Samstag, 1. Mai 2010

Explosion der "Deepwater Horizon" verursacht Ölpest nicht nur im Mississippidelta



Am 20. April 2010 explodierte die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon". Sie lag 64 Kilometer vor der Südküste der USA am Mississippidelta und hatte ein Ölfeld in einer Tiefe von 1600 Metern angebohrt.  Dabei soll eine Methangasblase aufgestiegen sein. und mehrere Sicherungen und Sperren durchbrochen haben bevor es explodierte.
Die Bohrinsel war unter der Flagge der Marshall-Inseln regiestriert weil die US-Küstenwache dadurch weniger scharfe Kontrollen durchführte.
Jeden Tag strömen etwa 800.000 Liter aus 3 Lecks aus. Betreiber der Ölplattform war der Ölkonzern BP, der Eigner war Transocean. Die Firma Halliburton zementierte den Bohrschaft Elf Arbeiter kamen bei dem Unglück ums Leben. Die Bohrinsel versank nach 2 Tagen am 22. April im Meer.
Der sogenannte Blow-out Preventer (BOP), das Sicherheitsventil, wurde wenige Stunden vor der Explosion geprüft, hatte jedoch den Test nicht bestanden. Dennoch hat der zuständige Ingenieur die Bohrerlaubnis erteilt. Um einen Nachweis der Funktionsfähigkeit des BOP hat er sich nicht bemüht.
Das Mississippidelta ist dünn besiedelt und eine der grössten Flussmündungen auf der Welt. Es hat eine Fläche von ca. 28.600 Quadratkilometern. Die Öl- und Gasvorkommen im Küstenbereich sind durch die Ablagerungen des Flusses entstanden.
Die Bewohner des Gebiets leben hauptsächlich von Fischerei und Landwirtschaft. Der wirtschaftliche Schaden wird auf 2 bis 3 Mrd. US-Dollar geschätzt.
US-Präsident Obama wird kritisiert weil er erst Ende März die umstrittene Öl- und Gassuche in Küstennähe gestattet hat. Er will damit die Abhängigkeit der USA von Energie-Importen vermindern. Diese wurde nun ausgesetzt. Es waren allerdings im Moment auch keine weiteren Bohrungen geplant. Innenminister Salazar wurde angwiesen dem Präsidenten innerhalb von 30 Tagen einen Bericht über neue technische Möglichkeiten zur Absicherung von Offshore-Förderung vorzulegen. Neue Ölplattformen in Küstennähe sollen nur genehmigt werden wenn sie über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen verfügen.

29. Juni 2010. Facebook hatte die Protestseite Boykott BP eine Zeitlang offline gestellt. Nach Protesten wurde sie dann wieder ins Netz gestellt (Golem). Aus Sturm Alex könnte ein Hurrican werden (Tagesschau). Am besten wäre es bei der Katastophe gar nix zu tun und abzuwarten (Sueddeutsche).

27. Juni 2010. Im Golf von Mexiko scheint droht der Tropensturm Alex. BP und Shell räumen die Bohrplattformen (Focus).

26. Juni 2010. Das US-amerikanische Justizministerium gibt einen Eilantrag ab um das Urteil von Louisiana auf Eis zu legen (Tagesschau).

25. Juni 2010. BP ist als offizieller Sponsor des Sommerfests vom Bundespräsidenten abgesprungen (Tagesschau, Spiegel). Insgesamt soll BP in der Zwischenzeit 2,35 Mrd. Euro wegen der Ölpest ausgegeben haben (Spiegel).

23. Juni 2010. Der Richter Martin Feldman erziehlte 2008 Einkünfte unbekannter Höhe  aus Dividenden des Unternehmens Transocean welches bekanntlich Betreiber der "Deepwater Horizon" war. Damit könnte man auf die Idee kommen dass er "Befangen" war und das Urteil somit keine Gültigkeit haben könnte (Telepolis).
Der Trichter musste in der Zwischenzeit wieder entfernt werden nachdem ein Unterwasserroboter mit einem der Absperrventile zusammengestoßen war (Welt).

22. Juni 2010. Ein US-amerikanisches Gericht in Louisiana hat den Stopp für Tiefseebohrungen der von der Regierung unter Präsident Obama ausgesprochen wurde gekippt weil es nicht genügend begründet gewesen sein soll. 32 Unternehmen hatten dagegen geklagt. Die Regierung will Berufung einlegen und ein neues Moratorium verhängen (Tagesschau).

20. Juni 2010. In der Zwischenzeit geht man bei BP von Schäden bis zu 50 Milliarden Euro aus (Spiegel).

19. Juni 2010. Die Betreiber der Ölplattform fangen an sich gegenseitig zu bekriegen. Anadarko, der US-amerikanische Erdölkonzern war zu einem Viertel an der Bohrinsel beteiligt. Er wirft BP vor die "schlimmste Umweltkatastrophe durch rücksichtslose Entscheidungen und Aktionen" herbeigeführt zu haben und will sich nicht an den Zahlungen beteiligen (Tagesschau).

13. Juni 2010. Obama will einen Plan von BP (Tagesschau). Die Katastrophe erschüttert die Ölbranche (Sueddeutsche).

12. Juni 2010. Zensierte Katastrophe (Sueddeutsche).

06. Juni 2010. Von der neuen Absaugvorrichtung kann offensichtlich im Moment etwa 1/3 des Öls aufgefangen werden. In den ersten 24 Stunden waren das etwa 950.000 Liter. Das bedeutet es strömen immer noch 1,9 Millionen Liter pro Tag ins Meer was nicht wirklich hoffnungsvoll stimmt. Die Ölpest breitet sich derweil weiter aus. Das Fischfangverbot gilt jetzt für eine Fläche von 1463 Quadratkilometern. Es sind zwischenzeitlich zwischen 80 Millionen und etwa 180 Millionen Liter Öl seit dem Beginn der Katastrophe ins Meer gelaufen (Tagesschau).

05. Juni 2010. Der US-amerikanische Präsident Barack Obama besucht das ölverseuchte Gebiet zum dritten Mal. Im Moment sind 1.700 Ölbekämpfungsschiffe und 17.000 Nationalgardisten bei der Ölbekämpfung im Einsatz. Derweil hat das Öl auch die Küsten Floridas erreicht. Wieviel Öl mit  der gestern montierten Glocke abgesaugt werden kann ist im Moment noch nicht abzusehen. Theoretisch soll es damit möglich sein 90% abzufangen. Der Rest wird mindestens bis August fließen (Tagesschau).

04. Juni 2010. BP bekommt von der US-amerikanischen Regierung eine erste Rechnung über 69 Millionen US-Dollar. Zahlungsziel 1. Juli 2010. Die Schätzungen gehen von Schäden in Hähe bis zu 37 Mrd. Euro aus.
In der Zwischenzeit ist es gelungen das Rohr abzusägen. Trotz unsauberer Schnittfläche gelingt es eine Absaugglocke über das Rohr zu stülpen.  Aber in wie weit das Abpumpen funktionieren wird und über Aussagen wieviel von dem Öl aufgefangen werden kann muss man noch abwarten.
Laut Berechnungen verschiedener Wissenschaftler wird sich das Öl wahrscheinlich in den nächsten Wochen über den Golfstrom bis in den Atlantik ausbreiten. Dann muss man auch damit rechnen dass  es an der Ostküste der USA zu verschmutzten Stränden kommt. Ganz ausschließen kann man auch noch nicht dass das Öl bis nach Europa vordringt  (Tagesschau, Telepolis, Sueddeutsche, Spiegel).

03. Juni 2010. Die Säge mit der man das Steigrohr absägen wollte ist stecken geblieben. Daher musste dieser Versuch unterbrochen werden. Es hat mehrere Stunden gedauert  bis sie entfernt werden konnte. Man will es als nächstes mit 30 Zentimeter langen Scherenmessern versuchen.
In der Zwischenzeit hat das Öl auch die weißen Strände von Pensacola in Florida erreicht. In Louisianna sind 200 Kilometer der Küste verseucht.
Die US-amerikanische Regierung hat zivil- und strafrechtliche Ermittlungen gegen BP und die anderen Beteiligten eingeleitet. Bis jetzt sollen Kosten von etwa 1 Mrd. Euro für BP aufgelaufen sein. Es droht eine Strafe von bis zu 4300 US-Dollar pro Barrel Öl (Tagesschau, Sueddeutsche).

02. Juni 2010. Die USA bitten das Ausland wegen der Ölpest im Golf von Mexiko um Hilfe (Stern).

01. Juni 2010. Mit einem neuen Steigrohr will man das Öl kontrolliert an die Wasseroberfläche bringen. Indessen wurde das Fischfangverbot auf ein Gebiet von 160.200 Quadratkilometer und damit ein Viertel des Golfs von Mexiko ausgeweitet (Spiegel).

30. Mai 2010. BP hat eingeräumt dass Toppkill ein Flopp ist und US-Präsident Obama konnte sich nicht (wie wahrscheinlich vorgesehen) als der grosse Retter profilieren. Bis jetzt sind etwa 151 Millionen Liter ins Meer geflossen.
Jetzt will man es wieder mit einer Metallhaube versuchen. In der Zwischenzeit sind erste Fischer die sich an Reinigungs- und Abfackelarbeiten beteiligt haben mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus gelandet.
Genug hat man trotz allem noch nicht von Ölbohrungen in tiefen Gewässern obwohl die Stimmung langsam kippt. Nach einer Umfrage der Virginia Commonwealth University sind 51% der Meinung dass die Umweltrisiken den Nutzen von Offshore-Bohrungen übertreffen. 45% sind aber immer noch der Meinung dass es mehr Offshore-Bohrungen geben sollte. Dagegen sprechen sich gerade einmal 44% aus (Tagesschau, Sueddeutsche, Spiegel, Telepolis).

29. Mai 2010. US-Präsident Barack Obama ist zum zweiten Mal im Krisengebiet um zu zeigen dass er sich um die Sache kümmert und sichert den Menschen die dort leben "dauerhafte Unterstützung" zu. Derweil haben die Techniker ein Gemisch aus Abfällen von Autoreifen, Seilen und weiteren Dingen in das Bohrloch gedrückt. Messungen am BOP sollen ergeben haben dass einiges davon im Bohrloch stecken geblieben ist. Die Erfolgsaussichten werden auf  60 bis 70% geschätzt.
Die Ölpest hat in der Zwischenzeit die US-Staaten Louisiana und Alabama erreicht. Auf einer Länge von ca. 250 Kilometern an Stränden und Sumpfgebieten wurde der Ölschlamm an Land gespült. 400 Vögel und mehr als 200 Meeresschildkröten sollen bis jetzt an der Ölpest verendet sein.  Ausserdem  sollen unter den Opfern auch 24 Meeressäuger wie Delphine und Wale  sein. Etwa 1000 Kilometer schwimmende Ölbarrieren wurden ausgelegt. 20.000 Menschen sind im Einsatz  (Tagesschau, Sueddeutsche, Spiegel).

28. Mai 2010. "Topkill" ist entgegen ersten Aussagen wohl doch ein Flopp. Es tritt im Golf von Mexiko auch weiterhin Öl aus (Telepolis).

27. Mai 2010. Eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht zuerst: Das Bohrloch ist anscheinend zu. Die Schlechte: Es soll 5 Mal mehr Öl ausgelaufen sein als man vorher bekannt gegeben hat (Stern, Sueddeutsche).

25. Mai 2010. "Top Kill" wird auf morgen verschoben und BP hat durch die selbstverschuldete Ölpest ein Viertel seines Marktwerts eingebüßt (Telepolis). Die US-amerikanische Regierung ruft den Fischerei-Notstand aus (Spiegel).

24. Mai 2010. Weil die US-amerikanische Regierung wegen der Ölpest immer weiter unter Druck gerädt tut sie jetzt so als ob sie BP unter Druck setzen würde (Tagesschau, Sueddeutsche, Spiegel). Die angefallenen Kosten für die BP bis jetzt aufkommen muss betragen 760 Millionen US-Dollar, was angesichts eines Gewinnes im Jahr 2009 von 17 Mrd. US-Dollar und im ersten Quartal 2010 von 6 Mrd. US-Dollar durchaus noch zu verschmerzen ist. Sicher sein kann BP jedoch nicht das so einfach zu überstehen da im Moment nichts überstanden ist und die Kosten ins Gigantische steigen können (Spiegel).

23. Mai 2010. BP setzt weiter Corexit ein. Während dessen wurde in Loisianna der erste öffentliche Strand geschlossen nachdem dort Ölklumpen gefunden wurden. Am Anfang der Woche wird eine massive Verseuchung durch das Öl an einem Küstengebiet westlich des Mississippi erwartet. Das Öl wird immer mehr an den vorgelagerten Inseln vorbeiströmen und ins Marschland von Louisiana eindringen (Tagesschau, Spiegel). In dem Rohr soll ein billiges Testventil eingebaut worden sein welches den Anforderungen nicht standhalten konnte (Sueddeutsche).

22. Mai 2010. Der für dieses Wochenende geplante Versuch mit der "Top-Kill-Methode" das Bohrloch mit einer schweren Flüssigkeit und Zement zu verschliessen wurde auf Dienstag verschoben weil angeblich noch viele Vorbereitungen am Meeresboden getroffen werden müssen. 3 grosse Schiffe und 16 Unterwasserroboter sollen in diese Operation eingebunden sein (Tagesschau).

21. Mai 2010. Nach neuen Schätzungen fließen aus dem Bohrloch mit 15 Millionen Litern täglich etwa das 20fache von dem was BP angibt. BP lässt keine genaue Messungen von unabhängiger Seite am Bohrloch zu. Das Öl das Richtung Florida fließt droht in den grossen Wirbel zu geraten welcher das Wasser aussen um die Südküste der USA führt. Dadurch besteht die Gefahr dass es in den Golfstom gerädt und irgendwann auch in Europa eintrifft (Telepolis).
Von BP wird behauptet "Corexit" wäre nicht giftig und biologisch abbaubar. Also ökologisch unbedenklich und "harmlos wie ein Spülmittel". 2,2 Millionen Liter Corexit 9500 A" davon wurde bisher von BP von Herkules-Transportflugzeugen auf die Wasseroberfläche versprüht. Mehr als 308.000 Liter "Corexit 9527 A" wurden von Unterwasserrobotern unter Wasser auf die Lecks geschossen.
In Grossbritannien sind verschiedene Corexitverbindungen zur Ölbekämpfung seit 10 Jahren verboten. Es drückt den Ölteppich unter Wasser und schadet Fischen und Korallen. Ausserdem kann es in die Nahrungsmittelkette gelangen.
Es gibt zwar bessere Mittel als Corexit. Man hat es offensichtlich daher eingesetzt weil BP im Aufsichtsrat des Produzenten von Corexit Nalco sitzt. Kurz nach der Explosion hat BP den gesamten Bestand der Firma an Corexit aufgekauft. Nalco hat bis jetzt 40 Millionen US-Dollar Umsatz durch die Katastrophe gemacht und die Aktien sind zehn Prozent nach oben gegangen (Tagesschau, Spiegel).

19. Mai 2010. Wie das Desaster ermöglicht wurde (Spiegel). Das Öl erreicht die Warmwasserströmung "Loop Current". Diese kommt aus der Karibik zum Golf von Mexiko und weiter nach Kuba an an Florida vorbei. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit groß dass es in 6 Tagen in Florida eintrifft. Auch im Bundesstaat  Louisianna im Mississippi wurde das Öl schon entdeckt (Stern).

18. Mai 2010. Obama will eine unabhängige Kommission zur Klärung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einrichten (Spiegel).

17. Mai 2010. Man schätzt jetzt dass täglich 25.000 bis 80.000 Barrel Öl täglich austreten. Bei der eingesetzten Chemikalie handelt es sich um Corexit 9500. Es soll laut Händlerangaben "leicht giftig" sein. Der Einsatz war bisher nur an der Wasseroberfläche genehmigt. Die Öltropfen die von dem Mittel erzeugt werden sind klein wie Plankton und können von Lebewesen aufgenommen werden und somit in die Nahrungskette gelangen (Telepolis).
Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko gibt es einen Teilerfolg. Es ist gelungen, ein Absaugrohr mit einem Durchmesser von 15 cm Durchmesser mit einer Dichtung in das 53 Zentimeter dicke Steigrohr einzuführen. Wieviel Öl damit aufgefangen werden kann ist bis jetzt unklar (Tagesschau, Sueddeutsche, Spiegel) Mit dem Rohr können etwa 1000 Barrel (beinahe 160.000 Liter) abgepumpt werden. Mindestens 640.000 Liter fließen also dennoch weiter ins Meer (taz).

16. Mai 2010. Auch der Versuch mit dem dünneren Rohr ging schief. Jetzt steht noch die Option mit der kleineren Glocke im Raum. Ausserdem gibt es so abenteuerliche Ideen wie das Leck mit Gegenständen wie Golfbällen, Reifenteilen und Seilen zu verstopfen. In 3 Monaten könnte man eventuell mit einer Entlastungsbohrung den Druck an der Quelle vermindern. Man kann also fast mit Sicherheit davon ausgehen dass es noch Monate oder gar Jahre sprudelt (Welt). Unter der Wasseroberfläche wurden von Wissenschaftlern im Golf von Mexiko gewaltige Ölfahnen gefunden. 16 Kilometer lang und 5 Kilometer breit Man vermutet dass die Chemikalien die zur Zersetzung des Öls an der Wasseroberfläche eingesetzt wurden das Öl durch chemische Reaktionen evenutell schwerer gemacht hat und es daher nicht an die Oberfläche steigt. In den Gebieten mit Ölfahnen hat der Sauerstoffgehalt des Wassers stark abgenommen. Die Schäden für die Umwelt sind nicht absehbar. Man geht in der Zwischenzeit davon aus das viel mehr Öl durch die Lecks ins Meer fließt als bisher angenommen (Spiegel).

14. Mai 2010. Die ausgetretene Ölmenge ist viel größer als bisher von BP zugegeben (Sueddeutsche). Behörden haben anscheinend Gesetze missachtet um Ölgiganten Bohrungen zu ermöglichen. Der Versuch mit der kleineren Stahlglocke wurde unterbrochen. Man will es jetzt wohl erst einmal mit einem kleineren Absaugrohr versuchen welches in das abgerissene Steigrohr eingeführt werden soll. Derweil hat ein Gericht den Weg für neue Ölbohrungen an der Küste von Alaska freigemacht und Klagen von Umweltschützern und Ureinwohnern abgewiesen (Spiegel).

13. Mai 2010. Dümmer gehts nümmer. 9% der US-Amerikaner sind der Meinung dass Umweltschützer an der Katastrophe schuld sind (Telepolis). Das Fälschen und Hinwegsehen bei Sicherheitsüberprüfungen soll auf Bohrinseln üblich sein. Ein Zeuge der seit 18 Jahren auf Bohrinseln arbeitet soll bei mindestens 100 Tests des BOPs dabei geweisen sein als Ergebnisse gefälscht wurden (Telepolis).

12. Mai 2010. Jetzt kommen die gegenseitigen Schuldzuweisungen. Zwischen der staatlichen Aufsichtsbehörde und der Ölindustrie soll zu große Nähe geherrschrt haben. Es soll gleich mehrere Sexaffären zwischen Kontrolleuren und Kontrollierten geben (Sueddeutsche).
Lamar McKay (Präsident von BP America), Steven Newman (Vorstandschef von Transocean) und Tim Probert (Sicherheitschef von Halliburton) vor dem Untersuchungsausschuss im Senat schieben die Schuld weit weg von sich (Spiegel).
In New Orleans gibt es die erste Proteste gegen BP weil kaum freiwillige Helfer an die Küste vorgelassen werden (taz).
Eine kleinere etwa zwei Tonnen schwere Stahlkuppel wurde ins Meer abgesenkt. Sie ist mit Leitungen ausgestattet mit denen das Öl-Wasser-Gemisch abgesaugt werden soll und zum Einleiten von heissem Wasser und Methanol damit die Leitungen nicht verstopfen sollen (Spiegel).


11. Mai 2010. Plan B gesucht. Kleinere Stahlkuppel oder verstopfen oder Leitung abschneiden und ersetzen. Kosten der Ölpest bis jetzt 350 Millionen US-Dollar (Tagesschau).

10. Mai 2010. Bald könnte bis zu 10mal so viel Öl ausströmen (taz).

09. Mai 2010. Der Versuch mit der Stahlglocke ist fürs erste gescheitert. Es bildeten sich  wegen der Kälte in der grossen Tiefe in der Glocke Kristalle aus Wasser und Öl wodurch sie verstopft wurde und zu starken Auftrieb bekam. Sie musste von den Einsatzkräften daher wieder von dem Leck entfernt werden.
Obwohl von der US-Regierung ein Moratorium für weitere Bohrungen beschlossen worden sein sollen wurden anscheinend in den letzten 3 Wochen 27 neue Ausnamen genehmigt um Tiefseebohrungen durch Umweltstudien zu testen. Darunter auch eine Versuchsbohrung der selben Art wie "Deepwater Horizon" von BP (Telepolis, Tagesschau, Sueddeutsche).

08. Mai 2010. BP will in die Offshore-Produktion vorerst nicht weiter ausbauen. Derweil ist die Stahlglocke mit einer Höhe von 12 Metern und einem Gewicht von etwa 100 Tonnen auf dem Meeresboden in etwa 1500 Metern Tiefe angekommen.  Sie liegt anscheinend über dem ausströmenden Öl, braucht aber wohl noch etwa 12 Stunden bis sie stabilisiert ist. Dann sollen in den nächsten 3 bis 4 Tagen mit Hilfe der Roboter Rohre angeschlossen werden um das  Öl abzusaugen und in Tankschiffe auf der Wasseroberfläche abzupumpen.  Bis zu 85% des Öls sollen so aufgefangen werden. Bis jetzt sollen etwa 11,4 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen sein (Spiegel).

07. Mail 2010. Die Ölpest hat ein Naturschutzgebiet an den Stränden der Südlichen Spitze von Freemason Island erreicht. Damit hat zum ersten mal eine Behörde die Existenz von Öl an Land bestätigt (Tagesschau, Spiegel).

05. Mai 2010. Von den Russen kommt der Rat das Bohrloch mit einer Atombombe zu schließen (Telepolis). Das kleinste von den drei Lecks wurde laut Aussage von BP mit 6 Unterwasser-Robotern abgedichtet. Die Menge des austretenden Öls wird sich dadurch aber nicht sehr verringern (Tagesschau).

04. Mail 2010. Das Wetter behindert die Arbeiten immer noch. Die Fischer dürfen in einigen Regionen nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen und sind in ihrer Existenz bedroht. BP versprüht hunderttausende Liter einer neuen Chemikalie deren Substanz einem Waschmittel ähnelt. Sie soll das Öl unter Wasser binden damit es sich nicht zu Klumpen oder Filmen verdichtet und in die Tiefe sinkt. Die Auswirkungen des gebundenen Öls auf den Lebensraum Ozean sind nicht bekannt (Tagesschau, Sueddeutsche, Spiegel).

03. Mai 2010. US-Präsident Barack Obama ist im Katastrophengebiet eingetroffen um sich ein Bild der Lage zu machen. Er nimmt vor allem BP in die Pflicht. Der Konzern soll vollständig für die Schäden aufkommen. Die Kuppel soll in 6 bis 8 Tagen einsatzbereit sein. Mit den Unterseerobotern hatte man bisher kein Glück (Tagesschau, Sueddeutsche).

02. Mai 2010. Der US-amerikanische Präsident Barack Obama reist in das Katastrophengebiet . Hunderte von Booten versuchen Ölbarrieren zu errichten..
In der Zwischenzeit gibt es mit einem ca. einjährigen Basstölpel (Wikipedia) auch das erste Vogelopfer der Krise. Er wurde von Kathastrophenhelfern der Marine Spill Response Corporation die mitten im Ölteppich arbeiteten entdeckt und mit einem Kescher geborgen. Der Vogel wird wahrscheinlich das erste von unzähligen Tieren sein die demnächst verölt und verklebt an die Küsten gespült werden daher bereiten sich Tierschützer auf eine der grössten Rettungsaktionen vor (Tagesschau, Sueddeutsche, Spiegel, Spiegel).

01. Mai 2010. Die Ölpest in den USA nimmt gigantische Ausmaße an. Bisher sind in den 10 Tagen seit das Unheil seinen Anfang nahm etwa 6,1 Millionen Liter aus 3 Lecks am Meeresgrund ausgelaufen. Der Ölteppich hat in der Zwischenzeit eine Größe von 10.000 Quadratkilometer erreicht. Im Moment herrscht dort starker Südwind. Es wird daher erwartet dass in den nächsten 2 Tagen das Öl auch bis zu den Küsten von Mississippi, Alabama und Florida vordringt.  In Florida, Alabama und Mississippi wurde der Notstand ausgerufen.
An den Lecks in 1.500 Metern Tiefe hat BP zehn Untersee-Roboter im Einsatz die mit bei den Versuchen diese Zu verschließen jedoch bisher wenig erfolgreich waren. Ausserdem wird von Ingenieuren eine gewaltige Kuppel gebaut damit das ausströmende Öl bereits unter der Wasseroberfläche eingefangen und abgepumpt werden kann. Das wird jedoch mindestesns zwei Wochen dauern.
In Lousiana hat das Öl gestern die Küste erreicht. In der Zwischenzeit  sind 6000 Soldaten im Einsatz um die Ölpest zu bekämpfen. Auch der Einsatz von Häftlingen wird erwogen.
Es könnte dazu kommen das die wichtigsten Schiffahrtsrouten der Region durch den Ölteppich blockiert werden. Der Verursacher BP ist so gnädig zuzusagen für die Schäden aufzukommen.

22. Juni 2009. BP-Ingenieure äußern Bedenken darüber dass eine Metallverschalung die an dem Bohrloch angebracht werden sollte unter dem grossen Druck kollabieren könnte. Das Management hat jedoch trotz dieser Bedenken daran festgehalten (Sueddeutsche).

Quellen: Tagesschau, Heute, Sueddeutsche, Spiegel

Bilder:  
- "Deepwater Horizon" brennt, Wikimedia Commons, US Coast Guard, Lizenz: Public Domain
- Basstölpel, Wikimedia Commons, Andreas Trepte, Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 US-amerikanisch (nicht portiert)
- Der Roboterarm eines unbemannten U-Boots versucht den BOP zu aktivieren, Wikimedia Commons, U.S. Coast Guard Eighth District External Affairs, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic Licence
- Fishery Closure Boundary as of 6pm Eastern Time 25 May 2010 - Gulf of Mexico, Deepwater Horizon Oil Spill, Wikimedia Commons, US National Oceanic and Atmospheric Administration, Public Domain Lizenz
- VENICE, La. - President Barack Obama addresses the media at Coast Guard Station Venice May 2, 2010. U.S. Coast Guard photo by Petty Officer 3rd Class Patrick Kelley, Wikimedia Commons, Petty Officer 3rd Class Patrick Kelley / U. S. Coast Guard Eight District External Affairs, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic Licence
- Reinigung eines verölten Tölpels, Wikimedia Commons, Les Stone, International Bird Rescue Research Center, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic Licence
- Health, safety and environment (HSE) workers contracted by BP clean up oil on a beach in Port Fourchon, La., May 23, 2010. Hundreds of contracted HSE workers are cleaning up oil from the Deepwater Horizon oil spill, which began washing up onto area beaches a month after the drilling unit exploded, Wikimedia Commons U.S. Coast Guard photo by Petty Officer 3rd Class Patrick Kelley,, Lizenz: Public Domain
- Clouds of smoke billow up from controlled burns taking place in the Gulf of Mexico May 19, 2010. The controlled burns were set to reduce the amount of oil in the water following the Deepwater Horizon oil spill, Wikimedia Commons, John Kepsimelis, U.S. Coast Guard, Lizenz: Public Domain
- New Orleans! "BP Oil Flood" Protest, Jackson Square. Protest against the great oil spill disaster in the Gulf of Mexico, Wikimedia Commons, Infrogmation, GNU Free Documentation License Version 1.2 or later
- Soldiers of the Louisiana National Guard's 527th and 769th Engineer Battalions put together a wall of sand-filled Hesco Concertainer units in Port Fouchon, La., to help keep oil-tainted water from reaching Bay Champagne, May 21 2010, Wikimedia Commons, Senior Airman Jeffrey Barone, Lizenz: Public Domain
- VENICE, La. - Containment boom is staged at the Breton National Wildlife Refuge, Thursday, April 29, 2010. As of Friday, April 30, 2010, over 217,000 feet of containment boom is used to help minimize the impact on environmentally sensitive areas, Wikimedia Commons, U.S. Coast Guard Eighth District External Affairs, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license



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