Sonntag, 20. März 2011

Erdbeben in Japan 2011 - Samstag, 19.03.2011 - Teil 9: Entspannung?

Flagge von Japan

Wegen dem steigenden Umfang gibt es mehrere Teile:

Samstag, der 19. März 2011

23 Uhr 30 MEZ. Warum es in Japan so viele AKWs gibt (Welt).

23 Uhr 15 MEZ. Nachhaltiges Wirtschaften (Welt).

23 Uhr 00 MEZ. Die Feuerwehrleute haben im AKW Fukushima I nach 13 Stunden den Einsatz beendet. Mit Spezialfahrzeugen haben sie die Reaktoren 3 und 4 bespitzt. Laut Tepco soll morgen Reaktor 2 an die Stromversorgung angeschlossen werden. Dieses "morgen" muss wohl wie das portugiesische "amanha" funktionieren und "vielleicht morgen, vielleicht übermorgen, vielleicht überhaupt nicht" heissen da man das seit ungefähr 3 Tagen erzählt.

21 Uhr 15 MEZ. Beim Bau des AKW Fukushima I sollen laut dem pensionierten Ingenieur Shiro Ogura einfach die Pläne eines US-amerikanischen AKWs von General Electric kopiert ohne Rücksicht darauf dass diese nicht auf einen Tsunami ausgelegt waren. Man hatte in Japan seiner Aussage nach "keine Erfahrung  und  konnte die Annahmen nicht krtisch überprüfen. Er selbst war Mitte 20 und stand am Anfang seiner Berufslaufbahn. Kurz vor der Rente hat er sich dann offenbar gefragt ob die AKWs auch einem Tsunami standhalten können (Sueddeutsche).

Erdgas-Kugelspeicher
20 Uhr 45 MEZ. Russland bietet Japan Flüssiggas an welches ursprünglich für Europa gedacht war. Im Gegenzug würde Russland die Erdgasmenge die durch die Pipelines nach Europa strömt erhöhen. Russland will das demnächst mit der Europäischen Union besprochen. Japan könnte sich laut Putin  an 2 sibirischen Gasfeldern beteiligen die zusammen ein Volumen von 3,2 Billionen Kubikmetern haben. Das entspricht mehr als dem weltweiten Verbrauch im Jahr.

18 Uhr 30 MEZ. Weil Regenfälle erwartet werden durch die radioaktive Partikel aus der Luft gewaschen werden können wurde die Bevölkerung in der Krisenregion aufgerufen in den Häusern zu bleiben. Nach Angaben der Behörden besteht aber (wer hätte das gedacht) gaaar keine Gesundheitsgefahr.

18 Uhr 00 MEZ. Roboter sind bis jetzt seltsamerweise trotz hoher Investitionen in den letzten Jahren so ziemlich Fehlanzeige in Fukushima. Gestern wurde ein einziger Roboter auf dem Gelände in Stellung gebracht (Spiegel).
Das Merkel sagt dass es eine ehrliche Atomdebatte haben will. Wie soll das gehen wenn die Befürworter die ehrlichen Argumente ignorieren? (Spiegel). In Stuttgart waren unterdessen unter dem Motto "Abschalten, Abwählen, oben bleiben" zwischen 20.000 und 60.000 Menschen gegen Atomenergie und Stuttgart 21 demonstriert.
Fukushima ist tot und steht kurz vor dem Sarkophag (Spiegel).

17 Uhr 30 MEZ. Anscheinend haben nun 6 weitere Helfer am AKW Fukushima I zu viel radioaktive Strahlung abbekommen. Gemessen wurde mehr als 250 Millisievert.

16 Uhr 30 MEZ. Von den Behörden wurde nun im Leitungswasser in der Nähe des AKW Fukushima Strahlenwerte nachgewiesen die den empfohlenen Wert überstiegen haben über dem man das Wasser nicht mehr trinken sollte.

16 Uhr 00 MEZ. Im Süden der Türkei demonstrierten 100 Umweltaktivisten gegen den  bis 2013 geplanten Bau eines AKWs im Süden der Türkei demonstriert. Der angedachte Standort Akkuyu soll sich in einer potentiellen Erdbebenzone befinden. Sollte die Anlage bei einem Erdbeben beschädigt werden wäre Zypern das nur 100 Kilometer weg ist gefährdet.

15 Uhr 45 MEZ. Die im Trinkwasser von Tokio gemessenen Werte sollen bei 1,5 Becquerel pro Kilogramm, also deutlich unter den Grenzwerten liegen. Laut Masayuki Kubo, dem für Umweltschutz zuständigen Beamten in der Präfektur Tochigi kann man so viel von dem Wasser wie man möchte trinken.
Die Atomlobby in den USA ist mächtig am Arbeiten damit die Politiker das Thema Atomausstieg nicht ansprechen (Spiegel).

15 Uhr 00 MEZ. Graham Andrew (Funktionär der IAEO) meint "Kernenergie sei beneidenswert sicher und Risiken könnten nie auf Null reduziert werden". Ich möchte ihm da nahelegen nach Arlit im Niger (Nixblog - Uranabbau), Tschernobyl (Nixblog - Die Katastrophe von Tschernobyl) oder Fukushima zu ziehen. Das bisserl Risiko stört ihn ja nicht.
Das Bundesumweltministerium bereitet eine Eulverordnung zur Festlegung von Grenzwerten für Flugzeuge vor. Diese müssen dann den Messungen an aus Japan eintreffenden Flugzeugen zu Grunde gelegt werden. Mehrere Unternehmen prüfen die Flugzeuge aus Japan bereits auf Strahlung.
Nachdem von der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission empfohlen wurde Lebens- und Futtermittel aus Japan auf Radioaktivität zu untersuchen wurde diese Emfpehlung vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an die Länder weitergeleitet. Beim Import von Gütern wie Autos und Unterhaltungselektronik sind stichprobenartige Untersuchungen geplant.
Frankreich hat laut dem französischen Aussenministerium in Paris bis jetzt 977 Menschen aus besonders gefährdeten Gebieten zunächst nach Südkorea transportiert. Sie sollen nun mit Sonderflügen nach Frankreich gebracht werden. In Japan leben schätzungweise 10.000 Menschen, davon 7000 in Tokio.

14 Uhr 30 MEZ. Japan, China und Südkorea schliessen einen AKW-Sicherheitspakt. Sie wollen in Zukunft enger in den Bereichen AKW-Sicherheit und Katastrophenvorsorge zusammenarbeiten.

14 Uhr 00 MEZ. Auch in der südlicheren Präfektur Ibaraki soll radioaktiv belasteter Spinat gefunden wurden sein.
Die Deka-Bank geht von einem Schaden von mehr als 135 Mrd. Euro für die japanische Volkswirtschaft aus. Ein Super-GAU des AKW Fukushima I soll demnach das globale Wirtschaftswachstum im 1% abschwächen. Eine Verstrahlung von einem Umkreis von 300 Kilometern um das AKW würde 40% von Japans Wirtschaft beeinträchtigen.

Atomkraftwerk Fukushima I Daichii am 16. März 2011 - Fünf Tage nach dem Beben

13 Uhr 40 MEZ. Die Strahlung 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima war laut dem japanischen Forschungsministerium gestern zeitweise auf 0,15 Millisievert pro Stunde angestiegen. Das ist die Menge die ein Mensch beim Röntgen des Brustkorps abbekommt.

13 Uhr 30 MEZ. Auf Twitter veröffentlicht das Büro des japanischen Premierminister eine Anti-Panik-PDF auf der in bunten Bildern gezeigt wird welchen Strahlungsdosen Menschen bei Röntgenaufnahmen oder Langstreckenfügen ausgesetzt sind um damit Relationen zu den Belastungen um Fukushima aufzuzeigen und dadurch eine Panik der Bevölkerung zu vermeiden.

Iod Kristall
13 Uhr 20 MEZ. Im Leitungswasser von Tokio wurden Spuren von radioaktivem Jod nachgewiesen. Ungewöhnlich hohe Werte von radioaktiven Werten wurden im Trinkwasser der zentraljapanischen Präfekturen Gunma, Tochigi, Sautama, Chiba und Niigata festgestellt. Die Werte sollen allerdings in allen Fällen deutlich unter dem zulässigen Grenzwert liegen.
Wie die radioaktiven Partikel über die grosse Distanz nach Gunma gelangen konnten und ob sie aus Fukushima stammen ist bisher unklar. Die Proben dort enthielten 2,5 Becquerel pro Kilogramm Iod-131, 0,22 Becquerel pro Kilogramm Cäsium 137 und 0,16 C Becquerel pro Kilogramm Cäsium 134. Zum Wasser gibt es keine Angaben. Die deutschen Grenzwerte für Milch und Säuglingsnahrung liegen bei 370 Becquerel Cäsium 134/137 pro Liter.
Radioaktives Jod führt zu einem erhöhten Krebsrisiko. Es lagert sich vor allem in der Schilddrüse an (Wikipedia: Jod, Schilddrüsenkrebs).
In der Zwischenzeit wurden laut Tepco zu den Reaktoren 1 und 2 Stomkabel verlegt. Reaktor 2 soll als erster an sie Stromversorgung angeschlossen werden. Danach müssen die Geräte zur Kühlung des Reaktors getestet werden. Ob die Pumpen und Leitungen nach den starken Explosionen noch funktionieren ist weiterhin unklar.
Im Katastrophengebiet müssen zur Zeit etwa 850.000 Haushalte ohne Strom auskommen und auch die Wasserversorgung funktioniert vielerorts nicht.

Flagge von China
12 Uhr 45 MEZ. In China wurden zwei Männer bestraft weil sie ohne Grund die Angst vor einer akuten radioaktiven Verstrahlung geschürt hatten. Einer der beiden soll über ein Social Network die Falschmeldung verbreitet haben dass eine radioaktive Wolke die Stadt Shanghai erreicht hätte.
Die Grünenspitze fordert auf dem kleinen Bundesparteitag in Mainz einen Atomausstieg bis 2017. In Änderungsanträgen ist auch von 2015 die Rede.

12 Uhr 30 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten ist auf 7348 angestiegen. Offiziell vermisst werden noch 10.947 Menschen. Man geht davon aus dass eine unbekannte Zahl von Menschen von der Rückwelle des Tsunami ins Meer gespült worden ist (Tagesschau).
Offiziell wurden 2618 Menschen verletzt. In den Schutzräumen befinden sich derzeit 392.443 Menschen. Im Einsatz sind 3700 Hilfskräfte. Durch die Katastrophe wurden 18.896 Gebäude zerstört. 48 Brücken und 1353 Strassen wurden beschädigt. Es gab 121 Erdrutsche. Von dem Unglück betroffen sind 18 Präfekturen.

12 Uhr 00 MEZ. Ausserhalb der kritischen Zonen um das AKW Fukushima I  soll die Radioaktivität laut der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) minimal sein. Sie soll 100 Mio bis 1 Mrd Mal unter den als gesundheitsgefährdent geltenden Grenzwerten liegen. Die Untersuchungen die dieser Aussage zugrunde liegen wurden offensichtlich gestern in Takasaki in Japan ungefähr 330 Kilometer südwestlich des AKW von Fukushima vorgenommen. Es wurden auch auf der russischen Kamtschatka-Halbinsel und in Sacramento in Kalifornien "minimale" Radioaktivitätswerte gemessen.
Bis auf 2 Fachberater welche die deutsche Botschaft bei der Koordination weiterer Hilfsmaßnahmen unterstützen sollen kehrt das THW Team heute nach Deutschland zurück.

Wellenkraftwerk Pelamis P-750
11 Uhr 45 MEZ. Japan als Insel hätte mit einer Küstenlänge von 5450 Kilometern ein sehr hohes Potential zur Energieerzeugung durch Meeresenergie (Telepolis, Wikipedia - Wellenkraftwerk).

11 Uhr 15 MEZ. Tokio wurde von einem Nachbeben der Stärke 6,1 erschüttert. Das Epizentrum lag im Meer an der Ostküste Japans in einer Entfernung von 142 Kilometern nordöstlich von Tokio und 98 Kilometern südlich von Fukushima. Wegen dem Nachbeben wurde der Flugverkehr auf dem Flughafen Narita in Tokio vorübergehend eingestellt.
Aussenminister Westerwilli (Mövenpickpartei) hält eine Verkürzung der Laufzeiten für deutsche AKWs nicht für eine beschlossene Sache und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (Mövenpickpartei) bezeichnet die Reaktion der Deutschen als hysterisch (Spiegel).Gar Nix hält die beiden derart niveaulos dass er sich jetzt nicht bemüht dazu eine weitere Bemerkung zu machen (Nixblog - Wie die FDP zur Mövenpick-Partei wurde). Wolfang Franz (Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen) schürt die Hysterie vor dem Ausstieg aus der Kernenergie mit der Ankündigung deutlich höherer Strompreise die auf die Deutschen zukommen sollen.

10 Uhr 15 MEZ. Weitere Unternehmen ziehen wegen den Nachbeben, Stromausfällen und der Krise um das AKW Fukushima I aus Tokio ab. Darunter die schwedische Modekette H&M, der französische Reifenhersteller Michelin und der Zigarettenhersteller Philip Morris.

10 Uhr 00 MEZ. Die Evakuierung der etwa 1100 Krankenhauspatienten aus dem Umkreis von 20 bis 30 Kilometern um das Katastrophen-AKW ist laut Gesundheitsministerium abgeschlossen worden.
Laut Verteidigungsminister Toshime Kitazawa sollen Sonderteams die Reaktoren nun rund um die Uhr kühlen.

9 Uhr 45 MEZ. Von den 3500 Deutschen sollen laut einem Botschaftssprecher Tokio und Umgebung in der Zwischenzeit mehr als 2500 verlassen haben. Damit halten sich derzeit weniger als 1000 deutsche Staatsbürger im Katastrophengebiet auf.

9 Uhr 30 MEZ. Vom Büro des japanischen Premierminister Naoto Kan wurden heute morgen Anweisungen zum Schutz vor der Strahlung innerhalb der Zone von 30 Kilometern um das AKW Fukushima I veröffentlicht. Man soll sich demnach möglichst im Auto fortbewegen um der Luft nicht ausgesetzt zu sein. Ausserdem werden langärmlige T-Shirts, Handschuhe und eine Schutzmaske empfohlen. Auch Regen soll gemieden werden.
Vom Vorsitzendenden der grössten japanischen Oppositionspartei, Sadakazu Tanigaki wird die Einladung im Kabinett von Premierminister Naoto Kan mitzuarbeiten abgelehnt.
Biblis A wurde laut Mitteilung von RWE komplett vom Netz genommen.

9 Uhr 00 MEZ. Toyota erwartet keine grossen Lieferengpässe in Europa. Mehr als 90% der Teile sollen lokal produziert werden. Für die restlichen Bauteile aus Japan soll die Fertigung am 21. März wieder anlaufen.

8 Uhr 50 MEZ. In Obrigheim zeigt sich dass die Hysterie um angeblich massive Arbeitslosigkeit nach dem Abschalten eines AKWs völlig übertrieben ist. Diese ist dort nach dem Abschaltung nicht wirklich angestiegen. Ende 2010 waren dort wegen dem Abbau immer noch fast 200 Menschen beschäftigt (SWR).

Kernkraftwerk Obrigheim - Stillgelegt 11. Mai 2005
8 Uhr 40 MEZ. Laut Regierungssprecher Edano soll mehr Wasser in Reaktor 3 festgestellt worden sein. Er spricht auch davon dass die Radioaktivität in Spinat und Milich aus der Gegend um das AKW Fukushima I ungefährliche Werte übersteigt [Anm. Gar Nix: Wenn Werte ungefährliche Werte übersteigen dann liegen sie bei gefährlichen Werten].

8 Uhr 30 MEZ. Die Franzosen wundern sich dass die Deutschen die Atomenergie so ablehnen und meinen dass darüber die Opfer der Katastrope vergessen werden (Spiegel). Nö, das ist nicht wirklich so. Den Opfern der derzeitigen Katastrophe kann ich aber nicht mehr helfen aber durch die möglichst schnelle Abschaltung weiterer AKWs kann man viele andere Opfer verhindern und die Bürger von Fessenheim liebe Cecile Calla können sich ja auch zumindest so lange das AKW nicht hochgeht gemütlich auf den Toten und Verstrahlten die alleine schon der Uranabbau  (Nixblog - Uranabbau) verursacht ausruhen und diese Ignoranz der Franzosen ist was mich wütend macht. Von den anderen Schweinereien  dieser Technik mal ganz abgesehen.

8 Uhr 15 MEZ. Die IAEA empfielt den Menschen die das Gebiet um das AKW Fukushima I verlassen die Einnahme von Jod. Jod-Tabletten können  teilweise verhindern dass sich radioaktives Jod im Körper des Menschen einlagert und dadurch vor allem vor Schilddrüsen-Krebs schützen.
Es ist ein weiteres Spezialfahrzeug zur Kühlung auf dem Weg zum AKW Fukushima I. Es soll Wasser aus sehr großer Höhe versprühen können. Es wurde in Deutschland gebaut und pumpt normalerweise flüssigen Beton. Bereits beim Atomunglück in Tschernobyl soll ein derartiges Fahrzeug eingesetzt worden sein.

8 Uhr 00 MEZ. Die Reaktoren sollen noch einmal 7 Stunden lang von aussen mit Wasser gekühlt werden.

7 Uhr 45 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten ist auf fast 7200 angestiegen. Offiziell werden noch 10.905 Menschen vermisst.
An Spinatpflanzen aus der Umgebung von Fukushima I wurde hohe Radioaktivität festgestellt.

7 Uhr 00 MEZ. An Block 3 haben Feuerleute am Samstagnachmittag mit einem neuen Kühlversuch angefangen.
 
6 Uhr 30 MEZ.  Bevor Strom im AKW Fukushima I fließen kann müssen die Techniker die Installationen noch auf Risiken wie Funkenflug überprüfen damit es beim Einschalten nicht zu Explosionen kommt. Bevor die Pumpen und Systeme zur Kühlung der Reaktoren getestet werden ist  aber laut Tepco auch noch weitere Verkabelung notwendig.
Tepco hat in die Dächer der Reaktorgebäude 5 und 6 jweils 3 Löcher mit Durchmessern von 3 bis 7,5 Zentimetern bohren lassen um mögliche Wasserstoffexplosionen zu verhindern.

6 Uhr 00 MEZ. Aus Tokio hat sich eine zweite Gruppe auf den Weg zum Katastrophen-AKW gemacht um die Kollegen abzulösen. Der Wechsel soll notwendig sein um die ersten Feuerwehrleute nicht noch mehr der radioaktiven Strahlung auszusetzen.

5 Uhr 30 MEZ. Die Temperatur in Reaktor 5 soll sinken. er wird laut IAEA mit dem Notstromdiesel von Block 6 gekühlt. Kritischer sind jedoch alle anderen.

4 Uhr 30 MEZ. Der Mann der aus den Trümmern seines Hauses geborgen wurde war nicht 8 Tage lang verschüttet. Er war am Freitag Nachmittag von einem Notaufnahmelager nach Hause zurückgekehr um dort aufzuräumen und war offensichtlich nicht ansprechbar als die Retter ihn fanden.

4 Uhr 00 MEZ. Nun wird im Katastrophengebiet mit dem Bau von Fertighäusern mit einer Fläche von 30 Quadratmetern angefangen. In der Küstenstadt Rikuzentaka werden 200 Wohnungen errichtet. Die Häuser sind für jeweils 2 bis 3 Überlebende vorgesehen. In der Stadt Kamaishi die auch in der Präfektur Iwate liegt musste der Bau wegen Treibstoffmangel verschoben werden. Das Baumaterial konnte nicht geliefert werden.
Die Stromversorgung am Eingangsbereich des AKW Fukushima I soll laut Tepco wieder hergestellt sein. An den Reaktoren 1,2,5 und 6 will man die Stromversorgung heute noch in Gang setzen. Morgen solle die Versorgung der Reaktoren 3 und 4 wieder funktionieren.

3 Uhr 15 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten liegt bei 7197. Es werden offiziell 10.905 Menschen vermisst.
Am Reaktor 5 wird offensichtlich die Wasserpumpe eingesetzt. Bisher fließt noch kein Strom zum AKW. Die Kühlung des Reaktorblocks 5 erfolgt über einen Notstromdiesel.

2 Uhr 45 MEZ.  Tepco erhöht die Obergrenze für radioative Strahlung auf 150 Millisievert pro Noteinsatz an. In Deutschland gelten 150 Millisievert auf 150 Jahre verteilt als gerade noch verträglich.

1 Uhr 45 MEZ. Über Reaktor 3 steigt immer noch Rauch oder Dampf auf.

OFUNATO, Japan - 15. März 2011 - Ein Haus vom Tsunami umgeworfen


0 Uhr 00 MEZ.  Die offizielle Zahl der Toten ist auf 6911 angestiegen. Offiziell werden noch etwa 10.700 Menschen vermisst.

Bilder:
- Flagge von Japan, Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei, User Bangin
- Flagge von China, Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain, Drawn by User:SKopp, redrawn by User:Denelson83 and User:Zscout370
- Iod Kristall, Wikimedia Commons,  Lizenz: Gemeinfrei, de:user:Tomihahndorf
- AKW Fukushima I, Wikimedia Commons, im Freigabeprozess des OTRS-System von Wikimedia
- Karte - Lage der betroffenen AKWs, Wikimedia Commons, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, W.Rebel
- Wellenkraftwerk Pelamis 750 P, Wikimedia Commons, Lizenz:  GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder später, Dipl. Ing. Guido Grassow
- Kernkraftwerk Obrigheim, Wikimedia Commons, Lizenz:  Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 US-amerikanisch (nicht portiert), p.schmelzle
- Erdgas-Kugelspeicher, Wikimedia Commons,  Lizenz:  GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder später, de:User:Igelball
- Umgefallenes Haus in Ofunado, Wikimedia Commons,  Lizenz: Gemeinfrei, U.S. Navy

Samstag, 19. März 2011

Erdbeben in Japan 2011 - Freitag, 18.03.2011 - Teil 8: Tage des Chaos


Wegen dem steigenden Umfang gibt es ab sofort mehrere Teile:
- +++ Aktueller Nachrichtenticker +++
- Freitag, 11.03.2011 - Tag 1: Der Tag des Bebens
- Samstag, 12.03.2011 - Tag 2: Der Tag danach
- Sonntag, 13.03.2011 - Tag 3: Tage des Chaos
- Montag, 14.03.2011 - Tag 4: Tage des Chaos
- Dienstag, 15.03.2011 - Tag 5: Tage des Chaos
- Mittwoch, 16.03.2011 - Tag 6: Tage des Chaos
- Erdbeben in Japan 2011 - Donnerstag, 17.03.2011 - Tag 7: Tage des Chaos
 - Freitag, 18.03.2011 - Tag 8: Eine Woche später
- Samstag, 19.03.2011 - Tag 9: Entspannung? 


Freitag, der 18. März 2011

23 Uhr 00 MEZ. Die Notkühlung mit Wasser aus der Luft und am Boden wurde laut Tepco zunächst beendet.

21 Uhr 00 MEZ. General Electric (GE) weist den Vorwurf von Konstruktionsmängeln zurück. Die Reaktoren des Typs Mark 1 die in den 1960er Jahren entwickelt wurden würden allen Vorschriften entsprechen und sollen in den vergangenen 40 Jahren gut funktioniert haben. Im Katastrophen-AKW Fukushima I sind 5 von den 6 Reaktoren von diesem Typ. Mark 1 Modelle waren in den 1960er und 1970er Jahren sehr beliebt. In den USA wurden 23 davon gebaut, in anderen Ländern 32.

20 Uhr 45 MEZ. Zum AKW Fukushima I soll laut Tepco nun eine Stromverbindung hergestellt worden sein. Zuerst soll damit versucht werden Reaktor 2 zu versorgen. Danach Reaktor 3 und 4. Im Moment prüft man wohl ob die Kühlwasserpumpen und andere Geräte noch funktionieren. Wenn etwas defekt ist wird man versuchen die kaputten Teile zu reparieren oder zu ersetzen.
Tepco hat eine Pressemitteilung veröffentlicht: "Wir möchten und bei den Menschen in der Gegend des Kraftwerks aufrichtig für die Besorgnis und Belästigung durch den Vorfall am Atromkraftwerk Fukushima Daiichi und das Ausströmen radioaktiver Substanzen entschuldigen."
In der Nacht zum Samstag haben im Nordosten von Japan 400.000 Menschen in Notunterkünften übernachtet. Es herrscht immer noch Mangel an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Heizöl.

20 Uhr 00 MEZ. In den Präfekturen Fukushima und Miyagi ist die Küste um bis zu 75 Zentimeter abgesunken. Der Tsunami ist laut Satellitenbildern offenbar bis zu 3 Kilometer in das Landesinnere vorgedrungen.
Gegenden Japans die von den schweren Folgen der Katastrophe verschont geblieben sind öffnen für Opfer Notunterkünfte. In Tokio kommen Flüchtlinge unter anderem in der Veranstaltungshalle Budokan Arena unter.

19 Uhr 45 MEZ. Während sich nach der Katastrophe wegen den AKWs die Probleme in Japan nur so auftürmen sind die Windräder nicht einmal umgekippt sondern drehen sich einfach weiter und liefern dringend benötigten Strom (Huffingtonpost).

18 Uhr 45 MEZ. Die niederländische Regierung will ihre in Japan lebenden Bürger mit Jodtabletten versorgen. Diese sind in den Vertretungen des Landes in Tokio und in Osaka erhältlich.

18 Uhr 30 MEZ.  Die Feuerwehr von Tokio hat offenbar um 0 Uhr 45 Ortszeit angefangen Wasser auf Reaktorblock 3 des AKW Fukushima I zu spritzen.
Katsunobu Sakurai (Bürgermeister der Stadt Minamisoma - 20 Kilometer nördlich des AKW Fukushima I) kritisiert die japanische Regierung. Er war besorgt dass man die Menschen dort zum Sterben zurücklässt. Als er dann von der Präfektur Niigata an der Westküste ihn kontaktiert habe ist man aus Eigeninitiative übereingekommen einige Personen aus Minamisoma die dort fortwollten dorthin zu bringen.
Deutschland bietet Japan Roboter an die für den Einsatz in AKWs geeignet sind.

17 Uhr 30 MEZ. Die Arbeiten zur Installation von Stromkabeln für Reaktor 1 und 2 sollen morgen abgeschlossen sein. Die Kabel für Reaktor 3 und 4 sollen am Sonntag installiert werden.
Wenn die japanischen Organisatoren bis am Montag nicht zusagen die Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen zu einem anderen Zeitpunkt auszurichten will die Internationale Eislaufunion die Spiele an ein anderes Land vergeben.
17 Uhr 00 MEZ. Seit dem grossen Beben gab es in der Zwischenzeit 262 Nachbeben. mit einer Stärke grösser 5,0. Der Tsunami hat mindestens 400 Quadratkilometer Land überschwemmt.
Die deutschen Automobilhersteller richten Krisenstäbe ein. Es kommt zu Lieferschwierigkeiten  aus Japan. Ausserdem muss man sich damit beschäftigen dass Waren eventuell kontaminiert sind. Bei Opel fallen am Montag und Dienstag im Werk Eisenach jeweils 2 Schichten aus. Das Werk Saragossa streicht alle 3 Schichten. Für den Corsa der dort gebaut wird fehlt ein Elektronikbauteil eines japanischen Zulieferers.
Vom Schweizer Fernsehen wird wegen der Reaktorkatastrophe die Streichung einzelner Folgen der Kultserie "Die Simpsons" geprüft.

16 Uhr 30 MEZ. US-amerikanische Flugzeuge meiden aus Sicherheitsgründen das Gebiet um das AKW Fukushima I. Die Sicherheitszone beträgt ungefähr 175 Kilometer (100 nautische Meilen).
Die US-amerikanische Lebensmittelsicherheitsbehörde warnt vor gefälschten Jod-Produkten.

16 Uhr 15 MEZ. Dmitrij Medwedew (Russlands Präsident) bietet Japanern eine Umsiedlung von den japanischen Inseln auf russisches Territorium an.

16 Uhr 00 MEZ. Die Tsunamiwelle in der Stadt Ofunato die durch das Erdbeben ausgelöst wurde war laut einer Studie des Hafen- und Flughafen-Forschungsinstituts mindestens 23 Meter hoch.
Das Buch "Die Wolke" von der Autorin Gudrun Pausewang wird im Moment vermehrt gekauft. Es beschreibt die Folgen eines möglichen AKW Unglücks in Deutschland.

15 Uhr 45 MEZ. Laut Aussage von Diplomaten sollen ander Westküste radiaotive Teilchen aus dem AKW Fukushima I festgestellt. Die Stärke der Strahlung soll jedoch zu gering sein um Menschen Schaden zuzufügen.
Der Tokyo Sky Tree der gerade im Bau ist, mit 634 Metern das zweithöchste Gebäude der Welt, soll das Beben ohne Schaden überstanden haben.

15 Uhr 35 MEZ. Von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) werden Infos über die aktuelle Lagen im Katastrophen-AKW zur verfügung gestellt (GRS).

15 Uhr 30 MEZ. Das japanische Gesundheitsministerium lässt alle 1100 Krankenhauspatienten aus der 30-Kilometerzone um das Katastrophen AKW evakuieren. Heute sollen noch 300 Patienten in "sichere" Krankenhäuser verlegt werden. Die übrigen 800 sollen in den nächsten Tagen mit Krankenwagen und Hubschraubern unter anderem auch nach Tokio und Yamagata gebracht werden.
Von der EU wird mit 15 Zivilschutzexperten eine Luftbrücke eingerichtet um die Verteilung der Hilfsgüter zu organisieren. Ausserdem will die EU das Herunterkühlen der Reaktoren mit technische Know-How mittel- und langfristig unterstützen. Der Vorgang wird etwa ein Jahr dauern.

15 Uhr 00. Von der EU wird eine Luftbrücke eingerichtet. Laut Kommissionssprecher Raphael Brigandi werden sich 15 Zivilschutzexperten auf den Weg nach Tokio machen um die Verteilung von Hilfsgütern zu organisieren. Wie viele Flugzeuge an der Luftbrücke beteiligt sein werden ist noch nicht bekannt.

14 Uhr 45 MEZ. Die Botschaft von Finnland wird von Tokio nach Hiroshima verlegt.

14 Uhr 00 MEZ. Chile will heute mit den USA ein Abkommen zum Bau eines AKWs unterzeichnen (Telepolis).
Ab 15 Uhr können sich Passagiere die aus Japan kommen auf dem Flughafen Frankfurt auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen.
Die WHO sieht im Moment keine Gefahr für Japanreisen. Einzige Ausnahme die Region um das AKW Fukushima. Ausserhalb der Evakuierungszone sollen die Werte alle unterhalb des Bereichs der als gesundheitsgefährdend gilt liegen.

13 Uhr 45 MEZ. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt nun bei 6911. 10.316 Menschen werden offiziell vermisst.

13 Uhr 30 MEZ. Von Deutschland nach Japan entsandte Arbeitnehmer  sind laut Stefan Boltz von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gesetzlich unfallversichert. Das gilt auch bei Verletzungen durch ein Erdbeben oder einen Tsunami. Ausserdem muss der Arbeitgeber die Kosten für eine Untersuchung auf eine mögliche radioaktive Belastung bezahlen. Die Tätigkeit muss allerdings zeitlich befristet worden sein und der Arbeitnehmer muss einen deutschen Arbeitsvertrag haben.

13 Uhr 15 MEZ. Insgesamt sollen laut BBC bis jetzt gerade mal 50 Tonnen Wasser zur Abkühlung auf die Brennelemente gespritzt worden sein.

13 Uhr 00 MEZ. Wenn sich die Lage weiterhin verschärft will Südkorea seine Landsleute mit notfalls Militärflugzeugen und Kriegsschiffen aus Japan herausholen.
Mehr als 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I in einer bisher nicht evakuierten Zone soll am Donnerstag eine Strahlung von 170 Microsievert pro Stunde gemessen worden sein. Am Freitag lag sie demnach dort bei 150 Microsievert.

12 Uhr 45 MEZ. Laut Ölkonzern Showa Shell Sekiyu KK ist der Betrieb in den eigenen 4 Raffinierien wieder bei maximaler Leistung.
Der Stromanschluss bei Reaktor 4 soll am Samstagmorgen (Ortszeit) eventuell wieder hergestellt sein.
Vom hessischen Umweltministerium kam die Anweisung an den Energiekonzern RWE zum Abschalten von Biblis A. Die Verfügung soll auch den schon stillstehenden Block B umfassen. Er wird mit einem Gefahrenverdacht begründet.

12 Uhr 15 MEZ. Nun scheint im Katastrophengebiet die Zahl der Grippekranken stark anzusteigen.

12 Uhr 00 MEZ. Laut dem Energieversorger Tokyo Electric sollen geplante Stromausfälle in Tokio aufgehoben worden sein.

11 Uhr 45 MEZ. Der Wind soll sich zu Anfang nächster Woche in Richtung Tokio drehen. In einem Gebiet etwa 30 Kilometer nordwestlich des AKW Fukushima I sollen 150 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden sein. Jemand der dieser Strahlung 6 oder 7 Stunden ausgesetzt ist hat die für einen Menschen verträgliche Jahresdosis erreicht.

11 Uhr 30 MEZ. Die Feuerwehr aus Tokio soll am AKW Fukushima I mit 30 Wagen und 139 Männern angekommen sein. Ausserdem sollen 2 Sonderlöschzüge der US-Armee im Einsatz sein.
Ichiro Suzuki (Japanischer Baseballspieler) hat dem japanischen Roten Kreuz 100 Mio YEN (ca. 900.000 Euro) gespendet.

11 Uhr 20 MEZ. Über dem Abklingbecken von Reaktor 4 hat sich offenbar Wasserstoff gebildet. Dadurch herrscht dort hohe Explosionsgefahr. Wasserstoff entsteht bei Temperaturen über 800°C durch einen Aufspaltprozess aus dem Kühlwasser im Becken.
Die Kühlversuche haben bisher offensichtlich nur wenig Wirkung gehabt. im Reaktor 5 soll die Temperatur laut Angaben der IAEA von 64,2°C auf 65,5°C angestiegen sein. Im Abklingbecken 6 soll die Temperatur von 62,5°C auf 62°C zurückgegangen sein. Für das Abklingbecken in Reaktor 3 gibt es seit Montag keine Daten mehr. Da lagen sie knapp unter dem Siedepunkt des Wassers.

11 Uhr 00 MEZ. In Fukushima I soll laut IAEA ein Dieselgenerator von Reaktor 6 in der Zwischenzeit für Wasserzufuhr in die Abklingbecken der Reaktoren 5 und 6 sorgen.
Der Nikkei-Index hat mit einem Plus von 244,08 Punkten bei 9206,75 Punkten geschlossen.

10 Uhr 25 MEZ. Die japanische Atomsicherheitsbehörde stuft den AKW Unfall nun auf Stufe 4 der INES-Skala als "ernster Unfall" ein (Wikipedia - INES - Skala).

10 Uhr 20 MEZ. Die zehn Meter hohe Tsunamiwelle war in Sendai dreimal so hoch wie von den Behörden für den Katastrophenschutz angenommen.
In diesem Frühjahr sollten Dreharbeiten für das Filmprojekt "The Wolverine" in Japan beginnen. Das wurde nun von Regisseur Darren Aronofski abgesagt.
Naruhito und Masako (Kronprinz und Kronprinzessin von Japan) haben die Einladung zur Hochzeit Prinz William und Kate Middleton in Großbritannien abgesagt.

10 Uhr 00 MEZ. In Reaktor ist der Wasserpiegel laut der japanischen Atomaufsicht so niedrig dass er nicht mehr gemessen werden kann. In Block 2 liegen die Brennstäbe auf 1,4 Meter Länge frei, in Reaktor 3 auf 2,3 Meter Länge.

9 Uhr 30 MEZ. Die japanische Regierung will drei neue Staatsminister für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben und die zwei Oppositionsführer Sadakazu Tanigaki und Natsuo Yamaguchi  in sein Kabinett holen um die Handlungsfähigkeit des Kabinetts zu erhöhen.
Gerd Jäger (Chef der Kernkraftssparte von RWE Power) will nicht begreifen dass sein Job obsolet wird und fordert "eine sachlichere Atomdebatte" in Deutschland (Anm. Gar Nix: Hätte ich auch gerne. Dann würden die ganzen Schweinereien die diese Herrschaften angerichtet haben mal auf den Tisch kommen). Er will das älteste AKW Deutschlands, Biblis A, weiter am Netz halten.

9 Uhr 00 MEZ. ARD-Korrespondent Robert Hetkämper ist der Überzeugung dass von Tepco im AKW-Fukushima I Menschen verheizt werden. Für gefährliche Arbeiten werden seiner Aussage nach von der Firma gerne Obdachlose, Gastarbeiter, Arbeitslose und Minderjährige ausgebeutet. Man bezeichnet sie als "Wegwerfarbeiter" (in Frankreich wo das Selbe gemacht wird heisst die Bezeichnung "Strahlenfutter") weil sie entlassen werden so bald sie zu stark radioaktiv belastet sind (Telepolis).

8 Uhr 50 MEZ. Tepco denkt jetzt darüber nach das AKW Fukushima I unter einer Schicht aus Sand und Beton zu vergraben. Im Moment wird jedoch mit den Abkühlversuchen weitergemacht. Die japanische Regierung hat Tepco den Abzug der Mitarbeiter von Fukushima I offenbar verboten. Die Firma ist der Meinung dass es nach den Explosionen und Bränden "schwierig" sein wird das AKW wieder unter Kontrolle zu bringen. Es geht laut Naoto Kan nicht darum ob Tepco kollabiert sondern darum ob Japan zusammenbricht.In der deutschen Schule in Yokohama fällt der Unterricht bis mindestens am 27. März aus. Die Schule liegt nur etwa 200 Kilometer vom AKW Fukushima I entfernt. Die Schule ist bemüht an jodhaltige Medikamente zu gelangen.

8 Uhr 45 MEZ. In der Zwischenzeit sind etwa 90.000 Rettungsaufbau eingesetzt und die Infrastruktur wird langsam wieder hergestellt. Der Tokio Expressway kann von Rettungsfahrzeugen benützt werden. Der Sendai Airport ist für Flugzeuge und Hubschrauber wieder zugänglich. Es fehlt aber immer noch stark an Benzin. Es gibt auch noch viel zu wenige Transportfahrzeuge.
Während dessen jammern Hans-Peter Keitel (Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie) und Dieter Hundt (Arbeitgeberpräsident) vor einem kurzfristigen Atomausstieg. Deren Meinung nach sollen Deutsche erst abwarten was andere tun bevor sie selbst Entscheidungen treffen. Dabei steht schon in der Bibel "Aber was siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, aber den Balken der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?" (Lukas Evangelium 6, 41). Leute die Entscheidungen zu treffen haben sollten in der Lage sein selbständig zu denken.

8 Uhr 30 MEZ. Offiziell ist die Zahl der Toten auf 6539 angestiegen. Damit sind bei dieser Katastrophe mehr Menschen ums Leben gekommen als bei dem Beben 1995 in der japanischen Hafestadt Kobe wo 6434 Menschen gestorben sind.
In einem Gebäude neben Block 1 soll laut Tepco ein Stromverteiler installiert worden sein um die Stromverbindung in den Reaktoren 1 und 2 wiederherzustellen.

8 Uhr 00 MEZ. Laut WHO soll das Risiko der Strahlenbelastung durch das Reaktorunglüch lokal berenzt bleiben. Es soll laut Michael O'Leary (Leiter der WHO in China) keine "signifikante Verbreitung von radioaktivem Material abseits der unmittelbaren Umgebung vom AKW Fukushima I geben".

7 Uhr 45 MEZ. Laut Edano sollen die Kühlversuche mit den Wasserwerfern nun auch auf Reaktor 1 ausgedehnt werden.

7 Uhr 30 MEZ.  Die Intensität der Strahlenbelastung soll weiter zurückgegangen sein. Um 17 Zähler. Sie wissen sicher schon auf welchen Wert. Jo, auf die selben 292 Mikrosievert pro Stunde die seit etwa 12 Stunden an der Stelle jedes Mal wieder angegeben werden. In der Nähe der Reaktoren soll die Strahlung der Meldung nach weit höher sein.

7 Uhr 00 MEZ.  Japan gedenkt um 14 Uhr 26 (6 Uhr 46 MEZ) in einer Schweigeminute der Opfer des Erdbebens und des Tsunamis.
Amano (Chef der IAEA) nimmt von einem Besuch des AKW Fukushima Abstand. Er weiß wohl zu genau was ihm durch die hohe Strahlung dort blühen würde (Wikipedia - Strahlenkrankheit). Wie immer werden "nur" die Bauern geopfert.
Manmohan Singh (Ministerpräsident von Indien) hat eine Sicherheitsüberprüfung für die 20 AKWs seines Landes angeordnet.

6 Uhr 45 MEZ.  Die Armeehubrschrauber sollen offensichtlich laut Verteidigungsminister Kitazawa vorerst nicht mehr eingesetzt werden. Im Moment sollen die Armee und die Feuerwehr den Versuch der Kühlung der Reaktoren mit Wasserwerfern fortsetzen.

6 Uhr 30 MEZ.  Gegen 14 Uhr Ortszeit haben Feuerwehrleute und Soldaten mit einem weiteren Kühlversuch durch Wasserwerfer an Reaktor 3 begonnen. Derweil versuchen japanische Ingenieure weiterhin die Stromversorgung von Reaktor 1 wieder herzustellen. Sie haben mit der hohen Strahlung und den extremen Beschädigungen der Gebäude zu kämpfen.

6 Uhr 00 MEZ. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert ein besseres Warnsystem für Katastrophenfälle in Deutschland.

5 Uhr 30 MEZ. In einigen Orten der Katastrophenregion ist die Versorgung offensichtlich wiederhergestellt. In Sendai öffnen fast alle Geschäfte einer Einkaufsstrasse. Auch in Tome ist die Stromversorgung wieder hergestellt und die Läden bieten den Kunden das Nötigste.
Trotzdem herrscht immer noch der Ausnahmezustand. Wegen Kraftstoffmangel hat die Regierung der Präfektur Miyagi die Bestattung der Todesopfer ohne Verbrennung gestattet. Im Moment leben derzeit mehr als 380.000 Menschen in 2200 Notfalllagern.
In Deutschland könnte in der jetzigen Gesetzeslage dazu kommen dass wenn jetzt ältere AKWs stillgelegt werden es durch die Übertragung von Restlaufzeiten bei AKWs dazu kommen könnte dass die restlichen AKWs teilweise bis über das Jahr 2050 hinaus weiterlaufen.

4 Uhr 30 MEZ. Gregory Jazko (US-amerikanischer Atomexperte) ist der Meinung dass es Wochen dauern kann bis die Reaktoren wieder auf Normaltemperatur gebracht sind.
Laut Edano hat die Bekämpfung der Probleme im Reaktor 3 die höchste Priorität weil dort Brennstäbe ohne Wasserkühlung sein können und sich dadurch weiter erhitzen und möglicherweise höhere Strahlung abgeben.

4 Uhr 15 MEZ. Mehr als 100 Feuerwehrmänner aus Tokio sollen in der Stadt Iwaki im Süden des AKW Fukushima I angekommen sein. Sie sollen am Nachmittag von aussen mit der Kühlung von Reaktor 3 beginnen.
Banri Kaeida (Japanischer Handelsminister) ruft die Bevölkerung und Industrie zum Stromsparen auf und bittet die Firmen im Westen des Landes die Produktion zu erhöhen um damit die Ausfälle aus der Katastrophenregion zu kompensieren.

4 Uhr 00 MEZ. Tepco hofft dass bereits heute (Freitag) Nacht (Ortszeit) das Kühlsystem an Reaktor 2 wieder in Betrieb genommen werden kann.
Insgesamt hat die Notenbank bisher 37 Billionen Yen (322 Mrd Euro) in den Geldmarkt gesteckt um einen Zusammenbruch der Finanzmärkte zu verhindern.

3 Uhr 45 MEZ. Es sind jetzt offiziell 6405 Menschen ums Leben gekommen, 10.259 Menschen werden im Moment offiziell noch vermisst.
In den Unglücksprovinzen Miyagi und Fukushima wurden Flüchtlinge von den Behörden dazu aufgefordert wegen akutem Platzmangel in den Notunterkünften in benachbarte Präfekturen auszuweichen.

3 Uhr 30 MEZ. Japan will zur Unterstützung bei der Kühlung 130 Feuerwehrmänner nach Fukushima schicken. Die Strahlung am AKW soll derweil laut Edano so weit zurückgegangen sein dass sie keine direkten Gesundheitsschäden hervorruft.
Bei einem Gebäude des AKW Fukushima I soll laut Tepco eine radioaktive Strahlung von 20 Millisievert pro Stunde gemessen worden sein.

3 Uhr 00 MEZ. Der US-ammerikanische Admiral hat von Japan offensichtlich eine lange Liste mit Punkten bekommen bei denen die US-amerikanischen Streitkräfte helfen könnten. 450 Fachleute für radiologisches und Katastrophenmanagement des Militärs halten sich für einen Einsatz in Japan bereit.
Herrmann Benker (Stellvertretender Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft) ist der Meinung dass die Polizei gezielte Terrorangriffe auf AKW nicht verhindern kann. Gezielten Flugzeugabstürzen, Raketenangriffen mit mobilen Trägersystemen und Cyberattaken hat die Polizei nichts entgegenzusetzen.

2 Uhr 30 MEZ. Von Tepco wird der Grenzwert der Strahlenbelastung für die Arbeiter auf 100 Millisievert pro Stunde angehoben.
Über den Reaktor 2, 3 und 4 steigt weisser Rauch oder Dampf auf. Warum weiss man bis jetzt nicht. Er könnte aus dem Abklingbecken des Reaktors stammen oder von einer weiteren Explosion. Im Abklingbecken von Reaktor 4 soll sich laut japanischer Atombehörde nach der Auswertung von Luftaufnahmen noch immer Kühlwasser befinden. Die Stromversorgung von Reaktor 1 und 2 soll mit der neuen Stromleitung heute noch möglich sein.
Die japanische Nationalbank gibt dem Markt eine weitere Geldspritze von 3 Billionen YEN (26,7 Mrd. Euro) um die Folgen der Erdbebenkatastrophe zu dämpfen. Derweil zeigt die Erklärung der G7 bereits Wirkung. Der Kurs der japanischen Währung sinkt.

2 Uhr 00 MEZ. Es sollen weitere Stomleitungen zu den Reaktoren 3 und 4 festiggestellt werden  Das könnte laut japanischer Atombehörde am Sonntag abgeschlossen sein.
Die G7 wollen eine koordinierte Währungsintervention zur Unterstützng der japanischen Wirtschaft starten. Der Nikkei Index hat sich derweil in der ersten Stunde des Handelstags etwas erholt und um 3% zugelegt.

1 Uhr 30 MEZ. Die Strahlung bei Messungen am Westeingang, wo der Wind die Strahlung wegbläst, soll leicht um 17 Microsievert pro Stunde zurückgegangen sein. Dubioserweise auf 292 Mikrosievert pro Stunde, also genau den Wert der vor mehreren Stunden schon einmal angegeben wurde.

1 Uhr 00 MEZ.  Offiziell gibt es 5692 Tote und 9522 Vermisste. Nach ersten Berechnungen soll sich laut "Financial Times" der finanzielle Schaden auf 5 bis 10 Billionen YEN (42 bis 80 Mrd. Euro) summieren.

0 Uhr 50 MEZ. Den Ingenieuren im AKW Fukushima I soll es gelungen sein die Reaktoren 5 und 6 mit einem Notstromgenerator wieder mit Strom zu versorgen.
Vor allem durch den Kälteeinbruch wird die Lage für die Flüchtlinge immer schlimmer weil es keinen Strom und kein Öl gibt. In den Flüchtlingslagern sollen derweil bereits 25 Menschen gestorben sein.

0 Uhr 15 MEZ. Durch die Atomkatastrophe gewinnen die Grünen im Deutschlandtrend des ARD-Morgenmagazins 5% dazu. Wäre am Sonntag Bundestagswahl würden 20% der Stimmen bekommen.

0 Uhr 00 MEZ. Die IAEA hat detaillierte Dokumente der Lagesprechung ins Internet gestellt. Daraus geht hervor dass die Reaktoren 1 bis 4 völlig ohne Kühlsystem auskommen müssen. An den Gebäuden 1, 3 und 4 sind schwere Schäden dokumentiert. Am Reaktor 2 gibt es dem Bericht nach leichte Schäden.

Erdbeben in Japan 2011 - Donnerstag, 17.03.2011 - Teil 7: Tage des Chaos


Wegen dem steigenden Umfang gibt es ab sofort mehrere Teile:
- +++ Aktueller Nachrichtenticker +++
- Freitag, 11.03.2011 - Tag 1: Der Tag des Bebens
- Samstag, 12.03.2011 - Tag 2: Der Tag danach
- Sonntag, 13.03.2011 - Tag 3: Tage des Chaos
- Montag, 14.03.2011 - Tag 4: Tage des Chaos
- Dienstag, 15.03.2011 - Tag 5: Tage des Chaos
- Mittwoch, 16.03.2011 - Tag 6: Tage des Chaos
- Donnerstag, 17.03.2011 - Tag 7: Tage des Chaos
- Freitag, 18.03.2011 - Tag 8: Eine Woche später
- Samstag, 19.03.2011 - Tag 9: Entspannung? 


Donnerstag, der 17.03.2011

23 Uhr 30 MEZ. Tepco hat gestern ein Konto bei Twitter eröffnet. Die Zahl der Follower die den Dienst verfolgen betrug bereits ein paar Stunden nach dem Start 180.000. In dem auf japanisch gehaltenenen Profil heisst es "Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Sorgen und Probleme im Zusammenhang mit dem Unfall im Werk Fukushima 1".

23 Uhr 00 MEZ. Vor allem ältere Japaner werden von der Katastrophe hart getroffen.  Viele haben in dem Chaos ihre Medikamente verloren. In den Notunterkünften sind die Hauptprobleme Unterkühlung, Dehydrierung und Erkrankungen der Atemwege. Ein Viertel der Japaner ist über 65 Jahre alt.

22 Uhr 45 MEZ. Der US-amerikanische Automobilkonzern GM muss wegen fehlender Bauteile die Produktion in der Fabrik in Shreveport im Bundesstaat Loiusiana in den USA einschränken.

22 Uhr 30 MEZ. In Spanien haben mehrere tausend Menschen in etwa 30 Städten gegen Atomkraft demonstriert. In Madrid nahmen ungefähr 2000 Demonstranten an der zentralen Kundgebung teil. Sie verlangen die Schließung der 8 AKWs von Spanien.
Die japanische Regierung soll Deutschland nach ferngesteuerten Robotern angefragt haben um sie in dem Katastrophen-AKW einzusetzen.

22 Uhr 00 MEZ. Auf Hawaii wird von der Tourismusbranche in den nächsten Jahren ein Milliardenverlust befürchtet weil in den nächsten Jahren viele Reisende aus Japan von dem beliebten Reiseziel fortbleiben werden. Alleine 2010 kamen etwa 1,2 Millionen Besucher aus Japan nach Hawaii.

21 Uhr 30 MEZ. Von Tepco wird bekannt gegeben dass die Strahlung durch den Beschuss mit Wasser gesunken sein soll. Am Donnerstag Abend zunächst um etwa 20 Mikrosievert pro Stunde auf 292 Microsievert pro Stunde, später auf 289 Mikrosievert pro Stunde. Es wird weiterhin versicht die Brennstäbe mit Wasserwerfer zu kühlen (Welt - 20 Kamikaze gegen die Höllenmaschine).

21 Uhr 20 MEZ. Geschäftleute, besonders aus dem Ausland, verlassen Tokio in Massen. Ganz vorne bei der Flucht sind offenbar Banker, Anwälte und Berater.
Eri Quannes (Teamleiter von "Ärzste ohne Grenzen") überlegt das Mediziner Team wegen der bedrohlichen Lage am AKW Fukushima I abzuziehen.
Frankreich will Atomreaktoren laut Premierminister Francois Fillon "Atomreaktoren nur noch in Länder exportieren die ein bestimmtes Entwicklungsniveau erreicht haben und über die Kapazitäten verfügen mit derartigen Krisen wie der jetztigen umzugehen" [Anm Gar Nix: Das finde ich klasse. Da es keine Länder gibt die mit derartigen Krisen wie der jetzigen umgehen können werden also keine Atomreaktoren mehr aus Frankreich exportiert].

21 Uhr 00 MEZ. Die Türkei schickt ein Team von Atomexperten nach Japan.

20 Uhr 50 MEZ. Laut der Tokio Electric Power Company sollen die Strahlenwerte am Katastrophen-AKW möglicherweise leicht gesunken sein.
 Der US-amerikanische Präsident Barack Obama hat nix gelernt und bezeichnet Atomkraft immer noch als wichtigen Teil der zukünftigen Energieversorgung der USA. Die Behörden wurden gebeten die einheimischen AKWs zu untersuchen.

20 Uhr 00 MEZ. Sandra Bullock (US-amerikanische Schauspielering) hat dem Roten Kreuz der USA eine Million US-Dollar für die Erdbebenopfer in Japan gespendet. Insgesamt hat die Organisation 47 Mio US-Dollar für Japan bekommen.

19 Uhr 10 MEZ. Laut IAEA soll es Ingenieuren am AKW Fukushima I gelungen sein ein  1,5 Kilometer langes externes Stromkabel an den Reaktor 2 zu legen. Der Strom soll angeschlossen werden wenn das Besprühen Wasser abgeschlossen ist.
Etwa 20.000 Angehörige von US-Militär sind in Japan für ein Evakuierungsprogramm der USA zugelassen. Sie bekommen das Geld für ihre Flugtickets erstattet. Wenn es notwendig wird können auch Militärflugzeuge benützt werden.

18 Uhr 50 MEZ. Etwa 30 Kilometer nordwestlich vom Katastrophen-AKW entfernt wurde offenbar laut japanischem Wissenschaftsministerium eine Strahlendosis von 0,17 Millisievert pro Stunde gemessen. Das entspricht bereits nach 6 Stunden der Jahresdosis der Beschäftigte in Deutschland maximal ausgesetzt sein dürfen.

18 Uhr 40 MEZ. Soeben erreicht mich ein interessantes eMail zum Thema von Urgewald (Urgewald). Da steht der Hinweis drin dass der Brennstoff für Fukushima unter anderem von der Firma Urenco produziert wurde. Diese Firma betreibt wiederum in Gronau (Wikipedia - Urananreicherungsanlage Gronau) eine Urananreicherungsanlage und gehört zu 33% den Atomkonzernen RWE und E.ON.

18 Uhr 15 MEZ. Vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium wurde ein Spezialistenteam von 9 Experten für biologische und nukleare Gefahren nach Japan geschicht. Ausserdem wurden von den USA 35 Millionen US-Dollar zur Bewältigung der Krise bereitgestellt.
In den USA schwindet bei der Bevölkerung der USA die Unterstützung für Atomkraft. Vor zwei Wochen gaben bei einer Umfrage 57% an dass sie die Nutzung der Kernergie mit Sorge betrachten. Bei einer Umfrage für die Zeitung "USA Today" ist die Zahl auf etwa 70% gestiegen.

17 Uhr 45 MEZ. In den USA werden alle aus Japan einreisenden Personen und die kompeltte Fracht besonders gründlich auf eine mögliche Belastung durch radioaktive Strahlen untersucht. Auch die geringste Menge an Radioaktivität soll erfasst werden.

17 Uhr 30 MEZ. Die Strahlung um Fukushima I hat sich in den letzten Stunden deutlich erhöht. In Tokio soll sie aber laut Aussage der IAEA unverändert unter einem nicht gesundheitsschädlichen Wert liegen.
Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland rufen ihre Staatsbürger dazu auf den Umkreis von 80 Kilometern um Fukushima I zu meiden. Ausserdem raten diese Staaten auch dazu nicht nach Japan zu reisen. Von Schweden wird ein Notplan ausgearbeitet um die Bürger des Landes aus Japan auszufliegen.
17 Uhr 00 MEZ. Die Arbeiten an der behelfsmäßigen Stromversorgung konnten doch nicht beendet werden. Die Techniker sollen die Arbeit laut Tepco morgen wieder aufnehmen.
In der Region um Fukushima hat der Schneefall aufgehört. Der Wind weht  im Moment aus Westen und trägt die radioaktiven Partikel aufs offene Meer. Laut Deutschem Wetterdienst soll das in den nächsten Tagen so bleiben. Die Konkurrenz hat da aber leider vor ein paar Stunden noch ganz anders gesprochen.
Die Preise für Flugtickets in Tokio sind wegen dem Andrang teilweise um das vierfache gestiegen.
Die Deutsche Botschaft in Japan wird nach Osaka verlegt.
In Ostasien wird von den Menschen panisch Jodsalz gekauft weil sie fälschlicherweise denken sie würden durch das enthaltende Jod vor atomarer Strahlung geschützt.
In Israel beschliesst Regierungschef Benjamin Netanjahu die Pläne für ein neues AKW endgültig die Tonne zu  werfen.

16 Uhr 15 MEZ. Die Flugzeuge der Lufthansa werden noch mindestens eine Woche länger nach Osaka und Nagoya umgeleitet.

15 Uhr 50 MEZ. In Tokio wurde offenbar mit individuellem Stromsparen in Millionen von Haushalten ein drohender Kollaps bei der Energieversorgung abgewendet. So ist es bei vorrübergehenden Stromabschaltungen geblieben.
Die Telekom setzt die Gebühren für Gespräche nach Japan bis zum 9. April aus. Privatkunden können sich die dafür anfallenden Gebühren komplett erstatten lassen.


15 Uhr 45 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten liegt nun bei 5692. Etwa 9506 Menschen werden offiziell noch vermisst. Etwa 400.000 Menschen sind in 2.000 Notunterkünften untergebracht.

15 Uhr 30 MEZ. In den Katastrophenregionen läuft die Versorgung immer noch schleppend. Es fehlt es den Überlebenden noch oft am Nötigsten. Es gibt vielerorts keinen Strom und kein Wasser. Manches Mal muss einer dreiköpfigen Familie eine Scheibe Brot als Mahlzeit reichen. Viele sind bei den eisigen Temperaturen obdachlos.
US-Präsident Barack Obama hat in einer Telefonkonferenz mit Japans Premierminister Naoto Kan mehr Hilfe aus den USA zugesagt. Es sollen u.a. mehr Atomexperten nach Japan geschickt werden. Ausserdem will die USA Japan bei den mittelfristigen und langfristigen Wiederaufbaumassnahmen unterstützen.

15 Uhr 20 MEZ. Vor 1,5 Jahren ist der damalige japanische Sicherheitschef Tomihiro Taniuchi der IAEO wegen Führungsschwäche aufgefallen. Laut einer diplomatischen Depesche  der USA vom Juli 2009 die durch Wikileaks ans Licht gekommen ist "sei er vor allem mit Blick auf die Sicherheitsbestimmungen der japanischen AKW ein schlechter Manager". Mit anderen Depeschen beklagen sich japanische Politiker im Gespräch mit Vertretern der USA über die Vertuschung in den Atomkraftwerken Japans.

15 Uhr 10 MEZ. Yukiya Amano (Chef der IAEO) will in den nächsten Tagen das Katastrophen AKW Fukushima I besuchen.
Vom neuseeländischen Fussballverband NZF wurden die Spiele die für den 29. März geplant waren abgesagt. Es handelt sich um ein Benefizspiel gegen Japans Nationalmannschaft und ein Testspiel der U-17-Mannschaften in Fukuoka. Vom japanischen Verband wurde angeboten das Benefizspiel nach Osaka zu verlegen. Das hat Neuseeland jedoch auch abgelehnt weil nach Einschätzung der neuseeländischen Botschaft auch dort das gesundheitliche Risiko für die Spieler zu groß sein soll.

14 Uhr 55 MEZ. Wegen der Folgen des Erdbebens muss Toyota seine Produktion wieder bis mindestens am Dienstag nächster Woche unterbrechen. Von den Folgen des Erdbebens sind etwa 20 Zulieferer betroffen.

14 Uhr 40 MEZ. Tepco meint jetzt wieder dass die externe Stromversorgung noch heute wieder hergestellt werden kann.
Die Botschaft von Singapur hat ihre Staatsbürger dazu aufgerufen das Gebiet um Fukushima in einem Radius von 80 bis 100 Kilometern zu verlassen.

14 Uhr 30 MEZ. Laut Tepco soll der Einsatz der Wasserwerfer vom Militär an Reaktor 3 erfolgreich verlaufen sein. Es wurden etwa 30 Tonnen Wasser verspritzt. Der Dampf soll demnach aufsteigen weil die Wasserwerfer das Becken mit den Brennstäben getroffen haben. Deshalb soll auch die Strahlenbelastung angestiegen sein weil durch das Verdampfen des Wassers am heissen Druckbehälter zusätzliche radioaktive Partikel aufgewirbelt werden. In das Becken passen 3000 Tonnen Wasser. Der Einsatz wurde kurz vor 21 Uhr Ortszeit aber dennoch vorerst beendet.

14 Uhr 15 MEZ. Der deutsche Botschafter in Japan empfielt in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt den Deutschen in Ostjapan das Gebiet vorerst zu verlassen.
Vom UN-Welternährungsprogramm (WFP) reisen Logistikexperten zur Unterstützung der Tansporte von Hilfsgütern nach Japan. Die Organisation organisiert auch den Tranport von zehn beweglichen Lagerhäusern von Malaysia nach Japan in denen die Hilfsgüter gelagert werden sollen.

14 Uhr 00 MEZ. Aus Reaktor 2 steigt laut Tepco Dampf oder Rauch auf.
Die Radioaktivität um das AKW Fukushima I ist laut Tepco gestiegen seit die Rettungskräfte angefangen haben Reaktor 3 mit Wasserwerfern zu kühlen. Sie soll von 3,700 Mikrosievert pro Stunde auf 4,000 Microsievert pro Stunde angestiegen sein.2,000 Microsievert pro Jahr ist der Wert den ein Mensch normalerweise pro Jahr abbekommt.
Die Armee ist mit den Wasserwerfern erfolgreicher als die Polizei weil das Bedienpersonal in der Kabine sitzenbleiben kann. Bei den Wasserwerfern der Polizei müssen sie aussteigen. Im Momment soll die Armee 2 dieser Wasserwerfer im Einsatz haben. 5 sollen unterwegs zum Katastrophen-AKW sein.
Russland ist bereit, Japan jede Hilfe zur Bewältigung der Krise zu gewähren und würde auch beim Löschen unterstützen.

13 Uhr 40 MEZ. Die Lage in den Druckbehältern der Reaktoren im AKW Fukushima I hat sich laut Aussagen der japanischen Atomaufsicht trotz der Maßnahmen in den letzten 30 Stunden nicht geändert. In Reaktor 1 liegen die Brennstäbe auf einer Länge von 1,80 Metern frei, in Reaktor 2 auf einer Länge von 1,40 Metern und in Reaktor 3 auf einer Länge bis zu 2,3 Metern.

13 Uhr 35 MEZ. Der Anschluss des AKW Fukushima I ans Stromnetz soll laut Tepco frühestens morgen möglich sein. Auf den Reaktor 3 soll morgen auch wieder Wasser aus dem Hubschrauber abgelassen werden. Aus Reaktor 2 soll im Moment Dampf aufsteigen.

13 Uhr 30 MEZ. Die USA hat eine unbemannte Drohne über das AKW Fukushima I fliegen lassen. Dabei wurden Fotos gemacht die der Regierung in Tokio in der Zwischenzeit übermittelt wurden.
Russland hat angeboten die abgesagte Eiskunstlauf WM auszurichten. Japan sucht aber noch nach einer alternativen Möglichkeit um die Meisterschaft im eigenen Land zu behalten.

13 Uhr 15 MEZ. Die Hubschrauberflüge zur Kühlung von Fukushima I wurden wieder ausgesetzt. Es soll überprüft werden ob die ungewöhnliche Maßnahme überhaupt irgend einen Erfolg zeigt.

13 Uhr 00 MEZ. Bei dem Beben wurden laut IAEA mindestens 23 Beschäftigte von Fukushima I verletzt. Mindestens 20 weitere Arbeiter wurden verstrahlt. Einer davon besonders schwer. Zwei Mitarbeiter werden vermisst.
Laut Tepco wird versucht mit Hilfe von Starkstromkabeln in der Nähe von Fukushima I die Stromversorgung wieder herzustellen. Mit einer Behelfsleitung soll dann zunächst in den Blöcken 1 und 3 die Kühltechnik wieder in Gang gebracht werden. Dazu soll dann auch an einer wenig verstrahlten Stelle in einem der AKW Gebäude ein Stromgenerator aufgestellt werden.
Ab dem Wochenende soll der Wind drehen und zunächst die Radioaktivität direkt ins Landesinnere blasen. Am Montag wird Nordwind erwartet der vom Katastrophen-AKW freigesetzte Radioaktivität direkt nach Tokio bläst.

12 Uhr 40 MEZ. Der Verteidigungsminister von Japan, Kitazawa, will mit elf Löschflugzeugen des Militärs die Lufteinsätze über Fukushima I ausweiten. Es sollen auch noch weitere Wasserwerfer auf dem Weg zum Katrastrophen-AKW sein.
Die Tokioer Börsen legen einen Handelsstopp ab.

12 Uhr 30 MEZ. Die Versicherungsgesellschaften rechnen wegen der Katastrophe mit einer Rekordsumme an Auszahlungen. Der bisherige Rekord war nach dem Beben 1995 bei 78,3 Mrd. YEN (ca. 708 Mio Euro).
Russland hat bis jetzt mehr als 50 seiner Staatsbürger ausgeflogen. Morgen sollen 3 Transportflugzeuge Hilfslieferungen aus Russland nach Japan bringen und auf dem Rückflug weitere Russen, darunter auch Künstler des russischen Staatszirkus mitnehmen. Nach offiziellen Angaben sind noch etwa 6000 russische Bürger in Japan.

12 Uhr 10 MEZ. Ein Wasserwerfer soll am Reaktor 3 in Fukushima I wieder in Betrieb genommen worden sein.
Von der französischen Luftwaffe wurden bis jetzt mit einem Airbus A340 ungefähr 250 Franzosen nach Südkorea ausgeflogen. am Nachmittag soll eine zweite Gruppe starten. In Japan lebten bisher etwa 9000 Franzosen. 7000 davon im Großraum Tokio.

12 Uhr 00 MEZ. E.ON hat auf eine Bitte der Landesregierung von Niedersachsen zur Abschaltung des AKW Unterweser offenbar nicht reagiert. Das Unternehmen bestand auf einer Weisung die man E.ON in der Zwischenzeit laut Ministerpräsident McAllister übermittelt hat.
Um Fukushima I ist heute morgen Schnee gefallen. Dadurch können radioaktive Partikel mit den Flocken auf den Erdboden gelangt sein. Die Schneeschauer sollen nachlassen. Es bläst weiterhin Westwind der die Radioaktivität aufs Meer hinausweht.

11 Uhr 55 MEZ. Wegen der hohen Radioaktivität musste offenbar die Kühlung der Reaktoren mit Wasserwerfern eingestellt werden.
Die ARD verlegt nun auch die letzten Mitarbeiter von Tokio nach Osaka.
In den 400 Geldautomaten der Großbank Mizuho wurde offenbar zu viel Geld auf einmal abgehoben. Daher sind offenbar landesweit alle 5600 Geldautomaten der Bank ausgefallen.

11 Uhr 45 MEZ. In Südkorea wurde bei einem Japaner bei der Ankunft mit dem Flugzeug am Incheon International Airport erhöhte Strahlenwerte festgestellt. Wie hoch die Strahlung war ist nicht bekannt. Er soll sich nicht in akuter Lebensgefahr befinden.
Militärhubschrauber haben weiteres Wasser aus der Luft auf Reaktorblock 3 in Fukushima I abgeworfen. Da ein Großteil des Wassers bereits in der Luft zerstreut wird kommt jedoch nicht viel davon am Ziel an.
Der Sprecher des Oberhauses des japanischen Parlaments hat wegen der Katastrophe für eine Woche die Schließung der Aktien- und Devisenbörse in Tokio vorgeschlagen.
Panasonic und Toyota wollen vorerst keine Rekrutierungsmaßnahmen für Studenten durchführen um diejenigen die mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben nicht zu beteiligen. Die Suche nach neuen Arbeitskräften beginnt dort normalerweise am ersten April.

11 Uhr 30 MEZ. Bislang gibt es offiziell 5321 Todesopfer. Die Zahl der offiziell Vermissten liegt bei 9329 Personen
Die offizielle Zahl der verletzten Mitarbeiter hat sich laut IAEA im AKW Fukushima I auf 23 erhöht. 18 Mitarbeiter haben demnach Verstrahlungen davon getragen. In einem Fall eine sehr hohe Strahlendosis. Auch 2 Polizisten mussten demnach dekontaminiert werden. Mehrere Feuerwehrleutet sollen medizinisch beobachtet werden.
Derweil sind laut Regierungsangaben nach der Evakuierung aus einem Krankenhaus in der Nähe von Fukushima gestorben. Zwei davon bereits auf dem Transport, 12 in einer Notunterkunft weil dort nicht die Möglichkeit für eine ausreichende Pflege vorhanden waren.
11 Uhr 15 MEZ. Sebastian Pflugbeil (Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz) ist der Meinung dass die 50 in Fukushima I übriggebliebenen Arbeiter "Todeskandidaten" sind und deutlich früher sterben müssen.
Die örtlichen Behörden in Japan wurden von der Regierung aufgefordert, die Lebensmittel nach Radioaktivität zu untersuchen.

11 Uhr 00 MEZ. Gregory Jaczko (Chef der US-amerikanischen Atomsicherheitsbehörde NRC) ist der Meinung dass es im Abklingbecken von Fukushima I Reaktor 4 kein Wasser mehr gibt. Laut Tepco ist es wegen der hohen Strahlung nicht möglich sich dem Reaktorblock zu nähern undman kann die Lage nur "visuell von weit weg" beobachten.
Volker Kauder kommt derweil in der Atomdebatte im Bundestag wieder mit dem leeren Gelaber von wegen Arbeitsplätzen die durch den Atomausstieg gefährdet seien. Stimmt nicht. Erstens braucht man auch für den Aufbau von anderen Kraftwerken für die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien Leute die arbeiten und zweitens braucht man für die Stillegung und Abbau von AKWs für sehr viele Jahre Leute die arbeiten.
Honkong hat seine Bürger in Japan dazu aufgefordert die Stadt Tokio schnellstmöglich zu verlassen und entweder in die südlicheren Gebiete von Japan auszuweichen oder in die Heimat zurückzukehren. Es sollen von der Fluggesellschaft Cathay Pacific Airways zwei zusätzliche Flüge eingesetzt werden um die Bürger Honkongs nach Hause zu bringen.

10 Uhr 30 MEZ. In der Präfektur Fukushima sollen bisher 10.000 Menschen auf Strahlung überprüft worden sein. Bisher soll bei keinem eine Dekontamination notwendig gewesen sein. Einige mussten dem Bericht nach  ihre Schuhe und Kleidung abwischen.Frankreich hat angeboten radioaktiv verstrahlte Menschen in spezialisierten Krankenhäusern aufzunehmen.
Vom US-amerikanischen Militär wurde angeboten die Gebiete um das Katastrophen-AKW Fukushima I mit Global Hawk-Drohnen (Wikipedia - Northrop Gruman RQ4 Global Hawk) zu beobachten. Diese unbemannten Flugzeuge können aus einer Höhe von fast 20 Kilometern mit hochauflösenden Kameras für Tages- und Nachtsicht noch sehr kleine Objekte erkennen.

10 Uhr 10 MEZ. Es ist der japanischen Atomaufsicht nicht möglich zu bestätigen, dass im Abklingbecken von Fukushima I Reaktor 4 die Brennstäbe mit Wasser bedeckt sind.

10 Uhr 00 MEZ. Die offizielle Zahl der Opfer liegt bei 5300. Mehr als 9500 Menschen werden offiziell noch vermisst.
Von Frankreich wird ein Flugzeug mit Material zur Eindämmung einer Kernschmelze nach Japan geschickt. An Bord sollen sich 95 Tonnen Bor befinden (Wikipedia - Bor). Das soll die Reaktion an den Brennstäben verlangsammen. Ausserdem wird Schutzkleidung gegen radioaktive Strahlung mitgeliefert.
Von der britischen Regierung werden den betroffenen Bürgern kostenlose Rückflüge in die Heimat angeboten. Auch für nicht direkt betroffene britische Personen sollen gegen Gebühr Sitzplätze bereitstehen. Die gecharterten Flüge gehen zuerst von Tokio nach Honkong. Von dort gibt es dann kommerzielle Angebote für den Rückflug nach Großbritannien.

9 Uhr 45 MEZ. Eine Wolke mit einer "niedrigen Konzentration" von radioaktiven Teilchen soll sich auf Nordamerika zubewegen. Die Strahlenwerte sollen für Menschen unbedenklich sein.
Gar Nix ist mit Spendenaufrufen vorsichtig weil Spenden so kurzfristig wie dort wo im Moment Hilfe benötigt gar nicht ankommen können und wie man beispielsweise an Haiti sieht auch später nur homöopathische Dosen davon wirklich an die Stellen kommen wo die Not am größten ist. Die Hilfsorganisationen haben gefüllte Lager aus denen die Hilfsgüter nach Japan gebracht werden und benötigen das Geld eher langfristig gesehen. Meiner Meinung nach ist es besser sich in Ruhe zu überlegen welche seriöse Hilfsorganisation man unterstützen will und sein Geld dann wenn man sich sicher ist dass es dort gut angelegt ist überweist anstatt jetzt auf die Schnelle eine derartige Entscheidung zu treffen  (Nixblog - Haiti - Erdbeben 2010).

9 Uhr 35 MEZ. Die Reaktoren 1, 5 und 6 von Fukushima I sollen im Moment stabil sein.
Wegen einem befürchteten Zusammenbruch der Stromversorgung in Tokio wurden die Bahngesellschaften zur Einschränkung ihres Betriebs aufgefordert.

9 Uhr 30 MEZ. Im Norden Japans sind noch ungefähr 850.000 Haushalte ohne Strom, etwa 1,5 Mio Haushalte haben kein fließendes Wasser.
Das Bundeskanzlerin Merkel will an der Kernenergie "als Brückentechnologie" festhalten. Deutsche AKWs gehören ihrer Meinung nach zu den sichersten der Welt! (Anm. Gar Nix: Wie die AKWs sie in Japan stehen auch, unsere Rente ist auch sicher und der Aufschwung ist beim Deutschen Volk angekommen. Jo und überhaupt so ein bisserl Strahlung. Das ist wie beim Kuchen. Wenn mal ein Mehlstäubchen danebenfällt schmeckt der Kuchen trotzdem köstlich - Nixblog -Bundeskanzlerin Fr. Angela Merkel).

9 Uhr 15 MEZ. Auch Südkorea fordert die Landsleute auf, einen Mindestabstand von 80 Kilometern zum AKW Fukushima I einzuhalten. Auch die kanadische Botschaft soll eine derartige Warnung herausgegeben haben.
Die japanische Zentralbank hat noch einmal 6 Billionen YEN (53 Mrd. Euro) in die Finanzmärkte gepumpt. Bereits in den letzten drei Tagen waren es 55,6 Billionen YEN die freigegeben wurden.

9 Uhr 00 MEZ. Tepco hat den Bau des AKW Higashidori Reaktor 2 in der Präfektur Aomori vorerst abgebrochen (Wikipedia - Kernkraftwerk Higashidori).
Der Nikkei Index schloss mit einem Minus von 1,44% (-131,05 Punkte) und steht auf 8903,86 Punkten.
Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Bundesverfassungsrichter ist der Meinung dass die Bundesregierung wieder einmal gesetzlos handelt (Focus, Nixblog - Laufzeitverlängerung von AKWs ohne Bundesrat ist grundgesetzswidrig)

8 Uhr 40 MEZ. Telekommunikationsfirmen sichen Handys, Empfangsstationen und Ladegeräte für Telefone in das Katastrophengebiet im die Logistik bei den Rettungsaktionen zu unterstützen und damit die Überlebenden Gelegenheit bekommen Kontakt mit Freunden und Familien aufzunehmen.
China möchte in Zukunft zeitnah und und präzise von Japan über jede Entwicklung bei der Atomkatastrophe informiert werden.
In Tokio funktionierten tausende von Geldautomaten für zwei Stunden nicht.

8 Uhr 00 MEZ.  Der Druck in Fukushima I Reaktor 3 steigt wieder.
Im Großraum Tokio ist laut Handelsminister Banri Kaieda ein großflächiger Stromausfall möglich. Der Energiebedarf am Morgen hat die Kapazitäten des Energieversorgers Tepco beinahe erschöpft.
Dennis Snower (Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ist der Meinung dass Lieferausfälle aus Japan schnell zum Problem für die Weltwirtschaft werden können. Viele Konzerne klagen darüber dass die Lieferströme bereits abnehmen. Es gibt weltweit viel weniger Zulieferer vor als vor 10 Jahren. Jo, auch darüber hat Gar Nix schon vor 2 Jahren angesichts der Bankenkrise darüber geschrieben (Nixblog - Bankenkrise).

7 Uhr 30 MEZ.  Das Gebiet um Fukushima I ist bis jetzt nicht komplett evakuiert. In einer Entfernung von etwa 10 Kilometern zum AKW gibt es ein Krankenhaus in dem noch Ärzte und Patienten sind.
In China wird massenweise Jodsalz gekauft weil die Menschen dort meinen dass sie sich mit dem darin enthaltenen Jod gegen eine mögliche radioaktive Strahlung schützen könnten.

7 Uhr 15 MEZ. In Notlagern sind bis jetzt mindestens 25 Menschen aufgrund der Kälte, der strapaziösen Reise und mangelnder medizinischer Versorgung gestorben. 18 davon sollen Senioren aus der Region um das AKW Fukushima I gewesen sein.

7 Uhr 00 MEZ. Die Hubschrauber-Besatzungen werden nach dem Manöver über dem AKW dekontaminiert. General Ryoichi Oriki ist der Meinung dass der Einsatz keine Gesundheitsprobleme auslösen wird. Eine Entscheidung zu weiteren Flügen wurde noch nicht getroffen.
Im Norden Japans hat der Hafen Onahama seinen Betrieb teilweise wieder aufgenommen.
Nach Angaben des Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam war das Beben nicht vorhersagbar. Zwei Tage vorher hatte es dort ein Beben der Stärke 7,2 gegeben. So schnell danach folgen auf ein Beben normalwerweise keine stärkeren Beben. Die Nordpazifische Platte hat sich bei dem Beben unter die Nordamerikanische Platte geschoben. Die Nordamerikanische Platte sprang dabei 7 Meter nach oben. Dadurch wurden die Wassermengen im Pazifik in Bewegung gesetzt und der Tsunami ausgelost. Die beiden Platten drücken auf einer Länge von etwa 400 Kilometern gegeneinander.

6 Uhr 45 MEZ. Die Preise für Jodtabletten explodieren in Japan. Es gibt Online-Angebote bei denen pro Packung mehr als 500 US-Dollar verlangt werden.

6 Uhr 30 MEZ. Mehrere Angestellte von Tepco und anderen Firmen sollen angeboten haben, die Arbeiter in Fukushima I zu unterstützen.
US-Präsident Barack Obama hat heute morgen offenbar mit Naoto Kan (Ministerpräsident von Japan) über die Lage beim AKW Fukushima I gesprochen. Dabei kamen offenbar die nächsten Schritte zur Sprache welche die USA zur Sicherheit ihrer Bärger in Japan unternehmen wird. Es wurden in der Zwischenzeit erste Evakuierungen von US-amerikanischen Bürgern angeordnet. Die US-amerikanische Regierung kündigte an Flugzeuge zu chartern um Bürgern zu helfen Japan zu verlassen. Von den ersten Evakuierungen waren etwa 600 Angehörige von Mitarbeitern der US-amerikanischen Regierung in Tokio und Yokohama betroffen.
Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 5198. Mindestens 9000 Menschen werden noch vermisst.

6 Uhr 15 MEZ. Vor der Immigrationsbehörde in Tokio stehen mehr als 2500 Ausländer Schlange weil sie sich eine Wiedereinreiseerlaubnis sichern wollen bevor sie das Land "zeitweise" verlassen. Bisher wurden offenbar ungefähr 10.000 solche Anträge gestellt.

6 Uhr 00 MEZ. Die Strahlung soll sich laut Tepco durch den Hubschraubereinsatz nicht verändert haben.
Im Pazifikstaat Vanuatu gab es ein Erdbeben der Stärke 6,5. Das Hypozentrum lag 77 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Port Vila in einer Tiefe von 26 Kilometern unter dem Meeresgrund. Es gab keine weitreichende Tsunamiwarnung.

5 Uhr 45 MEZ. Der japanische Wirtschaftsminister Kaoru Yosano ist der Meinung dass eine Intervention der sieben führenden Industrieländern (G7) nicht nötig ist da die Auswirkungen des Jahrhundertbebens auf die Wirtschaft begrenzt sein sollen.

5 Uhr 30 MEZ. Man weiß nicht ob der Einsatz der Löschhubschrauber erfolgreich war. Ein Grossteil des Wassers könnte sich bereits in der Luft zerstreut haben.

5 Uhr 15 MEZ. Der Druck in Reaktor 3 und Reaktor 5 ist angestiegen. Das Dach von Reaktor 4 ist offensichtlich bis auf den Rahmen zerstört. Dadurch könnte eventuell der nächste Hubschraubereinsatz auch Reaktor 4 gelten. Die Situation in den Notunterkünften wird derweil immer noch dramatischer. Viele Menschen sind krank mit Durchfall und anderen Symptomen.
Die offiziell bestätigte Zahl der Toten ist auf 5178 Menschen angestiegen. Offiziell werden noch 8600 Menschen vermisst.
In Baden-Württemberg wurden von dem Energieversorger EnBW die Reaktoren Neckarwestheim I (gestern um 22 Uhr 41 MEZ) und Philippsburg I (4 Uhr 28 MEZ) vom Netz genommen.
Die US-amerikanische Regierung hat ein Flugzeug nach Tokio geschicht um vor allem Familien von Botschaftsmitarbeitern die freiwillige Ausreise zu ermöglichen.

5 Uhr 00 MEZ.  Vor kurzem wurde laut dem japanischen Verteidigungsminister Kitazawa am AKW Fukushima I eine radioaktive Strahlung von 4,13 Millisievert pro Stunde gemessen. Der Grenzwert für zusätzliche radioaktive Strahlung liegt in Deutschland bei 1 Millisievert.Die Hubschrauber werden von der Armee auf ein weiteres Kühlmanöver über dem Katastrophen-AKW vorbereitet. Es sind nun Einsätze mit der Dauer von 40 Minuten geplant. Danach muss die Hubschrauberbesatzung wegen der Strahlenbelastung abgelöst werden.

4 Uhr 30 MEZ. Bei einem Messflug soll laut Tepco festgestellt worden sein dass im Abklingbecken in Becken 4 Wasser festgestellt worden sein. Der Pegelstand konnte allerdings nicht festgestellt werden.
Im Moment soll die radioaktive Strahlung am AKW Fukushima I 4,13 Millisievert pro Stunde betragen..
Der Nikkei Index hat zur Handelsmitte 189,86 Punkte (2,09%) verloren und liegt bei 8903,86 Punkten.

4 Uhr 00 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten liegt bei 5178. Offiziell werden noch 8606 Menschen vermisst. Die Polizei geht davon aus dass die Zahl der Toten auf mehr als 13.000 ansteigen könnte. Verletzt wurden offiziell 2285 Menschen.
Japan hält derweil an der Sicherheitszone von 20 Kilometern fest obwohl die USA ihre Bürger dazu aufgefordert hat die Region im Umkreis von 80 Kilometern (50 Meilen) zu verlassen.

3 Uhr 45 MEZ. Die Stromversorgung am AKW Fukushima I kann vielleicht schon am Nachmittag wieder hergestellt werden. Dann soll mit Hilfe des Stroms wieder ein dauerhaftes Kühlsystem mit Meerwasser in Gang gesetzt werden. Die Wasserwerfern sollen laut Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa erst am Nachmittag zum Einsatz kommen.
Die USA bieten Japan volle Unterstützung an.

3 Uhr 15 MEZ. Die Hubschrauber sollen mindestens 4 Ladungen Wasser über Reaktor 3 abgeworfen haben.
2 Uhr 30 MEZ. Es sollen nun 11 LKW mit Wasserwerfern zum AKW Fukushima I unterwegs sein. Der Hubschraubereinsatz wurde offenbar wegen der hohen Strahlenwerte wieder abgebrochen.

2 Uhr 00 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten ist auf 4377 angestiegen.
Es wurde mit Militärhubschraubern begonnen den Reaktor zu kühlen. Wegen dem aufsteigenden Rauch räumt die japanische Atombehörde Reaktor 3 die höchste Priorität ein. Zeitweise kreise 2 Hubschrauber über dem AKW und werfen Wasser hautptsächlich auf Reaktor 3 ab, Reaktor 4 bekam offenbar uch eine Ladung ab. Jeder der Hubschrauber kann 7,5 Tonnen Wasser transportieren.

1 Uhr 45 MEZ..Der YEN steigt auf ein Rekordhoch weil japanische Investoren Gelder nach Hause holen um den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und die Bewältigung der Atomkatastrophe zu finanzieren.. 1 US-Dollar kostet zeitweise 76,25 YEN. Der Nikkei Index dagegen hat im frühen Handel mehr als 3% verloren.
Auf Bitten der japanischen Regierung bereitet sich eine Polizeieinheit auf die Kühlung von Reaktor 4 mit Wasserwerfern vor.
Die Radioaktivität am AKW soll nach Angaben der japanischen Atombehörde abnehmen und "nur" noch bei 338 Mikrosievert pro Stunde liegen.

1 Uhr 00 MEZ. Die Temperatur der Brennelemente im Abklingbecken in Fukushima I Reaktor 4 war bereits am Montag und Dienstag auf 84°C angestiegen. Normalerweise sollte die Temperatur auf  unter 25°C gehalten werden. Das Wasser soll kochen oder bereits verdampft sein. Die Temperatur im Reaktor 5 liegt derzeit bei 62,7, im Reaktor 6 bei 60°C. Die gemessene Strahlendosis soll laut der japanischen Atomsicherheitsbehörde kontinuierlich fallen und um 17 Uhr Ortszeit noch eine Belastung von 752 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden sein. Um 5 Uhr morgens soll die Strahlung noch 338 Mikrosievert pro Stunde betragen haben. Die höchste Strahlung in Tokio wurde am Dienstag gemessen und betrug 0,809 Mikrisievert pro Stunde.

0 Uhr 30 MEZ. Der weisse Rauch soll weniger werden.

Erdbeben in Japan 2011 - Mittwoch, 16.03.2011 - Teil 6: Tage des Chaos


Wegen dem steigenden Umfang gibt es ab sofort mehrere Teile:
- +++ Aktueller Nachrichtenticker +++
- Freitag, 11.03.2011 - Tag 1: Der Tag des Bebens
- Samstag, 12.03.2011 - Tag 2: Der Tag danach
- Sonntag, 13.03.2011 - Tag 3: Tage des Chaos
- Montag, 14.03.2011 - Tag 4: Tage des Chaos
- Dienstag, 15.03.2011 - Tag 5: Tage des Chaos
- Mittwoch, 16.03.2011 - Tag 6: Tage des Chaos
- Donnerstag, 17.03.2011 - Tag 7: Tage des Chaos
- Freitag, 18.03.2011 - Tag 8: Eine Woche später
- Samstag, 19.03.2011 - Tag 9: Entspannung? 

Mittwoch, der 16. März 2011

23 Uhr 00 MEZ. Das US-amerikanische Pharmaunternehmen Anbex hat sämtliche Kaliumjodidtabletten verkauft. Seit dem Beginn der Krise kamen offenbar viele tausend Bestellungen vor allem von der Westküste der USA aber auch aus Japan, Südkorea und anderen asiatischen Staaten dort an. Auch der Konkurrent Fleming Pharmaceuticals kann die Lieferungen nach Japan kaum bewältigen.

22 Uhr 30 MEZ. Das Evakuierungsgebiet um das AKW Fukushima I wird weiter ausgedehnt. 28.000 weitere Menschen müssen ihre Wohnung verlassen.

22 Uhr 15 MEZ. Bei einer Boeing 777 der japanischen Airline All Nippon Airways (ANA) wurde nach der Landung in München eine leicht erhöhte radioaktive Strahlung an der Aussenhaut festgestellt. Sie landete mit der Flugnummer NH207 um 16 Uhr (MEZ) in München. Bei den Messungen in der Kabine und im Frachtraum gab es keine Auffälligkeiten.

21 Uhr 30 MEZ.  Die Wasserwerfer wurden am AKW in Stellung gebracht.

20 Uhr 30 MEZ. Die US-amerikanische Regierung will das Überwachungssystem ausbauen und im Westen der USA und im Pazifik weitere Strahlungsmonitore aufstellen. 

20 Uhr 00 MEZ. Von Tepco wird eine neue Stromleitung angekündigt um das Problem der Kühlung zu lösen. Sie soll beinahe fertig sein.Vom Umweltministerium in Baden-Württemberg erging an EnBW heute abend die Anweisung zur Abschaltung der AKW  Neckarwestheim 1 und Philipsburg 1.

19 Uhr 30 MEZ.  Im Abklingbecken von Reaktor 4 ist kein Wasser mehr weshalt die Radioaktivität extrem angestiegen ist.
In der Präfektur Fukushima sind die Notunterkünfte überfüllt und es fehlt überall an Nahrungsmitteln. In Turnhallen drängen sich Menschen dicht an dicht. Auf den Strassen der Region stehen lange Autoschlangen.

19 Uhr 00 MEZ. Grossbritannien rät allen seinen Bürgern zum Verlassen der Katastrophenregion auf.

18 Uhr 45 MEZ. Von der EU werden alle 27 Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, die Lebensmittel die aus Japan importiert werden auf eine mögliche Strahlenbelastung hin zu untersuchen.
Von den USA wird allen Amerikanern die im Umkreis von 80 Kilometern (50 Meilen) leben die Evakuierung nahegelegt. Auch die Schweiz empfielt den Bürgern, das Katastrophengebiet und Tokio zu verlassen.

18 Uhr 30 MEZ. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 4312 Menschen in 12 Präfekturen. 8606 Menschen aus 6 Verwaltungsbezirken werden offiziell noch vermisst. 80.000 Einsatzkräfte sind in den betroffenen Gebieten im Einsatz.
Der DAX liegt bei Betriebsschluss 2% im Minus auf 6514 Punkte.

18 Uhr 15 MEZ. Nissan wird morgen und übermorgen die Produktion in zwei Werken  so lange wieder aufnehmen wie der Vorrat für Einzelteile anhält. Drei andere Werke bleiben bis am Sonntag noch geschlossen. Toyota lässt die Werke die Ersatzteile herstellen morgen wieder anfangen mit arbeiten. In den anderen Werken soll die Produktion am Mittwoch nächster Woche wieder aufgenommen werden.

18 Uhr 00 MEZ.  Von den US-amerikanischen Steitkräften werden den japanischen Katastrophenschützern Hochdruckpumpen zur Kühlung der Katastrophenreaktoren zur Verfügung gestellt. Sie sind von Kriegsschiffen auf die Luftwaffenbasis Yokota gebracht worden. Ausserdem soll morgen die Drohne Global Hawk, ein unbemanntes Flugzeug des US-amerikanischen Militärs, mit seinen hochauflösenden Kameras und Wärmebildkameras mehr Informationen über das Innere der Reaktoren bringen.

17 Uhr 45 MEZ. Laut dem US-amerikanischen Popsternchen Lady Gaga haben ihre Fans innerhalb von 48 250.000 US-Dollar für Japan gespendet. Auf der Website von ihr kann man für 5 US-Dollar ein weißes Plastikband bestellen auf dem man in roten Buchstaben "Wir beten für Japan" lesen kann.

17 Uhr 10 MEZ. Die Wassertemperaturen in Reaktor 5 und 6 des AKW Fukushima I steigen weiter. Sie sollen bereits um 6 Uhr MEZ doppelt so hoch wie normal gelegen haben.

17 Uhr 00 MEZ. Die US-amerikanischen Streitkräfte die in Japan im Einsatz sind dürfen sich dem AKW Fukushima I ohne eine spezielle Erlaubniss nicht mehr als 80 Kilometer (50 Meilen) nähern. Einige der Flugzeugbesatzungen haben Jod-Tabletten bekommen.
Yukiya Amano (Chef der IAEA) will selbst nach Japan fliegen weil die Situation am AKW Fukushima I "sehr ernst" ist.
Die meisten deutschen Volkswagen Mitarbeiter sind aus Japan nach Deutschland zurückgekehrt. 200 Menschen und ihre Familien.
RWE will die Anordnung der Bundesregierung zur Stillegung des AKWs Biblis rechtlich prüfen.

16 Uhr 45 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten liegt bei 4277. Rund 8200 Menschen werden offiziell noch vermisst. Es werden aber immer noch weit höhere Opferzahlen befürchtet.
Die grösste Oppositionspartei in Japan fordert 62 Mrd. US-Dollar (44,5 Mrd Euro) zum Wiederaufbau.
Ungarn und die Türkei wollen weiterhin an den Plänen zum Ausbau der Atomenergie festhalten. Erdogan will weiterhin mit russischer Hilfe ein AKW bei der Küstenstadt Mersin bauen.

16 Uhr 30 MEZ. Am AKW Fukushima I ist nun der erste Wasserwerfer eingetroffen. Es soll nun versucht werden damit gezielt den Reaktor 4 zu kühlen. Später sollen sie dann möglicherweise auch Reaktor 3 kühlen.
Von den grossen deutschen Reiseveranstaltern wurden wegen der Katastophe alle Reisen nach Japan abgesagt. Das Auswärtige Amt glaubt alle 5000 deutschen Staatsbürger gefunden zu haben die sich am Anfang der Katastrophe in Japan aufgehalten haben. Im Großraum Tokio sollen noch ungefähr 1000 Deutsche sein.

16 Uhr 00 MEZ. Experten warnen davor dass es innerhalb der nächsten 48 Stunden zu einem sehr bedeutenden Austritt von Radioaktivität kommt wenn es nicht gelingt, das Wasserniveau in Reaktor 4 von Fukushima I zu heben.
Die Flüge von Japan nach Deutschland sind im Moment noch nicht komplett ausgebucht. Vor allem in der First und Business Class soll es noch freie Plätze geben.

15 Uhr 40 MEZ. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt jetzt bei 4255. Die Polizei spricht von 8194 Vermissten. Regierungschef Naoto Han geht von mehr als 10.000 Todesopfern aus.
In Fukushima I ist der Reaktor laut Edano jetzt wieder einmal in Ordnung. Der Rauch soll aus dem Abklingbecken stammen.
Der Salto des Bundeswirtschaftsministerium ist weltmeisterverdächtig. Nachdem man in den letzten Jahren vehement dafür gekämpft hat dass die Laufzeiten verlängert werden (Nixblog - Politisches Gekungel um den Atomausstieg) weil hier sonst alles zusammenbricht ist es heute auf einmal gaaar kein Problem wenn man 7 AKWs abschaltet.

15 Uhr 00 MEZ. Das Kühlwasser im Abklingbecken von Fukushima I Reaktor 3 erhitzt sich anscheinend weiter und es tritt Dampf aus. Im Moment liegen die Prioritäten offenbar bei der Kühlung der Reaktoren 3 und 4 unter Mithilfe des Militärs.Die maximal zulässige Strahlenbelastung für Mitarbeiter wurde jetzt mal so kurz von 100 auf 250 Millisievert erhöht damit die Arbeitskräfte nicht mehr wegen der hohen Strahlung zeitweise zurückgezogen werden müssen.
Die deutsche Bundesregierung rät den etwa 1000 im Großraum Tokio verbliebenen Deutschen dazu, sich in andere Landesteile in Sicherheit zu bringen oder ins Ausland zu reisen. Teile der deutschen Botschaften sollen nach Osaka verlegt worden sein um die Bundesbürger dort konsularisch zu unterstützen.

14 Uhr 50 MEZ. Medwedjew, der russische Präsident, erklärt dass Kernenergie sicher sei wenn die Kraftwerke am richtigen Ort gebaut und ordentlich geführt werden. Da gebe ich ihm völlig recht. An einem Ort wo es unmöglich ist das Erdbeben vorkommen und perfekte fehlerlose Menschen und perfektes fehlerloses Material existert kann man Kernenergie ohne Probleme betreiben. Sie meinen so einen Ort gibt es nicht? Da haben Sie allerdings recht!

14 Uhr 30 MEZ. Die Informationen welche die IAEA aus Japan bekommt sind teilweise 2 Tage alt. Daher hat man dort nicht wirklich bessere Informationen als der gewöhnliche TV-Zuschauer.
Die Hotels in Osaka füllen sich offenbar immer mehr durch Menschen die den Norden verlassen..
In Fukushima I Reaktor 3 erhitzt sich das Wasser im Abklingbecken weiter.

14 Uhr 15 MEZ. Einem Team von russischen Atomexperten die bereits bei der Katastrophe von Tschernobyl Erfahrungen gesammelt haben wird offenbar die Einreise nach Japan verweigert. Russland hat das Team zusammengestellt um bei der Katastrophe zu helfen. Sie warten offenbar in der sibirischen Stadt Chabarowsk am Amurfluss. Offenbar ist es Japan wichtiger die "Geheimnisse" der Reaktoren dort vor den Augen der Russen zu schützen als die Gefahr die durch die Atomreaktoren.
Die Technologiebranche hat wegen Lieferengpässen und Transportproblemen durch die Japankrise Schwierigkeiten in der Produktion und stellen sich auf Ausfälle ein.

13 Uhr 45 MEZ. Philip White (Anti-Atomkraft-Aktivist)  hat die Arbeit der 50 Arbeiter die ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit schwerste Strahlenschäden in Kauf nehmen, ihr Leben aufs Spiel setzen und verzweifelt versuchen das Schlimmste abzuwenden gewürdigt. Dem muss ich mich an dieser Stelle ausdrücklich anschliessen (Spiegel).
Die Stillegung des AKW Phillippsburg soll laut Friedrich Pfister von der Mövenpickpartei möglich sein. Eventuell will man aber (wenn die Wahlen vorbei sind) auch nur zusätzliche Anforderungen an den Berstschutz stellen.

13 Uhr 25 MEZ. Die japanische Regierung spricht davon dass es unwahrscheinlich ist, dass die Hülle von Reaktor 3 stark beschädigt ist.
Mit fällt im Moment der Spruch ein: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff". Ich habe nämlich gelesen dass ausländische Banker in grosser Zahl die Stadt Tokio verlassen.

13 Uhr 15 MEZ. In Ländern wie Polen, Tschechien oder der Slowakei wird weiterhin auf Atomkraft gesetzt. Man spricht dort von einer "medialen Hysterie und dass der gesunde Menschenverstand nicht ausgeschaltet werden dürfte". Dem muss ich entgegnen dass der gesunde Menschenverstand bei den Befürwortern von Atomenergie schon lange ausgesetzt hat. Ansonsten würde man nicht die Gefahren und Schweinereien bei dieser Art Energiegewinnung vom Uranabbau (Nixblog - Uranabbau) über die Gefahren bei der Aufbereitung (Grüsse aus Sellafield (Nixblog - Atomkomplex Sellafield), dem Betrieb von AKWs (Grüsse aus Tschernobyl (Nixblog - Die Katastrophe von Tschernobbyl), Harrisburg (Atomenergie in den USA), Fukushima) bis zur unmöglichen Endlagerung des radioakktiven Materials (Grüsse aus Majak (Nixblog - Atomanlage Majak der verschwiegene GAU), Sajida (Nixblog - Atommmüllager XXL in der russischen Sajida-Bucht), ASSE (Nixblog - Atomlager ASSE), Gorleben (Nixblog - Atomendlager Gorleben) völlig ignorieren. Für eine derartige Ignoranz muss man schon einen gewaltigen an der Waffel haben lieber Herr Donald Tusk. Die Links im Text sind übrigens nur eine kleine Kostprobe. Ich habe bis jetzt ein Jahr äußerst intensiv daran gearbeitet aber es ist mir bis heute noch bei weitem nicht gelungen alle Schweinereien dieser Technik zu dokumentieren.Der Bundestag hat in einer Schweigeminute der Opfer der Katastrophe in Japan gedacht.
Japans Kaiserpaar will aus Solidarität mit dem Volk jeden Tag zwei Stunden lang auf Strom verzichten.

12 Uhr 45 MEZ. Indonesien will Japan mit 2 Mio US-Dollar (ca. 1,4 Mio Euro) beim Wiederaufbau unterstützen und "mit dem bescheidenen Betrag", wie ein Regierungsvertreter Indonesiens sagt, "die Solidarität zu Japan zeigen".

12 Uhr 30 MEZ. In der Präfektur Fukushima soll man bis jetzt keine Spuren von Cäsium und Jod mehr feststellen haben können.
Die Universitätskliniken von Magdeburg und Halle und das städtische Krankenhaus in Dessau-Rosslau sind bereit Strahlenopfer aufzunehmen. Es gibt in diesen Krankenhäusern zusammen 40 Betten für Strahlenopfer. Belastete Atemluft und Wasser aus Waschbecken und Toiletten kann aus den besonders ausgestatteten Räumen nicht an die Umwelt gelangen.
Auch Atomsarkozy, dem französischen Präsidenten scheint es mulmig zu werden. Er will ein Sondertreffen der Energie- und Wirtschaftsminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) einberufen damit die Möglichkeiten der künftigen Energieversorgung besprochen werden.
Die französische Regierung geht vom Schlimmsten aus und widerspricht im Klartext den offiziellen Stellen in Japan. Der französische Wirtschaftsminister Eric Besson sagte "Reden wir nicht drum herum. Sie haben offensichtlich die Kontrolle über die Situation verloren". Die französische Umweltministerin Kosciusko-Morizet empfielt allen Franzosen Tokio mit dem Flugzeug zu verlassen oder sich wenigstens in den Süden von Japan zu begeben.

12 Uhr 15 MEZ. Die Menschen in Fukushima sind wütend. Der Gouverneur von Fukushima hat im TV die Regierung von Japan angefleht endlich etwas zu unternehmen und endlich konkrete Aussagen zu  machen. Tausende Menschen warten auf Hilfe. Das grosse Problem ist dass sich aus Angst vor Strahlung wegen der Atomkatastophe kaum noch Helfer in das Gebiet trauen. Vor allem Nahrung, Wasser und wärmenden Decken fehlt. Er möchte dass das ganze Land Verständnis zeigt.
Die Polizei will offenbar nun mit Wasserwerfern versuchen das Abklingbecken im Reaktor 4 zu kühlen.
Im Osten Russlands kommt es zu Panikkäufen. In der Region Kamtschatka sind offenbar die Jodtabletten ausverkauft. Selbst in der etwa 1000 Kilometer von Fukushima entfernten Stadt Wladiwostok werden anscheinend die Läden gestürmt. Jodtabletten, Strahlenmessgeräte, Wodka und Wein gehen weg wie warme Semmeln. In Blogs wird davor gewarnt, den Behörden zu vertrauen, die davon sprechen dass es sich um "verfrühte Nervosität" handelt.

12 Uhr 00 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten liegt nun bei 4.164. Die offizielle Zahl der Vermissten liegt bei mindestens 12.000. Die Menschen bereiten sich auf eine weitere Nacht in provisorischen Unterkünften vor. In Krankenhäusern geht die Medizin aus. Die Vorräte sind in den Katastrophengebieten knapp. In einigen Gebieten dort ist Schnee gefallen. Die Temperaturen liegen bei 0°C.
China macht einen kleinen Rückschritt und will "vorerst" keine neuen AKWs genehmigen. Die bestehenden und im Bau befindlichen AKWs sollen umfassenden Sicherheitstests unterzogen werden.
Auch in Spanien sollen alle AKWs überprüft werden. Besonders Augenmerk will man auf das AKW von Cofrentes werfen. Die Betriebsgenehmigung wurde offenbar einen Tag vor dem Erdbeben verlängert (Nixblog - Atomkraft in Spanien).
Die Transplantationszentren in Europa sollen sich laut Aussage des Präsidenten der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) darauf vorbereiten dass es in Japan zu akuten Strahlenerkrankungen kommen könnte (Wikipedia - Strahlenkrankheit, Nixblog - Atomkraft und Krankheiten).

11 Uhr 30 MEZ. Aus dem Gebiet um das AKW Fukushima I sollen weitere 28.000 Menschen evakuiert werden. Menschen die sich noch im Gebiet zwischen 20 und 30 Kilometer Entfernung zum AKW aufhalten sollen die Häuser nicht verlassen.

11 Uhr 20 MEZ. Der Wind hat auf Nordwest gedreht und leicht zugenommen so dass radioaktive Partikel im Moment direkt aufs Meer getragen werden.
Vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) wird den Stipendiaten in der Katastrophenregion die Ausreise empfohlen. Der DAAD kommt für die Kosten auf. Vor dem Erdbeben waren 105 Wisenschaftler und Studenten mit einem Stipendium der Organisation in Japan gewesen.

11 Uhr 10 MEZ. Nach Ansicht der Weltbank braucht Japan etwa 5 Jahre um das Katastrophengebiet wieder aufzubauen.
Der japanische Fussballverband (JFA) will am 29. März das Fußball-Länderspiel in Tokio gegen Neuseeland austragen lassen "um die Nationen zu vereinen". Das für den 25. März gegen Montenegro geplante Spiel ist abgesagt. Die 41 Ligaspiele im März sind gestrichen.

11 Uhr 00 MEZ. Im AKW Fukushima I wird im Moment offensichtlich in die Reaktoren 5 und 6 wieder Wasser zur Kühlung der Brennstäbe zugeführt.

10 Uhr 45 MEZ. Das Erdbeobachtungszentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) übermittelt als Hilfe für die Einsatzkräfte in den Katastrophengebieten Satellitenaufnahmen aus 400 Kilometern Höhe an die Hilfkräfte. Damit konnten Zerstörungen und noch funktionierende Infrastruktur schneller identifiziert und die Maßnahmen dementsprechend koordiniert werden.

10 Uhr 40 MEZ. Der französische Konzern EdF (weltgrösster Betreiber von AKWs) will offenbar Spezialisten und Material, darunter Roboter nach Japan schicken.

10 Uhr 30 MEZ. Die wegen der hohen Strahlung kurzfristig abgezogenen Experten sollen wieder zu den Reaktoren zurückgekehrt sein um die Reaktoren zu kühlen und sich etwa 500 Meter vom Komplex entfernt befinden.
Das AKW Isar 1 in Deutschland ist noch nicht komplett heruntergefahren. Er läuft im Moment mit etwa 15% der Vollast. Erst nach weiteren Tests und Prüfungen, u.a. von den Turbinen, soll es ganz vom Netz genommen werden können.

10 Uhr 20 MEZ. Alleine das Nachbeben gestern soll Schäden in einer Höhe von bis zu 2 Mrd. US-Dollar verursacht haben.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will die Laufzeitverlängerung rückgängig machen.

10 Uhr 15 MEZ. Der Hubschraubereinsatz soll laut Edano abgebrochen worden sein. Was er nicht sagt ist dass es offenbar an der hohen Strahlung über dem AKW lagt. Es laufen Vorbereitungen um Fukushima I Reaktor 4 vom Boden zu kühlen. Die Strahlung soll seiner Aussage nach "kein unmittelbares Gesundheitsrisiko darstellen."

10 Uhr 10 MEZ. In Fukushima I Reaktor 4 soll höchstwahrscheinlich eine unkontrollierte Kettenreaktion eingesetzt haben. Dort lagern 135 Tonnen abgebrannte Brennelemente und es gibt dort keine Kontrollstäbe. Eine ganz besondere Gefahr geht von einer Tonne Plutonium (Wikipedia - Plutonium) aus welches in den Stäben enthalten ist. Die Strahlung ausserhalb der 20 Kilometer Zone um das AKW Fukushima I soll vor zwei Stunden (4 Uhr Ortszeit) 1500 Microsievert betragen haben. Genaue Berichte über das verseuchte Trinkwasser liegen der japanischen Regierung laut Edano im Moment nicht vor.

10 Uhr 00 MEZ. Die Zahl der Katastrophenopfer liegt derzeit offiziell bei 11.900. 3700 Leichen sollen identifiziert sein.

9 Uhr 50 MEZ. Die 4 Hubschrauber vom Typ CH-47 Chinook sollen mehrmals über Fukushima I Reaktor 3 fliegen weil er wegen der radioaktiven Strahlung nicht lange über dem Reaktor bleiben kann.
Laut WHO soll es keine Beweise dafür geben dass Strahlung sich bis jetzt "signifikant" international verbreitet hat.
Für Deutschland und Europa soll derzeit keine Gefahr bestehen dass es zu einer Strahlungskonzentration kommt.

9 Uhr 30 MEZ. Die Strahlung am AKW Fukushima I soll nach kurzer Zeit wieder auf 2,7 Millisievert gefallen sein. Laut Tepco konnten die Arbeiten zur Kühlung aber noch nicht wieder aufgenommen werden.

9 Uhr 10 MEZ. Laut Tepco sollen seit dem frühen Morgen 180 Mitarbeiter in Fukushima I arbeiten. Über den Landweg Ausrüstung zum Katastrophen AKW zu bringen soll wegen der Zerstörungen die das Erdbeben verursacht hat nicht einfach sein.
Die Türkei und Australien warnen vor Reisen nach Japan.
Gar Nix wundert sich über die Medien die immer noch davon reden dass man daran arbeitet das "die Situation nicht ausser Kontrolle gerädt". Dabei ist ist die Situation an dem AKW im Moment alles nur nicht unter Kontrolle und die Versuche "die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen" hören sich ziemlich verzweifelt an.

9 Uhr 05 MEZ. Im Leitungswasser der Präfektur Fukushima wurde offensichtlich Jod und Cäsium nachgewiesen. Dies soll den Aussagen der Behörden nach aber keine Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

9 Uhr 00 MEZ. Japans Kaiser hat sich erstmals seit dem Beben an die Öffentlichkeit gewendet und seine Bestürzung über die Katastrophe zum Ausruck gebracht. Die Situation in Fukushima I ist unvorhersehbar und er ist tief besorgt.
Die Aktie des Tepco Konzerns ist um 24,75% auf 921 Yen (8,41 Euro) gefallen. Bereits in den letzten 2 Börsentagen sind sie um 42,4% eingebrochen.

8 Uhr 45 MEZ. Laut der britischen Zeitung "Daily Telegraph" war die mangelnde Erdbebensicherheit der japanischen AKWs vorher bekannt. Die IAEA soll in einem Dokument das bei Wikileaks veröffentlicht wurde bereits vor mehr als 2 Jahren auf "mögliche Probleme" bei der Erdbebensicherheit der AKWs in Japan hingewiesen haben. Ein IAEA-Experte schrieb 2008 in einer US-amerikanischen Depesche dass "die Anlagen einem starken Beben nicht gewachsen sind".

8 Uhr 30 MEZ. Laut Ministerpräsident Naoto Kan sollen bisher 26.000 Menschen aus dem Katastrophengebiet gerettet worden sein.
Ein Hubschrauber soll gestartet sein um Wasser über Fukushima I Reaktor 3 abzuwerfen.
Der Druck in Fukushima I Reaktor 2 soll etwas zurückgegangen sein und die Temperaturen sollen sich stabilisiert haben. Möglicherweise könnte aber auch der Druckmesser fehlerhaft arbeiten. Die Lage im Reaktor 4 ist laut Tepco "nicht gut". Priorität hat laut Tepco die Situtation im Reaktor 3.

8 Uhr 15 MEZ. In der Wählergunst in Deutschland legen die Grünen durch die Atomkatastrophe stark zu. Laut Forsa würden sie im Moment 18% bekommen, vor einer Woche lagen sie noch bei 15%. Die CDU/CSU bleibt unverändert bei 36%, die SPD unverändert bei 26%, die FDP unverändert bei 5%. Die Linke 9% (-1%). Die sonstigen Parteien liegen bei 6% (-1%).
Toyota will morgen wieder Teile seiner Produktion in Japan aufnehmen. Es steht aber noch nicht fest wenn die 12 Hauptwerke wieder mit der Arbeit beginnen.

8 Uhr 00 MEZ. Maso Hara (Bürgermeister der Stadt Koriyama) wendet sich in einem verzweifelten Appell an die Welt und bittet um Nahrungsmittel, Wasser, Benzin und Öl für Flüchtlinge.
Der Nikkei-Index ist um 5,7% auf 9093 Punkte angestiegen. Die japanische Notenbank hat derweil den Banken kurzfristig noch einmal 3,5 Billionen YEN (ca. 30 Mrd. Euro) zur Verfügung gestellt. Auch die Börsen in Singapur, China, Taiwan, Korea und Australien liegen offenbar im Plus.

7 Uhr 45 MEZ. Vier Rettungskräfte aus Neuseeland un Australien die in Japan eingesetzt sind, wurden offenbar "leicht verstrahlt". Es soll aber kein Gesundheitsrisiko bestehen. Sie mussten bei einem Flug mit dem Hubschrauber unplanmäßig landen weil sich auf den Rotorblättern Eis gebildet haben soll. Bei der Rückkehr an ihren Standort wurde dann offenbar eine geringe Strahlendosis gemessen. Sie wurden dekontaminiert. Die Helfer setzten vorerst ihre Arbeit in Japan fort.

7 Uhr 30 MEZ. Etwa 33.000 Chinesen sollen sich in den besonders von der Katastrophe betroffenen Präfekturen Miyagi, Fukushima, Ibaraki und Iwate aufhalten. Mehr als 2000 Chinesen sollen die Region bereits verlassen haben und zunächst nach Tokio und Niigata geebracht worden sein.
Die Lufthansa soll alle Flugverbindungen zum Flughafen Narita in Tokio gecancelt haben.

7 Uhr 20 MEZ. Im Moment bereiten sich offenbar Streitkräfte darauf vor mit dem Hubschrauber Wasser auf Fukushima I Reaktor 3 abzulassen um die Brennstäbe zu kühlen. Die Kühlungsaktion musste zuvor wegen der hohen Strahlenbelastung vorübergehend eingestellt werden. Ein Teil der Schutzhülle dort soll möglicherweise beschädigt sein.
Die für April angesetzten Gouverneurs-, Bürgermeister-, und Kommunalwahlen wurden in den Erdbebenregionen um mindestens 2 Monate verschoben.

7 Uhr 10 MEZ. Die offizielle Zahl der Toten und Vermissten ist inzwischen auf mehr als 11.000 gestiegen. Es werden offiziell mehr als 7.500 Menschen vermisst, offiziell liegt die Zahl der Toten bei 3676 Menschen. Es gibt offiziell 1990 Verletzte Menschen.
Die japanische Regierung will die Hilfe ausländischer Ärzte in Anspruch nehmen damit die Erdbeben-Opfer versorgt werden können. Taro Kono, ein japanischer Politiker der Opposition des Landes kritisiert die Informationspolitik der Regierung weil Informationen manchmal erst nach mehrstündiger Verpätung an die Bevölkerung weitergegeben werden was bei der Bevölkerung zur Verunsicherung führt.

6 Uhr 45 MEZ. Edano ruft die Bevölkerung dazu auf keine Panikkäufe zu tätigen.
In Hong Kong wurde offenbar in E-Mails und Blogs vor einer radioaktiven Wolke aus Fukushima I gewarnt. Die Stadt liegt jedoch ungefähr 3000 Kilometer entfernt und beim Messen der Strahlenitensität sollen keine Auffälligkeiten festgestellt worden sein.

6 Uhr 30 MEZ. In Japan sind immer noch mindestens 1,6 Millionen Haushalte ohne Trinkwasser. 76.000 Gebäude sind beschädigt und 6300 komplett zerstört. Mindestens 440.000 Menschen leben in ungefähr 2400 Notunterkünften wo es teilwese an Wasser, Essen und Heizung mangelt. 850.000 Haushalte im Nordosten Japans sind ohne Strom.

5 Uhr 45 MEZ. Tepco versucht offenbar eine Strasse zum Reaktor 4 zu bauen damit Feuerwehrfahrzeige herankommen können.
Frankreich fordert seine Bürger auf Tokio zu verlassen und sich entweder nach Südjapan zu begeben oder das Land verlassen. Offenbar wurde die Air France gebeten bei dieser Evakuierungsaktion zu helfen. 2 Flugzeuge sollen schon unterwegs sein.

5 Uhr 30 MEZ. Die verzweifelten Rettungsarbeiten im AKW Fukushima I sollen angeblich weitergehen weil die Strahlung bei der Anlage so weit gesunken sein soll dass den Verantwortlichen für die Arbeiter das Risiko als zumutbar erscheint.
Die Nachbarstaaten Japans erwartet keinen sofortigen Anstieg der Radioaktivität. Russland, Korea und Singapur melden keine erhöhten Strahlenwerte. Die japanische Regierung bereitet sich darauf vor die Reisreserven des Landes anzubrechen.

5 Uhr 20 MEZ. Die Verantwortlichen für Fukushima I setzen offensichtlich wieder auf Meerwasserkühlung.
Östlich von Tokio in der Region Kanto in der Präfektur Chiba gab es kurz vor 13 Uhr Ortszeit ein weiteres Nachbeben der Stärke 6,0. Das Hypozentrum des Bebens lag in einer Tiefe von 10 Kilometern.

5 Uhr 20 MEZ. Zur Handelspause am Mittag lag der Nikkei-Index bei 8981,14 Punkten.

4 Uhr 50 MEZ. Aus Fukushima I wurden offenbar die letzten 50 Arbeiter wegen erhöhter Radioaktivität "vorrübergehend" evakuiert. Auch hier gibt es dann wieder einmal Verwirrung. Es gibt eine weitere Meldung nach die diese Evakuierungsmeldung aufgehoben ist weil der Strahlenwert angeblich gesunken sein soll.
Von der japanischen Armee sollen Reservisten eingesetzt werden um den Menschen in den Katastrophengebieten zu helfen. 1000 Reservisten sollen im Nordosten der Hauptinsel Honshu eingesetz werden, 6400 sollen die 70.000 bereits eingesetzten Soldaten unterstützen.

4 Uhr 20 MEZ. Die Schutzhülle von Reaktor 3 könnte möglicherweise beschädigt sein. Die Strahlungswerte sollen kurzzeitig stark erhöht gewesen und wieder gesunken sein. Dort wurden laut Edano wegen der Strahlenbelastung die Arbeiten an der Kühlung komplett eingestellt.
Südkorea will ein Schiff mit 52 Tonnen Borsäure nach Japan schicken damit die Lage in den Reaktoren von Fukushima I stabilisiert werden kann. Der Einsatz von Borsäure kann aber auch gefährlich werden. In einem AKW in den USA im Bundesstaat Ohio soll sie Stahlteile zerfressen haben.
Die Aktienkurse haben sich im Moment etwas stabilisiert und liegen zu Mittag noch 4,5% höher als bei Börsenschluss am Vorabend.

4 Uhr 00 MEZ. Die Ursache für den weissen Rauch ist immer noch nicht klar.  Die Arbeiter mussten sich zurückziehen und das Kühlen der Reaktoren mit Wasser musste wegen erhöhter Strahlung unterbrochen werden.
Regierungssprecher Yukio Edano spricht davon dass die Japaner wohl Hilfe der US-amerikanischen Truppen benötigen. Er ist auch im Gegensatz zu Tepco der Meinung dass es zu gefährlich ist Reaktor 4 per Hubschrauber zu löschen.
In Venezuela soll das Atomprogramm gestoppt werden. Hugo Chavez (Präsident von Venezuela) ist der Meinung dass die Gefahren zu groß sind und hat angeordnet die Pläne "vorerst" auf Eis zu legen. Es war dort geplant mit der Hilfe von Russland ein AKW mit einer Leistung von 4 Gigawatt zu bauen.

3 Uhr 45 MEZ. Die radioaktive Strahlung bei Fukushima I ist offenbar bis zu 1000 Millisievert (1 Sievert) angestiegen. Das ist in Deutschland das 1000fache was ein Mensch in einem kompletten Jahr an zusätzlicher Strahlung aufnehmen dar. In Reaktor 3 ist die Strahlung zwischenzeitlich so hoch dass die Mitarbeiter das Gelände nicht mehr betreten können. Es wird im Moment aber nicht erwägt die Evakuierungszone um das AKW zu vergrössern.

3 Uhr 20 MEZ. Im Moment brennen offenbar Reaktor 3 und Reaktor 4. In Reaktor 3 wurden sogenannte MOX-Brennelemente eingesetzt. Diese wurden mit dem hochgiftigen, hochradioaktiven und langlebigen Plutonium angereichert. Dort könnte der Rauch direkt von den Behältern mit den Brennstäben kommen. Auch in den Reaktoren 5 und 6 ist die Temperatur weiter am Ansteigen.

3 Uhr 15 MEZ. Der Wind weht die radioaktiven Partikel in der Luft im Augenblick aufs Meer. Der Wind weht Richtung Südost/Ost. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt. Regen der radioaktive Partikel aus der Luft auswaschen könnte ist nicht in Sicht. Die Wetterlage soll einige Zeit stabil bleiben.

3 Uhr 00 MEZ. Über Fukushima I Reaktor 3 steigt weisser Rauch auf.
China testet von nun an auf den Flughäfen und Häfen alle Waren aus Japan auf Radioaktivität. China ist der grösste Handelspartner von Japan. Im letzten Jahr ist der Handel zwischen den beiden Ländern um 30% auf 300 Mrd. US-Dollar (215,8 Mrd. Euro) angestiegen.

2 Uhr 45 MEZ. In den Katastrophengebieten haben viele Menschen kaum mehr das Allernötigste. Es gibt laut dem Fotografen Piotr Onak von der Nachrichtenagentur dpa kein Essen, kein Wasser, kein Gas und keinen Strom. Absolut nichts. Die Menschen dort ertragen das Leid seiner Aussage nach "ohne zu klagen, sie beschweren sich nicht, sie weinen nicht, sie nehmen alles mit Würde".

2 Uhr 25 MEZ.  Das Feuer von Fukushima 1 Reaktor 4 soll doch nicht gelöscht sein auf den Bildern ist immer noch sehr viel weisser Rauch zu sehen. Die Gebäude sollen kaum erkennbar sein.  Die Ursache für den Brand soll eine weitere Wasserstoffexplosion gewesen sein. Die IAEA befürchtet auch in den Reaktoren 5 und 6 die bis jetzt unbeschädigt sind Wasserstoffexplosionen.
Tepco will jetzt wohl nicht nur mit Hubschraubern sondern auch mit Feuerwehrfahrzeugen mit Bor versetztes Wasser in den Reaktor 4 in Fukushima I versprühen um die Kettenreaktion zu verhindern.

2 Uhr 00 MEZ. Techniker wollen mit Hubschraubern offenbar Borsäure über Fukushima I Reaktor 4 versprühen um eine Kettenreaktion zu verhindern.

1 Uhr 45 MEZ.  Der Nikkei-Index kletterte in der ersten halben Stunde um mehr als 6%.

1 Uhr 30 MEZ.  In Fukushima I Reaktor 1 sollen 70% der Brennstäbe beschädigt sein. In Reaktor 2 wurde offensichtlich bis jetzt ein Drittel der Brennstäbe (33%) beschädigt.
Beim US-Konzern General Electric hat offenbar vor 35 Jahren ein Ingenieur gekündigt da er Zweifel an der Sicherheit des Reaktortyps von Fukushima hatte. Der Reaktortyp Mark 1 soll zu der Zeit nicht in der Lage gewesen sein, den Belastungen von größeren Unfällen stand zu halten. In Fukushima I sollen aber diese Schwächen unter grossen Kosten behoben worden sein.
Es wird von Norbert Lammert (CDU), dem Bundestagspräsidenten, bezweifelt dass die Regierungen von Bund und Ländern einfach so eine Abschaltung der AKWs ohne Zustimmung des Bundestags beschliessen dürfen. Die Schwarzgeldregierung beruft sich für die Abschaltung der AKWs die 3 Monate lang (bis nach den Wahlen) gelten soll auf §19 des Atomgesetzes laut dem in Notsituationen bestimmte AKWs vorrübergehend oder ganz stillgelegt werden können.

1 Uhr 00 MEZ.  Das Feuer in Fukushima I Reaktor 4 soll vermutlich erloschen sein. Es sind offenbar keine Flammen mehr zu sehen.
Im Moment sollen 850.000 Haushalte in Japan ohne Strom sein. Hauptursache sind die Vorfälle in den AKWs und zerstörte Hochspannungsleitungen.

0 Uhr 45 MEZ.  US-Präsident Barack Obama kündigt Sicherheitsnachbesserungen an den AKWs in den USA an.
Tepco will anscheinend doch Hubschrauber einsetzen. Um die Situation wieder in den Griff zu bekommen will man offenbar Borsäure über Fukushima I Reaktor 4 versprühen um eine Kettenreaktion zu verhindern. Bor kann neutrale Partikel einfangen die bei der Kernspaltung von Atomen frei werden und dadurch verhindern  dass sie bei anderen Atomkernen die Spaltung auslösen.

0 Uhr 30 MEZ. Das Feuer in Fukushima I Reaktor 4 soll unter Kontrolle sein. Es soll vermutlich die Kontrolleinheit der Wasserkühlanlage erfasst haben.

0 Uhr 00 MEZ. Das Wasser im Abklingbecken von Fukushima I Reaktor 4 soll möglicherweise kochen. Tepco ist der Meinung dass das Feuer vom Dienstag nicht völlig gelöscht worden ist.
Die japanische Börse soll trotz der Katastrophe wie geöffnet werden.