe von 1,5 Mrd. Euro aufkommen muss.

19 Uhr 00 MEZ. In der isländischen Hauptstadt Reykjawik wurden nun erste radioaktive Partikel aus Fukushima nachgewiesen. Anlass zur Sorge besteht natürlich gaaaaaaaaar nicht, weil es sich ja nur um gaanz winzige Mengen handelt.
Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, der in Sondersendungen der ARD auftritt, arbeitete laut Mediendienst Meedia in der Vergangenheit auch für die deutsche Atomwirtschaft. So viel  hier auch mal wieder im Bezug auf dieses Thema zur angeblich so unabhängigen Berichterstattung der Öffentlich Rechtlichen Sender in Deutschland (Welt / Mehr dazu unter: Nixblog - GEZ - Keiner hält sich an den Rundfunkstaatsvertrag).

18 Uhr 45 MEZ. Top Secret! - Die atomaren Krisenszanearien in Deutschland (Tagesschau, Focus).

18 Uhr 30 MEZ. Der Stromnetzausbau soll bis zu 13 Mrd. Euro kosten (Tagesschau).

18 Uhr 15 MEZ. Edmund Lengfelder (Strahlenbiologe und Leiter des Otto-Hug-Strahleninstituts) geht davon aus dass die Öffentlichkeit "nicht angemessen und wahrheitsgemäß unterrichtet wird" (Welt).
Die Katastrophe als Normalzustand (taz).

18 Uhr 00 MEZ. Nun wird auch in Deutschland auch in der Provinz demonstriert (taz) und auch für das Merkel im Bundeskanzleramt sind die Demos nicht zu überhören (Welt).

17 Uhr 55 MEZ. Etwa 40 Kilometer nordwestlich des AKW Fukushima I wurden laut dem japanischen Wissenschaftsministerium um 400fach erhöhte Strahlenwerte gemessen. Am Montag schon sollen im Boden, in einer Tiefe von 5 Zentimetern, stark erhöhte Cäsium und Jodwerte festgestellt worden sein.
Laut Keigo Endo von der Gunma Universität liegt die Belastung mit Jod 131 mit 43.000 Becquerel pro Kilogramm Boden etwa 430 mal über dem Wert der normalerweise im Boden gemessen wird. Die Belastung mit Cäsium 137 soll mit 4.700 Becquerel pro Kilogramm Boden den Normalwert um das 47fache übertrofffen haben.

17 Uhr 45 MEZ. Das Merkel will laut dem niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) auch Atomlagerstätten neu bewerten. Es soll zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen für Gorleben, den Schacht Konrad und Asse geben. Kriterien dafür sollen erst nach der Wahl in Baden-Württemberg am 30. März erarbeitet werden. Bei den zusätzlichen Prüfungen soll es um Fragen der Hochwasser- und Erdbebensicherheit und um Risiken durch Terroranschläge und die Notstromversorgung gehen.

17 Uhr 30 MEZ. Italien will ein Jahr lang den Wiedereinstieg in die Atomenergie aussetzen. Wegen Erdbeben wurde der Bau von AKWs 1987 verboten. Silvio Berlusconi will aber wahnsinnigerweise 1/4 des Energiebedarfs mit AKWs abdecken (taz).

17 Uhr 15 MEZ. Die Reis- und Getreidefelder Japans sollen laut UN-Lebensmittelbehörde FAO keine schweren Schäden durch die Katastrophe erlitten haben.
Zeitbombe - Atomruine Hanford (Spiegel).

17 Uhr 00 MEZ. Die IAEO macht sich Sorgen weil der genaue Status von Reaktor 1 nicht bekannt ist. Laut Graham Andrew (IAEO-Vertreter) liegen uach keine Informationen über die Temperaturen in den Abklingbecken 1, 3 und 4 vor.
Tepco - ein Unternehmen das eine Spitzenposition bei der Weltmeisterschaft im Vertuschen einnehmen könnte (Spiegel).

16 Uhr 45 MEZ. Yuhei Sato (Gouverneur der Präfektur Fukushima) ist sauer auf Tepco und hat deshalb eine Einladung zu einem treffen mit Masataka Shimizu (Tepco-Präsident) abgewiesen. Seiner Meinung nach ist es am wichtigsten die Krise mit maximalem Einsatz zu beenden. Von einer Entschuldigung will er auch nichts wissen. "Angesichts der Sorge, der Wut und der Verzweiflung, die die Menschen in Fukushima empfinden, gibt es für ihn keinen Weg die Entschuldigung anzunehmen".

16 Uhr 30 MEZ. Im AKW Brockdorf, in Schleswig-Holstein, gab es laut Kieler Justitzministerium ein meldepflichtiges Ereignis. Bei einer monatlich durchzuführenden Prüfung soll sich eine Pumpe des Zwischenkühlsystems nicht wie vorgesehen eingeschaltet haben. Als Ursache soll ein defekter Schalter ermittelt worden sein der ausgetauscht worden sein soll. Nach dem Austausch des Schalters soll die Funktionsprüfung ohne Beanstandung verlaufen sein.
Josef Göppel (CSU) allein Zuhaus. Der "Atom-Rebell" wird auf einmal sehr beliebt (Tagesschau).

15 Uhr 35 MEZ. Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) und Matthias Kleiner (Präsident der deutschen Forschungsgesellschaft) sollen die Leiter der "Weisen" werden. Weitere Personen die diesem Kreis angehören werden sind Ulrich Beck (Soziologe und Risikoforscher), Reinhard Marx (ZK Präsident der deutschen Katholiken), Alois Glück (CSU-Politiker, gehört auch dem ZK der deutschen Katholiken an - Wikipedia), Klaus von Dohnanyi (SPD - Ex-Bundesbildungsminister).

15 Uhr 30 MEZ. Im Kontrollraum 3 soll laut Tepco das Licht wieder funktionieren. Es soll ein gutes Zeichen sein und intensivere Arbeit ermöglichen um die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

15 Uhr 20 MEZ. Die IAEO verharmlost laut Greenpeace die Katastrophe und hat offenbar aus dem Bericht der japanischen Atombehörde (JAIF) eine Wasserstoffexplosion am 18. März um 22 Uhr Ortszeit im Abklingbecken von Reaktor 4 entfernt (Greenpeace).

15 Uhr 15 MEZ. Toyota wird auch diese Woche bis mindestens Samstag die Endmontage geschlossen haben so dass kein einziges Auto vom Band läuft.

15 Uhr 00 MEZ. Der Einzelhandel kommt gaaanz langsam wieder ans laufen (Focus).

14 Uhr 45 MEZ. Traditionell werden Verstorbene in Japan verbrannt. Weil es jedoch nach der Naturkatastrophe in den Krematorien der Region nicht mehr genug Brennstoff gibt haben zwei Gemeinden der Präfektur Miyagi damit begonnen infizierte Tote vorübergehend in Massengräber beizusetzen. Dafür muss zuvor die Zustimmung der Angehörigen eingeholt werden.

14 Uhr 15 MEZ. Eine Lösung gesucht - Das Bundeskanzler Merkel installiert zwei Gremien (Tagesschau).

14 Uhr 00 MEZ. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) beruhigt mich ungemein weil sie gaar keine Gefahr durch radioaktive Lebensmittel aus Japan sieht. Die Behörden kontrollieren ihrer Aussage nach ALLES, besonders an Flughäfen und Seehäfen. Japan kontrolliert sich SELBST und hat für verschiedene Lebensmittel ein Verbot ausgesprochen.

13 Uhr 45 MEZ. Laut Caritas bessert sich die Lage im Katastrophengebiet langsam. Der Flughafen von Sendai kann offenbar zeitweise wieder angeflogen werden. Mehrere Dörfer im Tsunamigebiet sind aber wohl noch von der Aussenwelt abgeschnitten. Die flüge der Hubschrauber werden durch Regen und Schneefall starkt beeinträchtigt. 90% der Strassen sollen nun wieder passierbar sein.
Von der Universität in Tokio werden nun stündlich neue Strahlenwerte veröffentlicht (www2.u-tokyo.ac.jp).

13 Uhr 30 MEZ. Offiziell starben bei der Katastrophe bis jetzt 9080 Menschen, es gab offiziell 13.561 Vermisste, 2675 Verletzte, in Schutzräumen sind im Moment 268.510 Menschen, im Einsatz sind 3700 Hilfskräfte, 20.947 Gebäude wurden zerstört, 51 Brücken beschädigt, 1712 Strassen beschädigt, es gab 121 Erdrutsche und das alles in 18 Präfekturen (Sueddeutsche - Kinder im Katastrophengebiet).

13 Uhr 15 MEZ. Das Abklingbecken in Reaktor 2 soll laut japanischer Atomaufsicht wieder mit Wasser gefüllt sein.
Der Wind um Fokushima weht im Moment schwach vom Land aufs Meer. In den nächsten Tagen soll er aber leicht auf Nordwest drehen und möglicherweise Schadstoffe nach Tokio wehen.
Die Hälfte aller Schüler der Deutschen Schule Tokio Yokohama (DSTY) ist nun nach Deutschland zurückgekehrt.

13 Uhr 10 MEZ. Die Druckerfarbe für Zeitungen wird in Japan knapp. Die Zeitungsverlage werden von den Herstellern zur Reduzierung der Seitenzahl und farbigen Bilder aufgefordert. Es soll wegen der Katastrophe bei einem wichtigen Inhaltstoff der Farben Engpässe geben weil mehrere Chemiefirmen im Nordosten Japans zerstört wurden. Wenn sich die Lage nicht ändert könnte den Druckern innerhalb von einem Monat die Tinte ausgehen.

12 Uhr 50 MEZ. Tokio in Angst und Apathie (Spiegel) Das Leben kehrt langsam in die Stadt zurück (Tagesschau). Die Erdkruste bei Tokio steht unter gewaltigem Druck (Welt). Die Behörden befürchten weitere starke Nachbebeben der Stärke 7 und mehr.

12 Uhr 45 MEZ. Laut einer Studie würde der EnBW bei einem schnelleren Atomausstieg ein Verlust von bis zu 30% drohen. Vielen Dank Herr Mappus dass Sie dieses Unternehmen für 4,7 Mrd. Euro mit steigender Tendenz dem Steuerzahler aufgehalst haben (SWR).
In der CDU gibt es anscheinend eine ominöse Organisation die sich "Christliche Demokraten gegen Atomkraft", "atomkritische CDU/CSU Mitglieder" oder 911CDU-Stromrebellen" nennt und undercover arbeitet. Mehr als E-Mail-Pressemitteilungen gibt es nicht. Keine Gesichter, keine Namen (Tagesschau).

12 Uhr 30 MEZ. Viele Länder wollen an der Atomenergie trotz der verheerenden Bilanz weiter festhalten (Stern) aber auch dort werden kritische Stimmen laut (Technology Review).

12 Uhr 15 MEZ. Alle 6 Reaktoren von Fukushima I sollen wieder eine externe Verbindung zur Stromversorgung haben.

11 Uhr 45 MEZ. In Reaktor 1 soll es einen besorgnisserregenden Druckanstieg geben. Die Blöcke 1 bis 3 benötigen Kühlung durch eine zusätzliche Wasserzufuhr.

11 Uhr 00 MEZ. Das Bundeskanzler Merkel will einen "Ethik-Rat der Weisen" zur Zukunft der Kernenergie gründen der sie neben der schon bestehenden Kommission für Reaktorsicherheit in gesellschaftlichen Fragen der Energieversorgung beraten soll. Besetzt soll das Gremium mit nahmhaften Personen aus Wirtschaft, Politik und Kirche (Sueddeutsche, Spiegel).
China hat am Dienstag offenbar ein grosses Löschfahrzeug zum Katastrophen-AKW geschickt. Es ist mit einem Teleskop-Arm ausgestattet und soll nach Herstellerangaben aus 62 Metern Höhe Wasser versprühen können. Es soll zur Kühlung des 46 Meter hohen Raktor 4 benützt werden. Normalerweise wird das Fahrzeug im Hochbau zum betonieren eingesetzt.

10 Uhr 30 MEZ. Die Temperatur in einem der Abklingbecken soll laut Hidehiko Nishiyama von der japanischen Atomsicherheitsbehörde wieder gefährlich angestiegen sein. Das Wasser soll kochen.
Laut Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa wird die Armee jetzt täglich über das Katastrophen-AKW fliegen um die Temperatur zu messen. Bisher wurde das nur zweimal die Woche gemacht.

10 Uhr 15 MEZ. Die Kühlung der Brennstäbe im AKW ist laut der japanischen Atomaufsichtsbehörde (NISA) weiter instabil und unterliegt deutlichen Schwankungen. In zwei Reaktoren sollen die Brennstäbe weniger mit Wasser bedeckt sein als in den vergangenen Tagen. In Reaktor 3 sollen sie um 11 Uhr Ortszeit (2 Uhr MEZ) auf bis zu 2,35 Meter Länge freigelegen haben. Im Reaktor 2 lagen die Brennstäbe mit 1,80 Meter ungefähr 5 Zentimeter mehr frei als am Montag. Über Reaktor 3 soll es keinen Rauch mehr geben, über Reaktor 2 eine "kleine Wolke weissen Rauchs".

10 Uhr 00 MEZ. Der Nikkei Index hat mit einem Plus von 401,57 Punkten bei 9608,32 Punkten geschlossen. Damit notierte er um 4,36% fester.

9 Uhr 45 MEZ. Der US-amerikanische Energiekonzern NRG Energy Inc. zieht sich offenbar aus einem 10 Mrd. schweren Reaktorprojekt in Texas zurück. er hatte offenbar bei der Entwicklung der Reaktoren eng mit Tepco zusammengearbeitet.

9 Uhr 19 MEZ. Nahe der Ostküste von Fukushima gab es ein weiteres Erdbeben der Stärke 6,4. In den Medien findet es mindestens bis 11 Uhr 30 keine Erwähnung (earthquake.usgs.gov).

9 Uhr 00 MEZ. Tepco soll im Moment die Reapratur wichtiger Messgeräte und einiger Funktionen in den Kontrollräumen vornehmen. Damit will man in den Blöcken 1 und 2 am Mittwoch, in den Blöcken 4 und 4 am Donnerstag fertig sein.
E.ON will über die Brennelementesteuer neu verhandeln (Welt).
Das Merkel ist der Ansicht dass 3 Monate ausreichen um ein AKW zu prüfen, Wolfgang Renneberg ist dagegen der Meinung dass man zwei Jahre dazu benötigt. Wer hat nun Recht? (taz).

8 Uhr 00 MEZ. Japans grosse Einsamkeit. Die Helfer sind wieder abgezogen. Die Kollegen reisen in der Welt herum und spielen Krieg in Afrika (taz).
Franziska Heine, von der 2009 die bisher erfolgreichste Online-Petition gestartet worden war (Es ging damals um die von Zensursula geplanten Websperren), hat nun eine Anto-Atom-Petition gestartet (taz).

7 Uhr 45 MEZ. Sony setzt wegen Lieferengpässen der Zulieferer die heimische Produktion vor allem von Kameras, Handys, Flachbildschirmen, Microfonen und Sendetechnik in 5 Werken in den Präfekturen Shizuoka, Aichi, Gifu und Oita bis Ende März aus. Ein Teil der Produktion soll eventuell bis dahin ins Ausland verlagert werden.
Auch in Deutschland gibt es AKWs mit Abklingbecken direkt neben den Reaktoren (taz). Die Stadtwerke wollen in Baden-Württemberg Hernn Mappus nicht die Anteile an des Atomkonzerns EnBW abkaufen. Sie setzen mehr auf Erneuerbare Energien (taz).
7 Uhr 30 MEZ. Eine Anleitung für Eltern die nicht wissen was sie ihren Kindern sagen sollen (Focus).

7 Uhr 15 MEZ. Bereits 1971 wurden von der US-amerikanischen Atomaufsicht gravierende Fehler am Notkühlsystem der Siedewasserreaktoren vom selben Typ wie Fukushima I festgestellt. Konsequenzen wurden keine gezogen. 2010 warben Ingenieure aus Fukusima im spanischen Garona um von den "wertvollen Praktiken" dort zu lernen und dort für eine Laufzeitverlängerung auf 60 Jahre zu werben (Telepolis).
Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, ist sauer auf den AKW-Betreiber Tepco. Eine Einladung zu einem Treffen mit Tepco-Präsident Masataka Shimizu wies der Gouveneur scharf zurück. "Für Tepco ist es jetzt am wichtigsten, die Krise mit maximalem Einsatz zu beenden. Deswegen habe ich das Angebot abgelehnt", sagte Sato dem Fernsehsender NHK. Auch von der Entschuldigung der Konzernspitze wollte Yuhei Sato nichts wissen. "Angesichts der Sorge, der Wut und der Verzweiflung, die die Menschen in Fukushima empfinden, gibt es für mich keinen Weg, eine Entschuldigung anzunehmen", sagte er.  

7 Uhr 00 MEZ. Durch den Rauch und Dampf aus den Reaktoren werden die Rettungsarbeiten an dem AKW stark beeinrtächtigt. Es sollen Bemühungen laufen die Kühlsysteme von Reaktor 2 und 3 wieder in Gang zu bringen.
Am Samstag soll das AKW Grafenrheinfeld vom Netz gehen. Allerdings nicht im Zuge des "Moratoriums" sondern für eine geplante siebenwöchige Revision.Vor allem soll dabei ein Thermoschutzrohr, welches möglicherweise einen Riss hat, im Kühlsystem des Reaktors ausgetauscht werden. Es werden vom Betreiber E.ON und der Deutschen Energie-Agentur wieder Schwarzmalereien wie ein angeblicher Stromengpass an die Wand gemalt (Sueddeutsche, Focus).
Ökostrom boomt (Focus).

6 Uhr 30 MEZ. Der japanische Wirtschaftsminister Banri Kaeida hat offenbar Feuerwehrmännerm aus Tokio Strafen angedroht als sie nicht bereit waren zum AKW Fukushima I zu gehen um dort die strahlenden Reaktoren stundenlang mit Wasser zu besprühen (Stern, Sueddeutsche).
Das Atomkraftwerk Fukushima I wurde offenbar von einer 14 Meter hohen Tsunamiwelle getroffen. Bei der Planung soll von einer Welle 5,7 Metern Höhe ausgegangen worden sein. Die Gebäude mit den Reaktoren und Turbinen wurden in einer Höhe von 10 bis 13 Meter über dem Meersspiegel aufgebaut. Ausgelegt soll es für ein Beben der Stärke 8,0 bis 8,3 worden sein. Das dürfte es in Fukushima selbst auch gehabt haben. Das Hypozentrum mit der Stärke 9,0 lag ja bekanntlicherweise ein paar hundert Kilometer entfernt.
Fukushima II wurde auf eine Tsunamiwelle mit einer Höhe von 5,2 Metern ausgelegt (Heise, Spiegel, Welt).

6 Uhr 00 MEZ. Offiziell sind jetzt 9079 Menschen bei der Katastrophe ums Leben gekommen. Mehr als 12.500 Menschen werden noch vermisst.
5 Uhr 15 MEZ. Laut Regierungssprecher Yukio Edano ist es "im Moment nicht notwendig" die Sicherheitszone um das Katastrophen-AKW auszuweiten.

3 Uhr 00 MEZ. An den Blöcken 1 bis 4 sind offenbar die Arbeiten zur Installation der Stromversorgung wieder aufgenommen worden. Die Ursache für den Rauch über Block 2 und 3 ist immer noch unbekannt.

2 Uhr 00 MEZ. Aus den Reaktoren 2 und 3 steigt wieder Rauch auf. Der Rauch soll vielleicht möglicherweise von brennenden Trümmern stammen.
Das Merkel lädt lauter tolle fachlich hochqualifizierte Äxpärten ein um die Zukunft der Atomkraftwerke und den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien zu besprechen: Die 5 Unionsministerpräsidenten, Wirtschaftsminister Atombrüderle und Umweltminister Norbert Röttgen. Unter anderem soll es auch darum gehen wie Sicherheitsüberprüfungen in den 17 deutschen AKWs aussehen könnten (Telepolis, Spiegel, taz).
0 Uhr 00 MEZ. Das AKW Fukushima I soll wieder komplett ans Stromnetz angeschlossen sein (Sueddeutsche).
Die Bauern und Molkereien aus der Umgebung des AKW Fukushima I werden darum gebeten keine vertrahlte Lebensmittel, dabei vor allem Spinat und belastete Milch in den Handel zu bringen obwohl kein Gesundheitsrisiko bestehen soll (Stern, taz).
Die Folgekosten des Erdbebens, zum Beispiel durch Ausfälle in der Produktion der Industrie werden laut Wolfgang Faden (Deutschlandchef der Allianz-Industrieversicherungssparte AGCS) möglicherweise höher ausfallen als die unmittelbaren Schäden.

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- Flagge von Japan, Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei, User Bangin

Erdbeben in Japan 2011 - Montag, 21.03.2011 - Teil 11: Steigende Radioaktivität

Flagge von Japan

Wegen dem steigenden Umfang gibt es mehrere Teile:
- Freitag, 11.03.2011 - Tag 1: Der Tag des Bebens
- Samstag, 12.03.2011 - Tag 2: Der Tag danach
- Sonntag, 13.03.2011 - Tag 3: Tage des Chaos
- Montag, 14.03.2011 - Tag 4: Tage des Chaos
- Dienstag, 15.03.2011 - Tag 5: Tage des Chaos
- Mittwoch, 16.03.2011 - Tag 6: Tage des Chaos
- Donnerstag, 17.03.2011 - Tag 7: Tage des Chaos
- Freitag, 18.03.2011 - Tag 8: Eine Woche später
- Samstag, 19.03.2011 - Tag 9: Entspannung?
- Sonntag, 20.03.2011 - Tag 10:  Trügerische Ruhe
- Montag, 21.03.2011 - Tag 11: 


Montag, der 21. März 2011

23 Uhr 45 MEZ.  2/3 der Deutschen befürwortet das Moratorium mit dem die Bundesregierung die Verlängerung der AKW-Laufzeiten aussetzt. Die Mehrheit sieht darin jedoch ein wahltaktisches Manöver. 60% davon sollen der Umfrage des Marktforschungsinstituts Your Gov nach der Meinung sein dass die Regierung das Moratorium verhängt hat um bei den Landtagswahlen besser abzuschneiden.
Von Parteiforschern wird mit einem deutlichen Zulauf für die Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg gerechnet. Die Kampagne mit der die Union versucht die Grünen als fortschrittsfeindliche "Dagegen-Partei" darzustellen soll laut Parteiforscher Gero Neugebauer ins Leere laufen. Wegen der Angst vor einer Kernschmelze sollen seiner Meinung nach auch Nichtwähler für die Grünen mobilisiert werden.

22 Uhr 30 MEZ. Präsident Pinera (Chile) betont während des Besuches des US-Präsidenten Barack Obama dass wärend seiner Amtszeit kein AKW in seinem Land gebaut wird. Das war jedoch auch nicht vorgesehen. 86% der Chilenen lehnen die Atomkraft laut einer Umfrage die nach dem Atomunfall in Japan erhoben wurde ab.

20 Uhr 00 MEZ. Fukushima 50 - Die Retter Japans (Sueddeutsche).
An mehr als 720 Orten in Deutschland wurde heute von 141.000 Teilnehmern für den Atomausstieg demonstriert.

19 Uhr 30 MEZ. Laut IAEA lagen die Messwerte gestern auch ausserhalb der 20 Kilometer-Evakuierungszone teilweise erheblich über der natürlichen Strahlung. An einem Messpunkt 58 Kilometer vom Katastrophen-AKW entfernt wurden eine Strahlung von 5,7 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Der Strahlengrenzwert der für einen Erwachsenen von der IAEA empfohlen wird liegt bei 1 Millisievert (1000 Mikrosievert) pro Jahr.
Ungefähr 90% der Menschen sind in Rikuzentakata bei der Katastrophe durch den Tsunami ertrunken, etwa 10% sind laut einem Professor der Gerichtsmedizin an der Chiba University durch das Beben umgekommen.
18 Uhr 15 MEZ. Minamisoma - Stadt der Verlorenen am Rande der Evakuierungszone von Fukushima I (Spiegel, Welt).

18 Uhr 00 MEZ. Das US-amerikanischen Militär gibt an seine in Japan stationierten Soldaten und deren Familien Jodtabletten aus. Natürlich als reine Vorsichtsmaßnahme. Was anderes würde ja niemand annehmen.
Die deutsche Bundesregierung arbeitet daran mit Erneuerbaren Energien möglichst zentrale Strukturen aufzubauen um es den Konzernen zu ermöglichen viel abzusahnen. Gefördert werden sollen vor allem grosse Offshore-Windparks (Spiegel).

17 Uhr 45 MEZ. Laut Tepco soll nun auch 100 Meter vom Katastrophen AKW radioaktive Strahlung im Meer gemessen.worden sein. Dabei wurde radioaktives Jod mit Werten die 127 mal über dem Normalwert liegen und radioaktives Cäsium  mit Werten die 25 Mal über dem Normalwert liegen nachgewiesen. Davon soll jedoch keine Gefahr für den Menschen ausgehen. Um eine Auswirkung auf die Fischerei zu beurteilen soll es noch zu früh sein.

17 Uhr 30 MEZ. Laut Einschätzung der französischen Atomaufsichtsbehörde (ASN) wird die radioaktive Verseuchung im Umkreis des AKW Fukushima I noch jahrzehntelang andauern. Aus dem beschädigten AKW entweichen demnach nun "in bedeutendem Maß" radioaktive Stoffe und der Niederschlag dauert an.
Nun soll eine Betonpumpe des Herstellers Putzmeister in Deutschland die Reaktoren in Fukushima kühlen. Sie hat einen 58 Meter hohen, gelenkigen Arm und kann damit die beschädigten Wände des AKWs überragen. Dadurch soll es möglich sein grosse Wassermengen direkt in die Gefahrenstellen einzuleiten.
17 Uhr 15 MEZ. Für dieses Jahr wurde laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein neuer Castor-Transport mit hochradioaktivem Abfall von La Hague in das Zwischenlager Gorleben beantragt. Er soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshäfte stattfinden. Elf Castorbehälter werden offenbar bereits in Frankreich beladen. Es soll sich um den letzten Transport von hoch radioaktiven Abfällen aus La Hague handeln. Danach sollen jedoch noch Transporte von Sellafield nach Gorleben stattfinden.

17 Uhr 00 MEZ. In der Zwischenzeit wurde wegen Kontaminierungen durch radioaktive Elemente von der japanischen Regierung für 4 Präfekturen ein Lieferverbot für Milch und mehrere Gemüsesorten verhängt. Ein Dorf in der Region Fukushima darf kein Leitungswasser mehr trinken.

16 Uhr 45 MEZ. Bis jetzt wurden offiziell mehr als 8800 Leichen geborgen und identifiziert. 12.654 Menschen gelten offiziell noch als vermisst.
16 Uhr 30 MEZ. Die WHO fordert Japan auf, stark radioaktive Nahrungsmittel sofort aus dem Handel zu nehmen. Während Partikel aus der Luft in wenigen Tagen verschwinden lagern sich die Partikel aus Lebensmittel im Körper ab und können dort voll ihre schädliche Wirkung entfalten.
Die Risikobewertungsgesellschaft RMS geht davon aus dass die Kosten der Katastrophe für die japanische Wirtschaft sich insgesamt auf 200 bis 300 Mrd. US-Dollar summieren werden. Nur ein geringer Teil davon soll durch Versicherer abgedeckt sein.

16 Uhr 15 MEZ. Auf dem Treffen der EU-Energieminister zeichnet sich ab dass die EU eine gemeinsame Sicherheitsanforderung für AKWs entwickeln.möchte. Die Teilnahme an den sogenannten Stresstests soll dagegen freiwillig sein und es ist nicht klar wie so eine Prüfung konkret aussehen konnte.

16 Uhr 00 MEZ. Laut US-Atomsicherheitsbehörde NRC soll es Schäden an den Reaktorkernen geben, die Stahlbetonhüllen der Reaktoren 1, 2 und 3 in Fukushima I intakt sein.

15 Uhr 50 MEZ. Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder rechnet mit einem baldigen Tod von 50% der verbliebenen Arbeiter im AKW Fukushima I (Welt).

15 Uhr 45 MEZ. Tepco - AKW Betreiber mit zweifelhaftem Ruf (Tagesschau, Focus, Telepolis).

15 Uhr 30 MEZ. Deutsche Hilfsorganisationen haben mehr als 5 Mio Euro an Spenden gesammelt.

15 Uhr 15 MEZ. Von der Nuclear Regulatory Commission der USA wird gesagt dass sich die Lage in Japan demnächst stabilisert hat.

15 Uhr 00 MEZ. Laut IAEA soll sich die Lage leicht entspannen. Amano beginnt einige positive Entwicklungen zu sehen.

14 Uhr 00 MEZ. Neben Österreich drängen in der EU die Länder Luxemburg, Dänemark und Irland auf einen Atomausstieg. Neben Frankreich wehrt sich auch die Schwarzgeldregierung in Deutschland dagegen (Welt).
Die Sowjetunion soll laut Alexej Jablokow, dem russischen Strahlenbiologen und früheren Umweltberater von Ex-Präsident Boris Jelzin, bei der Katastrophe von Tschernobyl künstlich das Wetter beeinflusst haben um die Katastrophe zu begrenzen (Welt).

13 Uhr 30 MEZ. In Fukushima sind zwei Kampfpanzer vom Typ 74 eingetroffen um sie als Bulldozer einzusetzen. Mit ihnen sollen die Zugangswege für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr zu den Reaktorblöchen 3 und 4 freigemacht werden (Wikipedia - Typ 74).
Herr Hans-Josef Allelein lässt vermuten dass er wie Hr. Guttenberg auch den Dr. Ctrl-C gemacht hat da es sich seiner Aussage bis gestern immer noch nicht um einen Super-GAU gehandelt hat aber ein Super-GAU in der Realität spätestens dort anfängt wo Radioaktivität aus dem Containment ausgetreten ist und in weitem Umkreis verbreitet ist (Telepolis).

13 Uhr 00 MEZ. Laut einem Regierungssprecher sind Lebensmittel die ausserhalb der Sicherheitszone um das Katastrophen-AKW produziert wurden sicher [Anm. Gar Nix: Das erinnert mich an unsere Rente und den Aufschwung der in Deutschland bei der Bevölkerung angekommen ist].

12 Uhr 45 MEZ. Tepco ist so überaus gnädig dass die Firma eventuell vielleicht möglicherweise äußerst großzügigerweise eine Entschädigung an Bauern in der Region um Fukushima zahlen wird.

12 Uhr 30 MEZ. Radioaktivität bedeutet Krankheit und Tod auf Raten (Welt).
Die IAEO meint dass es ausreicht "Das momentane Internationale Reahmenwerk zur Reaktion auf Notfälle zu überarbeiten".

11 Uhr 50 MEZ. Nun steigt über Reaktor 2 Rauch auf. Der Rauch über Block 3 soll derweil nicht mehr zu sehen sein. Er soll am Sonntag wieder ans Netz gegangen sein. Ob die Pumpen nach den schweren Bränden und Explosionen in dem Gebäude noch funktionieren ist unklar (Sueddeutsche).

11 Uhr 30 MEZ. Zur Ursache des gräulichen Rauchs aus Block 3 werden auf einer Pressekonferenz von der japanischen Atomaufsichtsbehörde keine Angaben gemacht. Bisher ist es nicht gelungen dort die Stromversorgung wieder herzustellen.

11 Uhr 15 MEZ. Im Katastrophengebiet soll es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kalt bleiben. In den Nächten ist Frost angesagt. Regnen soll es nicht und der Wind soll aus westlichen Richtungen kommen und radioaktive Partikel aufs Meer treiben.

11 Uhr 00 MEZ. In der Zwischenzeit ist das Trinkwasser von 9 japanischen Präfekturen radioaktiv belastet (Stern).

10 Uhr 45 MEZ. Aus einem Bericht vom 2. März 2011 der japanischen Atomsicherheitsbehörde soll hervorgehen dass es bei der Inspektion des Katastrophen AKW massive Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll.  Tepco hat offensichtlich den Zeitplan verzögert und unter anderem zentrale Elemente des Kühlsystems für die Abklingbecken nicht überprüft. Insgesamt sollen 33 Teile der Anlage nicht untersucht worden sein (Spiegel, Focus).
10 Uhr 40 MEZ. Der Rauch soll nicht zwingend vom Abklingbecken ausgehen. In dem Reaktorgebäude sollen laut Edano noch weitere brennbare Materialien sein. Er spricht davon dass sich die radioaktive Belastung auf dem Gelände "kaum erhöht" habe. Die Atomsicherheitsbehörde spricht von einer "kleinen Veränderung" der Strahlenwerte (Sueddeutsche).

10 Uhr 30 MEZ. Die japanische Regierung ordnet an dass Nahrungsmittel aus der Region um das AKW vorerst nicht mehr verschifft werden dürfen.
Die britische Botschaft in Tokio verteilt "natürlich nur als reine Vorsichtsmaßnahme" Jodtabletten um einer "möglichen" Belastung durch radioaktives Jod aus dem AKW Fukushima I vorzubeugen.

10 Uhr 25 MEZ. Im März sollen wegen Revisionen die AKWS Philippsburg 2, Emsland, Gundremmingen B, Grafenrheinfeld und Grohnde abgeschaltet werden. Damit werden dann 13 der 17 deutschen Atomreaktoren vorübergehend nicht am Netz sein (T-Online).

10 Uhr 20 MEZ. US-amerikanische Drohnen beobachten Fukushima (Welt).

10 Uhr 10 MEZ. Der Rauch soll in die Zentrale der Arbeiter des Werks eingedrungen sein und eventuell aus dem Abklingbecken des Reaktor 3 ausgetreten sein.

9 Uhr 10 MEZ. Aus der Südostseite des Reaktor 3 steigt seit etwa 16 Uhr Ortszeit grauer Rauch auf und die Einsatzkräfte sind in Sicherheit gebracht worden. Der Druck war kurz davor so weit angestiegen gewesen dass in Erwägung gezogen wurde Druck abzulassen. Nach dem Aufsteigen des Rauchs soll laut der japanischen Atomsicherheitsbehörde bisher kein Anstieg der Radioaktivität feststellbar gewesen sein. Die Rauchentwicklung soll in der Zwischenzeit laut Tepco etwas zurückgegangen sein.Zur Erinnerung. In Reaktor 3 wurden MOX-Brennelemente mit einem hohen Anteil des gefährlichen Plutoniums verwendet. (Spiegel, Welt, Tagesschau, Heute).
9 Uhr 00 MEZ. Alle 6 Reaktorgebäude sollen wieder einen Stromanschluss haben. An Reaktor 5 soll laut Tepco eine Pumpe wieder mit Strom aus dem Netz arbeiten.

8 Uhr 15 MEZ. Die Stimmen der Opfer werden überhört. Die Rettungsarbeiten laufen für viele viel zu langsam. In einem Altenheim in der Sperrzone wurden 128 alte Menschen die nicht transportfähig waren gefunden die von den Pflegern im Stich gelassen worden waren. 14 davon waren tot (Sueddeutsche).
Die WHO befürchtet radioaktiv verseuchte Lebensmittel und bezeichnet die Lage als ernst weil sich radioaktiv verseuchte Lebensmittel nicht eingrenzen lassen.

8 Uhr 00 MEZ. Jun Azumi (Spitzenpolitiker der Demokratischen Partei) ist der Meinung dass bis Juni 2 große Nachtragshaushalte verabschiedet werden müssen.

7 Uhr 45 MEZ. Die Katastrophe des AKW Fukushima I ist noch lange nicht beendet (Telepolis).

7 Uhr 30 MEZ. Die Schäden durch die Katastrophe summieren sich laut Weltbank auf bis zu 166 Mrd. Euro (Welt, Sueddeutsche).

7 Uhr 00 MEZ. Die 50 Helden von Fukushima sind ein Warnsignal (Welt). Tepco schickt laut Korrespondentenberichten Obdachlose und Minderjährige als Wegwerfarbeiter, in Europa auch Strahlenfutter genannt, ins AKW (Welt).
Die AKW-Mängel waren der Schwarzgeldregierung schon vor der Laufzeitverlängerung bekannt (Man konnte sie teilweise auch bei Gar Nix nachlesen) (Welt). Wegen der Abschaltung der 7 AKWs wollen die Energieversorger die Zahlungen an den Öko-Fonds aussetzen (Welt, Sueddeutsche, Spiegel). Der Atomausstieg ist dem Deutschen durchschnittlich 15 Euro im Monat wert. Man hat Angst um Arbeitsplätze die der Ausstieg angeblich laut Atomlobbyisten kosten soll (Welt).. Da verweise ich einmal auf Obrigheim wo auch heute noch 6 Jahre nach dem Abschalten 200 Menschen im AKW beschäftigt sind und neue Arbeitsplätze entstanden sind. Nicht einmal am Ort selbst hat sich dort der Atomausstieg wirtschaftlich bemerkbar gemacht (SWR - Obrigheim). Ganz zu schweigen davon dass sich in den Orten die sich Energieautarkt gemacht haben wie beispielsweise Güssing in Österreich (Nixblog - Energieautarkes Städtchen Güssing) oder Feldheim (Nixblog - Energieautarke Gemeinde Feldheim) dadurch dass das Geld dort bleibt wohlhabender geworden sind weil das Geld nicht in die Taschen der Gasgerds und Atomclements wandert. Ausserdem wird in dem Bezug immer wieder auf angebliche zu erwartende Stromausfälle durch die Erneuerbaren verwiesen. Die letzten Stromausfälle an die ich mich erinnern kann waren jedoch in Deutschland als in Hamburg und Gorleben die Lichter ausgingen weil ein AKW den Geist aufgegeben hat, in Frankreich gehen jeden Winter die Lichter aus und es werden die Bürger per SMS aufgefordert weil die alten AKWs immer öfter stillstehen und der neue EPR eine gigantische Bauruine ist und zu dem Stromausfall in Fukushima schreibe ich mal nur so viel. Alle Windräder liefern auch jetzt Strom der dringend benötigt wird.

6 Uhr 45 MEZ. Für Schwedens Regierung unter Premierminister Fredrik Reinfeldt ist Fukushima kein Grund die Atomenergie in Frage zu stellen (Spiegel).

5 Uhr 30 MEZ. Laut Japans Atombehörde sollen die Reaktorblöcke 5 und 6 wieder ans Stromnetz angeschlossen worden sein.

5 Uhr 00 MEZ. Im Trinkwasser von Tokio wurde offensichtlich radioaktives Cäsium nachgewiesen. Die 6000 Bewohner des etwa 30 Kilometer nordöstlich von Fukushima liegenden Dorfes Itate sollen laut Gesundheitsministerium möglichst kein Leitungswasser trinken. Radioaktives Cäsium hat gegenüber radioaktivem Jod das Problem dass es durch eine relativ lange Halbwertszeit noch Jahrzehnte später gefährlich bleibt (Telepolis, Spiegel).
In Reaktor 3 soll der Druck laut japanischer Atomsicherheitsbehörde wieder angestiegen sein (Welt).
Es kommt eine Entschätzung auf dass die Entsorgung der Reaktoren des AKW Fukushima I bis zu 10 Jahre dauern könnte. Gar Nix meint dass es noch weit länger dauern wird. Das ist allerhöchstens die Dauer bis die Strahlung nicht mehr ganz so heiss wie jetzt ist und man drumherum anfangen kann abzubauen. In Tschernobyl ist heute noch nicht an einen Abbau zu denken.

4 Uhr 15 MEZ. Offiziell wird mit mehr als 18.000 Toten durch die Katastrophe gerechnet. Alleine im Bereich der Präfektur Miyagi rechnet die Polizei mit mehr als 15.000 Toten. Bis jetzt sind offiziell 8649 Leichen geborgen worden. Vermisst werden noch 12.877 Menschen.

3 Uhr 00 MEZ. Im AKW Fukushima I wird die Kühlung der Reaktorblöcke 3 und 4 von Feuerwehrmännern und japanischen Soldaten mit Wasserwerfern fortgesetzt.
0 Uhr 30 MEZ. Im Nordosten von Japan gab es ein weiteres Nachbeben der Stärke 4,7. Das Beben war auch am AKW Fukushima I zu spüren. Angaben zu Verletzten und Schäden gibt es keine.

0 Uhr 00 MEZ. Rückbau von Atomkraftwerken (Focus).

Bilder:
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Donnerstag, 7. April 2011

Erdbeben in Japan 2011 - Sonntag, 20.03.2011 - Teil 10: Trügerische Ruhe

Flagge von Japan

Wegen dem steigenden Umfang gibt es mehrere Teile:

Sonntag, der 20. März 2011

22 Uhr 30 MEZ. Ministerpräsident Kan sagt den für morgen geplanten Besuch am AKW Fukushima ab. Der Grund sollen die schlechten Wettervorhersagen sein. Es soll dort morgen regnen.

21 Uhr 15 MEZ. Morgen treffen sich die EU-Energieminister zu einem Sondertreffen wegen der Atomkatastrophe in Fukushima. Energiekommissar Oettinger will eine Einigung auf einen Rahmen für die soegenannten Stresstests erreichen denen die etwa 140 AKWs in der EU unterzogen werden sollen. Für Deutschland wird (näh kein Techniker oder Ingenieur) sondern das Wirtschaftsministerle Atom-Brüderle von der Mövenpickpartei erwartet. Was da rauskommt kann man sich ja schon vorher denken.

18 Uhr 30 MEZ. Die japanische Regierung rät davon ab das Leitungswasser in der Präfektur Fukushima zu trinken weil die radioaktive Belastung zu hoch sein könnte. In den nächsten Tagen sind wechselnde Winde zu erwarten die eine radioaktive Wolke auch nach Tokio bringen könnte (Sueddeutsche).

18 Uhr 00 MEZ. Nach Demonstrationen von 10.000 AKW Gegnern bei dem französischen AKW Fessenheim demonstrierten heute 10.000 AKW-Gegner. Die französische Umweltministerin schliesst nicht mehr aus, auf eine Laufzeitverlängerung bei älteren AKWs zu verzichten.

17 Uhr 45 MEZ. Auf dem Gelände des AKW Fukushima I sollen am Montag Panzer der japanischen Streitkräfte bei der Beseitigung der Trümmer helfen. Durch die dicke Metallhülle sollen die Soldaten vor der gefährlichen Strahlung geschützt sein. Die verstrahlten Trümmer sollen mit Bulldozerschaufeln aus dem Weg geräumt werden damit die Helfer einfacher zu den Reaktorblocks kommen können.

17 Uhr 30 MEZ. Ministerpräsident Kan will sich morgen per Hubschrauber in die Stadt Ishinomaki in der Präfektur Miyagi begeben wo heute zwei Überlebende gefunden worden sind. Danach will er in ungefähr 20 Kilometern Entfernung des AKW Fukushima I Einsatzkräfte treffen.

17 Uhr 00 MEZ. Die Standorte für neue AKWs in den USA werden überprüft. Die Bauorde zukünftiger AKWs sollen andere als bisher sein. Ausserdem woll man überprüfen ob laufende AKWs wie Indian Point im Bundesstaat New York weiter betrieben werden sollen.
Bisher wurden auf dem Frankfurter Flughafen laut Thorsten Neels (Sprecher des hessischen Umweltministeriums) keine überhöhten Strahlenwerte gemessen. Bisher haben sich 14 Personen die aus Japan gekommen sind freiwillig untersuchen lassen.
Für Montag um 18 Uhr wird von Atomkraftgegnern zu Mahnwachen in ganz Deutschland aufgerufen. Es ist angedacht in mehr als 670 Orten für den Atomausstieg zu demonstrieren (Telepolis).

16 Uhr 45 MEZ. Messungen bei Raps, aus Regionen in denen bisher keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden war, haben laut dem japanischen Gesundheitsministerium "bedeutende Dosen an Strahlung" ergeben. Die Dosis soll aber nicht so hoch sein dass sie als gesundheitsschädlich eingestuft werden muss.

16 Uhr 30 MEZ. Fukushima gefährdet die Expansionspläne der französischen Atomgiganten EDF und AREVA (Welt).

16 Uhr 15 MEZ.Vor dem AKW Biblis haben heute etwa 2000 Menschen für den Ausstieg aus der Kernenergie demonstriert. Ursprünglich waren nur mit 200 Teilnehmern gerechnet worden.

16 Uhr 00 MEZ. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen Laut William Travers (Generaldirektor der staatlichen Atomaufsichtsbehörde) die Pläne für das erste AKW des Landes überprüfen. Es sollte 2017 in Betrieb gehen.

15 Uhr 45 MEZ. Die Botschaft der Schweiz wird nun auch wegen der Befürchtung dass die Radioaktivität in Tokio ansteigen könnte nach Osaka verlegt.

15 Uhr 20 MEZ. Die Temperatur in allen Abklingbecken des Katastrophen-AKWs sollen nun auf Werte von unter 100°C gesunken sein (Spiegel - Im Trümmerfeld von Fukushima).

15 Uhr 15 MEZ. Die deutschen AKW-Betreiber schicken laut Deutschem Atomforum auf Anfrage von Tepco von Frankfurt aus 20 Paletten mit Hilfsgütern nach Japan. Bei den Waren sind unter anderem Spezialfilter, Masken und Strahlenmessgeräte.

14 Uhr 45 MEZ. In der Präfektur Tochigi wurde Spinat mit hochradioaktiven Substanzen gefunden. Unterdessen sorgen sich Japans Supermärkte um Nachschub weil Lager und Regale der Läden wegen Hamsterkäufen leer sind (Spiegel - Japans Supermärkte sorgen sich um Nachschub, Spiegel - Japans Bevölkerung fürchtet verstrahlte Lebensmittel).

Wurzelspinat

14 Uhr 30 MEZ. Laut Tepco soll es noch Tage dauern bis die Reaktorblöcke 3 und 4 wieder mit Strom versorgt werden können (Sueddeutsche - Schutzanzüge, Spiegel - Lage im Katastrophen-AKW).

14 Uhr 00 MEZ. Hamburg stellt wegen der Katastrophe Seeleuten Jodtabletten zur Verfügung. Mit dem Medikament sollen Besatzungen von Schiffen die nach Japan fahren ausgerüstet werden. In Birma sind derweil durch Panikkäufe die Preise für Jodsalz auf mehr als das Dreifache angestiegen.

13 Uhr 45 MEZ. Spenden sollte man mit Umsicht (Sueddeutsche).

Fukushima - Reaktorschema
13 Uhr 00 MEZ.  Von den Rettungskräften soll nun mit dem Pumpen von Meerwasser ins Abklingbecken von Reaktorblock 2 zu pumpen begonnen worden sein..

12 Uhr 50 MEZ. Laut Tepco ist die Lage im Reaktor 6 stabil.  Die Temperatur des Kühlwassers soll unter 100°C liegen und damit so niedrig dass keine akute Gefahr mehr droht. Die Kühlung in dem abgeschalteten Reaktor soll wieder funktionieren. Der Reaktor soll den Zustand des "cold shutdown" erreicht haben.

Windkraft im Aufbau
12 Uhr 45 MEZ. Japan steht bei der Windkraft noch am Anfang. bräuchte aber eventuell andere Bauformen. Das Land soll ein Potential von 81 Gigawatt haben (Telepolis).

12 Uhr 20 MEZ. Australien exportiert laut Premierministerin Julia Gillard weiterhin Uran. Selbst hat Australien keine AKWs (Nixblog - Uranabbau).

11 Uhr 15 MEZ. Die Banken in den Erdbeben sollen Finanzhilfen bekommen um damit einfachere Kredite für Unternehmen die von der Katastrophe betroffen sind zu ermöglichen. Der Umfang der Finanzspritze ist nicht bekannt.

11 Uhr 00 MEZ. Reaktor 4 wurde wieder mit Wasser bespritzt.
Die japanischen Automobilhersteller wollen Mitte der kommenden Woche die Produktion wieder aufnehmen. Zunächst soll morgen die Produktion der Einzelteile beginnen.

10 Uhr 45 MEZ. Ministerpräsident Naoto Kan will laut Edano möglicherweise irgendwann vielleicht die Region um das AKW Fukushima I besuchen. Nähere Informationen zum Zeitpunkt gibt es nicht.

10 Uhr 10 MEZ. Laut Edano sollen bei den Kontrollen von Milch und Spinat weitere stark verstrahlte Proben gefunden worden sein. Die Lebensmittel sollen aber nicht in den Verkauf gekommen sein. Morgen erst will die japanische Regierung entscheiden ob eine Verordnung zu Agrarprodukten aus der Nähe von AKWs erlassen wird.

9 Uhr 55 MEZ. In Reaktor 2 soll die Stromversorgung für das Kühlsystem, den Kontrollraum und die Beleuchtung wiederhergestellt worden sein.. Was davon allerdings noch funktioniert ist nicht klar. In Reaktor 2 gab es in den letzten Tagen schwere Explosionen und Brände. Die innere Hülle ist beschädigt und Radioaktivität ist ausgetreten. Heute soll auch die Stromversorgung für die Kontrollräume von Reaktor 1 wieder hergestellt werden (Sueddeutsche).
Die Evakuierung  von Tokio - Ein aussichtsloses Unterfangen (Sueddeutsche), die hässliche Seite der Menschen würde dort überhand nehmen (Welt).

9 Uhr 45 MEZ. 9 Tage nach dem Erdbeben wurden offensichtlich in der zerstörten Stadt Ishinomaki die 80jährige Sumi Ake und ihr 16jähriger Enkel Jin Abe aus den Trümmern gerettet. Sie leiden an Unterkühlung und wurden mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden haben sich in den letzten Tagen von Joghurt und anderen Dingen aus einem Kühlschrank ernährt (Spiegel).

Gekochte "Dicke Bohnen"
9 Uhr 00 MEZ. In Taiwan wurden 14 Kilogramm radioaktiv belastete "Dicke Bohnen" aus Japan gefunden. Die Werte sollen aber deutlich unter den erlaubten Grenzwerten liegen und dadurch auch nicht gesundheitsschädlich sein. Genauere Angaben gibt es dazu wie fast immer nicht (Sueddeutsche).
Peter Hadfield hat bereits vor 20 Jahren in dem Buch „Sixty Seconds That Will Change The World – The Coming Tokyo Earthquake“ die Katastrophe beschrieben die ein Erdbeben  bei Tokio verursachen würde. Genannt wurde er dafür Brunnenvergifter, Lügner und Sensationsreporter. Mit Endzeitbeschwörung hatte das Buch jedoch nichts zu tun. Hadfield hat das Szenario seriös und sauber recherchiert. und auf 200 Seiten penibel vorgerechnet warum das Große Beben unter Tokio auf jeden Fall kommen und die Welt verändern wird. Das Beben vor einer Woche war jedoch nicht das "Big One". Für die ganz großen Auswirkungen lag das Hypozentrum zu weit von Japan und Tokio entfernt (Welt).

8 Uhr 45 MEZ. Bei einem GAU in Deutschland müssten die AKW Betreiber nur einen geringen Teil des Schadens tragen. Es gibt da offensichtlich nur "Gegenseitige Garantiezusagen" ohne verpflichtende Wirkung. Im Moment wird die Haftung von AKW Betreibern durch die Pariser Konvention geregelt. Es sieht für die Unterzeichner eine Deckungspflicht von gerade einmal 70 bis 700 Mio Euro vor. In Deutschland wurde das wohl verfünffacht. Seit 2001 gilt eine Deckungsvorsorge von 2,5 Mrd. Euro. 255,6 Mio Euro davon  wird durch eine Haftpflichtversicherung gedeckt, der Rest sind gegenseitige Versprechungen der AKW-Betreiber. Dabei ist auch die Gefährdungshaftung eingeschlossen. Also Schäden die wie bei Fukushima-I  nicht der Betreiber selbst verursacht hat. Deutschland ist dabei noch einer der Vorreiter. Leider sind aber auch 2,5 Mrd. nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Die Schäden durch die Katastrophe in Japan entstanden sind werden im Moment auf mindestens 100 Mrd Euro geschätzt. Ein GAU in Fukushima ist da noch nicht mit drin. 1992 machte das Prognis-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft eine Studie und kam für das Szenario eines GAUs in Deutschland auf damals 10 Billionen DM (ca. 5 Billionen Euro). Es gibt jedoch andere Schätzungen die auch da weit höher liegen (Sueddeutsche, Welt).

8 Uhr 30 MEZ. Um seinen Landsleuten die Sorgen von einer radioaktiven Gefahr zu nehmen hat Regierungschef die russische Insel Sachalin die 1500 Kilometer nördlich von Japan liegt besucht.

8 Uhr 15 MEZ. Deutschland hat 12 Exportgarantien für für deutsche Atomexporte übernommen. Zum Beispiel für "Brasilien - AKW Angra III, deutsch französisches Atomunternehmen ArevaNP, 2,5 Mrd. Euro" . Insgesamt sind im Moment etwa 170 AKWs mit 560 Reaktoren geplant oder im Bau. Die deutsche Wirtschaft wartet auf Aufträge in Höhe von bis zu 628 Mrd. Euro. Von der rotgrünen Regierung 2001 wurde in den Umweltrichtlinien für Hermesbürgschaften beschlossen Atomenergie von Förderungen auszuschliessen. Die derzeitige Schwarzgeldregierung hat auch das geändert. Nun sind die OECD-Umweltrichtlinien der Maßstab bei der Prüfung von Exportgarantien. Ein Verbot für die Forderung von Atomkraft gibt es dort jedoch nicht. Deutsche Banken fördern aber nicht nur neue AKWs sondern auch den Abbau von Uran, die Produktion von Brennelementen und das Management (anders bezeichnet verschieben) radioaktiver Abfälle. Dabei soll die Deutsche Bank eine der größten Rollen spielen und weltweit zu den zehn Finanzinstituten gehören die 2000 bis 2009 die Branche am meisten unterstützt hat. Insgesamt soll sie 7,8 Mrd. Euro in diese Projekte investiert haben. Auch die Commerzbank soll mit 3,9 Mrd. Euro an den Schweinereien beteiligt sein. Die WestLB und LBBW sind auch tief mit drin im schmutzigen Spiel. Die WestLB hat 2004 offensichtlich zusammen mit der Deutschen Bank jeweils Anleihen des japanischen Energiekonzerns Tepco im Wert von jeweils 30 Mio Euro gekauft. Tepco ist der Betreiber des Katastrophen-AKW Fukushima I (Spiegel).

AKW Fukushima I
8 Uhr 00 MEZ.  Laut Tepco soll der Druck in Reaktor 3 stabilisiert worden sein.

7 Uhr 30 MEZ. Wegen dem steigenden Druck lässt Tepco "etwas" Gas aus Block 3 ab. Die Kühlversuche haben "möglicherweise" nichts bewirkt (Tagesschau, Spiegel).

7 Uhr 00 MEZ. Offiziell gibt es nun 8199 Tote, 12.722 Vermisste, 2613 Verletzte, in den Schutzräumen sind 355.477 Menschen, 3700 Hilfskräfte sind im Einsatz, 20.097 zerstörte Gebäude, 48 beschädigte Brücken, 1466 beschädigte Strassen, 120 Erdrutsche als Folge des Bebens und das alles in 18 betroffenen Präfekturen.

6 Uhr 15 MEZ.Für die Region um das Katastrophen AKW wird von der japanischen Wetterbehörde Nieselregen vorausgesagt. Der Wind soll auch in nächster Zeit nicht Richtung Tokio wehen.
Offizielle hat die Katastrophe nun 8133 Menschenleben gefordert. 12.272 gelten offiziell als vermisst.
Laut dem weltgrössten Rückversicherer Munich Re ist eine Versicherung für Atomunfälle weder für Versicherer noch für Kraftwerksbetreiber tragbar.

5 Uhr 45 MEZ. Der Druck in Block 3 ist wieder angstiegen. Es sollen schnell Massnahmen eingesetzt werden um den Druck zu verringern (Sueddeutsche).
5 Uhr 00 MEZ.  Die Strahlung in Fukushima soll um 25% auf 2625 Mikosievert pro Stunde gesunken sein. Laut Regierungsangaben sollen in Tokio radioaktiver Staub und Partikel gefunden worden sein. Es sollen aber keine Risiken für die Gesundheit bestehen.

3 Uhr 30 MEZ. Im Moment liegt die offizielle Zahl der Toten bei etwa 7000. Es gibt offiziell 10.700 Vermisste. Alleine in der Präfektur Miyagi wurd von der Polizei mit 15.000 Toten gerechnet.

Hilfslieferungen
3 Uhr 00 MEZ. Laut Tepco sollen die Temperaturen in Reaktor 4 und 5 deutlich gesunken und fast wieder auf normalem Niveau sein. In Reaktor 6 soll die Stromversorgung wieder hergestellt worden sein. Auch dort soll die Temperatur in dem überhitzten Abklingbecken deutlich gesunken sein.
Aus 13 Ländern sind Hilfsgüter eingetroffen, darunter 25.000 Decken aus Kanada, 30.000 Reispäckchen und 230.000 Wasserflaschen aus Südkorea und 500 Stromgeneratoren aus Taiwan (Spiegel).

2 Uhr 00 MEZ. Der Wasserstand in den Abklingbecken 3 und 4 ist offensichtlich laut Statusbericht des Japanischen Atomenergieforums (JAIF) trotz den Versuchen der Feuerwehr sie unter Wasser zu setzen gefährlich niedrig.

1 Uhr 30 MEZ. Von den Feuerwehrleuten wurde nun damit begonnen, Wasser auf Reaktor 4 zu spritzen.

1 Uhr 00 MEZ. Das 41köpfige THW Team das in Japan eingesetzt war ist wieder in Deutschland eingetroffen.

0 Uhr 30 MEZ. Von Russland wurden mehrere Forschungsschuffe im Pazifik damit beauftragt Meereslebewesen wie Fische auf mögliche radioaktive Kontamination zu überprüfen.

0 Uhr 00 MEZ. Laut Gesundheitsministerum  in der Stadt Karamata übersteigt 45 Kilometer nordwestlich von Fukushima die Belastung von Milch mit radioaktivem Jod den zugelassenen Grenzwert.

Bilder:
- Flagge von Japan, Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei, User Bangin
- Gekochte "Dicke Bohnen, Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei, Richard W.M. Jones
- AKW Fukushima I, Wikimedia Commons,  National Land Image Information (Color Aerial Photographs), Qurren
- Hilfslieferungen, Wikimedia Commons, public domain. United States Navy
- Windkraft im Aufbau, Wikimedia Commons,  Lizenz: Gemeinfrei, Hadhuey
- Fukushima Reaktorschema, Wikimedia Commons, Creative Commons-Lizenzen Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert, 2.5 generisch, 2.0 generisch und 1.0 generisch, MovGP0
- Wurzelspinat, Wikimedia Commons,  Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland, Schwäbin
- Seekarte von Japan, Wikimedia Commons, Lizenz: GemeinfreiCIA World Factbook
- Tschernobyl - Ausbreitung der Radioaktivität, Wikimedia Commons,  Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 US-amerikanisch (nicht portiert), User:Sting