Samstag, 22. Januar 2011

Atomkraftwerk Krümmel

 
Das AKW Krümmel liegt südöstlich von Hamburg. Es hat den weltweit grössten Siedewasserreaktor (Wikipedia) was bedeutet dass massiv an der Sicherheit gespart wurde und es nur über einen radioaktiven Kühlkreislauf verfügt. Es ist u.a. baugleich mit dem österreichischen AKW Zwentendorf (Wikipedia) dessen Inbetriebnahme wegen seiner Gefährlichkeit durch einem Volksentscheid gestoppt wurde.
Strom liefern kann das AKW Krümmel theoretisch 11 Monate im Jahr. 1 Monat wird jedes Jahr benötigt um Brennelemente nachzurüsten und Instanthaltungsarbieten durchzuführen. Bei höheren Wassertemperaturen muss die Leistung gedrosselt werden damit die Elbe nicht zu heiss wird.

Chronik:

20.01.2011. Vattenfall will seinen Pannenmeiler Krümmel erst im Sommer wieder ans Netz bringen. Im Moment laufen etwa für 6 Monate Gespräche mit dem Mitbetreiber E.on. Vattenfall möchte aus den Beteiligungen an den beiden AKW Krümmel und Brundbüttel und damit aus der Atomenergieerzeugung in Deutschland aussteigen (Telepolis).

22.10.2010. Der Zeitplan für den Neustart von Krümmel scheint zu platzen (Spiegel).

14.09.2010. Die AKW Krümmel und Brunsbüttel sollen lt. Wunsch von Vattenfall 2011 wieder ans Netz gehen (Welt).

04.08.2010. Der umstrittene frühere Atommanager von Vattenfall, Bruno Thomauske, soll bei den Vorarbeiten zur Erkundung Gorlebens mitwirken. Er musste 2007 seinen Stuhl wegen dem  misserablen Krisenmanagement beim Trafobrand im Atomreaktor Krümmel räumen (Spiegel).

03.06.2010. Vatenfall hat den Einspruch gegen die Sprachaufzeichnung im AKW Krümmel offensichtlich zurückgezogen. Beim nächsten Anfahren des AKWs sollen dort zunächst für 3 Jahre die Gespräche  im Leitstand aufgezeichnet werden damit man Störfälle besser nachvollziehen und dokumentieren kann. Damit wird Krümmel wohl das erste AKW mit einer Sprachaufzeichnung. Mit einer Unterbrechung von zwei Wochen steht das AKW seit etwa 3 Jahren still (Stern).

19.05.2010. Nachdem Hans-Dieter Lucht nach der Schnellabschaltung des AKW Krümmel im Juli 2009 zurücktreten musste wurde die Leitung des AKWs von dem Betreiber Vattenfall der 55jährigen Ingenieurin  (oder Physikerin?) Ulrike Welte übertragen. Sie ist damit die erste Frau auf diesem Posten. Diese soll jedoch laut der Atomaufsicht in Kiel die Einwände dagegen erhebt nicht über die dafür notwendige Qualifikation verfügen (taz).

10.05.2010. Je älter AKWs werden um so mehr Pannen gibt es. Krümmel ist am misserabelsten, danach kommt gleich Brunsbüttel (Spiegel, SWR, Telepolis).

24.04.2010. Mehr als 120.000 Menschen demonstrieren 2 Tage vor dem 26. Jahrestag von  der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gegen Atomenergie. Zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel bildeten sie eine 127 Kilometer lange Menschenkette. Die Menschen wurden mit mehr als 200 Bussen und 3 Sonderzügen zu den Sammelpunkten in Hamburg und Schleswig-Holstein gebracht. Andere kamen mit Autos oder Fahrrädern.

22.04.2010. Atomkraftwerk Krümmel (taz).

03.02.2010. Am 24. April 2010 soll eine Menschenkette zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel gegen die von der Regierung geplante Laufzeitverlängerung demonstrieren (Telepolis).

14.11.2009. Die schwedische Regierung kündigt an Lars G. Josefsson, den Chef von Vattenfall austauschen zu wollen. Er hatte im letzten Jahr im Namen des Gesamtkonzerns Vattenfall und nicht im Namen der Tochter Vattenfall Europe eine Haftungsverpflichtung für die AKWs Brunsbüttel und Krümmel unterschrieben. Das bedeutet dass Vattenfall Europe für einen Schaden von 2,5 Mrd. Euro aufkommen müsste wenn so ein Ding hochgeht., danach könnte der Gesamtkonzern und danach eventuell Schweden als Alleinaktionär von Vattenfall in Haftung genommen werden. Der Ministerin Olofson scheinen AKWs doch nicht so geheuer zu sein ansonsten müsste sie ja keine Angst davor haben dass damit die gesammte "Gruppe in Gefahr gebracht" worden ist. Wenns um Geld geht ist das Risiko bei AKWs also anscheinend nicht tragbar wenn es um Menschen geht juckt das Restrisiko dagegen nicht (Tagesschau, Spiegel, Welt).

07.09.2009. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) (Ich streiche das hier mal rot an weil es das erste Mal ist dass jemand von der FDP ein AKW abschalten will und darauf achten werde ob das nach der Wahl am 27. September noch genau so ist) glaubt nicht dass das AKW Krümmel wieder ans Netz geht weil Vattenfall alles denkbar mögliche falsch gemacht hat (n-tv).

21.08.2009. Gutachterin stellt fest das Vattenfall nicht über die Kompetenz zum Betreiben eines AKWs verfügt. Krümmel muss stillgelegt werden (Spiegel).

15.08.2009. Atomaufsicht hat Krümmel trotz langer Mängelliste ans Netz gelassen (Spiegel, Sueddeutsche). Ein Brief an die lieben Nachbarn (Sueddeutsche).

25.07.2009. Das AKW Krümmel wurde hochgefahren obwohl sich Metallspäne im Reaktor befanden (Spiegel, Stern).

14.07.2009. Vattenfall laufen nach der AKW-Panne in Krümmel die Kunden weg (Spiegel).

08.07.2009. Politiker rufen zum Boykott von Vattenfall auf (Tagesschau).

04.07.2009. Im AKW Krümmel kommt es kurz nach 12 Uhr wieder zu einer Reaktorschnellabschaltung (Spiegel). Durch eine Störung in einem von zwei Maschinentrasformatoren kam es zu einer Unterspannung an zwei von vier Eigenbedarfsschienen des AKWs. Ein Teilentladungsmessgerät, das ist ein vorgeschriebenes Überwachungsgerät am Transformator, war nicht installiert worden. Als Folgefehler gab es Kühlprobleme bei der Reaktorwasserreinigung und bei der zusätzlichen Fixierung eines Steuerstabs.
Durch die Schnellabschaltung kam es in Hamburg zu massiven Einschränkgungen im Stromnetz. Zudem wurde eine Chlorgaswolke freigesetzt die sich über mehrere Stadtteile ausbreitete. 1.500 der 1.711 Ampeln der Stadt fielen über mehrere Stunden aus. Einkaufszentren waren ohne Licht. Als weitere Folgefehler fielen durch die Störung mehrere Wasserpumpen aus und es kaum aufgrund von Druckstößen bei der Wiederinbetriebnahme zu elf Wasserrohrbrüchen so dass viele tausend Hamburger über Stunden ohne Wasserversorgung auskommen mussten.
Die Blackbox im Leitstand (19.06.2009. Anordnung der Atomaufsicht) war zu dem Zeitpunkt des Störfalls nicht eingeschaltet. Der Kraftwerkschef Hans-Dieter Lucht wurde von Vattenfall entlassen. Einige der Brennstäbe wiesen nach dem Störfall Defekte auf (Wikipedia).
01.07.2009. Krümmel ist wieder kaputt (NDR, Spiegel). Die Turbine der Anlage hat sich abgeschaltet nachdem ein Eigenbedarftransformator ausgefallen war. Statt einer automatischen Regelung wurde der Füllstand im Reaktor von Hand geschaltet. Das AKW ging bereits nach 4 Stunden mit verminderter Leistung wieder ans Netz (Wikipedia).
23. Juni 2009. Eine elektronische Baugruppe (von insgesamt 3) zum zeitverzögerten Auslösen einer Reaktorschutzmaßnahme war fehlerhaft und steuerte aus Versehen eine Auswahlschaltung an, die bei Ausfall der Stromeigenversorgung im Anforderungsfall ein Reaktoreinspeisungssystem startet (Wikipedia).

19.06.2009. Die Atomaufsicht genehmigt das Anfahren des Atomkraftwerks Krümmel (Spiegel), ordnet jedoch eine "kontinuierliche Audioaufzeichnung auf der Hauptwarte" des AKWs an (Wikipedia).

02.06.2009. Protest gegen die Wiederinbetriebnahme des KKW Krümmel nach 2 Jahren Stillstand (taz).

20.03.2009. Durch eine interne Überwachungseinrichtung wurde automatisch ein fehlerhafter Notstromtransformator abgeschaltet. Es standen nur noch 4 von sechs Notstrom-Versorgungssträngen zur Verfügung. Gerade noch einer mehr als unbedingt zum Betrieb des AKWs notwendig (Wikipedia).

26.02.2009. Nordhrein-Westfalen: Das für die Reaktorsicherheit in Kiel zuständige Ministerium ordnet gegen den Widerstand des Betreibers Vattenfall Tonaufzeichnungen für den Leitstand im KKW Krümel an (NDR) damit man Störfälle besser rekonstruieren kann.

18.08.2008. Bei einer routinemäßigen Prüfung wurden ein defekter Schalter für eine der vier Pumpen eines Nebenkühlwassersystems entdeckt. Wegen eines weiteren defekten Generatorschalters konnte sich einer von sechs Notstrom-Dieselmotoren nicht mit dem Netz synchronisieren. Die Schalter mussten ausgetauscht werden (Wikipedia).

04.02.2008. In einer Lüftungsanlage gab es einen Schwelbrand (Wikipedia).

28.06.2007. Im AKW Krümmel kommt es wegen einem Feuer in einer Transformatoranlage zu einer nicht vorgesehenen Schnellabschaltung (Spiegel, Wikipedia).

16. März 2005. Es kommt zu einer Reaktorschnellabschaltung wegen fehlerhafter Simulierung des Kondensatorfüllstands bei einer Prüfung des Reaktorschutzsystems (Wikipedia).

14.11.1999. Die Klage zweier Ärzte wird vom Oberverwaltungsgericht Schleswig abgewiesen. Sie hatten das AKW Krümmel für die Erkrankung von 10 Kindern und einem Jugendlichen an Leukämie verantwortlich gemacht (Wikipedia).

12.09.1986. Innerhalb und Ausserhalb des AKW Krümmel tritt eine radioaktive Kontamination auf. Es wurden Kontrolleure mit Schutzanzügen beobachtet. Die Messgeräte im AKW zeigten für jeweils eine knappe Stunde einen zeitversetzten Anstieg um mehrere Grössenanordnungen bei denen es sich um signifikante Pruefpeaks handeln soll.
Die Atomaufsicht erklärt es habe sich um einen Aufstau von natürlicher Radioaktivität durch Radon gehandelt welches von aussen in das Gebäude angesaugt worden sei. Diese Behauptung der Behörden scheint vorgeschoben zu sein. Selbst wenn die gesamte Geest aus Uran bestehen sollte könnte sich laut Gutachter Gabriel keine solche Radon-Aktivität aufbauen ((IPPNW-Ulm).

Artikel zum Thema Energie im Nixblog

19.01.2011. Energieautarke Gemeinde Feldheim
17.01.2011. Atomkraftwerk Grafenrheinfeld
16.01.2011. Wasserstoffbomben explodieren über Palomares
13.01.2011. Atomwaffentestgelände Bikini-Atoll
11.01.2011. Energieautarke Insel Samsø
28.11.2010. Atomkraft und Krankheiten
22.10.2010. Atomkraftwerk Krümmel
22.10.2010. Atom-U-Boote
29.08.2010. Uranmunition
25.08.2010. Kernwaffenversuche
24.08.2010. Die Katastrophe von Tschernobyl
23.08.2010. Energieautarkes Städtchen Güssing
22.08.2010. Atombombenabwurf auf Hiroshima
21.08.2010. Atomkomplex Sellafield
20.08.2010. Brennstäbe und Brennelemente für Atomkraftwerke
19.08.2010. Strahlung von Kühlwasser aus Siedewasserreaktoren
05.06.2010. Deutlich erhöhte Kohlesubventionen
03.06.2010. Laufzeitverlängerung für AKWs ohne Bundesrat ist grundgesetzwidrig
19.05.2010. Deutschland darf Atomwaffen entwickeln und bauen
09.05.2010. Atomenergie in den USA
01.05.2010. Explosion der "Deepwater Horizon" verursacht Ölpest nicht nur im Mississippidelta
17.04.2010. Atomendlager Gorleben
12.04.2010. Atomstaat Nordkorea
11.04.2010. Atommacht Israel
09.04.2010. Atomwaffen werden in Amarillo zu Brennstoff
08.04.2010. Atommüllager XXL in der russischen Sajda-Bucht
05.04.2010. Atomkraft im Ausland
27.03.2010. Atomlager ASSE

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen