Montag, 5. April 2010

Jörg Kachelmann unter Verdacht



 23.03.2010. Der bekannte Schweizer Journalist und Meteorologe Jörg Kachelmann (Wikipedia) wurde am Samstag 17.03.2009 am Frankfurter Flughafen festgenommen als er von einem Aufenthalt in Kanada bei den Olympischen Spielen und den Paralympics in Vancouver zurückkam. Er sitzt in der Mannheimer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.
Der 51jährige SOLL nach einem Streit seine Freundin vergewaltigt haben. Es gilt auch für Hr. Kachelmann die Unschuldsvermutung bis ein Gericht entschieden hat: Wikipedia).
Seine Freundin, soll eine Moderatorin aus Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis bei einem privaten Radiosender sein, mit der er acht Jahre (anderen Quellen zufolge 11 Jahre) zusammen gewesen sein soll.
Die Frau soll laut ihrer eigenen Aussage zwei benutzte Flugtickets entdeckt haben. Auf Hr. Kachelmann, und eine andere Frau ausgestellt. Sie soll Kachelmann in Ihrer Wohnung zur Rede gestellt haben. Bei dem drauffolgenden Streit soll er sie mit einem Messer ins Schlafzimmer gezwungen und mit vorgehaltenem Messer vergewaltigt haben. Dabei soll er ihr auch Schnittverletzungen beigebracht haben. Nach der Vergewaltigung soll er sie weiter bedroht und sie davor gewarnt haben zur Polizei zu gehen.
Die 36jährige Frau soll sofort nach der Tat zur Polizei gegangen sein und Anzeige erstattet haben. Die Verletzungen und die Vergewaltigung sollen bei einer Untersuchung in der Gerichtsmedizin in der Gynäkologie in Heidelberg bestätigt worden sein. Die Frau soll stark unter den Vorkommnissen leiden. die Staatsanwaltschaft schätzt die Aussagen der Frau als glaubhaft ein.
Hr. Kachelmann droht mit juristischen Schritten gegen den Vorwurf der Vergewaltigung und sein Anwalt Ralf Höcker aus Köln weist die Vorwürfe als "falsch und frei erfunden" zurück.
Das Amtsgericht erließ Haftbefehl wegen Fluchtgefahr da Hr. Kachelmann keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat. Zunächst musste er die Zelle mit einem Kleinkriminellen teilen. Er soll aber in eine Einzelzelle verlegt werden. Die Dauer der Untersuchungshaft ist noch nicht abzusehen. Am Mittwoch, 24.03.2010 um 10.30 Uhr wurde er zum ersten Mal dem Haftrichter vorgeführt. Der Termin war nicht öffentlich. Es soll sich dabei laut Strafverteidiger Reinhard Birkenstock der Herrn Kachelmann verteidigt nicht um einen Haftprüfungstermin, sondern um eine Vernehmung gehandelt haben. Der Sprecher des Amtsgerichts hat dem jedoch widersprochen. Laut ihm war es ein Haftprüfungstermin der bereits vor mehreren Tagen beantragt worden war. Der Antrag war aber anscheinend von dem Strafverteidiger Kachelmanns zurückgezogen worden.
Kachelmann soll die Vergewaltigung bestritten und umfassend vor dem Gericht ausgesagt und sich vorbehalten haben weitere Beweisanträge zu stellen. Das Gericht hat nach stundenlangen Beratungen entschieden ihn zunächst in Haft zu behalten. Dort hat er eine 13 Quadratmeter grosse Zelle mit einer schmalen Pritsche. Der Gefängnisleiter lies untersuchen ob Herr Kachelmann selbstmordgefährdet ist. Priviliegien gibt es für ihn angeblich nicht.
Thomas Franz, der Anwalt der Frau war bei der Vernehmung nicht dabei, will die Aussagen aber sorgfältig prüfen. Bis jetzt hatte er noch keine Akteneinsicht. Sie soll im Moment eine psychotraumatologische Behandlung machen und nicht zur Arbeit gehen.
Sollte Herr Kachelmann sich vor Gericht verantworten müssen und wegen Vergewaltigung verurteilt werden muss er mit einer mindestens einjährigen Haftstrafe rechnen. Es könnten aber auch 2 bis 15 Jahre werden.
Die Dienstpläne des ARD für die Präsentationen der Wettersendungen müssen geändert werden. Seit 2002 wechselt er sich mit Claudia Kleinert und Sven Plöger ab.
Ein unbekannter Geschäftspartner von Hr. Kachelmann wirft der Frau "Stalking" vor. Laut seiner Aussage hatte er in Schwetzingen keine 8jährige Bekanntschaft gehabt.
Kachelmann hat mehrfach Aktionen gegen häusliche Gewalt unterstützt. Mitte Dezember wurde von Ihm in Berlin zum Start einer Kampagne gegen die Misshandlung von Kindern ein Plakat mit der Aufschrift "Gewalt hinterlässt Spuren" präsentiert.

13.09.2010. Kachelmann will vorerst im Prozess nicht aussagen (Sueddeutsche).

29.07.2010. Der Haftbefehl gegen Hr. Kachelmann wird vom Oberlandesgericht Karlsruhe aufgehoben. weil "kein dringender Tatverdacht vorliegt". Er kommt somit zumindest bis zur Verhandlung im September frei (Sueddeutsche).

09.07.2010. Der Prozess soll am 6. September anfangen (Sueddeutsche).

05.07.2010. Ein Prozess könnte vor dem 20. September anfangen weil Hr. Kachelmann bis dann 6 Monate in Untersuchungshaft wäre was eine besondere Haftprüfung durch das Oberlandesgericht zur Folge hätte (Focus).

01.07.2010. Vom Landgericht Mannheim wurde der Antrag von der Verteidigung auf Freilassung zurückgewiesen. Laut dem Gericht sind die Aussagen des mutmaßlichen Opfers glaubhaft. Über die Zulassung der Anklage soll demnächst entschieden werden. Die Akten wurden an das Oberlandesgericht Karlsruhe weitergegeben. Dieses prüft und entscheidet ob der Haftbefehl aufgehoben wird (SWR).

19.06.2010. Gutachter mit gegensätzlichen Meinungen (Spiegel).

16.06.2010. Streit um Pressefreiheit bei laufenden Ermittlungen (Sueddeutsche).

05.06.2010. Eine Gutachterin ist der Meinung dass die Aussage der Frau "nicht belastbar" ist (Sueddeutsche).

18.05.2010. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt gegen Hr. Kachelmann Klage wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und gefährlicher Körperverletzung (SWR, Sueddeutsche, Spiegel).

10.05.2010. Hr. Kachelmann hat wohl erst am 1. Juni den Haftprüfungstermin (Stern).

04.05.2010. Reinhard Birkenstock, der Anwalt von Hr. Kachelmann hat die Aufhebung des Haftbefehls und im Falle dass diesem nicht stattgegeben wird eine mündliche Haftprüfung beantragt (Spiegel).

01.05.2010. Neue Anschuldigungen und keine Hoffnung auf baldige Entlassung. Sollte kein Haftprüfungstermin von den Anwälten Kachelmanns beantragt werden wird er erst am 20. September 2010 dem Haftrichter beim Oberlandesgericht vorgeführt. In den Medien wurde derweil von einer angeblichen ehemalige Geliebten berichtet (Sueddeutsche).

19.04.2010. Auch einen Monat später nichts neues. Hr. Kachelmann sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Eine Haftprüfung wurde anscheinend von seinem Anwalt immer noch nicht beantragt (Spiegel).
 
30.03.2010. Untersuchungshaft im "Café Landes" (Stern).

27.03.2010. Beamte der Soko sollen die Verhaftung 3 Wochen lang vorbereitet haben (Spiegel).

25.03.2010. Ein Spermanachweis reicht nicht aus (Sueddeutsche).

24.03.2010. Streit um die Häufigkeit der Berichterstattung (Welt, Sueddeutsche). Tabuthema Vergewaltigung in der Ehe (Focus).

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