Freitag, 4. November 2011

Atomwaffen in Deutschland

Hurricane Atombombentest, 3. Oktober 1952



















In Deutschland wird im Moment über den Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen diskutiert. Anscheinend beschäftigt sich aber kaum jemand mit den Änderungen die am Kriegswaffenkontrollgesetz  (Wikipedia, bundesrecht.juris.de) im Jahr 1990 vorgenommen wurden.
§ 16 sagt aus dass die Verbote nur für Atomwaffen gelten die nicht der Verfügungsgewalt von Mitgliedsstaaten der NATO unterstehen. Das heisst dass Deutschland demnach für sich selbst und jeden anderen NATO-Staat Atomwaffen entwickeln und bauen darf oder andere NATO-Staaten für Deutschland Atomwafffen entwickeln dürfen.
Aus Gründen der "nationalen Sicherheit" ist offensichtlich keiner der Bundestagsabgeordneten die im Herbst 1990 der Gesetzesänderung zugestimmt haben bereit und in der Lage über die Hintergründe der Änderung zu sprechen. Man bekommt deshalb anscheinend auch keine Antworten auf die Fragen wer diese Gesetzesänderung initiiert hat und welche Forschungseinrichtungen und Industriezweige sich  in Deutschland mit Atomwaffen beschäftigen. 
Die Stille zu dem Thema ist gruselig. Weder Friedensforscher, Kirchen, Juristenvereinigung beschäftigen sich damit. Was ist da los? (Telepolis).
Da bekommt es doch gleich ein ganz anderes Gschmäckle wenn Tornado Piloten des Bundeswehr-Jagsbombergeschwaders 33 auf dem Fliegerhorst Büchel den Abwurf von Atombomben üben (Tagesschau) und von der Luftwaffe "46 Luftfahrzeuge Tornado IDS zur Sicherstellung der Dauereinsatzaufgabe Nukleare Teilhabe" als "erforderlich" bezeichnet werden (Spiegel). In Büchel lagern jedoch "nur" 10 bis 20 US-amerikanische Atombomben.

Tornado IDS
Chronik in den Medien

16.03.2012. Elf deutsche Banken und die EADS sind am Bau französischer Atomwaffen beteiligt:  Allianz, Bayerische Landesbank (München), Commerzbank (Frankfurt), DekaBank, Deutsche Bank AG (Frankfurt), DZ Bank (Frankfurt), Hessische Landesbank, KfW, Landesbank Baden-Württemberg, Münchner Tück, Universal-Investment, Europäische Investitionsbank (EIB).
Die geförderten Atombombenbauer sind: Alliant Techsystems, BAE Systems, Boeing, General Dynamics, Honywell International, Lockheed Martin, Northrop Grumman, Safran, Serco Group, Babcoc International, EADS, Finmeccanica, Rolls-Royce, Thales, Gen Corp, Redhall Group (Telepolis).

20.07.2011. Das Verwaltungsgericht Köln hat unter dem Vorsitz der Richtern Doris Wundes eine Klage gegen die mutmaßliche Lagerung von Atomwaffen in der Eiffel abgelehnt weil die Richter die Klage für unzulässig halten (AZ 26 K 3869/10). Der Aussage des Gerichts nach muss allein die Bundesregierung einschätzen welche Folgen eine Stationierung derartiger Waffen haben könnte. Eine Strategie atomarer Abschreckung ist der Aussage des Gerichts nach "völkerrechtlich zulässig" und die Bundesregierung wäre immer um atomare Abrüstung bemüht. (Anmerkung Gar Nix: An der Stelle fehlt mir die Erklärung wie die Richterin das mit dem Atomwaffensperrvertrag - den auch Deutschland unterschrieben hat - zusammenbringt. In der Wikipedia steht: Im Atomwaffensperrvertrag verzichten die Unterzeichnerstaaten ohne Kernwaffen auf atomare Rüstung ... ).
Die 68jährige Klägerin will beim Oberverwaltungsgericht in Münster Berufung gegen das Urteil einlegen und notrfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht. Sie hat Unterstützung durch die Internationale Vereinigung von Juristen gegen Atomwaffen (IALANA) (SWR, Wikipedia - Atomwaffensperrvertrag).

26.07.2010. Der Forschungsreaktor in Garching läuft länger mit waffenfähigem Uran (Sueddeutsche).

Forschungsreaktor Garching
08.04.2010. In Deutschland streitet die Politik darüber ob die 20 US-amerikanischen Atombomben welche die deutsche Unterschrift unter dem Atomwaffensperrvertrag (Wikipedia) zur Farce machen und Deutschland auf eine Stufe mit dem Iran (Nixblog) und Nordkorea (Nixblog) stellen hierbleiben sollen während Obama zusammen mit den Russen die Zahl der Bomben wohl verringern will wobei aber der Rest immer noch ausreicht die Erde für die Menschheit mehrfach unbewohnbar zu machen (Tagesschau).

26.04.2009. Atomwaffen in Deutschland (Stern).

25.03.2009. Laut Untersuchungen, die von Wissenschaftlern am Institut für Transurane (ITU) das zum Atomforschungzentrum in Karlsruhe gehört an zwei Proben aus den 1940er Jahren durchgeführt wurden, fehlte in Deutschland kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch viel Wissen zum Bau einer Atombombe (Welt).

10.07.2008. Deutsche Piloten üben den Atombombenabwurf (Tagesschau).

15.09.2007. Auf einem deutsch-französischen Gipfeltreffen bietet laut Informationen des Spiegel der neue französische Präsident Nicolas Sarkozy der Bundesregierung die Teilhabe an der Entscheidungsgewalt über französischen Atomwaffen an. Angela Merkel (CDU - Bundeskanzlerin) und Frank-Walter Steinmeier (SPD - Aussenminister) haben das Angebot jedoch offenbar abgelehnt (Spiegel).

2004. Der von der bayerischen Landesregierung und dem BMBF geförderte Münchener Atomreaktor wird auf HEU (hoch angereichertes, waffentaugliches Uran) umgestellt. Er benötigt pro Jahr 40 Kilogramm waffentaugliches Uran. Für den Bau einer Atombombe des Typs Hiroshima werden nur 20 bis 25 Kilogramm HEU benötigt.

8. Juli 1996. Der internationale Gerichtshof in Den Haag erklärt in einem Gutachten Atomwaffen vor völkerrechtswidrig und fordert die Vertragsstaaten des Nichtverbreitungsvertrags zur vollständigen atomaren Abrüstung auf.

1995. Die schwarzgelde Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) schweigt zu den französischen Atomtests und freut sich über das Angebot des französischen Präsidenten Jaques Chirac laut dem "die französische Atomwaffe bald der europäischen Verteidigung dienen wird". Friedbert Pflüger (CDU-Abgeordneter) reist noch im gleichen Jahr durch Frankreich um militärische Atomanlagen zu besichtigen.

1993. Der Bundestag beschliesst einstimmmig den Verzischt auf hoch angereichertes, waffentaugliches Uran (Highly Enriched Uran (HEU)) in den Forschungsreaktoren.

1988. Laut der Forschungsgruppe Atomwaffenentwicklung steckten auch hinter der Entwicklung von Kernfusionstechnologie militärische Interessen. Förderung und Subvnetionierung von Fusionstechnologie, sowie Aufrüstung sind im Vertrag von Lissabon für die 27 EU-Mitgliedsstaaten zwingend vorgeschrieben.

5. Mai 1987. Eine Pershing-Rakete landet nach einem Verkehrsunfall bei Heilbronn in einem Graben  (Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

30. Juni 1986. An einem unbekannten Ort in Deutschland fällt durch einen menschlichen Fehler der Atomsprenkopf einer Pershing-Rakete auf den Boden (Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

15. August 1985. Die Urananreicherungsanlage Gronau geht als Uran-Trennanlage 1 (UTA-1) in Betrieb. Damit ist Deutschland in der Lage auch ohne zivile Atomkraftwerke das radioaktive Uran militärisch nutzbar zu machen(Wikipedia - Urananreicherungsanlage Gronau).

11. Januar 1985. Bei Heilbronn, Waldheide fängt die erste Stufe einer Pershing-II-Rakete bei einer Routineübung Feuer und brennt explosionsartig ab. Die Trümmer der Rakete flogen bis zu 120 Meter. Nur 250 Meter vom Explosionsort entfernt waren gefechtsbereite Pershing-II-Raketen mit Atomsprengköpfen stationiert. 2 US-amerikanische Soldaten wurden bei dem Unglück getötet. 16 wurden schwer verletzt   (Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

1984. Der Atomwaffenstützpunkt Mutlangen wird von Demonstranten blockiert. 2999 Blockierer werden festgenommen, wegen Nötigung angezeigt und meist zu Geldstrafen von 20 Tagessätzen verurteilt. Später hob das Bundesverfassungsgericht in einem Grundsatzurteil die Verurteilungen als verfassungswidrig auf.
1984. Beim Verladen in ein Flugzeug in Bruggen fällt eine Atombombe des Typs WE 177 herunter und verursacht eine zweitweilige Schließung des Stützpunktes (Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

2. November 1982. Bei Karlsruhe versagen einem US-amerikanischen Raketentransporter mit einer Pershing-Ia-Rakete auf einer Gefällstrecke die Bremsen. Er rast ungebremst in den Ort Waldprechtsweier und zerquetscht mehrere Autos. Ein Autofahrer wird getötet. Wegen der Befürchtung dass die Rakete explodieren könnte wird darauf hin der ganze Ort evakuiert. Auf menschenleeren Strassen patroulliert dann die Polizei. Erst am Nachmittag des 3.11.1982 verließ nach den langen Aufräumarbeiten ein Konvoi mit den Wracks der Militärfahrzeuge und Raketenteile den Ort (Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

23. Februar 1981. Bei Sechselberg in Baden-Württemberg explodiert eine Pershing-II-Rakete  (Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

1977. An einem unbekannten Ort in Deutschland stürzt ein mit Atomwaffen bestückter Hubschrauber vom Typ CH-47 wegen einem Motorbrand ab (Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

1975 bis 1982. Von verschiedenen Abteilungen des Fraunhofer-Instituts werden im Auftrag des Bundesverteiligungsministeriums Forschungsarbeiten zum Aufbau, Funktionsweise, Wirkungsgrad und Optimierung von Atomwaffen durchgeführt. Eine Spitzenstellung hatte dabei offenbar das Kernforschungszentrum Karlsruhe inne. Dort wurde an Verfahren zur Verbesserung der Atombombenherstellung gearbeitet. Die Produktion von Waffen-Uran im "Trenndüsenverfahren" und  Waffen-Plutonium per "Laseranreicherung" sollte beschleunigt und vereinfacht werden. Es wurde auch Fusionsforschung mit ihren Querverbindungen zur Wasserstoffbombe betrieben.

1974. Bei Laarbruch fällt eine Atombombe vom Typ WE 177 beim Verladen in ein Flugzeug herunter  (AG-Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

1974. Der Atomwaffensperrvertrag wird nach Abschwächung der scharfen Kontrollbestimmungen, nach dem Einfügen einer dreimonatigen Kündugungsfrist und der Zusicherung, dass der Vertrag nicht im Ernstfall gilt von Deutschland ratifiziert. Davor sperrte sich die BRD angeblich um Industriegeheimnisse zu schützen. Im Ernstfall können die Trägerwaffensystem der Bundeswehr so ausgerüstet werden dass mit ihnen atomare Sprengsätze abgeschossen werden können. Der Atombombenabwurf gehört zum Trainingsprogramm der deutschen Luftwaffe.

1971. Aus der Deutschen Atomkommission geht die Strahlenschutzkommission hervor.
05.03.1970. Der Atomwaffensperrvertrag tritt in Kraft.

22.02.1970. Der Atomwaffensprengkopf einer Pershing-Rakete fällt in Böttingen während Wartungsarbeiten auf den Boden und wird beschädigt. Ein Teil der Raketenspitze brach ab. Ein Arbeiter, der einen Bolzen und Detonationskabel entfernte hatte einen Fehler gemacht. Das Gebiet wird zunächst evakuiert und gesperrt. Der Sprengkopf ist jedoch nicht explodiert (AG-Friedensforschung - Unfälle mit Atomwaffen).

28.11.1969. DerAtomwaffensperrvertrag wird von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet.

01.07.1968. Der Atomwaffensperrvertrag wird von den USA, der Sowjetunion und Großbritannien unterzeichnet (Wikipedia - Atomwaffensperrvertrag).

Anfang 1960er Jahre: Auf deutschem Gebiet lagern bereits 10 verschiedene Atomwaffentypen.

1. Januar 1960. Das erste deutsche Atomgesetz (AtG) tritt in Kraft (Wikipedia - Atomgesetz (Deutschland).

1959. Ernst Bloch schreibt in seinem Werk "Prinzip Hoffnung" "Einige hundert Pfund Uranium und Thorium reichen aus, die Sahara und die Wüste Gobi verschwinden zu lassen, Sibirien und Nordkanada, Grönland und die Antarktis zur Riviera zu verwandeln." Atomenergie könne "aus Wüste Fruchtland, aus Eis Frühling machen" (Klimaretter.info).

Herbst 1958.  Nach dem endgültigen Aus der feuchten Atomträume bleibt für  Adenauer und Strauss  "nur die nukleare Teilhabe" die ihnen von den USA zugestanden wird übrig. Kriegsminister Franz Josef Strauß bestellt bei dem kalifornischen Rüstungshersteller Lockheed den Jagsbomber "Starfighter" F-104, der mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden konnte. Dazu werden 5 neue Geschwader mit Atombomben des Typs MK-28 aufgestellt. In jedem Fliegerhorst wird eine US-amerikanische Spezialeinheit einquartiert um die Waffen zu bewachen und im Verteidigungsfall scharf zu schalten.

1. Juni 1958. Die General Charles de Gaulles lässt sich zum Ministerpräsidenten von Frankreich nominieren weil der bisherige Präsident Felix Gaillard sein Land in eine tiefe Staatskrise gesteuert hat die er nicht mehr bewältigen konnte (Wikipedia - Algerienkrieg, Wikipedia - Indochina-Krieg, Verhandlungen über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft). Er bekommt für 6 Monate weitreichende Notstandsmachtbefugnisse und kassiert sofort das Atomwaffenabkommen mit Deutschland  und Italien weil Frankreich nach seinem Willen selbständig Atomwaffen bauen soll (Spiegel, Wikipedia - Charles de Gaulle).

08. April 1958. Die Kriegsminister Franz Josef Strauß, Paolo Taviani und Jaques Chaban-Delmas unterschreiben ein konkretes Rüstungsabkommen. Um einen Eklat zu vermeiden weiht Bundeskanzler Konrad Adenauer den US-amerikanischen Aussenminister John Forster Dulles in die Rüstungspläne ein. Dulles schlägt die Ausweitung des Abkommens auf Großbritannien vor um die atomaren Ambitionen der Europäer zu kontrollieren (Spiegel).

25. März 1958. Der Deutsche Bundestag spricht sich mit der absoluten Mehrheit von CDU/CSU für die atomare Bewaffnung der Bundeswehr aus. Verhindert wurde die Umsetzung durch den Widerstand der Alliierten. Nach einigen Jahren "wertfreier Grundlagenforschung" widmete sich das Hans-Meitner-Institut (HMI) zusammen mit den 5 anderen Atomfurschungszentren der anwendungsorientierten Forschung und leistete Zuarbeit für eine südafrikanische Atombombe. Ausserdem arbeitete das HMI mit dem Rüstungskonzern Messerschmidt-Bölkow-Blohm zusammen um eine extrem strahlenresistente Mikroelektronik zu entwickeln die der Überlebensfähigkeit moderner Waffensysteme in einem Atomkrieg gewährleisten sollte.

04.10.1957. Die Russen haben mit Sputinik 1 den ersten Satelliten ins All geschossen und signalisiert dass die Sowjetunion mit ihrer innovativen Raketentechnik nun theoretisch in deer Lage sind jeden Ort auf der Welt zu bombardieren. Damit waren die Zeiten der nuklearen Überlegenheit der USA endgültig vorbei (Spiegel).

25.05.1957. Der Grundstein für das Berliner Atomforschungszentren "Hans-Meitner-Institut" wird gelegt (Nixblog - Berliner Experimentier-Reaktor).

10. Mai 1957. Kriegsminister Strauss hält folgende Rede: "Die Rote Armee besitzt eine erhebliche Überlegenheit an konventionellen Waffen - sie verfügt über Atomkampfmittel aller Art. Wenn wir den Verteidigungsstreitkräften in Europa eine mindestens gleichwertige Ausrüstung und Bewaffnung verweigern, so bedeutet das geradezu einen Anreiz zur Aggression. Aus diesem Grund kann die Bundesregierung aus ihrer Verantwortung für das deutsche Volk heraus keinen Einspruch dagegen einlegen, dass bis zum Abschluss eines umfassenden Abrüstungsabkommens die auf dem Gebiet der Bundesrepublik stationierten Verteidigungsstreitkräfte über moderne Waffen verfügen..."

17. April 1957. Auf Wunsch des Bundeskanzler kommen 5 der 18 Protestwissenschaftler ins Palais Schaumburg zu einer etwa siebenstündigen Beratung. Am Ende wurde von Felix von Eckardt (Presseprecher von Konrad Adenauer) ein gemeinsames Kommuniqué in dem sich alle Beteiligten durch Unterschrift zum Frieden und zur Abrüstung bekannten präsentiert. Die öffentliche Fehde zwischen den Wissenschaftlern und der Bundesregierung war damit so gut wie abgeschlossen (Spiegel).

12. April 1957. 18 international rennomierte Atomphysiker gehen über das Büro von Otto Hahn mit der sogenannten "Göttinger Erklärung" an die Öffentlichkeit: "Die Pläne der atomaren Bewaffnung der Bundeswehr erfüllen die unterzeichnenden Atomforscher mit tiefer Sorge... Die Unterzeichner fühlen sich daher verpflichtet, öffentlich auf einige Tatsachen hinzuweisen, die alle Fachleute wissen, die aber der Öffentlichkeit noch nicht hinreichend bekannt zu sein scheinen... Jede einzelne taktische Atombombe ...hat eine ähnliche Wirkung, wie die erste Atombombe, die Hiroshima zerstört hat...Heute kann eine taktische Atombombe eine kleinere Stadt zerstören, eine Wasserstoffbombe aber einen Landstrich von der Größe des Ruhrgebiets zeitweilig unbewohnbar machen. Durch Verbreitung der Radioaktivität könnte man mit Wasserstoffbomben die Bevölkerung der Bundesrepublik wahrscheinlich heute schon ausrotten ... Gleichzeitig betonen wir, dass es äußerst wichtig ist, die friedliche Verwendung der Atomenergie mit allen Mitteln zu fördern, und wir wollen an dieser Aufgabe wie bisher mitwirken."
Unter den 18 Unterzeichnern die auf Anraten des Religionsphilosophen Martin Buber eine Selbstverpflichtung abgaben, in der sie versicherten dass keiner der Unterzeichner "sich an der Herstellung, Erprobung oder Einsatz von Atomwaffen in irgendeiner Weise beteiligen werde" waren Werner Heisenberg, Karl Wirtz, Otto Hahn und Carl-Friedrich von Weizsäcker die an der Göttinger Georg-August-Universität lehrten und forschten. Carl-Friedrich von Weizsäcker hatte bei einem gemeinsamen Frühstück mit seinem Kollegen Walter Gerlach (Experimentalphysiker) in der Morgenzeitung die Äußerung des Bundeskanzlers gelesen. Daraufhin telefonierte dann die Prominenz der deutschen Atomphysik zusammen und verfasste einen Entwurf für das Manifest.
Neben der pazifistischen Einstellung einiger der 18 Wissenschaftlern  spielte möglicherweise auch ein interessenpolitisches Vorgehen eine Rolle. Die hervorgehobene Beschränkung auf ausschließlich zivil genutzte Atomenergie bot den Wissenschaftlern in Deutschland die einzige Möglichkeit wieder in größerem Rahmen Atomforschung zu betreiben (Spiegel).

5. April 1957. Bundeskanzler Konrad Adenauer auf einer Pressekonferenz in Köln: "Die taktischen atomaren Waffen sind im Grunde genommen nichts anderes, als eine Weiterentwicklung der Artillerie, und es ist ganz selbstverständlich, dass bei einer so starken Fortentwicklung der Waffentechnik wir nicht darauf verzichten können, dass unsere Truppen auch die neuesten Typen haben und die neueste Entwicklung mitmachen...". Es kam zu lautstarkem öffentlichen Protest. Die Mehrheit der Deutschen hatte 12 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit militärischen Angelegenheiten nicht viel im Sinn. Man befürchtete nach Hiroshima und Nagasaki den Einsatz von Atomwaffen in Europa. Bis dahin war von den regierenden Politikern auch der Eindruck erweckt worden dass sie atomares Teufelszeugs zur Verteidigung ablehnen würden (Spiegel, Nixblog - Atombombenabwurf auf Hiroshima).

29. Januar 1957. Kriegsminister Strauss lädt die "aufmüpfigen" Atomwissenschaftler im Bundesverteidigungsministerium vor und weist das Ansinnen von ihnen mit folgenden Worten zurück: "Wenn Sie das tun, meine Herren, werden Sie die Heroen von Ostberlin bis Peking sein."

1957. Lionel M. Chassin (französischer General) sagt: "Wenn ein Land wie Westdeutschland sowohl militärische Verteidigung als auch seine politische Handlungsfreiheit sicherstellen will, so muss es in der Lage sein, atomaren Sprengstoff selbst herzustellen um ihn im Ernstfall einzusetzen. Ist es dazu nicht in der Lage risikiert es, dass seine nationale Verteidigungsorganisation ohnmächtig bleibt und die aufgewandten Mittel vortgeworfenes Geld sind".

1957. Die Deutsche Atomkomission verfasst eine Denkschrift für den Bau einer Wiederaufbereitungsanlage (WAA) zur Abtrennung von Plutonium welches bis dahin ausschließlich als Brennstoff für Atombomben bekannt war.

19. Dezember 1956. In einer Sitzung des Kabinetts äußert Bundeskanzler Konrad Adenauer "dass er es aus sicherheitspolitischen Gründen für ratsam halte, sich unabhängig zu machen und selbst atomare Waffen in der Bundesrepublik herzustellen (Spiegel).

23. November 1956. Die drei Kriegsminister Franz Josef Strauß, Paolo Taviani und Jaques Chaban-Delmas unterschreiben ein Geheimprotokoll zur gemeinsamen Entwicklung und Produktion von atomaren Trägersystemen und Waffen. Der deutsche Beitrag wird als "Beteiligung an einem "europäischen Institut für Flugkörper" deklariert. Entwickelt und gebaut werden sollen die Atomwaffen auf französischem Boden (Spiegel).

19. November 1956: "12 international anerkannte Wissenschaftler schreiben an den neuen Kriegsminister Strauss: Wir sehen in ihr eine Gefahr für Deutschland und einen Nutzen für niemanden...Insbesondere würde die Herstellung und Lagerung von Atomwaffen im Gebiet der Bundesrepublik im Ernstfall feindliche Atomangriffe geradezu provozieren..."

16. November 1956. Maurice Faure (Staatssekretär im französischen Aussenministerium) macht bei einem Treffen im Privathaus von Bundeskanzler Adenauer das Angebot dass Deutschland und Frankreich zusammen mit Italien unter strikter Geheimhaltung Atomwaffen entwickeln und produzieren könnten (Spiegel).

Herbst 1956. Bundeskanzler Konrad Adenauer äußert im Kreis seiner Vertrauten "dass es unerträglich ist, dass zwei große Staaten in der Welt allein im Besitz von nuklearen Waffen sind und damit das Schicksal der Völker dieser Erde in der Hand halten. Neben geheimen Gesprächen mit Frankreich und Italien verhandelt  Adenauer offiziell mit den USA über eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr. Dabei spielten Überlegungen in der NATO dass zur effektiveren Verteidigung Deutschlands mit Depots von US-amerikanischen Atomsprengköpfen angelegt werden sollten. In diesem Plan sollten die USA die Sprengköpfe herstellen und kontrollieren. Deutschland sollte die Trägersysteme liefern (Spiegel).

Herbst 1956. Viele Betrachter werfen der Physikerelite eine bemerkenswerte politische Naivität vor. Der Existenzphilosoph Karl Jaspers kommentiert das in einem Radiovortrag folgendermassen: "Zwischen der Ingeniösität ihrer technischen Erzeugung einerseits und der Ahnungslosigkeit ihres politischen Denkens klafft ein Abgrund. Erschrocken von dem, was sie angerichtet haben, fordern sie mit Friedensgedanken eine Lösung, indessen sie die Sache weiterbetreiben. So intelligente Männer wollen und wollen nicht, sie verhalten sich wie Kinder und sprechen von Tragödie."


25. Juli 1956. Atom- und Kriegsminister Franz Josef Strauß stellt einen Gesetzentwurf zur "Erzeugung und Nutzung der Kernenergie" vor.

26.01.1956. Unter dem Vorsitz von Franz Josef Strauss konstituiert sich die Deutsche Atomkommission. Sie sollte die Interessen von Staat und Wirtschaft koordinieren. Vertreter der Wirtschaft waren Hermann Josef Abs (Bankier), Hans Constantin Boden (Wehrwirtschaftsführer) und Carl Knott (Wehrwirtschaftsführer).

1956. Das Karlsruher Forschungszentrum wird als Reaktorbau- und Betriebsgesellschaft gegründet (Nixblog - Karlsruher Institut für Technologien (KIT)).

1956. Franz Josef Strauss wird Kriegsminister. Damit verschwanden Adenauers Pläne einer konventionell ausgerüsteten 500.000 Mann starken Armee in der Versenkung.


Franz Josef Strauß und Helmut von Grolmann / 09.06.1959
1955. Die Atomforschung wird in Deutschland wieder zugelassen. Franz Josef Strauß wird erster Atomminister und Vorsitzender der "Deutschen Atomkommission". Derweil bringen die US-amerikanischen Streitkräfte den das erste Flugzeug mit Atombomben nach Deutschland. Max von Laue schägt ein neues Berliner Atomzentrum vor was vom neuen Atomministerium sofort umgesetzt wird.

1954. Bundeskanzler Konrad Adenauer sichert in den Pariser Verträgen zu dass die BRD auf eine eigene Atombewaffnung verzichten wolle.

1948. Hans Speidel (NAZI-General und militärischer Berater Konrad Adenauers) fordert in einem Memorandum für die Wiederbewaffnung die selben Waffen wie die Alliierten.

02.02.1947. Der Tagesspiegel meldet: "Der US-amerikanische Atomenergie-Ausschuss gab in seinem ersten offiziellen Bericht an den Kongress bekannt, dass er seine Hauptaufgabe darin sehe, die Entwicklung der Atomenergie voranzutreiben, um bessere Atomwaffen für die USA herzustellen." Sollte Westdeutschland da nachstehen?

1946. Im Max-Planck-Institut in Göttingen wird unter der Leitung von Werner Heisenberg und seinem Mitarbeiter Max von Laue die Atomforschung fortgesetzt obwohl sie maßgeblich am Atomwaffenprojekt der Nazis mitgearbeitet hatten  (Friedenskooperative).

3. Januar 1946. Die 10 Wissenschaftler des Uranprojekts werden aus dem Internierunglager "Farm Hall" freigelassen und kehren wieder nach Deutschland zurück (Wikipedia - Uranprojekt).

18. November 1945. Otto Hahn bekommt für seine Entdeckung aus dem Jahr 1938 den Nobelpreis für Chemie zuerkannt (Wikipedia - Uranprojekt).

15. Oktober 1945. Die Alsos-Mission wird beendet (Wikipedia - Alsos-Mission).

6. August 1945. T.H. Rittner (Diensthabender Offizier des Internierungslagers "Farm Hall" erhält aus London den Befehl dass die Gefangenen um 18 Uhr Radio hören sollen. Ritter soll die Reaktionen der Wissenschaftler auf die Meldungen verfolgen. Hahn, Heisenberg und Wirtz hören die Nachricht der BBC von der US-amerikanischen Atombombe die auf die japanische Stadt Hiroshima abgeworfen worden war. Die Reaktionen der drei Wissenschaftler sind unterschiedlich.
Wirtz äußerte dass er froh  ist dass sie nicht selbst die Bombe hatten.
Heisenberg vermutete zunächst einen "Bluff" und vertrat später die Meinung dass es wohl der schnellste Weg war, den Krieg zu beenden.
Hahn sah sich wohl in all seinen Befürchtungen bestätigt die ihn seit seiner Entdeckung der Kernspaltung im Dezember 1938 gequält hatten, war stark erschüttert und fühlte sich für den Tod Hunderttausender von Menschen verantwortlich. Er war nur froh dass es den Deutschen nicht gelungen war.
Von Weizsäcker sagte dass es schrecklich sei was die Amerikaner getan haben und dass er die Aktion für Wahnsinn halte (Wikipedia - Uranprojekt).

1945 bis 1946. Werner Heisenberg ist mit anderen führenden Wissenschaftlern des Uranprojekts in "Farm Hall" in England interniert. Die Gespräche der Wissenschaftler werden durch das englische Militär abgehört und aufgezeichnet (Wikipedia - Werner Heisenberg, Wikipedia - Uranprojekt).

23. April 1945. US-Spezialisten entdecken in Haigerloch die Anlage in der die deutsche Entwicklung zum Bau einer Atombombe unter Werner Heisenberg stattfand. Ein kleines Unternehmen im Vergleich zum Manhattan-Projekt der USA. Die 664 Uranwürfel - zu wenig um einen Forschungsreaktor in Gang zu bringen - wurden versteckt. Der Reaktorbehälter strahlte nicht. Es hatte dort keine Kettenreaktion stattgefunden. Heisenberg und sein Team hatten lange mit falschen Zahlen gerechnet und daher erwartet dass mehrere Tonnen Uran-235 für eine Atombombe notwendig wären. Tatsächlich werden nur wenige Kilo benötigt.
Der Reaktor wird zerstört und alle Materialien und Forschungsberichte beschlagnahmt und zur Analyse in die USA geschafft. Die deutschen Wissenschaftler des Uranprojekts werden verhaftet. Bagge, von Weizssäcker und Wirtz werden in Hechingen gefasst, Heisenberg in seiner Heimat Urfeld, Gerlach und Diebner in Mänchen und Harteck in Hamburg. In Teilfingen werden die Chemiker Otto Hahn, Horst Korschung und Max von Laue aufgegriffen (Welt, Atomforschungszentrum "Los Alamos National Laboratory" (LANL) Wikipedia - Uranprojekt, Wikipedia - Alsos-Mission).
Mitte März 1945. Die ersten alliierten Truppen überqueren den Rhein von Ludwigshafen nach Mannheim. Dabei sind schon Alsos-Mitarbeiter. Das erste Ziel war Heidelberg (Heidelberg wurde am 30. März 1945 eingenommen) wo am Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung unter der Leitung von Professor Walter Bothe das einzige deutsche Zyklotron stand. Das Institut konnte ohne Zwischenfälle übernommen werden. Bothe wurde verhört. Seine Arbeiten konfisziert (Wikipedia - Alsos-Mission).
Ende Februar 1944. In dem Felsenkeller in Haigerloch bei Hechingen soll im Rahmen der B-8 Reihe der letzte einer langen Reihe von Versuchen durchgeführt werden. Dazu wurden zuvor von Stadtilm die Materialien nach Haigerloch geschafft.  Der Forschungsreaktor Haigerloch wird mit 1,5 Tonnen Uran und 1,5 Tonnen schwerem Wasser in Betrieb genommen. Das reichte jedoch nicht aus um den Reaktor kritisch werden zu lassen. Daraufhin versuchte Heisenberg noch die letzten Vorräte an Uran und schwerem Wasser aus Stadtilm zu bekommen. Die Lieferung kam jedoch nicht mehr durch  (Wikipedia - Uranprojekt).

Ende 1944. Heisenberg, Bothe und Wirtz bleiben zunächst in Berlin und bereiten die Errichtung des großen Uranreaktors im fast fertig gebauten Bunker vor. Er kann von Wirtz mit 1,25 Tonnen Uran und 1,5 Tonnen schwerem Wasser bestückt werden. Der Versuch zeigt eine deutliche Vermehrung der aus einer radioaktiven Neutronenquelle zugeführten Neutronen. Wirtz bereitet daraufhin einen größeren Versuch vor. Nachdem die Rote Armee am 30. Januar 1945 jedoch bei Kienitz die Oder überquert hatte und unmittelbar darauf einen Brückenkopf errichtete, so dass der Vorstoß auf Berlin absehbar war, gab er die Anweisung, Berlin zu verlassen. Das Uran und das schwere Wasser wurden zu Diebner nach Stadtilm verfrachtet, während die Physiker nach Hechingen flohen (Wikipedia - Uranprojekt).

29. August 1944. Nach der Befreiung von Frankreich werden dort im Rahmen der Alsos-Mission II weitere Untersuchungen zum deutschen Uranprojekt durchgeführt. Frédéric Joliot-Curie wird nach London geflogen um über das Projekt und die Arbeit deutscher Physiker zu berichten. Während der Zeit der Okkupation hatten Professor Erich Schumann, Dr. Kurt Diebner, Professor Walther Bothe, Professor Abraham Esau, Professor Wolfgang Gentner und Dr. Erich Bagge in seinem Labor gearbeitet. Damit war ein Großteil der deutschen Atomwissenschaftler identifiziert. Ausserdem wurden Dokumente und sensitives Material wie Uran und schweres Wasser sichergestellt (Wikipedia - Alsos-Mission).
August 1944. Die Leunawerke werden getroffen, nachdem bereits zuvor ein britisches Bomberkommando bei einem Nachtangriff auf Frankfurt am Main die Degussa-Werke und die Uran-Produktionsanlagen zerstört hatte. Danach zeigt die I.G. Farben kein Interesse mehr an der Produktion von schwerem Wasser. Damit war die deutsche Uran- und Schwerwasserproduktion ausgeschaltet. Die deutschen Physiker verfügen insgesamt gegen Ende des Krieges über maximal 2,5 Tonnen schweres Wasser. Es ist fraglich ob das zum Betrieb eines Uranreaktors ausreicht (Wikipedia - Uranprojekt).

1. Januar 1944. Walter Gerlach übernimmt den Posten als Bevollmächtigter für Kernphysik von Esau der sich bei der Leitung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und bei Albert Speer unbeliebt gemacht hatte. Gerlach setzte die ihm zur Verfügung stehenden Gelder vor allem für Projekte der Grundlagenforschung ein und entzog sie somit dem Uranprojekt und anderen Projekten mit militärischen Anwendunsbereichen wie Teilchenbeschleunigern. Er verhinderte auch dass die deutschen Physiker zum Wehrdienst eingezogen wurden.

Ende 1943. Die USA hegen schon lägere Zeit die Befürchtung dass die Deutschen an einer Uranbombe arbeten. Daher wird die militärische Alsos-Mission mit dem Ziel, den Stand des deutschen Uranprojekts zu erkunden, weitere Forschungen zu unterbinden und der Physiker habhaft zu werden, aufgestellt. Alsos wurde in 3 Teile aufgegliedert. Bei Alsos I wurden italienische Wissenschaftlern mit Kontakten  zu  Deutschen befragt. Das blieb Ergebnislos. Alsos II waren Untersuchungen in Frankreich. Alsos 3 in Deutschland. Das Hauptquartier war in London. Initiator und Befehlshaber der Einheit war Leslie R. Grooves (Spiegel,  Wikipedia - Uranprojekt, Wikipedia - Alsos-Mission).

16. November 1943. Die Schwerwasserfabrik von Norsk Hydro wird endgültig von britischen Bomberverbänden zerstört. Obwohl die Schwerwasser-Konzentrierungsanlage im Keller unversehrt geblieben ist kann die komplette Fabrik nicht mehr arbieten weil die Kraftstation getroffen worden war. Es wird der Versuch unternommen, das restliche Schwerwasser in die fast fertige Anlage der Leunawerke in Deutschland zu bringen. Um Rjukan zu verlassen muss der der Transport mit der Eisenbahnfähre "Hydro" jedoch den See Tinnsjå überqueren. Die Alliierten haben jedoch von den den Plänen erfahren und norwegische Widerstandskämpfer konnten die Fähre am 20. Februar 1944 versenken. Nur einige der Schwerwasser-Fässer konnten von den Deutschen gerettet werden (Wikipedia - Uranprojekt).

Spätherbst 1943. Nachdem die britische Luftwaffe mit ihren Angriffen auf Berlin begonnen hat, werden Teile des Kaiser Wilhelm-Instituts für Physik nach Hechingen in Süddeutschland ausgelagert. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie zieht unter Leitung von Otto Hahn in die Nähe von Tailfingen. Diebner  verlegt sein Labor nach Stadtilm in Thüringen, Harteck und Groth ziehen mit der neuen Ultrazentrifuge zuerst nach Freiburg, später nach Celle.
Mit Uranwürfeln werden im "Atomkeller" von Haigerloch offensichtlich Versuche zur Erzielung einer nuklearen Kettenreaktion in einem mit schwerem Wasser gefüllten Becken unternommen (Welt).

23. Oktober 1943. Walter Gerlach wird zum Leiter der Fachsparte Physik im Reichsforschungsrat und übernimmt damit auch die Leitung des Uranprojekts.

14. Oktober 1943. In einem Brief schreibt Werner Heisenberg an seine Frau dass er sich "im Grunde überhaupt nicht mit" seinem Schüler Carl Friedrich von Weizsäcker festeht. Er hat offenbar zu viel von einem neuen Glauben, den man den Menschen mit Feuer und Schwert bringen muss erzählt. Der Träger vom Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1963 spricht: "Wer nicht das Gleiche glaubt wie ich, muss ausgerottet werden" (Welt).

1943. Mit den Mitteln der Reichspost wird bei Miersdorf ein Zyklotron fertiggestellt  (Wikipedia - Uranprojekt).

Ende 1942. Abraham Esau wird zum "Bevollmächtigten für Kernphysik ernannt" und kann von nun an alle physikalischen Forschergruppen kontrollieren (Wikipedia - Uranprojekt).

23 Juni 1942. Im Leipziger Forschungsreaktor ereignet sich ein schwerer Unfall. Für den Atomreaktor waren mehreren Monate zuvor 750 Kg Uranpulver und 140 Kg schweres Wasser in zwei fest miteinander verschraubte Halbkugeln aus Aluminium gefüllt und in einem Wassertank versenkt worden. Das Experiment schien erfolgreich zu verlaufen. Es wurden mehr Neutronen erzeugt als verbraucht. Damit wurden vorhergehende Experimente erfolgreich bestätigt. Nun jedoch entweichen der Kugel plötzlich Wasserstoffblasen. In der Folge erwärmt sie sich. Nun wird die Kugel aus dem Behälter geholt. Der Versuch sie zu öffnen ist jedoch erfolglos und sie wird schnell wieder im Wassertank versenkt. Gegen Abend beginnt das Wasser zu brodeln und wenig später explodiert die Kugel. Der Raum gerädt durch brennendes Uran in Brand. Die anwesenden Personen (u.a. Heisenberg und das Ehepaar Dönel) bleiben jedoch unverletzt. Erste Löschversuche der Döpels sind weitgehend erfolglos. Erst der Feuerwehr gelingt es den Brand zu löschen. Vom Reaktor ist danach nur noch Uranoxidschlamm übrig. Zur Explosion hat jedoch keine keine atomare Kettenreaktion stattgefunden. Es war Wasser in die Uranschicht eingesickert. Dadurch konnte sich Wasserstoff bilden. Zusammen mit der Sauerstoff in der Luft ergab das "Knallgas". Es ist der erste Unfall einer ganzen Reihe von Katastrophen in Atomanlagen bei denen sich aus Wasserdampf und überhitztem Metall (z.B. Fukushima) oder Graphit (z.B. Tschernobyl) explosive Gase bildeten und zu Explosionen führten.
Um ähnliche Vorfälle auszuschliessen wurde danach beschlossen Uran nur noch in fester Form von Guss-Uran zu verwenden. Heisenberg errechnet, dass ungefähr 10 Tonnen Guss-Uran und 5 Tonnen schweres Wasser zu einer ersten kritischen Atomreaktion notwendig sind. Er experimentiert in Berlin-Dahlem mit Uranplatten. Diebner setzt in Kummersdorf auf Uranwürfel die er in gefrorenem Schwerwasser lagert. Statt zu kooperieren arbeiten die beiden Arbeitsgruppen gegeneinander. Diebner hat unerwartet gute Ergebnisse bei seinen Versuchen. Heisenberg versagt ihm jedoch die Anerkennung und besteht weiterhin auf die Verwendung von Uranplatten und normalem schwerem Wasser (Wikipedia - Uranprojekt).

4. Juni 1942. Nachdem Werner Heisenberg und seine Kollegen zu dem Schluss gekommen sind dass die aufwendige Anreicherung von Uran 235 mit den verfügbaren Ressourcen in der voraussichtlichen Restlaufzeit des Krieges nicht zu machen ist wird von ihnen Albert Speer (Reichsminister für Bewaffnung und Munition) bei einer Geheimsitzung in Berlin in Kentniss gesetzt.
Auf die Frage wie groß eine Uranbombe wäre, deren Wirkung genügen würde, um eine große Stadt zu zerstören, antwortete Heisenberg: "So groß wie eine Ananas" obei er sich wohl nur auf die eigentliche Sprengladung bezog.
Nur am Rande erwähnt wurde offensichtlich die Möglichkeit zum Bau einer Plutoniumbombe bei der eine Trennung relativ einfach chemisch durchgeführt werden kann und nur ein Natururan-Reaktor mit Schwerwasser als Moderator erforderlich ist. Die Frage nach der Entwicklungdauer für eine Uranbombe wurde mit 3 bis 5 Jahren angegeben. Damit verlor das Uranprojekt seine Priorität. Speer genehmigte jedoch den Bau eines Bunkers auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin. Dort sollte der erste große deutsche Atomreaktor aufgebaut werden (Wikipedia - Werner Heisenberg Wikipedia - Uranprojekt).

1942 bis 1945. Werner Heisenberg leitet das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin-Dahlem und lehrt ausserdem als Professor an der Berliner Universität. Dort ist er führend am Uranprojekt des Heereswaffenamtes beteiligt (Wikipedia - Werner Heisenberg).

1942. Heinz Ewald (Physiker am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie) schlägt zur Erhöhung des Anteils des spaltbaren Uranisotops U-235  eine als "Atomumwandlungsanlage" eine Art Massespektrometer vor in welchem ionisierte Uranatome in einem elektrischen Feld beschleunigt und anschließend in einem ringförmigen magnetischen Feld anhand der unterschiedlichen Massen getrennt werden. Manfred von Ardenne (Leiter des Forschungslaboratoriums für Elektronenphysik in Berlin) greift die Idee auf und baut mit Unterstützung von Wilhelm Ohnesorge (Leiter des Reichtspostministeriums) einen Prototypen (Wikipedia - Uranprojekt).

Anfang 1942. Im Leipziger Meiler L-IV wurde weltweit zum ersten Mal eine positive Neutronenproduktion zustande gebracht. Bereits Ende Juli 1942 gelang das in den USA auch Enrico Fermi, dessen Team die Deutschen bald überholte  (Wikipedia - Uranprojekt).

Ende 1941. Die deutsche Kriegswirtschaft gerät durch den Russlandfeldzug unter Druck. Das Heereswaffenamt beschließt die Entlassung des Uranprojekts aus der Kontrolle des Heeres weil es offenbar nicht in absehbarer Zeit zu einer Anwendung führen wird. Es wird dem Reichsforschungsrat unter Aufsicht der Kontrolle des Heeres überlassen. Der Reichsforschungsrat wiederum gibt das Projekt an die Fachsparte weiter. Zur Jahresende lag die Leitung damit wieder bei Abraham Esau, dem sie zu Beginn des Krieges entzogen worden war. Durch den Mangel an schwerem Wasser und hochangereicherten Uran waren die deutschen Forschungen zum Bau eines Uranreaktors kaum vorangekommen (Wikipedia - Uranprojekt).

15. bis 21. September 1941. Die Diskussion zur Entwicklung einer Uranbombe ist schleppend. Einige der deutschen Wissenschaftler haben Skrupel und sind sich nicht darüber klar, wie weit sie sich im Uranprojekt engagieren sollen.
Werner Heisenberg reist mit Carl Friedrich von Weizsäcker nach Kopenhagen. Er möchte mit seinem väterlichen Freund Niels Bohr über die Implikationen einer deutschen Atombombe sprechen und den Physikern in den USA die Boschaft schicken dass von den deutschen Physikern die Arbeit an der Atombombe zurückgestellt wäre. Über den genauen Inhalt des Gesprächs gibt es unterschiedliche Aussagen. Niels Bohr dessen Mutter jüdischer Herkunft war reagiert jedoch schockiert. Er verstand die Äußerungen Heisenbergs so, dass Deutschland ernsthaft an einer Atombombe forschte und verweigerte weitere Gespräche. Kurze Zeit später floh über über Schweden in die USA. Dort rekonstruierte er den Physikern des US-amerikanischen Atomwaffenprojekts in Los Alamos das Gespräch mit der Skizze einer Bombe, die jedoch in Wirklichkeit ein Atomreaktor war  (Wikipedia - Werner Heisenberg).

Sommer 1941. Carl Friedrich von Weizsäcker setzt im Alter von 29 Jahren eine Patentschrift auf in welcher eine "Bombe" und ein "Verfahren zur explosiven Erzeugung von Energie und Neutronen" aus Plutonium beschrieben wird (Spiegel).

Ende Mai 1941. Im Zuge der Besetzung Belgiens kann ein Großteil der Uranvorräte der belgischen Firma Union Minière du Haut Katanga, die Uranerz aus Belgisch-Kongo importierte, sichergestellt werden. Während der folgenden Jahre wurden von den deutschen Truppen 3.500 Tonnen Uranverbindungen aus Belgien in das Salzbergwerk Staßfurt geschafft. Damit wurde der Uranbedarf der Auerwerke bis Kriegsende gestillt.
1941. Werner Heisenberg sieht eine "freie Strasse zur Atombombe" vor sich. Er irrt sich dabei jedoch glücklicherweise gewaltig (Welt).

Juli 1940. Auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biologie in Berlin-Dahlem wird - um unerwünschte Besucher fernzuhalten - unter dem abschreckenden Decknamen "Virus Haus" bis zum Herbst 1940 ein Labor eingerichtet in dem der erste Atomreaktor Deutschlands stehen sollte  (Wikipedia - Uranprojekt).

Mitte Juni 1940. Paris fällt. Kurz danach treffen Erich Schumann (Leiter der Forschungsabteilung des Heereswaffenamtes) und Kurz Diebner dort ein. Sie wollen den französischen Physiker Joliot-Curie, der nicht wie seine Kollegen nach London geflohen war, in seinem Labor am Collège de France aufsuchen. Diebner konnte Joliot-Curie zur Weiterarbeit an nichtmilitärischen Projekten bewegen. Er hatte einen Teilchenbeschleuniger (Zyklotron) halb fertig womit er eine Kettenreaktion auslösen wollte. Diebner versprach die Fertigstellung des Geräts. Im Juli begann unter Wolfgang Gentner eine Arbeitsgruppe in Paris mit den Arbeiten (Wikipedia - Uranprojekt).

Ende Mai 1940. Harteck wollte in einem Versuchsreaktor im Keller des Instituts  Uranoxid in festes Kohlendioxid (Trockeneis) einbetten, welches er aus den Leunawerken der I.G. Farben aus Merseburg bekommen sollte. Weil der Kohlendioxidblock nur gut eine Woche hielt bat er Heisenberg um die Überlassung von Uranoxid bis zum Ende seines Versuchs. Es treffen jedoch nur 50 Kilogramm Uranoxid in Hamburg ein. Viel weniger als von Harteck erhofft. Zusammen mit einer Lieferung der Auergesellschaft hatte er insgesamt für den Versuch nur 185 Kilogramm Uranoxid und damit viel zu wenig um eine atomare Kettenreaktion herbeizuführen (Wikipedia - Uranprojekt).

3. Mai 1940. Das deutsche Heer marschiert in Rjukan ein und die einzige Schwerwasserfabrik der Welt fällt unbeschädigt in deutsche Hände. Man musste jedoch feststellen dass der gesamte Vorrat an schwerem Wasser verschwunden war. Für die Heeresleitung war dies eine Warnung dass die Alliierten ebenfalls an der Atomspaltung arbeiteten. Danach wurde die Schwerwasser-Produktion der Frabrik in Vermork auf 1.500 Kg/Jahr erhöht (Wikipedia - Uranprojekt).

April 1940. Heisenberg bittet Kurt Diebner um 500 bis 1000 Kg Uranoxid. Diebner schreibt zurück dass er sich mit Paul Harteck einigen sollte. Der hatte offenbar gerade wegen 100 bis 300 Kilogramm angefragt (Wikipedia - Uranprojekt).

Anfang 1940. Neben Werner Heisenberg am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin und Kurt Diebner in Berlin-Kummersdorf arbeitet auch Paul Harteck an der Universität Hamburg an einem Uranreaktor. Es findet ein Kampf um die stark begrenzten Ressourcen statt.
Es werden in Deutschland Versuche zur Erzielung einer nuklearen Kettenreaktion mit Platten in einer Schichtanordnung gemacht in der abwechselnd Uran als spaltbares Material und Moderatoren zum Abbremsen der Neutronen gestapelt wurden. Als Moderatoren wurden Grafit, Trockeneis und Parafin genutzt (WeltWikipedia - Uranprojekt).

Anfang 1940. Das Heereswaffenamt bekommt die erste Uranlieferung aus den Uranbergwerken in Sankt Joachimsthal (Wikipedia - Uranprojekt).

6. Dezember 1939. In einem Bericht an das Heereswaffenamt beschreibt Heisenberg die Möglichkeit der technischen Energiegewinnung mit Hilfe der Uranspaltung genauer. Er zeigte dass dazu Natururan benützt werden könnte wenn es mit einer weiteren Substanz (Moderator) kombiniert werden würde, durch die die bei der Spaltung freigesetzten Neutronen verlangsamt, aber wenig absorbiert werden. Dazu könnte man entweder schweres Wasser oder besonders reinen Kohlenstoff verwenden.
In Heidelberg wurden von Walter Bothe Experimente mit Graphit durchgeführt, und kam zu dem falschen Resultat dass Graphit wegen zu hoher Neutronenabsorbtion nicht sehr geeignet sei, sondern nur zur Not gerade noch verwendet werden könnten. Später wurde offenbar festgestellt dass der Graphit mit dem starken Neutronenabsorber Bor verunreinigt war.
Heisenberg berechnete in Berlin die Werte für schweres Wasser und fand heraus dass dieses eine noch bessere Wirkung als ursprünglich angenommen hatte. Damit fiel die Entscheidung zu einer Entwicklung mit schwerem Wasser. Beim Manhattan-Projekt das 3 Jahre später in den USA gestartet wurde verwendete man dagegen Graphit in der Reaktorenentwicklung von Anfang an erfolgreich (Wikipedia - Uranprojekt).

20. September 1939. Kurt Diebner (Fachmann des Heeres für Sprengstoffe und Kernphysik) entwirft mit Erich Bagge (Atomphysiker) zusammen ein Programm mit dem Titel "Vorbereitender Arbeitsplan zur Aufnahme von Versuchen für die Nutzbarmachung der Kernspaltung" mit dem die Forschungsarbeiten koordiniert werden sollten. Das Ziel des Programms war die Erreichung einer kontrollierten Kettenreaktion in einem Atomreaktor. Es folgten zwar nur wenige Physiker (darunter Carl Friedrich von Weizsäcker und Karl Wirtz)  dem Ruf nach Berlin. Alle waren jedoch zur Mitarbeit bereit.
Dem Holländer Peter Debye (Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts) wurde die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft oder die Abdankung nahegelegt. Er weigerte sich jedoch und kam nach einem Aufenthalt in den USA nicht mehr zurück. Als Nachfolger wollte das Heereswaffenamt Diebner einesetzen. Das wurde jedoch von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft abgelehnt. Er wurde dann kommissarischer Leiter mit Werner Heisenberg als Berater bis am 1. Oktober 1942 Heisenberg zum Leiter des Instituts ernannt wurde (Wikipedia - Uranprojekt).

29. April 1939. Unter Leitung von Abraham Esau (Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt) wird eine Expertenkonferenz im Reichsministerium in Berlin einberufen. Dabei waren neben Wilhelm Hanle und Georg Joos auch die Physiker Walther Bothe, Robert Döpel, Hans Geiger, Wolfgang Gentner und Gerhard Hoffman. Auf der Konferenz wurde die Herstellung eines "Uranbrenners" (Atomreaktor) beschlossen. Dazu sollten alle Uran-Vorräte in Deutschland sichergestellt werden. Die führenden Kernphysiker wollte man zu einer "Arbeitsgemeinschaft für Kernphysik", die als erster "Uranverein" bekannt wurde, zusammenführen. Die Forschungen sollten vor allem an der Physikalischen-Technischen Reichsanstalt in Berlin und an der Universität in Göttingen vorangetrieben werden  (Wikipedia - Uranprojekt).

24. April 1939. Paul Harteck (Physikochemiker in Hamburg) und sein Assistent Wilhelm Groth schreiben an das Oberkommando des Heeres dass mit den neuesten Entwicklungen aus der Kernphysik möglicherweise ein Sprengstoff hergestellt werden könnte, der die Wirkung konventioneller Sprengstoffe um das Vielfache übertreffen könnte. Kurt Diebner (Fachmann des Heeres für Sprengstoffe und Kernphysik) fordert daraufhin umgehend Mittel beim Heer an um in Kummersdorf im Süden Berlins ein Versuchslaber einrichten zu lassen. Diebner wird daraufhin leiter einer neu eingerichteten Kernforschungsabteilung im Heereswaffenamt ernannt. Die Heeresleitung befahl gleichzeitig der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin die Einstellung der Uranforschungsversuche. Äußerungen zu Uranreaktoren und Uranwaffen galten ab da als geheim (Wikipedia - Uranprojekt).

22. April 1939. Georg Joos (Physiker aus Göttingen) berichtet zusammen mit Wilhelm Hanle im Reichsministerium über die technischen und militärischen Möglichkeiten der Atomspaltung  (Wikipedia - Uranprojekt).

April 1939. Wilhelm Hanle (Physiker aus Göttingen) hält einen Vortrag über die friedliche Nutzung der Kernspaltung in einer "Uranmaschine" (Atomreaktor)  (Wikipedia - Uranprojekt).
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März 1939. Der französische Physiker Frédéric Joliot-Curie wiederholt die Experimente Hahns und findet heraus dass bei jeder Uranspaltung 2 bis 3 Neutronen freigesetzt werden. Damit war den Physikern der westlichen Welt die Möglichkeit einer Kettenreaktion und die prinzipielle Möglichkeit einer technischen Nutzung als Energiequelle oder Waffe bekannt  (Wikipedia - Uranprojekt).

Januar 1939. Lise Meitner und Otto Fritsch gelingt die kernphysikalische Deutung der Resultate aus den Experimenten von Otto Hahn. Die Uranatome waren in kleinere Bestandteile "zerplatzt" (Wikipedia - Uranprojekt).

1939. Die Norwegische Hydroelektrische Gesellschaft (Norsk Hydro) hat die maximale Monatsproduktion auf 10 Kg schwerem Wasser pro Monat  erweitert.
Weil der Aufbau einer eigenen Schwerwasserproduktion in Deutschland zu aufwendig erscheint nimmt eine Delegation der I.G. Farben Kontakt mit Norsk Hydro auf. Ziel war der Erwerb des kompletten Vorrats von 185 Kilogramm schweren Wassers. Der französische Geheimdienst war jedoch schneller und vereinbarte mit der Firmenleitung die Überführung des schweren Wassers nach Paris zu Frédéric Joliot-Curie welcher eigene Experimente zur Uranspaltung durchführte (Wikipedia - Uranprojekt).

17. Dezember 1938. Otto Hahn kann nach dem monatelangen Beschuss von Uran mit Neutronen  Bariumisotopen in geringen Mengen und damit die Machbarkeit der Kernspaltung nachweisen. Zwei Tage später beschreibt er in einem Brief an Lise Meitner seine Experimente. Seine Messergebnisse veröffentlichte er in einem Aufsatz, der am 6. Januar 1939 in der Zeitschrift Naturwissenschaften" erscheint (Welt, Wikipedia - Uranprojekt).

1938. Nach der deutschen Annexion des Sudetenlandes werden die Uranbergwerke in Sankt Joachimsthal durch die Auergesellschaft ausgebeutet. In Oranienburg wurde innerhalb weniger Wochen ein Betrieb mit einer Poduktionskapazität von rund einer Tonne Uranoxid pro Monat aufgebaut (Wikipedia - Uranprojekt).
1934 bis 1938. Die Norwegische Hydroelektrische Gesellschaft (Norsk Hydro) ist die einzige Firma die, - in einem Werk in Vermork bei Rjukan - als Nebenprodukt bei der Produktion von Kunstdünger, schweres Wasser in nennenswerten Mengen, insgesamt 40 Kilogramm, herstellt.

1934. Enrico Fermit bestrahlt an der Sapienza Universität von Rom verschiedene chemische Elemente, darunter auch Uran, mit Neutronen und gewinnt künstliche radioaktive Elemente (Wikipedia - Uranprojekt).

1927. Werner Heisenberg formuliert im Rahmen der Quantenmechanik die Heisenbergsche Unschärferelation die besagt dass zwei komplementäre Eigenschaften eines Teilchens, wie z.B. Ort und Impuls, nicht gleichzeitig genau gemessen werden können (Wikipedia - Heisenbergsche Unschärferelation).

Auszug aus dem Kriegswaffenkontrollgesetz

§ 16 Nukleare Aufgaben im Nordatlantischen Bündnis

Die Vorschriften dieses Abschnitts und die Strafvorschriften der §§ 19 bis 21 gelten, um Vorbereitung und Durchführung der nuklearen Mitwirkung im Rahmen des Nordatlantikvertrages vom 4. April 1949 oder für einen Mitgliedstaat zu gewährleisten, nur für Atomwaffen, die nicht der Verfügungsgewalt von Mitgliedstaaten dieses Vertrages unterstehen oder die nicht im Auftrag solcher Staaten entwickelt oder hergestellt werden.
§ 17 Verbot von Atomwaffen 
(1) Unbeschadet des § 16 ist es verboten,
1. Atomwaffen zu entwickeln, herzustellen, mit ihnen Handel zu treiben, von einem anderen zu erwerben oder einem anderen zu überlassen, einzuführen, auszuführen, durch das Bundesgebiet durchzuführen oder sonst in das Bundesgebiet oder aus dem Bundesgebiet zu verbringen oder sonst die tatsächliche Gewalt über sie auszuüben,
1a einen anderen zu einer in Nummer 1 bezeichneten Handlung zu verleiten oder
2. eine in Nummer 1 bezeichnete Handlung zu fördern.
(2) Atomwaffen im Sinne des Absatzes 1 sind
1. Waffen aller Art, die Kernbrennstoffe oder radioaktive Isotope enthalten oder eigens dazu bestimmt sind, solche aufzunehmen oder zu verwenden, und Massenzerstörungen, Massenschäden oder Massenvergiftungen hervorrufen können
2. Teile, Vorrichtungen, Baugruppen oder Substanzen, die eigens für eine in Nummer 1 genannte Waffe bestimmt sind.
Für die Begriffsbestimmung der Atomwaffen gelten außerdem Satz 2 der Einleitung und Abschnitt I Buchstabe c der Anlage II zum Protokoll Nr. III des revidierten Brüsseler Vertrages vom 23. Oktober 1954.

Quellen: Deutschlandfunk
Bilder:
- Explosion cloud from the Operation Hurricane atomic bomb test, 3 October 1952, Wikimedia Commons, ChrisO, Public Domain Lizenz 
- Tornado IDS, Wikimedia Commons, gemeinfrei, SSgt. Matthew Hannen, U.S. Air Force
- Forschungsreaktor Garching, Wikimedia Commons,  Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland, High Contrast
- Franz Josef Strauss und Helmut von Grolmann, Wikimedia Commons,  Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland, Namensnennung: Bundesarchiv, Bild 183-64381-0016 / CC-BY-SA, Urheber unbekannt

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