Kernwaffenversuche
Ein Kernwaffentest ist die Zündung eines nuklearen Sprengsatzes zu Testzwecken. Aus Sicherheitsgründen sollten Nuklearwaffentests nur in weiträumig abgesperten Militärversuchsgeländen stattfinden. Der erste Atomwaffentest fand am 16. Juli 1945 auf dem Gelände der White Sands Missile Range in der Nähe der Stadt Alamogordo in New Mexiko/USA statt. Weltweit gab es bis jetzt etwa 2000 Kernwaffentests die zusammen eine Energie von 34.000 Hiroshimabomben freisetzten.
622 der Versuche wurden in der Atmosphäre durchgefährt. Durch den radioaktiven Niederschlag infolge der Tests kommt es bis heute bei den dort lebenden Menschen zu hohen Raten an Krebserkrankungen und Fehlbildungen. Wegen dem besorgniserregenden Anstieg der Strahlenbelastung schlossen die verfeindeten Weltmächte USA / Großbritannien und Sowjetunion 1963 einen Vertrag zum Verbot von Nuklearwaffentests in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser. Die letzten Tests in der Atmosphäre wurden von China am 16. Oktober 1980, Frankreich 14. September 1974, USA 9. Juni 1963, Sowjetunion 25. Dezember 1962 und Großbritannien 23. September 1958 durchgeführt. In der Zwischenzeit geht die weltweite Belastung durch ionisierende Strahlung der freigesetzten Nuklide wieder zurück.
Am 29. November 1951 fand der erste unterirdische Atomwaffentest statt (Wikipedia).
USA / Nevada / NTS: Auf dem Gelände wurden von 1951 bis 1958 119 oberirdische und von 1962 bis 1992 mehr als 1000 unterirdische Atombombentests durchgeführt (Wikipedia).
USA / Aleuten / Insel Amchitka: 3 Atomwaffentests.
- 1965 "Long Shot" - 80 Kilotonnen Kernwaffe
- 1969 "Milrow" - 1 Megatonnenbombe
-6.-7. November 1971: "Cannikin" - 5 Megatonnenbombe. In einer Tiefe von 1.790 Metern der größte unterirdische Kernwaffentest der USA (Wikipedia).
USA / Pazifischer Ozean / Bikini-Atoll: An den 67 Kernwaffenversuchen waren zwischen 1946 und 1958 mehr als 42.000 Personen beteiligt. In der zwischenzeit sind die Inseln kein Sperrgebiet mehr. Der Aufenthalt ist laut Internationaler Atomenergieorganisation unbedenklich. Lokal erzeugte Nahrungsmittel sollten jedoch nicht regelmäßig verzehrt werden (Wikipedia).
USA / Pazifischer Ozean / Eniwetok-Atoll: Zwischen 1948 und 1958 fanden dort 44 Atomwaffentests statt. Am 31. Oktober1952 zündeten die USA dort ihre erste Wasserstoffbombe "Ivy Mike". Von 1977 bis 1980 wurden die Inseln vom Atommüll gesäubert und in zwei Explosionskrater auf der Insel Runit geschüttet. Dort ist bis jetzt ionisierende Strahlung, hauptsächlich durch Plutonium, zu messen. Wegen der Habwertszeit von 24.000 Jahren ist Runit nach menschlichem Ermessen dauerhaft unbewohnbar. Sie ist heute Sperrzone (Wikipedia).
USA / Weltraum / Starfish Prime: Mit einer Thor-Rakete wurde ein Sprengkopf W49 in den Weltraum gebracht wo er in 400 Kilometern Höhe explodierte. Der Test erzeugte polarlichtähnliche Lichterscheinungen die 7 Minuten dauerten. Ein elektromagnetischer Puls legte elektronische Geräte in einem Umkreis von bis zu 1.300 Kilometern auf der Erdoberfläche lahm. Der Satellit Telstar 1 ist wegen dem Test ausgefallen (Wikipedia).
Frankreich / Südpazifik / Moruroa: Von 1966 bis 1996 wurden auf Mururoa 188 Atombomben gezündet. Davon waren 41 in der Atmosphäre und 147 unterirdisch. Im Jahr 2000 sind die Franzosen von dem Atoll abgezogen. Die Explosionen werden heute am Computer simuliert. Die Insel ist heute ein Sperrgebiet. In etwa 140 Bohrschächten sind große Mengen radioaktiven Mülls gelagert. Die Arbeiter und Bewohner der Nebeninseln erkranken bis zu 5 Mal mehr an Schilddrüsenkrebs als in anderen Pazifikregionen(Wikipedia).
Frankreich / Südpazifik / Fangataufa (früher Cockburn Island): Zwischen 1966 und 1996 wurden 5 oberirdische und 7 unterirdische Atomwaffenversuche durchgeführt. Die Gefahr durch Radioaktivität wird durch die Internationale Atomenergieorganisation in der Zwischenzeit als unbedenklich eingestuft (Wikipedia).
Frankreich / Afrika / Algerien / Reggane: 1960-1961: 4 Atombombentests, oberirdisch (Wikipedia).
Frankreich / Afrika / Algerien / Ekker: 1961-1966: 13 Atombombentests, unterirdisch (Wikipedia).
Großbritannien / Indischer Ozean / Montbello-Inseln: 1952 und 1956 wurden dort zwei Atomwaffentests durchgeführt. Der nukleare Fallout erreichte Melbourne in Australien. Weite Teile der Region sind bis heute schwer kontaminiert. Die Inseln wurden totz der radioaktiven Strahlung zum Naturschutzgebiet erklärt (Wikipedia).
Großbritannien / Bundesstaat South Australia / Nullarbor-Wüste / Maralinga: 1955-1963: Sieben große Atomwaffenversuche und hunderte kleinere Tests. Insgesamt wurden 22 kg radioaktives Plutonium auf dem Testgelände freigesetzt. In den 1960er Jahren wurden die Testanlagen abgebaut und einbetoniert. Das verseuchte Erdreich wurde umgegraben. Nach einer Untersuchung des Geländes weil sich in den 1980er Jahren erhebliche Spätfolgen bei den Aborigniess und den Militärangehörigen die dort beschäftigt gewesen waren gezeigt haben wurde das Gelände von Mitte der 1990er Jahre bis April 2000 noch einmal gesäubert. Kosten 108 Mio australische Dollar. Seither ist das Land unbewohnt (Wikipedia).
Großbritannien / Kirimati: 30 Atomwaffentests (Wikipedia).
Russland / Arktischer Ozean / Nowaja Semlja: 1955 bis 1990 fanden dort 130 Kernwaffenversuche statt. 88 in der Atmosphäre, 39 unterirdisch und 3 unter Wasser (Wikipedia).
Kasachstan (früher Sowjetunion) / Semipalatinsk: 1949 bis 1989 wurden 496 nukleare Bombentests durchgeführt. Bis 1962 gab es 113 Versuche in der Atmosphäre, danach 383 in Bohrlöchern und Tunneln. Das Gelände wurde am 29. August 1991 stillgelegt. Das Gelände gilt zwar noch als Sperrgebiet ist aber praktisch für jedermann zugänglich. Die Strahlung liegt 20 Jahre nach der Sprenung etwa 400 Mal so hoch wie der empfohlene Maximalwert. In den anliegenden Wohnorten leiden die meisten Bewohner an diversen Krankheiten, hauptsächlich Krebs. Weil der Ursachennachweis jedoch sehr schwierig ist werden die meisten Betroffenen nicht als Opfer anerkannt. Die Brennelemente des kasachischen Kernkraftwerks Aqtau wurden zwischen 1997 und 2007 in speziell entwickelten Behältern auf dem Gebiet des ehemaligen Atomwaffentestgeländes eingelagert (Wikipedia).
Volksrepublik China / Xinjiang / Lop Nor: 1964-1996 finden auf dem mit 100.000 Quadratkilometern größten Kernwaffentestgelände der Welt 45 oberirdische und eine unbekannte Anzahl unterirdischer Tests mit Atombomben durchgeführt worden. Nach den oberirdischen Atomtests soll es zu vermehrtem Auftreten mysteriöser Krankheiten gekommen sein. Von der Regierung wurde jedoch ein Zusammenhang mit den Tests bestritten (Wikipedia).
Artikel zum Thema Energie im Nixblog
24.08.2010. Die Katastrophe von Tschernobyl
23.08.2010. Energieautarkes Städtchen Güssing
22.08.2010. Atombombenabwurf auf Hiroshima
21.08.2010. Atomkomplex Sellafield
20.08.2010. Brennstäbe und Brennelemente für Atomkraftwerke
19.08.2010. Strahlung von Kühlwasser aus Siedewasserreaktoren
05.06.2010. Deutlich erhöhte Kohlesubventionen
03.06.2010. Laufzeitverlängerung für AKWs ohne Bundesrat ist grundgesetzwidrig
19.05.2010. Deutschland darf Atomwaffen entwickeln und bauen
09.05.2010. Atomenergie in den USA
01.05.2010. Explosion der "Deepwater Horizon" verursacht Ölpest nicht nur im Mississippidelta
17.04.2010. Atomendlager Gorleben
12.04.2010. Atomstaat Nordkorea
11.04.2010. Atommacht Israel
09.04.2010. Atomwaffen werden in Amarillo zu Brennstoff
08.04.2010. Atommüllager XXL in der russischen Sajda-Bucht
05.04.2010. Atomkraft im Ausland
27.03.2010. Atomlager ASSE
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen