
Pantex ist die einzige Fabrik mit der man in den USA aus Atomwaffen Brennelemente für Atomkraftwerke herstellen kann. Sie steht in Amarillo (Wikipedia) in Texas. Dort werden nicht nur die Atombomben der USA recyclet. Ein grosser Teil der Arbeit dort betrifft Atomwaffen aus Russland. In Russland soll es zwei ähnliche Einrichtungen geben. Bekannt ist davon jedoch wenig.
Etwa die Hälfte des US-amerikanischen Atomstroms, ca. 10% der gesamten Stromproduktion der USA wird mit Uran aus Russland erzeugt. Das zugehörige Energiegewinnungsprogramm hat den Namen "Megatons to Megawatts" (Aus Megatonnen werden Megawatt) und beruht auf einem Abkommen zwischen den USA und Russland von 1993. Enden wird das Programm 2013. Im März 2011 wurde jedoch eine Vereinbarung zur Weiterführung des Programms unterzeichnet.
Etwa die Hälfte des US-amerikanischen Atomstroms, ca. 10% der gesamten Stromproduktion der USA wird mit Uran aus Russland erzeugt. Das zugehörige Energiegewinnungsprogramm hat den Namen "Megatons to Megawatts" (Aus Megatonnen werden Megawatt) und beruht auf einem Abkommen zwischen den USA und Russland von 1993. Enden wird das Programm 2013. Im März 2011 wurde jedoch eine Vereinbarung zur Weiterführung des Programms unterzeichnet.
Nachdem die einsatzbereite Atombombe offiziell in einem bürokratischen Akt ausser Dienst gestellt wurde werden zuerst die Batterien und andere Teile die auch im Regelbetrieb immer wieder ausgetauscht werden müssen entfernt. Dann steht auf dem Plan ein Hochsicherheitstransport nach Amarillo in Texas. Zur Demonatage stehen dort Experten zur Verfügung die wissen wie man eine Atombombe auseinanderbaut. Die meisten davon wurden nämlich von ihnen selbstpersönlich auch zusammengebaut.
In der Atomfabrik Pantex kommt die Bombe in einen Schutzraum aus Beton mit doppelten Sicherheitstüren. Dort werden dann die Bauteile demontiert die nicht zum nuklearen Sprengsatz gehören..Beispielsweise die Hülle der Bombe, Fallschirme und die Elektronik mit welcher der Sprengstoff scharf geschaltet und die Zündung ausgelöst wird. Zur Demontage wird für jeden Bombentyp spezielles Werkzeug, manchmal auch Roboter benötigt. Einige Schritte der Demontage sind als geheim eingestuft. Das kann bereits Tage und Wochen in Anspruch nehmen. Übrig bleibt nach diesem Arbeitsschritt der Atomkern der mit hochexplosivem Sprengstoff ummantelt ist.
Der nächste Schritt bei der Demontage ist der gefährlichste. Der Rest der Bombe kommt in ein spezielles Gebäude mit sehr dicken und stabilen Wänden welches nur eine leichte Dachkonstruktion hat welche mit einer 7 Meter dicken Schotterschicht abgedeckt ist. Der Schotter soll bei einer versehentlichen Explosion das atomare Material unter sich begraben.
Die verschiedenen Bauteile kommen nach der Demontage in diverse US-amerikanische Atomlabore wo man sie kaputtmacht. Der Atomkern wird recycelt. Zunächst wird dazu der Anteil des gefährlichen spaltbaren Isotops Uran 235 (Wikipedia) stark abgesenkt. In dem dazugehörigen Prozess wird der hochangereicherte atomare Sprengstoff aus der Bombe in kleine Späne gehobelt und gereinigt. Dann wird es mit abgereichertem Uran vermischt und zu Brennelementen für Atomkraftwerken verarbeitet.
Das Plutonium (Wikipedia) wird im Moment (2010) noch nicht verwertet da es weit komplizierter ist. Die USA sind am Bau einer Anlage um das zu ermöglichen. Die meisten Kerne von Plutoniumbomben werden eingelagert.
Quellen: Tagesschau, Sueddeutsche
Bilder: Atombombe Sicherheitsmechanismen, Wikimedia Commons, ZaDema, Lizenz: Public Domain
Chronik
12.07.2012. Bisher wurden im Rahmen des Programms "Megatons to Megawatts" 450 Tonnen (die Menge reicht 18.000 Atomsprengköpfe) hoch angereichertes Uran aus den militärischen Beständen Russlands für den Einsatz in Atomkraftwerken abgereichert (Atomforum Schweiz).
23.05.2012. Massenhaft gefälschte Chips wurden in US-amerikanischen Waffensystemen verbaut. Auch das Raketenabwehrsystem ist davon betroffen (Spiegel, Sueddeutsche).
16.05.2012. Die Atombombe B-61 soll im "Programm zur Verlängerung der Lebensdauer" (Life Extension Program" (LEP)) bis 2019 modernisiert werden. Die Kosten dazu haben sich jedoch bereits verdreifacht. In Deutschland, auf dem Fliegerhorst Büchel sollen 10 bis 20 Exemplare dieses Typs lagern. 2010 wurden dafür vom US-amerikanischen Energieministerium knapp 2 Mrd. US-Dollar für 4 Jahre beantragt. Später war von 4 Mrd. die Rede. Nun ist es auf 6 Mrd. US-Dollar (4,6 Mrd. Euro)angewachsen. Die Waffen sollen teilweise mit unerprobten Bauteilen (z.B. neue Zünder) ausgerüstet werden. In Deutschland sollen die Atombomben-Tornados bis 2020 ausser Dienst gehen und der Eurofighter angeblich keine Atombomben tragen können (Spiegel).
26.10.2011. In der Fabrik Pantex in Amarillo wurde offenbar die letzte Atombombe vom Typ B-53 zerlegt. Sie soll mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen und mit 9 Megatonnen der 600fachen Sprengkraft der Hiroshimabombe die älteste und zerstörerischste Bombe gewesen sein. Der Kern der Bombe, die 1962 gebaut worden war, bestand aus 135 Kilogramm hochangereichertem Uran. Ausgemustert ist die Bombe bereits 1997. Die meisten Bomben dieses Typs sind bereits in den 1980er Jahren demontiert worden. Sicherer ist die Welt trotzdem nicht wie manche behaupten. Es gibt immer noch so viele Atomwaffen dass man die Menschheit mehrfach damit auslöschen kann. Die größte Atombombe der USA ist nun die B-83. Sie hat eine Sprengkraft von 1,2 Megatonnen.
Weltweit hat Russland 2011 mit 12.000 Atomsprengköpfen das größte Nuklearwaffenarsenal, danach kommen die USA 9.600 Sprengköpfe, Frankreich 300 Sprengköpfe, China 240, Großbritannien 225, Pakistan 70 bis 90, Indien ca. 80. Von etwa 70.000 Atomwaffen in den 1980er Jahren ist das Arsenal der Welt auf nun etwa 23.360 gesunken(Spiegel, Focus, Sueddeutsche, Welt).
29.03.2010. Aus Atombomben wird Brennstoff (Sueddeutsche).
14.01.2010. Weil sich Hobbyjäger aus Versehen mit Waffen einer Atomwaffenfabrik in Amarillo in Texas genähert haben wurde Alarm ausgelöst und die Anlage heruntergefahren (Spiegel).
06.04.2009. Abrüstung beschafft Futter für Atomkraftwerke (Telepolis).
06.04.2009. Abrüstung beschafft Futter für Atomkraftwerke (Telepolis).
Artikel zum Thema Energie im Nixblog

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