Was geschieht genau wenn Kühlwasser im Kühlkreislauf von Atomkraftwerken wie Gundremmingen radioaktiv kontaminiert wird und an die Umwelt gelangt? (Nixblog) Es handelt sich um Siedewasserreaktoren bei denen das Kühlwasser die Brennstäbe zu etwa 2/3 bedeckt und das restliche Drittel vom Wasserdampf der dann die Turbinen antreibt umströmt wird. Wie stark ist die Strahlung des Kühlwassers? Was für Isotope? Wie lange Halbwertszeiten?
Die Leibnitz Universität Hannover hat dazu folgendes geschrieben: "Bei Siedewasserreaktoren wird die Direktstrahlung des einzigen Kühlkreislauf Maschinenhaus nicht in dem Maße abgeschirmt wie bei Druckwasserreaktoren. Verantwortlich für diese Direktstrahlung ist im Wesentlichen die hochenergetische Gamma-Strahlung des Stickstoff-16. Stickstoff-16 entsteht durch Neutroneneinfang am stabilen Stickstof-Isotop N-15. N-16 hat eine Halbwertszeit von 7,13 s und ist daher in Bezug auf Ableitungen mit der Fortluft nicht relevant. N-16 zeichnet sich durch Gammastrahlung mit außergewöhnlich hohen Energien von 6,129 MeV und 7,115 MeV aus. Diese Gammastrahlung ist für den Beitrag des N-16 an der Direktstrahlung von Siedewasserreaktoren verantwortlich" (Quelle: PDF-Datei, Seite 14).
Ein strahlenbiologisches Gutachten des Kieler Ministeriums für Finanzen und Energie (MFE) sagt über das Kühlwasser folgendes aus: "Die in einem Kernreaktor aus dem Brennstoff Uran 235 und den während des Reaktorberiebs gebildeten ebenfalls spaltbaren Transuranen bestehenden Spaltprodukte einschließlich ihrer Folgeprodukte sind physikalisch bekannt und berechenbar. Die Menge und Zusammensetzung der Spaltproduktnuklide hängt von der Höhe des Neutronenflusses, der Zeitdauer des Betriebs sowie dem Alter des Gemisches nach Abschaltung ab ... Beim Inventar an Spaltprodukten handelt es sich so gut wie ausschließlich um Beta- und Gamma-Strahler. Ein Teil der innerhalb der Brennelemente gebildeten Spaltprodukte kommt durch poröse Brennstabhüllen mit dem Reaktorwasser in Berührung. Die gasförmigen und leicht flüchtigen Anteile wie die radioaktiven Edelgase (Krypton- und Xenonisotope), Jodisotope und Tritium können in einem solchen Fall vollständig in das Kühlwasser übergehen, während die Feststoffe wie Sr 90 und Cs 137 großenteils in der Brennstoffmatrix festgehalten werden. Die gasförmigen und leicht flüchtigen Nuklide gehen im Siedewasserreaktor in die Dampfphase über und bilden im Normalbetrieb den Hauptanteil der radioaktiven Emissionen über den Abluftpfad. Demgegenüber werden die ausgetretenen Feststoffnuklide weitgehend im Reaktorwasser zurückgehalten. Von ihnen gelangt nur ein geringer Anteil in die Dampfphase und als Aerosole in die Abluft." (Quelle: PDF-Datei, Seiten 3+4).
Das sogenannte 6-Barrierensystem
In der Werbung der AKW-Betreiber ist ab und zu von einem 6-Barrierensystem zu lesen (Energiewelten).
1. Kristallgitter des Brennstoffes: "Gar Nix glaubt nicht wirklich dass dieses nach dem Zerfall der Atome und der Wärmeentwicklung in den Brennstäben den Brennstoff wirklich noch halten kann."
2. Die 0,6 bis 0,8 Millimeter dicke Metallumhüllung der Brennstäbe: Diese wird wie das Kieler Ministerium für Finanzen und Energie in dem oben zitierten Gutachten schreibt mit der Zeit porös so dass zumindest ein Großteil der leichter flüchtigen radioaktiven Isotope ins Kühlwasser entweicht.
3. Der Reaktordruckbehälter mit dem angeschlossenen Rohrsystem des Primärkühlkreises: Beim Siedewasserreaktor gibt es nur den Primärkühlkreislauf und beim Unfall in Gundremmingen 1977 wurde das Wasser daraus direkt in die Umwelt abgeleitet.
4. Betonabschirmung, 5. Sicherheitsbehälter mit Dichthaut, 6. Stahlbetonhülle: Nützen auch nix wenn aus den Kaminen der Dampf aus dem Primärkühlkreislauf abgelassen wird.
05.06.2010. Deutlich erhöhte Kohlesubventionen
03.06.2010. Laufzeitverlängerung für AKWs ohne Bundesrat ist grundgesetzwidrig
19.05.2010. Deutschland darf Atomwaffen entwickeln und bauen
09.05.2010. Atomenergie in den USA
01.05.2010. Explosion der "Deepwater Horizon" verursacht Ölpest nicht nur im Mississippidelta
17.04.2010. Atomendlager Gorleben
12.04.2010. Atomstaat Nordkorea
11.04.2010. Atommacht Israel
09.04.2010. Atomwaffen werden in Amarillo zu Brennstoff
08.04.2010. Atommüllager XXL in der russischen Sajda-Bucht
05.04.2010. Atomkraft im Ausland
27.03.2010. Atomlager ASSE
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen