Donnerstag, 17. März 2011

Erdbeben in Japan 2011 - Freitag, 11.03.2011 - Teil 1: Der Tag des Bebens




Flagge von Japa

Im Nordosten Japans, etwa 130 Kilometer östlich von Sendai gab es  um 14.46 Uhr Ortszeit (6.46 Uhr MEZ) ein Erdbeben der Stärke 8,8.  Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 10 Kilometern. Zuerst war das Beben mit 7,9 angegeben worden. Das Beben war noch in Deutschland messbar. Um 7.26 Uhr MEZ traf ein erster Tsunami mit 4 Meter hohen Wellen die Pazafikküste der Hauptinsel. Ein weiterer Tsunami mit bis zu 10 Meter hohen Wellen  hat  um 8.11 Uhr MEZ den Hafen von Sendai im Norden der Insel Hondschu getroffen. Dabei wurden Autos, Boote und Gebäude weggerissen. 20.000 Menschen wurden von der westjapanischen Präfektur Wakayama aufgefordert sich in Sicherheit zu bringen. Auch im 380 Kilometer entfernten Tokio schwankten die Häuser. Viele Bewohner liefen in Panik auf die Strasse. In Tokio wurden mindestens 6 Brände gemeldet. Die Stromversorgung für 4 Millionen Menschen ist zusammengebrochen. Die U-Bahn der Stadt wurde gestoppt. In der Stadt Ichihara im Großraum Tokio brennt eine Raffinerie des Erdölkonzerns Cosmo Oil.
Vier AKWs in den Präfekturen Miyagi und Fukushima  an der Pazifikküste schalteten sich automatisch ab. In den AKWs der Präfektur Fukushima an der Nordostküste Japans wird der Alarm "abnormaler Zustand gegeben nachdem zuvor der Ministerpräsident Naoto Kan in Tokio behauptet hat dass es keine Pobleme  mit den Atomreaktoren geben würde. Im AKW Onagawa der Firma Tohuko Elec ist an einem Turbinengebäude ein Feuer ausgebrochen. Die Teile sollen vom Reaktordruckbehälter räumlich getrennt sein. Der japanische Zivilschutz ist offenbar dabei den Brand zu löschen.
In zwei Atomkraftwerken, darunter dem AKW Tepco Fukushima Daiichi war laut der Agentur Jiji zeitweise das Kühlsystem ausgefallen. Es soll aber wieder funktionieren. Von der zuständigen Firma wird der Vorfall auf der Web-Site offenbar dementiert. Radioaktivität soll keine ausgetreten sein. Es soll zu keinem Leck im Reaktor gekommen sein. Japans Ministerpräsident schafft eine Sondereinheit zum Schutz von Anwohnern im atomaren Notfall. Die japanische Regierung hat offenbar beschlossen den atomaren Notstand auszurufen. Dieser tritt in dem Moment ein wenn sich der Austritt von Radioaktivität bestätigt oder das Kühlsystem eines AKWs ausfällt. Auch nach der Abschaltung der Atomreaktoren besteht wegen der Nachwärme eine hohe Gefahr dass es zu einem SuperGAU kommt wenn die Kühlkreisläufe ausfallen.
Der Flughafen Narita wurde geschlossen. Der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen wurde vorerst ausser Betrieb genommen. In Chiba brennt eine Stahlfabrik. Ausserdem sollen in der Region etwa 50 weitere Feuer ausgebrochen sein. In den drei Präfekturen Aomori, Akita und Iwate ist der Strom komplett ausgefallen, in der Präfektur Yamagata gibt es "weitgehend" keinen Strom mehr.
Einige Menschen wurden offenbar durch Erdrutsche verschüttet. Es wird von mindestens 32 Todesopfern gesprochen. Viele Menschen wurden verletzt. Mehrere Kinder sind anscheinend ins Meer gespült worden.
Um einen ersten Überblick über die Schäden zu bekommen wurde vom Verteidigungsministerium der Start von 8 Kampfflugzeugen angeordnet. Die japanischen Streitkräfte werden zu Rettungsarbeiten in die Präfektur Miyagi geschickt.
Zwei Tage zuvor gab es in der selben Gegend bereits ein Erdbeben der Stufe 7,3 welches aber keine grösseren Schäden zur Folge hatte. In China in der Provinz Yunnan gab es erst gestern ein Erdbeben der Stärke 5,8. Dort sind 24 Menschen ums Leben gekommen.
Japan liegt im sogenannten "Feuerring" im Pazifik wo sich 90% aller Erdbeben ereignen. Es gibt dort viele Vulkane. Verschiebungen von Erdplatten führen immer wieder zu Erdbeben.
Die japanische Börse reagierte schnell. Die Kurse gingen ins Minus. Die Anleger wechselten offenbar kurz vor Börsenschluss zu Staatanleihen um das Risiko zu minimieren. Die japanische Währung ist gegenüber dem US-Dollar auf ein Tief von 83,29 Yen gefallen. Zuvor lag sie bei 82,80 Yen. Auch die Aktien von Versicherungen wie Münchner- und Hannover-Rück kommen unter Druck. Der DAX fällt auf unter 7000 Punkte.
Im Internet gibt es bereits kurz danach viele Live-Berichte.Bis 10 Uhr gab es mindestens 20 Nachbeben, das stärkste davon hatte erreichte die Stufe 7,1 auf der Richter-Skala. Im ganzen Pazifikraum herrscht Tsunamiwarnung. Im Osten Russlands wurden 10.000 Menschen evakuiert.
Aussenminister Westerwelle und Bundeskanzlerin Merkel haben Hilfe angeboten.Bisher gibt es keine Hinweise auf deutsche Opfer.

Weitere Chronik des ersten Tages

11.03.2011, 23 Uhr 35 MEZ.  Laut Kabinettssekretär Yukio Edano ist nach dem Versagen des Kühlsystems des  AKW Fukushima 1 "eine sehr geringe Menge an Radioaktivität freigesetzt worden. Weil der Wind Richtung Meer weht kann seiner Aussage nach Sicherheit garantiert werden".

11.03.2011, 23 Uhr 30 MEZ. Die Stadt Rikuzentakata wurde den dem Tsunami fast völlig zerstört.  Sie hatte 25.000 Einwohner.

11.03.2011, 23 Uhr 20 MEZ. Laut Angaben des Betreibers des AKW Fukushima, der Tokio Electric Power Company (Tepco) "besteht die Möglichkeit eines Lecks durch das bereits Radioaktivität ausgetreten sein könnte".

11.03.2011, 23 Uhr 10 MEZ. Premierminister Naoto Kan weitet den Evakuierungsbereich um das AKW Fukushima auf einen Radius von 10 Kilometern aus, ausserhalb des AKWs soll die radioaktive Strahlung auf das 8fache des Normalwertes angestiegen sein.

11.03.2011, 23 Uhr MEZ. Im Kontrollraum 1 des AKW Fukushima-I wurde von einer Sicherheitskommission offenbar ein radioaktiver Wert gemessen der 1000fach höher als der Normalwert liegt.
Laut IAEA ist Japan endgültig dazu entschlossen aus dem Reaktor Fukushima-I den Druck abzulassen. Der "kontrolliert" *LOL* freigesetzte Dampf soll gefiltert werden damit die Radioaktivität in der Anlage bleibt. Experten aus Wien halten es aber für kaum möglich dass dadurch keine Radioaktivität an die Umwelt gelangt.
Innerhalb von 70 Minuten hat es sieben Nachbeben gegeben die alle stärker als 5,2 waren. Eines davon ging bis 6,3.

11.03.2011, 22 Uhr 20 MEZ. Der Druck im Reaktor Fukushima-I hat offenbar das 2,1fache dessen erreicht zu was er ausgelegt wurde. Der Betreiber weiss nicht wie hoch die radioaktive Strahlung im Inneren des Reaktors ist aber blubbert weiterhin davon dass der Dampf den man ablassen will nur leicht radioaktiv ist. Im Übrigen besteht wie immer in solchen Fällen laut den Behörden gaaaaaar keine Gefahr für die Umwelt.
Der Tsunami ist an der kalifornischen Küste mit zwei Meter hohen Wellen eingetroffen. Mehr als 30 Boote wurden im Hafen des nordkalifornischen Ortes Crescent City beschädigt. Anlagestellen sind zu Bruch gegangen. Mehr als 4000 Einwohner waren zuvor in Sicherheit gebracht worden.

11.03.2011, 22 Uhr MEZ. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ist vor allem wegen dem AKW Fukushima-I in Verbindung mit den japanischen Behörden. Sie wurde von Japan darüber informiert dass von dem Erdbeben zuerst die Stromversorgung abgeschnitten wurde. Danach hat der Tsunami die 4 Diesel-Generatoren für die Notversorgung des Reaktor-Kühlsystems zerstört. Neben den Versuchen mobile Generatoren anzuschliessen und aus anderen AKWs Batterien zu bekommen wird im Moment auch versucht die vorhandenen Diesel zu reparieren.

11.03.2011, 21 Uhr 40 MEZ. Mehr als 68 Such- und Rettungsteams aus 45 Ländern haben Japan ihre Hilfe angeboten. In der Zwischenzeit werden 4 Züge vermisst. Laut dem Geologischen Institut der USA war es das stärkste Erdbeben in der region seit etwa 1200 Jahren. Die Erdkruste ist bei dem Erdstoss ungefähr auf eine Länge von 240 Kilometer und einer Breite von 80 Kilometer auseinandergebrochen.
Der Tsunama ist an der Nordküste von Neuseeland angekommen. Die Welle erreichte eine Höhe von 15 bis 20 Zentimetern. Evakuierungen sind nicht vorgesehen.
11.03.2011, 21 Uhr 15 MEZ. Der Druck im Turbinengebäude oder (Reaktor?) von Fukushima-I ist auf das 1,5 fache dessen angestiegen auf welches es ausgelegt ist.

11.03.2011, 20 Uhr 40 MEZ. Im Norden des Landes  mit einem Hypozentrum etwa 170 Kilometer Nörlich von Tokio in einer tiefe von zehn Kilometern gab es noch ein schweres Erdbeben der Stärke 6,6.

11.03.2011, 20 Uhr 15 MEZ. Als Antwort auf den steigenden Druck von Fukushima-I soll "leicht radioaktiver Dampf abgelassen werden der angeblich keine Gefahr für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darstellt". Da schicke ich Grüsse aus Gundremmingen wo man damit schon Erfahrung hat. Dort geht es auch allen gut. Ende Sarkasmus! (Nixblog - Gundremmingen).

11.03.2011, 20 Uhr MEZ. Der japanische Industrie- und Handelsminister Banri Kaieda schließt "einen geringfügigen Austritt radioaktiven Materials aus dem AKW Fukushima-I" nicht mehr aus.
Nicaragua wurde von einem Erdbeben der Stärke 4,5 erschüttert. Schäden sind dort im Moment noch keine bekannt.
Es wird auch versucht für das AKW Fukushima-I eine Notstrombatterie aus einem anderen AKW für den Notbetrieb zu bekommen. Die Brennstäbe sollen im Moment 2 Meter aus dem Kühlwasser herausschauen.

11.03.2011, 19 Uhr 45 MEZ. In der Stadt Ichihara die an der Bucht von Tokio liegt ist in einem Erdölkombinat ein Feuer ausgebrochen das von kugelförmigem Tank zu kugelförmigem Tank weiterspringt und auch auf Wohnhäuser übergegriffen hat.
 Japan hat in der Zwischenzeit die EU offiziell um Katastophenhilfe gebeten. Man benötigt offensichtlich dringend Such- und Rettungstrupps mit Spürhunden um Verschüttete aufzuspüren.
An der US-amerikanischen Westküste im Hafen von Santa Cruz hat der Tsunamo anscheinend 35 Boote weggespült und beschädigt.
 
11.03.2011, 19 Uhr 30 MEZ. In Mexiko ist der Tsunami mit einer Wellenhöhe von einem halben Meter angekommen. Schäden gab es dort keine.
In der Stadt Sendai ist bei 362.000 Haushalten die Gasversorgung unterbrochen, in der Gegend um Tokio ist die Wasserversorgung für 80.000 Menschen lahmgelegt. Das Mubilfunknetz funktioniert nur noch sehr eingeschränkt weil 4400 Sendemasten ausser Betrieb sind. Der Strom ist in etwa 7 Mio Haushalten ausgefallen.
Laut Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist in Deutschland wegen der Entfernung und des vorausgesagten Wetters auch bei einer Kernschmelze nicht mit radioaktiver Strahlung zu rechnen. WIE DAS GAR NIX BERUHIGT!

11.03.2011, 19 Uhr 15 MEZ. Die nächste atomare Hiobsbotschaft kommt aus der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho. Die wird im Moment mit Notstrom gekühlt. Dort liegen 3000 Tonnen hochradioaktiver abgebrannter Brennstoff. Wenn die Kühlung ausfallen sollte werden sie sich selbst entzünden.
Auch weiterhin ist es nicht gelungen eine Stromversorgung für das Kühlsystem wieder herzustellen. Zwei Reaktoren des AKW werden deshalb nicht mehr gekühlt. Wenn überhaupt will man "nur wenig" Luft ablassen was ein "üblicher Vorgang" sein soll. Auch weiterhin droht die Kernschmelze.
Die USA schicken zur Hilfe einen Flugzeugträger nach Japan.
Zwischen Frankfurt und Japan soll es keine Flugausfälle geben. 5 Flugzeuge sollen morgen wie geplant losfliegen. Heute landete eine für 14 Uhr 10 angekündigte Maschine erst um 17 Uhr 40 auf dem Frankfurter Flughafen. 4 weitere Flüge werden planmäßig erwartet.

11.03.2011, 18 Uhr 50 MEZ. Der Kühlwasserspiegel des AKW Fukushima-I sinkt weiter. die Wasserzufuhr zum Reaktor ist unterbrochen. Es ist wie ich um 17 Uhr 20 entgegen den Medienberichten vorausgesehen habe doch nicht so einfach die Stromversorgung des Kühlwassersystems wiederherzustellen. Die Strahlung im Turbinenhaus steigt weiter. Ein passendes Kabel zum Anschluss der Generatorfahrzeuge will man per Flugzeug herbeischaffen.

11.03.2011, 18 Uhr 40 MEZ. Im AKW Fukushima-I steigt nach dem Druck im Reaktor  nun in einem Turbinengebäude die Radioaktivität an. Die Betreibergesellschaft überlegt etwas "Luft" herauszulassen.
In der Stadt Sanricho sind 800 Menschen in einer Sporthalle eingeschlossen der sich ein Feuer nähert.

Tokyo Tower mit vebogener Spitze
11.03.2011, 18 Uhr 30 MEZ. In Tokio sitzen mehr als 14.000 Schüler in den öffentlichen Schulen fest. In Sendai wurden mit Hubschraubern vom Dach einer Grundschule 140 Menschen gerettet.
Ein zweiter Zug wird vermisst. Die Anzahl der Passagiere ist unbekannt.
Die Firma Tokyo Electric Power Company, der Betreiber des AKW Fukushima-I warnt vor dem steigenden Druck im Reaktor. Damit steigt auch das Risiko dass Radioaktivität an die Umwelt gelangt.

11.03.2011, 18 Uhr 15 MEZ. Von der japanischen Luftwaffe wurden 28 Kampf- und Trainingsflugzeuge im Wert von mehr als 1,9 Mrd. Euro beschädigt. Ihr Stützpunkt Matsushima in der Präfektur Miyagi wurde überflutet. Einige der Maschinen sollen durch den Kontakt mit Salzwasser nicht mehr in Betrieb genommen werden können.
Im Innenraum des AKW Fukushima tritt offenbar Dampf aus.

11.03.2011, 18 Uhr MEZ. Experten mit Geigerzählern sind im Umfeld des AKW Fukushima unterwegs um die Radioaktivität in der Luft zu messen. Die USA bringen anscheinend Kühlmittel zu dem AKW. Ausserdem ist zum AKW eine Spezialeinheit der Polizei (150 Polizisten und 80 Soldaten) die für den Fall eines Anschlags mit chemischen und nuklearen Waffen ausgebildet wiurde geschickt worden.
Im Moment sollen es neben 300 Toten in Sendai die  offenbar vom Tsunami getötet wurden 133 Tote, 539 Verletzte und 351 Vermisste geben. Man spricht jetzt von bis zu 1000 Toten.
Deutschland will 40 Helfer des THW nach Japan schicken.

11.03.2011, 17 Uhr 20 MEZ. Vor dem AKW Fukushima ist anscheindend ein LKW mit Geräten eingetroffen um das Problem zu beheben. Die Medien tun bereits so als ob alles damit in Butter wäre dabei haben die offensichtlich noch keinen Finger gerührt. Im Moment sind offenbar Spezialisten der Armee in speziellen Schutzanzügen vor Ort um die Lage zu überprüfen (Sueddeutsche, Scinexx).

11.03.2011, 17 Uhr 15 MEZ.  Jegliche externe Stomversorgung des AKW Fukushima ist zusammengebrochen. Die Notstromversorgung über Dieselaggregate funktioniert offenbar auch nicht mehr. Die Batterien werden nur nuch kurze Zeit durchhalten. Nach dem Zusammenbruch droht die Kernschmelze. Man bereitet sich auf den Katastrophenfall vor. In der Zwischenzeit wurde das AKW im Umkreis von 5 Kilometern, 6000 Menschen evakuiert. In Deutschland wird ein Voralarm vorbereitet. Die Bundesländer sind dazu aufgefordert sich auf eine Kathastrophe vorzubereiten. Die Messtellen zur Überwachung der Radioaktivität werden in Bereitschaft gesetzt.

11.03.2011, 17 Uhr 10 MEZ. Vier Experten des Technischen Hilfswerks (THW) wurden zur Unterstützung der Botschaft nach Tokio geschickt. Sie sollen dort die Arbeit untersützen und Möglichkeiten für den Einsatz des THW in Japan prüfen.
Die japanische Fussball-Liga J-League hat alle für das Wochenende geplanten 19 Spiele verschoben. Die Baseball-Liga hat die Spiele in Tokio, Chiba und Yokohama abgesagt. Honda hat in einer Fabrik im Nordosten die Produktion eingestellt.
Ein Arbeiter wurde dort getötet als eine Wand eingestürzt ist. 30 weitere Personen wurden dabei verletzt. Toyota hat zwei Fabriken geschlossen. von Nissan wurden 5 Fabriken vorübergehend stillgelegt.
Von der Regierung wurden aufgrund des nuklearen Notstands Truppen zum AKW Fukushima entsendet.  Die Luftwaffe soll zu Aufklärungsfügen und Rettungseinsätzen starten.
Im Bezirk Fukushima ist ein Damm gebrochen. Häuser werden von den Fluten weggerissen.

11.03.2011, 16 Uhr 30 MEZ. Japan hat immer noch ungefähr alle 10 Minuten Nachbeben. Die meisten haben eine Stärke von mehr als 5. Die japanische Armee bereitet für Rettungsmaßnahmen 300 Flugzeuge und 40 Schiffe vor. In der Zwischenzeit sind etwa 100 Brände gemeldet worden. In der japanischen Stadt Kesennuma in der nordöstlichen Provinz Miyagi sind weitflächige Brände ausgebrochen. Auch im Stahlwerk Kashima von Sumitomo Metal Industrie brennt es. In den sechst am stärksten betroffenen Provinzen dürfen die Menschen im staatlichen Festnetz kostenlos telefonieren.

11.03.2011, 15 Uhr 45 MEZ. Das Notkühlsystem des AKW Fukushima soll nur noch im Batteriebetrieb laufen. Mit Batterien die nur Energie für wenige Stunden haben. Im schlimmsten Fall droht danach eine Kernschmelze. Die Kettenreaktion wird unkontrollierbar. Unter Umständen kann dann radioaktives Material an die Umwelt gelangen (Wikipedia - Kernschmelze, Focus).
Das japanische Militär mobilisiert 8000 Soldaten zu Aufräumdiensten.

11.03.2011, 15 Uhr 30 MEZ. Auf Hawaii sind die Wellen des Tsunami um 3 Uhr 24 (14 Uhr 24 MEZ) eingetroffen und hatten eine Höhe von etwa 50 bis 70 Zentimeter. Offenbar hatten sie aber keine zerstörerische Kraft. In einer Erdölfabrik in Shiogama, einem Vorort von Sendai gab es in einer Erdölfabrik eine heftige Explosion.

11.03.2011, 15 Uhr 15 MEZ. Die Bewohner um das AKW Fukushima-Daiichi die in einem Umkreis von bis zu 10 Kilometern wohnen sollen in ihren Häusern bleiben. Der Flughafen Narita wurde um 14 Uhr  MEZ wieder geöffnet. Ein Flug aus München soll heute nachmittag pünktlich nach Tokio starten.

11.03.2011, 15 Uhr MEZ. Die Zahl der Toten wird auf mindestens 300 bis 400 Menschen geschätzt.

11.03.2011, 14 Uhr 45 MEZ. Um Erschütterungen so gering wie möglich zu halten müssen japanische AKWs auf felsigem Grund gebaut werden. AKWs am Meer sind durch Mauern gesichert die Tsunami-Wellen abhalten sollen. Nach einem verheerenden Erdbeben 1995 in Kobe wurden die Vorschriften noch einmal verschärft. Die Reaktoren müssen seither Erstöße von mindestens Stärke 7,75 aushalten. In besondes gefährdeten Gebieten 8,25. Das Beben von heute hatte aber eine Stärke von 8,8.

AKW Fukushima-Daiichi
11.03.2011, 14 Uhr 35 MEZ. Es gibt mindestens 90 Todesfälle. Bis jetzt wurden 97 Brände gemeldet. Der Tusnami kam in Indonesien mit einer Höhe von nur etwa 10 Zentimeter an. Eventuell gibt es noch eine weitere Welle.
Insgesamt gibt es in Japan 14 AKWs mit insgesamt 54 Reaktoren. Drei weitere AKWs werden im Moment gebaut. Elf sind in Planung. Trotz der "besonders hohen Anforderung an die Sicherheit der AKWs" dort kam es auch in der Vergangenheit nach Erdbeben schon zu Störfällen. Nach einem Erdbeben der Stärke 6,6 im Jahr 2007 in der Provinz Niigata traten 50 Defekte an der mit 7 Reaktoren weltgrössten Atomanlage Kashiwazaki-Kariwa auf. Aus einem Leck war damals radioaktiv belastetes Wasser ins Meer geflossen. Ein Transformator ausserhalb der Reaktorhallen hat Feuer gefangen. Das war der erste Brand durch ein Erdbeben in einem AKW. 

11.03.2011, 14 Uhr 30 MEZ. Die Evakuierungszone um das AKW Fukushima-Daiichi ist auf 3 Kilometer erweitert worden. Es ist das eins der weltgrößtes AKW und hat 6 Druckwasserreaktoren. Die Ursache für das Versagen des Kühlsystems soll in einer mechanische Fehlfunktion liegen. Sie ereignete sich im Reaktor 1. Dieser war seit 1971 am Netz.

11.03.2011, 14 Uhr 15 MEZ. Das Feuer im AKW Onagawa in der Provinz Miyagi wurde gelöscht. Dort soll bis jetzt keine Radioaktiviät ausgetreten sein.

11.03.2011, 14 Uhr MEZ. Mindestens 60 Menschen sind bei dem Beben und dem anschließenden Tsunami ums Leben gekommen. Mehr als 700 Flüge von Japan aus wurden bis jetzt gestruchen. 13.000 Passagiere warten auf dem Flughafen Narita, 10.000 auf dem Flughafen Haneda. Elf Atomkraftwerke haben sich bis jetzt  wegen den Beben automatisch abgeschaltet. Vom Amt für Atomsicherheit wird nicht mehr ausgeschlossen dass aus dem AKW Fukushima-Daiichi Strahlung austreten könnte. Der Kühlwasserspiegel im Reaktor sinkt offenbar bedenklich.

11.03.2011, 13 Uhr 30 MEZ. In der japanischen Küstenregion wird nach dem Tsunami ein kompletter Zug vermisst. Die U-Bahn in Tokio nimmt den Betrieb wieder auf. Die Behörde für Atomsicherheit ruft die Bevölkerung, etwa 2000 Personen, im Umkreis von 2 Kilometern um das AKW Fukushima-Daiichi auf, Schutzräume aufzusuchen.

11.03.2011, 13 Uhr MEZ. Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens 44 angestiegen. Vor der Küste Japans wurde ein Passagierschiff mit 100 Personen vom Tsunami getroffen. Soma wurde von einem 7 Meter Tsunami überrollt. Aus den Präfekturen wurden mindestens 97 Brände gemeldet.
Sendai - Feuer in Ölraffinerie

11.03.2011, 12 Uhr 35 MEZ. Ein weiteres AKW wurde abgeschaltet.

11.03.2011, 12 Uhr 30 MEZ. Regierungschef Naoto Khan ruft für das AKW in Fukushima-Daiichi den Atomalarm aus. Es sollen aber keine Lecks in den Atomreaktoren festgestellt worden sein. Die Maßnahme soll dazu ausgerufen worden sein damit von den Behörden einfacher Notfallmaßnahmen ergriffen werden können. An dem AKW hängt fast die komplette Stromversorgung von Tokio.
In der Präfektur Iwate sind offenbar 10 Menschen durch den Tsunami ums Leben gekommen. In der Präfektur Ibaraki ist eine Frau durch das Dach eines einstürzenden Hauses erschlagen worden.

11.03.2011, 12 Uhr MEZ. Der Tusnami hat Teile von Taiwan getroffen. Man geht im Moment davon aus dass es keine grossen Schäden gegeben hat.

Zu den aktuellen Vorgängen siehe:
- +++ Aktueller Nachrichtenticker +++

Die Dokumentation der nächsten Tage:

- Samstag, 12.03.2011 - Teil 2: Der Tag danach
- Sonntag, 13.03.2011 - Tag 3: Tage des Chaos
- Montag, 14.03.2011 - Tag 4: Tage des Chaos
- Dienstag, 15.03.2011 - Tag 5: Tage des Chaos
- Mittwoch, 16.03.2011 - Tag 6: Tage des Chaos
- Donnerstag, 17.03.2011 - Tag 7: Tage des Chaos
- Freitag, 18.03.2011 - Tag 8: Eine Woche später
- Samstag, 19.03.2011 - Tag 9: Entspannung? 

Quellen: Spiegel, Welt, Focus, Tagesschau, Sueddeutsche, Spiegel, Welt, Heise, Sueddeutsche,Welt, taz, Wikipedia, taz, Spiegel, Tagesschau, Der Westen, Welt, taz,

Bilder:
- Flagge von Japan, Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei, User Bangin
- Landkarte von Japan, Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei, CIA World Factbook
- Tokio nach dem Erdbeben,  Wikinews, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Genshir0
- Karte Erdbeben März 2011 in Japan, Wikipedia, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, www2.demis.nl
- Sendai - Feuer in Ölraffinerie, Wikinews, Lizenz: Creative Commons 3.0 Unported, Danny Choo
- Atomkraftwerk Fukushima, Wikimedia Commons, GNU-Lizenz für freie Dokumentation, KEI
- Aus einem Regal gefallene Waren, Wikimedia Commons,  Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, mikuaxe
- Tokyo Tower mit vebogener Spitze, Wikimedia Commons, Lizenz: Creative Commons 2.0 Unported, Danny Choo

Weitere Erdbeben


11.03.2011. Erdbeben in Japan, Stärke 7,8
10.03.2011. Erdbeben in China in der Provinz Yunnan, Stärke 5,8
09.03.2011. Erdbeben in Japan, Stärke 7,2
21.02.2011. Erdbeben in Neuseeland, Stärke 6,3, ca. 170 Tote
15.04.2010. Erdbeben in Westchina, Stärke 7,1
07.04.2010. Erdbeben auf Sumatra, Stärke 7,8
14.03.2010. Erdbeben auf der Insel Honshu (Japan), Stärke 6,6
08.03.2010. Erdbeben in der Türkei, Stärke 6,0
04.03.2010. Erdbeben in Taiwan, Stärke 6,4
02.03.2010. Erdbeben in Süddeutschland, Stärke 3,2
27.02.2010. Chile - Erdbeben 2010, Stärke 8,8
26.02.2010. Erdbeben in Japan, Stärke 7,3
13.01.2010. Haiti - Erdbeben 2010, Stärke 7,0
28.03.2005. Erdbeben vor Nord-Sumatra, Stärke 8,6
26.12.2004. Erdbeben im Indischen Ozean, Stärke 9,1, 230.000 Tote
26.01.2001. Erdbeben in Guijarat (Indien), Stärke 7,9, 25.000 bis 30.000 Tote
13.01.2001. Erdbeben an der Küste von Mittelamerika (El Salvador), Stärke 7,6, 400 Tote
12.11.1999. Erdbeben bei Düzce (Türkei), 620 Tote
17.08.1999. Erdbeben bei Izmit (Türkei), Stärke 7,8, 17.000 Tote
17.01.1995. Erdbeben in Kobe (Japan), Stärke 6,9, 4.000 Tote
1992. Erdbeben bei Roermund (Niederlande), Stärke 5,9
19.09.1985. Erdbeben in Mesiko City, Stärke 8,1, ca. 10.000 Tote
1978. Edbeben bei Albstadt in Schwaben (Deutschland), Stärke 5,4
04.02.1965. Erdbeben bei den Rat Islands, Stärke 8,7
16.06.1964. Erddbeben in Niigata (Japan), Stärke 7,5, 25 Tote
27.03.1964. Großess Alaska-Beben, Stärke 9,2, 125 Tote
22.05.1960. Erdbeben von Valdivia (Chile), Stärke 9,5. 5.700 Tote
09.03.1957. Erdbeben bei den Adreanof Islands, Stärke 8,8
04.11.1952. Erdbeben von Kamtschatka (Sowjetunion), Stärke 9,0
15.08.1950. Assam-Erdbeben, Stärke 8,6
1933. Erdbeben und Tsunami (Wellenhöhe 28,7 Meter) bei Ofunado (Japan), 3000 Tote
18.02.1906, 5 Uhr 12. Erdbeben in San Franzisco, Stärke 8,3, 700 bis 800 Tote
31.01.1906. Erdbeben vor Ecuador, Stärke 8,8
1896. Erdbeben und Tsunami in Japan, Stärke 8,5, 27.000 Tote
1878: Erdbeben bei Tollhausen am Niederrhein
1756: Erdbeben bei Düren am Niederrhein
01. November 1755, 9 Uhr 30. Erdbeben in Lissabon (Portugal), Stärke 9,0, 30.000 Tote
1356: Erdbeben bei Basel (Schweiz), Stärke 6,6, 300 Tote

1 Kommentar:

  1. Wirklich schrecklich was in Japan passiert ist! Ich hoffe, das Land wird sich bald erholen.

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