Montag, 6. August 2012

Atombombenabwurf auf Hiroshima

Atombombe "Little Boy"
 





















6. August 1945, 8:15 Uhr. Die Uranbombe "Little Boy" mit einer Sprengkraft von 12.500 Tonnen TNT wurde über Hiroshima abgeworfen und detonierte um 8:16:02 Uhr in einer Höhe von 580 Metern über der Innenstadt direkt über der Shima-Klinik. 43 Sekunden nach der Explosion hatte die Druckwelle die Innenstadtfläche dem Erdboden gleich gemacht. Es entstand ein Feuerball mit einer Innentemperatur von 1.000.000 Grad Celsius. In einer Entfernung von über 10 Kilometer Entfernung gingen Bäume durch eine Hitzeeinwirkung von mindestens 6.000 Grad Celsius in Flammen auf. Der Atompilz aus aufgewirbelten und verseuchten Trümmern stieg bis zu einer Höhe von 13 Kilometern auf und verbreitete hochkontaminiertes Material das etwa 20 Minuten danach als Fallout (Radioaktiver Niederschlag) über der Gegend niederging. Neben vielen anderen Spaltprodukten wurden offenbar 89 Terabecquerel an radioaktivem Cäsium-137 freigesetzt (Spiegel).
Neben der Radioaktivität sorgten vor allem die Druckwelle und die Hitze der Bombe für viele Opfer. 70.000 bis 80.000 Menschen waren sofort tot. Bei den Menschen im innersten Stadtkern verdampften die obersten Hautschichten. In den Folgewochen tötete die ionisierende Strahlung viele weitere Bewohner. Sie bekamen Haarausfall, purpurrote Flecken am ganzen Körper und verbluteten qualvoll an inneren Verletzungen. Insgesamt starben bis 1946 unterschiedlichen Schätzungen zufolge 90.000 bis 166.000 Menschen durch den Abwurf.
Die Bombe tötete 90% der Menschen in einem Radius von 0,5 Kilometern vom Explosionszentrum und 59% der Menschen in einem Radius von 0,5 bis 1 Kilometern. Einer Studie zufolge sind 9 % der Krebserkrankungen von Überlebenden zwischen 1950 und 1990 eine Folge des Bombenabwurfs.
Die Strahlenbelastung liegt 50 Jahre später im Bereich der natürlichen Hintergrundstrahlung. An den genetischen Folgen sterben jedoch auch heute noch Menschen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde den Japanern von der US-amerikanischen Besatzungsmacht verboten über das Leid und die Gefähren welche die Atombombe ausgelöst hat zu sprechen (Wikipedia).

06.08.2012. Bis zum heutigen Tag sind offiziell mehr als 240.000 Menschen durch die unmittelbare Einwirkung und Spätfolgen der radioaktiven Strahlung ums Leben gekommen. Katsumi Matsui, der Bürgermeister von Hiroshima, hat heute, am 67. Jahrestag der Atombombe von Hiroshima zur Verschrottung aller Atomwaffen auf der Welt aufgerufen und die "Führer" der Atommächte zum Besuch in Hiroshima eingeladen. Yoshihika Noda (Regierungschef Japans) gibt bekannt dass er sein Kabinett anweisen würde, Szenarien für einen Atomausstieg Japans zu prüfen. Es ist das erste Mal dass er andeutet dass sein Land in Zukunft möglicherweise ganz auf Atomenergie verzichten könnte.
Neben dem Botschafter der USA nahmen auch erstmals die Botschafter aus Großbritannien und Frankreich an der Gedenkveranstaltung teil. Der Enkel des Ex-Präsidenten Harry S. Truman war auch anwesend. Bisher hat noch nie ein amtierender Präsident der USA daran teilgenommen.
Von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. sind der Vorsitzende Martin Donat und der Pressesprecher Lennard Müller auf eine Einladung von NAZEN hin für 10 Tage nach Japan gereist (BI-Lüchow-Dannenberg, Augsburger Allgemeine, Tagesschau, FAZ).

05.08.2012. Vor dem 67. Jahrestag der Atombomben in Japan wächst der Druck zum Atomausstieg in dem gebeutelten Land (Tagesschau, Sonnenseite, Sueddeutsche).

04.08.2012. Anlässlich des 67. Jahrestags der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki findet heute der 8. Pacemakers-Radmarathin für eine friedliche und gerechte Welt ohne Atomwaffen statt (contrAtom).

06.08.2011. Der 66. Gedenktag des US-amerikanischen Atombombenabwurfs auf Hiroshima hat durch Fukushima eine neue Färbung bekommen. Unter den Teilnehmern waren auch Menschen aus der Umgebung des Katastrophen-AKWs. Kazumi Matsui (Bürgermeister von Hiroshima) rief daher in seiner Friedenserklärung nicht nur zur Abschaffung aller Atomwaffen auf. Er fordert auch einen Wechsel in der Atompolitik. Die japanische Regierung soll seiner Aussage nach demütig akzeptieren dass Atomkraft und die Menschheit nicht koexistieren können. Etwa 70% der Hibakusha sind für ein schnelles Abschalten aller AKWs in Japan. Die Menschen aus der Umgebung von Fukushima fürchten Ausgrenzung und Diskriminierung (Tagesschau, Spiegel).

29.06.2011. Bilder aus der toten Stadt Hiroshima nach dem Atombombenabwurf (Spiegel).

06.01.2010. Tsutomu Yamaguchi der einzige Mensch als zweifaches Atomopfer galt weil er Hiroshima und Nagasaki erlebte ist jetzt im Alter von 93 Jahren an Magenkrebs gestorben (Stern, Spiegel).
Am 6. Januar 1945 war er auf Dienstreise für eine Werft in Hiroshima. Durch den Abwurf der Atombombe dort erlitt er schwere Verbrennungen. Er kehrte dann in seine 300 Kilometer entfernte Heimatstadt Nagasaki zurück wo er 3 Tage später den zweiten Atombombenangriff erlebte.

06.08.2009. Gedenken an den Atombombenabwurf in Hiroshima vor 64 Jahren (Tagesschau). Nordkorea wird aufgefordert das Atomprogramm zu beenden (Heute, Sueddeutsche, Spiegel).

11.12.2007. Die Strahlenmedizin stützte sich lange auf Daten aus Hiroshima und Nagasaki. Die waren jedoch nicht sauber. Menschen aus einer angeblich nicht kontaminierten Kontrollgruppe waren in der Realität oft auch radioaktiver Strahlung ausgesetzt (Focus). An den Studien hat auch Hr. Shunichi Yamashita, seines Zeichens ein sogenannter Strahlenexperte, Professor für Biomedizin an der Universität Nagasaki mitgewirkt der nach der Katastrophe von Fukushima deutlich zeigte wie weit er mit seiner Verharmlosung radioaktiver Belastung auf Menschen bereit ist zu gehen in dem er folgende Behauptung aufstellte: "Strahlenschäden kommen nicht zu Menschen, die glücklich sind und lächeln. Sie kommen zu Leuten, die verzagt sind" (Spiegel, Nixblog - Auch niedrigste Strahlenwerte sind gefährlich).

Bilder aus Wikimedia Commons:
- Atombombe "Little Boy", Gemeinfrei, ARC Identifier: 519394

Artikel zum Thema Energie im Nixblog

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