Samstag, 14. April 2012

Atommacht Israel


Mordechai Vanunu


Offiziell hat Israel bis heute keine Atomwaffen. Experten schätzen aber das Israel bis zu 300 atomare Sprengköpfe hat. Israel soll auch über Raketen vom Typ "Jericho" verfügen, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden können. Sie sollen bei Jerusalem und in Galiläa stationiert sein.
In Dimona (Wikipedia) in der Negev-Wüste liegt der Sitz des Negev Nuclear Research Center (Wikipedia) in dem die israelische Atomforschung und die Produktionsanlagen. angesiedelt sind An der Autobahn zwischen Tel Aviv und Aschdot zeigt ein Schild zur Ausfahrt "Nuklearzentrum Soreq" (Wikipedia).
Israel verfügt über 5 U-Boote der Dolphin-Klasse die in Deutschland gebaut wurden. Diese sollen mit mit atomar bestückten Marschflugkörpern ausgestattet worden sein. Jeweils eines der U-Boote hält sich offensichtlich im Persischen Golf auf um eine abschreckende Rolle gegen den Iran einzunehmen.

2014. Israel soll die ersten US-amerikanischen Tarnkappenjagdbomber vom Typ F-35 bekommen.

14.04.2012. Israel arbeitet an einer Raketenabwehr. Die unterste Schicht bildet der eiserne Mantel (Iron Dome). er soll Mörsergranaten und Kuzstreckenraketen mit Reichweiten zwischen 4 und 70 Kilometern abfangen. Die Erfolgsquote beim Raketenbeschuss vor einem Monat lag bereits bei etwa 80%. Mit Patriot-Raketen soll das Projekt "Magische Wand" Mittelstreckenraketen abwehren. An der Abwehr von Langstreckenraketen wird im Projekt "Arrow" gearbeitet.
Daneben wurde von den USA das sogenannte X-Band-Radar in der Negev-Wüste installiert. Es reicht bis in den Iran.

07.03.2012. Laut The Guardian verfügt Israel über 400 Atomsprengköpfe (Iran German Radio).

04.12.2011. Das Bundeskanzler Merkel hat den Verkauf des sechsten atomwaffenfähigen U-U-Boots endgültig genehmigt. Möglicherweise hat Israel dafür 100 Mio. Euro Steuern an die palästinensische Autonomieregierung freigegeben. Zudem könnte es sein dass der Deal gerade jetzt zustande gekommen ist weil die Auseinandersetzungen mit dem Iran im Moment eskalieren und Anfang der Woche die Botschaft Großbritanniens in Teheran gestürmt wurde (Welt).

November 2011. Israel testet erfolgreich eine Jericho-3-Rakete. Sie soll einen Atomsprengkopf mehrere tausend Kilometer, u.a. auch bis in den Iran tragen können.

08.08.2011. Die Strompreise in Israel sollen um 10% ansteigen weil in Ägypten immer wieder Anschläge auf eine Pipeline verübt werden. Israel importiert 43% seines Erdgasbedarfs aus Ägypten. Eigene Bohrungen nach Gas im Mittelmeer liegen auf Eis weil Israel an der Stelle mit dem Libanon, der seine territoriale Souveränität in Gefahr sieht, nicht zustimmt. Seit etwa einem Monat kommt es wegen einer starken sozialen Schieflage auch in Israel zu immer größeren Protesten (Spiegel).

17.07.2011. Deutschland fördert den Verkauf eines sechsten atomwaffenfähigen U-Bootes  der Dolphin-Klasse an Israel mit 135 Mio Euro. Die Ausgabe taucht im Entwurf des Bundeshaushalts 2012 als "Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für Israel" im Einzelplan 60 ("Allgemeine Bewilligungen") auf. Ausgekungelt wurde das Geschäft letzte Woche offenbar vom deutschen Kriegsminister Thomas de Maizière (CDU) bei einem Besuch in Israel mit dem Premierminister Benjamin Netanjahu und seinem Kollegen Ehud Barak. Die Gesamtkosten für ein deratiges Boot liegen bei 500 Mio Euro (Spiegel, taz).
22.06.2011. Israels Regierung verwendet bei einer Notfallübung zum ersten Mal einen neuen, streng geheimen Atombunker (Focus).

23.07.2010. Israel möchte ein sechstes U-Boot des Typs Dolphin und Deutschland soll es mitfinanzieren (Sueddeutsche).
11.04.2010. Israels geheimes Atomprogramm (Tagesschau).

09.04.2010. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sagt seine Teilnahme am Nukelargipfel in Washington ab (Tagesschau).

07-08.03.2010. In Frankreich findet der Jahrmarkt der Atomenergie statt. Teilnehmer sind Anbieter, Produzenten und Abnehmer. Der Weltverband World Nuclear Association will bis 2030 mindestens 450 neue AKWs bauen. Man will Ländern wie Libyen und Syrien den Zugang zur "Zivilen Nutzung" erleichtern. Der französische Präsident Sarzkozy wirbt mit Umweltschutz durch Atomenergie.  Bei der Konferenz in Paris sagte Uzi Landau, der israelische Minister für Infrastruktur, dass sein Land mit Jordanien zusammen ein AKW mit französischer Technologie in der Negev-Wüste bauen will.

29.12.2009. In Israel wird der sogenannte "Atomspion" Mordechai Vanunu wieder verhaftet

11.08.2009. Ein Israelischer Wissenschaftler will Fortschritte bei der Behandlung strahlengeschädigter Organismen gemacht haben
16.01.2009. Wie Israel zur Atombombe kam (Telepolis).

Dezember 2006. Der israilische Ministerpräsident Ehud Olmert reiht sein Land in die Atommächte ein. Er sagte in einem Interview mit dem deutschen Fernsehsender N24 versehentlich: "Der Iran droht Israel von der Landkarte zu tilgen. Kann man behaupten das wäre die gleiche Ebene wenn sie den Besitz von Atomwaffen anstreben wie Amerika, Frankreich, Israel, Russland?"

September 2006. Israelische Jagdbomber zerstören in Syrien eine Anlage in der Plutonium hergestellt worden sein soll.

08. Mai 2006. Die schwarz-rote deutsche Bundesregierung unter das Bundeskanzler Merkel gibt grünes Licht für den Bau des optionalen U-Boots (taz).

21. November 2005. Die abgewählte rot-grüne Regierung Deutschlands unterzeichnet an ihrem letzten Arbeitstag das deutsch-israelische "Abkommen über die Hilfe der Regierung der Bundesrepublik Deutschland für den Bau von zwei U-Booten für die israelische Marine" und gibt damit die Zusage zur direkten Übernahme von 1 Mrd. Euro. Für ein weiteres Drittel sollen in Israel Rüstungsgüter gekauft werden. Israel benötigt daher nur Devisen für ein Drittel der Kosten der beiden U-Boote des Typs Dolphin II die Ende 2012 und 2013 ausgeliefert werden sollen. Ausserdem gibt es in dem Vertrag die Option für den späteren Kauf eines weiteren U-Bootes (taz).

2005. Deutschland bekommt von Israel eine Bestellung über 2 weitere U-Boote der Dolphin-Klasse.

1999-2000. Deutschland liefert die U-Boote des Typs "Dolphin" nach Israel aus. Insgesamt hat dieser Deal den deutschen Steuerzahler etwa 1,1 Mrd. DM (ca. 550 Mio Euro) gekostet (Sueddeutsche).

1998. Avner Cohen (israelischer Schriftsteller, Historiker und Professor) veröffentlicht eine Chronik über das israelische Atomprogramm. Aus Angst vor einer Anklage wegen Geheimnisverrats lebt er seither in den USA.

1994. Deutschland bekommt von Israel eine Bestellung über 1 weiteres U-Boot der Dolphin-Klasse.
1991. Deutschland bekommt von Israel eine Bestellung über 2 U-Boote der Dolphin-Klasse. die von der Kieler HDW-Werft gebaut werden Diese können laut Ansicht von Fachleuten mit Atromraketen bestückt werden. Die Bestellung wird als "Wiedergutmachung" dafür genehmigt dass Deutschland zuvor an der Herstellung von Giftgas für den Irak beteiligt war.

21. Juni 1990. Am Soreq Nuclear Research Center kommt es zu einem Zwischenfall bei dem ein Mitarbeiter verstrahlt wird. Der Mann stirbt 5 Wochen später obwohl er intensive medizinische Betreuung bekommt an den Strahlenverletzungen.

05. Oktober 1986. Die britische "Sunday Times" veröffentlicht auf der Titelseite "Die Geheimnisse des nuklearen Arsenals Israels" incl. Fotos und Zeichnungen. Der Lieferant Mordechai Vanunu war Atomtechniker aus Dimona. Er saß danach 18 Jahre lang in Isolationshaft und darf ausländischen Journalisten keine Interviews geben. Israel darf er auch nicht verlassen.

Juni 1981. Acht israelische Kampfbomber zerstören den irakischen Atomreaktor in Osiriak.
Menachem Begin (Regierungschef Israels) bekräftigt danach die Militärdoktrin des Landes: "Israel werde es nicht zulassen, dass ein feindliches Land im Nahen Osten Massenvernichtungswaffen entwickelt um die israelische Bevölkerung damit anzugreifen".

1975. Israel verhandelt mit Südafrika über den Verkauf von Atomwaffen. Dabei geht es um 8 Jericho-Raketen mit Atomsprengköpfen. Israel bekommt von Südafrika Uran und Tritium für seine Atomwaffenproduktion geliefert. Das Geschäft kommt aber dann wegen der Kosten doch nicht zustande. In den 1980er Jahren gelang es Südafrika dann selbst Atomwaffen zu bauen. Diese wurden aber 1990 nach dem Ende des Apartheidsregimes zerstört. Auch die Aufbereitungsanlage wurde geschlossen (Telepolis, Focus, Spiegel).

22. September  1979. Der offenbar letzte gemeinsame Atomwaffentest von 3 Versuchen die Israel mit Südafrika in der Atmosphäre über dem Indischen Ozean durchgeführt hat wird zufällig von einem US-amerikanischen VELA-Satelliten registriert  (Atomwaffen-AZ).


1973, Jom-Kippur-Krieg. Mosche Dajan (Verteidigungsminister von Israel) soll sich für eine "atomare Demonstration" ausgesprochen haben.

Mitte der 1960er Jahre. Mehrfach getestet werden die israelischen Atomwaffen in der Negev-Wüste, nahe an der israelisch-ägyptischen Grenze, im Rahmen der französischen Atomwaffentests in Algerien   (Atomwaffen-AZ).

1962. Israel beginnt in Dimona mit der Herstellung von Atomwaffen. Dort befindet sich das Israelische Kernforschungszentrum (Kirya Le'Mechkar Gariini - KAMAG). Mit einem EL-3 Atomreaktor (Leistung ca. 150 MW) welcher mit der Unterstützung Frankreichs errichtet wurde  wird das notwendige Plutonium für die Produktion der Atomwaffen erbrütet. Für die Konstruktion der atomaren Sprengköpfe sind zwei Forschungslabore zuständig. Das Nuklearforschungszentrum Nachal Schurek (Merkaz Le'mechkar Gari'ini - MAMAG) und die "Abteilung 20" der Waffenentwicklungsbehörde (Rashut Le'pituach Emtzaei Lechima - Rafael). Die Montage der Atomwaffen erfolgt  in einer Fabrik in Jodfat (Atomwaffen-AZ).

1960. Der Forschungsreaktor aus den USA wird im Soreq Nuclear Research Center in Betrieb genommen

1958. Die Baumaßnahmen am Soreq Nuclear Research Center beginnen.

1950er Jahre. Von den USA bekommt das Land im Rahmen des Atom-for-Peace-Prgramms (Wikipedia) als Forschungsreaktor einen 5-MW-Leichtwasserreaktor. Frankreich hat später einen zweiten Reaktor und eine Wiederaufbereitungsanlage in Israel gebaut.

Quellen: Tagesschau, Telepolis, Spiegel, Tagesschau, Telepolis, taz, taz, Wikipedia - Dolphin-Klasse
14.04.2012, FAZ, Israel, Kein zweiter Holocaust
Wikipedia, Avner Cohen (engl.)

Bilder: Mordechai Vanunu, Wikimedia Commons, Ronald H. Miller, GNU Free Documentation Licence

1 Kommentare:

  1. Sehr schöner Artikel, wirklich!
    Hab da allerdings auch was nettes zum Thema gefunden, kann ich ebenfalls nur empfehlen!
    http://www.sprachnichten.de/ein-kommentar-was-verstanden-werden-muss

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