
Der mexikanische Priester Marcial Maciel Degollado (gestorben 2008 im Alter von 87 Jahren) hat 1941 in Lateinamerika die erzkonservativen "Legionäre Christi" gegründet. Die Gruppe wuchs stark und schnell. Der Orden ist in 22 Ländern, vor allem in Spanien und Mexiko verbreitet. Im Moment sollen für den Orden 700 Priester und 1300 Seminaristen arbeiten. Er soll 70.000 Lauenmitglieder haben. Ausserdem ist er Träger von 12 Universitäten.
Das Vermögen der Organisation wird auf 250 Milliarden US-Dollar geschätzt. Sie soll über ein Jahresbudget von 650 US-Dollar verfügen.
Kein anderer Katholik konnte so viele Spenden hamstern wie Maciel. Zu der Gefolgschaft von ihm gehören Carlos Slim (laut Forbes Liste der reichste Mensch der Welt). Der Tenor Plácido Domingo sang auf einer Spendengala. Als Vater und Heiliger wurde Maciel verehrt. Nach seinem Tod wurde seine Seligsprechung gefordert.
Aus Spanien hat sich dann zunächst die Mutter einer mit ihm gezeugten Tochter gemeldet. Danach erfuhr man von zwei mexikanischen Frauen mit 3 Kindern. Ausserdem wird von einer weiteren geheimen Familie in der Schweiz geredet und es wird berichtet dass er sich zwischen den 1940er und 1960er Jahren an mindestens 20 Jugendlichen, darunter 2 seiner eigenen Kinder, vergangen haben soll. Dabei war er aber als Legionär Christi ein strenger Verfechter des Zölibats (Nixblog). Er soll auch Morphiumsüchtig gewesen sein.
Von seinem Doppelleben wussten offenbar viele schon länger. Eine Aufklärung über den Missbrauch von Jugendlichen durch ihn war in dem Bund von niemand zu erwarten. Maciel der Spendensammlerkönig wurde anscheinend durch Papst Johannes Paul II. gestützt. Ausserdem gehörten anscheinend dessen Sekretär Stanislaw Dziwizs und Kardinal Angelo Sodano zu seinen Unterstützern. 2004 wurde Maciel in einer Zeremonie die Leitung des päpstlichen Instituts Jerusalemer Notre Dame Centre anvertraut obwohl ein Aussteiger der Legionäre mehrfach über die Vergehen Maciels geklagt hatte.
Zu der Rolle die Joseph Ratzinger der damals Kardinal und Chef der Glaubenskongregation war gespielt hat gibt es verschiedene Aussagen. Eine heisst der heutige Papst Benedikt XVI. hätte wie schon im Fall Peter H. (Nixblog) und Lawrence C. Murphy (Nixblog) auch bei Maciel stillgehalten und ein Verfahren wäre unter Ratzinger eingestellt worden. Anderen Aussagen zufolge soll Maciel unter dem neuen Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 in Ungnade gefallen und ins Exil geschickt worden sein.
Zu der Rolle die Joseph Ratzinger der damals Kardinal und Chef der Glaubenskongregation war gespielt hat gibt es verschiedene Aussagen. Eine heisst der heutige Papst Benedikt XVI. hätte wie schon im Fall Peter H. (Nixblog) und Lawrence C. Murphy (Nixblog) auch bei Maciel stillgehalten und ein Verfahren wäre unter Ratzinger eingestellt worden. Anderen Aussagen zufolge soll Maciel unter dem neuen Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 in Ungnade gefallen und ins Exil geschickt worden sein.
In den letzten neun Jahren wurden in Mexiko vom Vatikan offenbar 100 Prozesse gegen Priester eröffnet und man hört eine erste leise Bitte um Entschuldigung. Einige der Betroffenen möchten eine Entschädigung haben was angesichts des Milliardenvermögens kein Problem darstellen dürfte.
Chronik in den Medien
03.09.2011. Die "Legionäre Christi" wollen sich in Neuötting ansiedeln (Sueddeutsche).
02.05.2010. Am Freitag (30. April) hat Papst Benedikt XVI. die 5 Bischöfe empfangen die seit dem letzten Sommer den Skandal um Missbrauch durch den Ordensgründer Maciel untersuchten. Diese sollen seither mit mehr als 1000 Ordensmitgliedern gesprochen haben. Der Papst will nun einen Gesandten nach Mexiko schicken um die Legionäre zu reformieren (Spiegel).
05.04.2010. Die Karwoche in der Kathedrale von Mexiko City begann mit einem Eklat weil die Oppositionspolitikerin Julia Klug vor der Kirche ein Tuch auslegte auf dem der Papst und Kardinal Noberto des Schutzes von Vergewaltigern angeklagt wurden. Frau Klug schrie während der Messe die der Kardinal las: "Päderast, Mittäter". Nach dem Gottesdienst kam es dann zu Handgreiflichkeiten zwischen ihr und einer Messebesucherin. Die Polizei schritt ein um Schlimmeres zu verhüten.
Im Norden von Mexiko steht die katholische Kirche in der Kritik weil viele Priester die Osterpredigten aus Angst vor Anschlägen durch die Drogenmafia abgesagt hat (Spiegel).
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