
Die Atomanlage Majak (übersetzt: Leuchtturm) liegt im Bezirk Tscheljabinsk, etwa 2000 Kilometer östlich von Moskau. Am 29. September 1957 explodierte in Majak in der Sowjetunion ein riesiger Betontank der gefüllt mit einer hochradioaktiven Flüssigkeit war. Nach offiziellen Angaben starben bei der Katastrophe etwa 200 Menschen. Der Unfall wird mit der Risikostufe 6 bewertet und wird damit nur noch von Tschernobyl und Fukushima übertroffen welche die höchste Stufe 7 erreicht haben.
Etwa 10 Prozent des belasteten Materials wurde vom Wind nach Nordosten geblasen. Die sogenannte Ostural-Spur hat eine Breite von ca. 40 Kilometer und ist ungefähr 300 Kilometer lang. Das Gebiet von 100 Quadratkilometern ist bis heute hochgradig radioaktiv vor allem mit Cäsium und Strontium belastet. Die Strahlung dürfte heute immer noch etwa ein Drittel der ursprünglichen Strahlung betragen. Majak gilt deshalb als einer der gefährlichsten Orte der Welt. Die Region soll laut Experten schlimmer als das Gebiet um Tschernobyl verseucht sein.
Auch der nahe Katschai-See der als Müllhalde für die Plutoniumfabrik benützt wurde ist ein Gefahrenherd. Seit vielen Jahren versucht man den See mit abzudichten. Die Versuche u.a. mit Betonwürfeln die man versenkt hat oder die Oberfläche mit weichen Materialien abzudichten waren jedoch alle ohne Erfolg. Die stark radioaktiv belasteten Abwässer fließen weiterhin in den Fluss Tetscha und andere Gewässer in dem Gebiet ab. In die Tetscha sollen laut Greenpeace jährlich 5 bis 6 Millionen Kubikmeter radioaktives Material abfließen. In der Mitte des Flusses wurden 4000 Mikroröntgen - das 200fache des Üblichen - gemessen. Bei einer Messung von Greenpeace wurden 2003 Pllutonium, Cäsium 137 und Strontium 90 festgestellt. Teile der Region sind seit dem Unfall evakuiert. Trotzdem fischen und jagen dort Leute. Kinder baden in den Gewässern. Der Gebrauch des Flußwassers ist verboten aber da es keine Alternative gibt wird das Wasser auch weiterhin aus dem Fluß geholt.
In den Krankenhäusern werden seltsame Immunkrankheiten festgestellt. Man nennt sie "Tscheljabinsk-Aids". Die Leiden sind mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die radioaktive Strahlung der die Betroffenen ausgesetzt sind zurückzuführen. Auf den Totenscheinen stehen aber oft andere Ursachen wie Herzversagen und Kolliken. Von 1000 Neugeborenen haben 2008 etwa 50 Anomalien aufgewiesen.
Chronik von Majak
01.09.2011. Bei Tscheljabinsk platzen beim Rangieren bis zu 10 von 2000 Brom-Glasbehältern. Mindestens 24 Liter laufen aus. Über der Stadt liegt eine riesige gelblich-braune Bromwolke. Etwa 100 Menschen müssen sich ärztlich behandeln lassen. Laut Moskauer Ermittlern sollen die Sicherheitsregeln missachtet worden sein. Brom führt beim Menschen zu Organschäden und Schädigungen des Nervensystems. Laut offiziellen Angaben sollte das Brom an einen chemischen Betrieb in die sibirische Altai-Region geliefert werden (Welt, RP-Online).
2011. Am Kurtschatow-Institut bei Moskau läuft immer noch der älteste Atomreaktor "F-1" Europas.
26.09.2010. Aus dem Zwischenlager Ahaus in Deutschland will man Transporte von atomwaffenfähigem Plutonium und Uran nach Majak organisieren (taz).
23.09.2010. Das Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt den Atommülltransport 951 bestrahlten Brennelementen in bis zu 18 Castorbehältern vom Zwischenlager Ahaus in Nordrhein-Westfalen nach Majak in Russland. Die Lagerung und Weiterbearbeitung von deutschem Atommüll ist ein weiterer potentieller Auslöser für eine Kettenreaktion in der Atomanlage Majak. Ein Angriff auf das Atommüllager würde das Vielfache des GAU von Tschernobyl an Plutonium freisetzen (Tagesschau).
13.08.2010. Die Atomanlage Sarow wird erneut von den Bränden bedroht (Tagesschau).
12.08.2010. Laut Expertenaussage (Professor Goldammer) besteht keine Gefahr für Deutschland (Tagesschau). Naja laut Expertenmeinung hat es dort bis gestern auch noch gar nicht gebrannt. Wie sollte das einem Land auch etwas ausmachen. An dem Krebs erkranken ja auch allerhöchstens eine Handvoll Menschen (und nicht Schland) bei denen man es noch nicht einmal nachweisen kann dass es von der radioaktiven Strahlung kommt.
11.08.2010. Im Moment sind wegen der Brände mehr als 100.000 Helfer im Einsatz. Die Feuer um Sneschinsk sollen gelöscht sein. Die Feuer um Majak sind bis auf 80 Kilometer an die Atomanlagen herangerückt (Tagesschau, Sueddeutsche, Stern, Focus). Die Flammen haben die verseuchte Region um Tschernobyl erreicht (Sueddeutsche). Die Brände haben mehr in den verseuchten Gebieten gewütet als bisher zugegeben. Der Wind soll nach Nordwest drehen. Damit könnten die Radioaktiven Niederschläge bis nach Deutschland kommen. Bereits 2001 wurde nach einem Waldbrand bei Tschernobyl in Freiburg leicht erhöhte Radioaktivität gemessen (Sueddeutsche).
10.08.2010. Wald- und Torbrände nähern sich immer mehr den Anlagen von Majak. Im Naturpark in der Region stehen 40 Hektar Wald in Flammen. Experten haben die Befürchtung dass durch die Waldprände radioaktiv verseuchte Böden aufgewirbelt werden und in andere Regionen getragen werden. Der Notstand wurde verhängt. Der Brand soll angeblich unter Kontrolle sein. Der russische Atomkonzern Rosatom warnt vor Panikmache. Bereits in der letzten Woche waren das Atomforschungszentrum Sneschinsk und das Atomwaffen-Forschungszentrum bei Sarow bedroht (Tagesschau, Sueddeutsche, Stern, Spiegel, taz).
2010. In Majak wird immer noch Atommüll mit hohem Risiko gelagert. Der Leiter der Ökologie-Organisation Ekodefens hält es durchaus für möglich dass sich die Katastrophe wiederholt da man sehr lax mit der Sicherheit umgeht und 60% der Ausrüstungen die vorgeschriebene Lebensdauer seit langem überschritten haben.
20.11.2009. Russland droht weiterhin mit präventiven Atomschlägen (Welt).
14.10.2009. Russland behält sich den atomaren Erstschlag auch weiterhin vor (Tagesschau, Welt, Focus).
24.12.2009. Während der Abrüstungsverhandlungen mit den USA testet Russland eine neue Interkontinentalrakete mit dem Namen "Wojedowa". Sie verfügt über Mehrfachatomsprenköpfe, eine Reichweite von 11.000 km und hat eine Höhe von 34 Meter (Welt, Focus).
10.12.2009. Russische Atomrakete explodiert wieder mal. 9 von 12 Versuchen mit der "Topol-M" sind seit 2004 schiefgegangen (Welt).20.11.2009. Russland droht weiterhin mit präventiven Atomschlägen (Welt).
14.10.2009. Russland behält sich den atomaren Erstschlag auch weiterhin vor (Tagesschau, Welt, Focus).
1989. Die Internationale Atomenergiebehörde wird von der Sowjetunion über die verschwiegene Katastrophe von Majak und ihr Ausmaß informiert. Insgesamt wurden in den Jahren zwischen 1949 und 1989 auf dem 18.500 Quadratkilometer grossen Gelände 456 Atomexplosionen ausgelöst. 116 oberirdischm 340 unter der Erde in Schächten und Stollen.
26. September 1983. Stanislaw Petrow rettet durch eine eigenmächtige Entscheidung die Menschheit nachdem der ein Jahr alte sowjetische Spionagesatellit Kosmos 1382 die Falschmeldung gebracht hatte dass US-amerikanische Rakten im Anflug wären (Spiegel).
Die siebziger Jahre. Sehr lange hat die Öffentlichkeit nichts davon dem Unfall mitbekommen obwohl viele Menschen starben. Niemand sollte wissen was vorgefallen war. Erst der Wissenschaftler Schores Medwedjew stieß Ende der 60er Jahre auf erste Hinweise über die Atomkatastrophe. Wegen eins kritischen Buchs über die Sowjetunion kam er jedoch 1970 in eine psychiatrische Klink kam jedoch wegen seinem bekannten Bruder Roy Mdwedjew frei und reiste 1973 zu Forschungsarbeiten nach Grossbritannien und bekam die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt. In London ging Medwedjew allen Spuren nach die er finden konnte und veröffentlichte 1979 in seinem Buch "Nuclear Disaster in the Ural" seine Erkenntnisse. Er ging von einer nuklearen Explosion aus. Daher wurden seine Untersuchungen von den sogenannten Atomexperten des Westens als unglaubwürdig hingestellt weil man nichts von nuklearen Gefahren hören wollte und die Unfälle in westlichen Ländern wie USA und Grossbritannien am Image der Kernenergie bereits mächtig gekratzt hatten.
30.09.1957. Studenten vom Technikum in Swerdlowsk werden gleich nach dem Unterricht auf einen Lastwagen verladen und nach Majak gefahren. Über die Gefahren durch die Radioaktivität wurde ihnen nichts gesagt. Sie mussten tagelang rund um die Uhr arbeiten. Die Studenten bekamen Dosimeter, wurden jedoch bestraft wenn diese erhöhte Werte anzeigten. Daher wurden viele der Geräte im Kleiderschrank gelassen um nicht wegen einer erhöhten Strahlendosis aufzufallen.
In der Stadt herrschte Panik. Die Wege wurden mit Autos die durch die Strassen fuhren gewaschen. Durch das Radio wurden die Menschen aufgefordert alles fortzuwerfen was man an dem Tag im Haus hatte.
Sehr viele Arbeiter bekamen die Strahlenkrankheit, fürchteten aber die Entlassung oder Verhaftung wenn sie darüber reden würden.
Die Ernte wurde vergraben. Viele Menschen starben an Krebs, der Rest ist sehr krank, die Frauen sind unfruchtbar.
Die Menschen wussten nicht dass durch waschen mit heissem Wasser die Strahlung noch weiter in den Körper eindringt. Die umständliche Befehlskette hatte furchtbare Auswirkungen. Die militärischen Wachmannschaften konnten nur mit grosser Verspätung aus der Gefahrenzone geschafft werden. Erst nachn zehn Stunden wurde mit der Beseitigung der Unklücksschäden angefangen weil die Verwaltung auf ein Signal aus Moskau wartete.
29.09.1957. In der kerntechnischen Wiederaufbereitungsanlage Majak explodieren in einem riesigen Betontank die auskristallisierten Nitratsalze durch den Funken eines schadhaften Kontrollgeräts. Grosse Mengen an radioaktiven Stoffen wie Strontium-90, Cäsium-137 und Plutonium-239 gelangen in die Umwelt. Der russische Atomexperte Wladimir Kusnezow spricht von 20 Millionen Curie, der Hälfte der Strahlung die bei Tschernobyl frei wurde. Andere Quellen sprechen von erheblich mehr Strahlung.
Die radioaktive Wolke zog mehrere hundert Kilometer weit in den Ural und verseuchte eine Fläche der Größe Mecklenburg-Vorpommerns.
Nach der Explosion herrschte grosse Verwirrung. Keiner wusste wie man mit solchen Unfällen umgehen sollte (Das weiss auch heute noch nieman - gez. Gar Nix 06. Februar 2010, Wikipedia, Welt).
29. August 1949. In der kasachischen Steppe, nahe der Stadt Semipalatinsk wird die erste sowjetische Atombombe gezündet. Die Sprengkraft dieser Bombe erreichte die von 20.000 TNT. Stalin genießt den Triumph mit den USA wieder auf Augenhöhe zu stehen.
Kurtschatow soll sehr erleichtert gewesen sein da er im Falle eines Fehlschlags mit seiner Erschiessung gerechnet hatte. Nach dem erfolgreichen Test der ersten Bombe wurden die Produktionsstätten in Majak schnell ausgebaut und neue Reaktoren in Betrieb gesetzt. Es kam sehr oft zu Unfällen. In der radiochemischen Fabrik sollen es alleine 235 radioaktive Zwischenfälle mit schwerwiegenden Folgen gewesen sein. Da man dahinter Diversionsakte vermutete wurden dann jedes Mal Unschuldige ins Gefängnis geworfen.
Als Folge der etwa 500 Atombombentests erkrankten bis zum Jahr 2009 bis zu 1.600.000 Menschen in der Region (Welt, n-tv).
Juli 1949. Anlässlich des Moskau-Besuchs der chinesischen Führung möchte Stalin die Atombombe präsentieren und zeigt Film-Aufzeichnungen von einer Atomexplosion. Es wird vermutet dass es sich um deutsche Film-Aufzeichnungen von angeblichen Atombombentests in Thüringen handelt.
1949. Im Frühjahr rapportiert der Leiter von Majak, Igor Kurtschatow, nach Moskau dass man genügend Plutonium für eine erste Bombe habe.
1948. In der Sowjetunion wird derweil in dem neugebauten Städtchen Osjorsk der erste Kernreaktor eingeschaltet um Uran in Plutonium umzuwandeln. Im Dezember wird das radiochemische Labor angeworfen um in einem komplexen chemischen Prozess das waffenfähige Plutonium aus dem Uran-Plutonium-Gemisch zu trennen. Die Abfälle sind stark radioaktiv. In dieser Zeit wird auch damit begonnen radioaktives Wasser in
den Fluss Tetscha einzuleiten. Niemand hat davon erfahren. Das Wasser wurde weiterhin genutzt. Als hunderte von Menschen an Leukämie erkrankten hat man mehr als 200 Dörfer umgesiedelt. Vier Dörfer hat man jedoch davon ausgenommen und benutzt sie bis heute (2010) als Versuchskaninchen. Die Bewohner von Musljumovo stehen von Geburt an unter der Beobachtung des Zentrums für radioaktive Medizin in Tscheljabinsk wo erforscht wird wie sich geringe Dosen Radioaktivität am Menschen auswirken. Das Institut wurde dafür von "Experten" ausgezeichnet da es "einzigartige Studien" seien. Die Bewohner von Musljumovo bekommen monatlich etwa 10 Euro Entschädigung. Geld zum wegziehen haben sie nicht. Die meisten sind arbeitslos.
25. Dezember 1946. Unter der Leitung von Igor Kurtschatow wird am Kurtschatow-Institut der Reaktor "F-1" mit 110 Tonnen Uran in Betrieb genommen.
1. Dezember 1945. Als Antwort auf die beiden Atombombenabwürfe der USA erklärt die Führung in Moskau ein Gebiet von 980 Quadratkilometern zwischen den beiden Städten Tscheljabinsk und Jekaterinenburg (früher Swerdlowsk) zur Sperrzone um dort von der Aussenwelt abgeschottet unter der Leitung des Atomphysikers Igor Kurtschatow die Produktionsstätten zum Bau der ersten Atombombe zu errichten. Ein Teil davon war war die Wiederaufbereitungsanlage Majak (Leuchtturm) in der waffenfähiges Plutonium hergestellt wurde (Wikipedia, Welt).
Die Fertigung der sowjetischen Atombombe verzögert sich um etwa ein Jahr weil die Behälter mit den Brennstäben schon kurz nach Betriebsbeginn durchgerostet sind. Um weitere Verspätungen zu verhindern entscheidet Kurtschatow dass sie bei laufendem Betrieb ausgetauscht werden sollen. Dabei wurden tausende von Technikern und Wissenschaftlern, darunter auch er selbst, verstrahlt.
Etwa 20.000 Arbeiter lebten in dem Städchen Osjorsk (früher Tscheljabinsk-40 und Tscheljabinsk-65) das auf keiner Landkarte eingezeichnet war. Die harte Arbeit mussten Häftlinge aus den Gulags erbringen. Dabei kam eine unbekannte Anzahl der Zwangsarbeiter in dem unwirtlichen Klima ums Leben. Wissenschaftler und Spezialisten wurden mit besseren Löhnen angelockt oder zwangsverpflichtet. Viele nahmen am Bau der Bombe aber auch aus Patriotismus teil.
Die gefährlichsten Abfälle kamen in riesige Betontanks. Da sie chemisch sehr aktiv waren und dadurch viel Wärme entstand mussten diese Tanks dauerhaft gekühlt werden.
1945. Nach der Kapitulation wird fast das komplette Kurtschatow-Institut in die sojwetisch besetzte Zone Deutschlands geflogen um den Stand des deutschen Atomprogramms zu untersuchen und Gerätschaften und Baupläne in Kisten zu packen. Nur Kurtschatow selbst bleibt in Moskau weil er nicht zu den verhassten Deutschen fahren möchte. Es sollte ein Geheimnis bleiben dass die Deutschen den Sowjets zur Atombombe verhalfen. Etwa 300 deutsche Wissenschaftler werden vom sowjetischen Geheimdienst in der Besatzungszone angeheuert. Sie leben jahrelang an streng geheimen Orten und wissen oft nicht einmal wo sie sich befinden. Nikolaus Riel entwickelt Pläne für die erste Urananreicherungsanlage bei Moskau. Max Steenberg verhilft den Sowjets zum entscheidenden Durchbruch bei der Zentrifugentechnik zur Urananreicherung. Der Physiker Klaus Fuchs arbeitet zwar in Los Alamos aber liefert seine Berechnungen über einen Führungsoffizier aus der sowjetischen Botschaft in New York nach Moskau womit ein weiteres Jahr eingespart werden kann.
August 1945. Nach den US-amerikanischen Atombombenangriffen auf Japan sind Josef Stalin und sein Geheimdienstchef Lawretij Berija davon überzeugt dass man bei der Entwicklung von Atomwaffen aus der Laborphase herauskommen müsse. Es wurde die Order herausgegeben dass bis 1948 die sowjetische Bombe getestet werden müsse.
9. August 1945. Die Plutoniumbombe "Fat Man" explodiert über Nagasaki (Nixblog - Atomwaffen in Japan).
6. August 1945. Die Uranbombe "Little Boy" explodiert über Hiroshima (Nixblog - Atombombenabwurf auf Hiroshima).
16. Juli 1945. In den USA, etwa 250 Kilometer südlich von Los Alamos, auf dem White Sands Missile Range, findet mit dem Trinity Test die erste erfolgreiche Zündung einer Atombombe mit dem Codenamen "Gadget" statt (Nixblog - Atomforschungszentrum "Los Alamos National Laboratory" (LANL)). Von der US-amerikanischen Regierung wird zwar behauptet dass dort ein Munitionslager explodiert ist, die Sowjets wussten jedoch bereits 24 später dass es sich um einen Atombombentest gehandelt hatte.
April 1943. Am Kurtschatow-Institut bei Moskau beginnen Wissenschaftler an der Entwicklung der Atombombe. Das Uran und viele der Entwickler stammen aus Deutschland. Die Eingangsluke wurde von einem großen Zelt bedeckt welches der Geheimdienst nicht aus den Augen ließ. Das Team von Kurtschatow besteht aus 5 Atom-Experten. Die Entwicklung der Atombombe hat zu der Zeit für Stalin noch keine Priorität da sie von ihm nicht für kriegsentscheidend gehalten wurde.
Eines der grössten Probleme ist dass das Uran aus den Bergwerken in Kasachstan und Kirgisistan nicht ausreicht um einen Atomreaktor zu betreiben. Ein Großteil der weltweiten Uranvorkommen befindet sich unter US-amerikanischer und britischer Kontrolle. Weil das Wasser aus den ältesten Minen Europas Hinweise auf Uranvorkommen gibt durchkämmt der sowjetische Geheimdienst zusammen mit Geologen nach dem Einmarsch in Ostdeutschland das Erzgebirge. Erste Schätzungen gehen von 100 Tonnen Uran aus. Bis 1990 wurden jedoch 232.000 Tonnen abgebaut. Etwa zwei Drittel des Urans für das sowjetische Atomprojekt wurden in Deutschland abgebaut.
In den Auer-Werken bei Berlin und in unterirdischen Lagerstätten in Salzbergwerken finden die Uransucher jedoch das Uranmetall aus dem deutschen Atomwaffenprogramm. Dadurch sparte die Sowjetunion etwa ein Jahr Zeit.
1943. Josef Stalin ruft das "Test-Labor Nummer 2" ins Leben.
26. September 1983. Stanislaw Petrow rettet durch eine eigenmächtige Entscheidung die Menschheit nachdem der ein Jahr alte sowjetische Spionagesatellit Kosmos 1382 die Falschmeldung gebracht hatte dass US-amerikanische Rakten im Anflug wären (Spiegel).
Die siebziger Jahre. Sehr lange hat die Öffentlichkeit nichts davon dem Unfall mitbekommen obwohl viele Menschen starben. Niemand sollte wissen was vorgefallen war. Erst der Wissenschaftler Schores Medwedjew stieß Ende der 60er Jahre auf erste Hinweise über die Atomkatastrophe. Wegen eins kritischen Buchs über die Sowjetunion kam er jedoch 1970 in eine psychiatrische Klink kam jedoch wegen seinem bekannten Bruder Roy Mdwedjew frei und reiste 1973 zu Forschungsarbeiten nach Grossbritannien und bekam die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt. In London ging Medwedjew allen Spuren nach die er finden konnte und veröffentlichte 1979 in seinem Buch "Nuclear Disaster in the Ural" seine Erkenntnisse. Er ging von einer nuklearen Explosion aus. Daher wurden seine Untersuchungen von den sogenannten Atomexperten des Westens als unglaubwürdig hingestellt weil man nichts von nuklearen Gefahren hören wollte und die Unfälle in westlichen Ländern wie USA und Grossbritannien am Image der Kernenergie bereits mächtig gekratzt hatten.
30.09.1957. Studenten vom Technikum in Swerdlowsk werden gleich nach dem Unterricht auf einen Lastwagen verladen und nach Majak gefahren. Über die Gefahren durch die Radioaktivität wurde ihnen nichts gesagt. Sie mussten tagelang rund um die Uhr arbeiten. Die Studenten bekamen Dosimeter, wurden jedoch bestraft wenn diese erhöhte Werte anzeigten. Daher wurden viele der Geräte im Kleiderschrank gelassen um nicht wegen einer erhöhten Strahlendosis aufzufallen.
In der Stadt herrschte Panik. Die Wege wurden mit Autos die durch die Strassen fuhren gewaschen. Durch das Radio wurden die Menschen aufgefordert alles fortzuwerfen was man an dem Tag im Haus hatte.
Sehr viele Arbeiter bekamen die Strahlenkrankheit, fürchteten aber die Entlassung oder Verhaftung wenn sie darüber reden würden.
Die Ernte wurde vergraben. Viele Menschen starben an Krebs, der Rest ist sehr krank, die Frauen sind unfruchtbar.
Die Menschen wussten nicht dass durch waschen mit heissem Wasser die Strahlung noch weiter in den Körper eindringt. Die umständliche Befehlskette hatte furchtbare Auswirkungen. Die militärischen Wachmannschaften konnten nur mit grosser Verspätung aus der Gefahrenzone geschafft werden. Erst nachn zehn Stunden wurde mit der Beseitigung der Unklücksschäden angefangen weil die Verwaltung auf ein Signal aus Moskau wartete.
29.09.1957. In der kerntechnischen Wiederaufbereitungsanlage Majak explodieren in einem riesigen Betontank die auskristallisierten Nitratsalze durch den Funken eines schadhaften Kontrollgeräts. Grosse Mengen an radioaktiven Stoffen wie Strontium-90, Cäsium-137 und Plutonium-239 gelangen in die Umwelt. Der russische Atomexperte Wladimir Kusnezow spricht von 20 Millionen Curie, der Hälfte der Strahlung die bei Tschernobyl frei wurde. Andere Quellen sprechen von erheblich mehr Strahlung.
Die radioaktive Wolke zog mehrere hundert Kilometer weit in den Ural und verseuchte eine Fläche der Größe Mecklenburg-Vorpommerns.
Nach der Explosion herrschte grosse Verwirrung. Keiner wusste wie man mit solchen Unfällen umgehen sollte (Das weiss auch heute noch nieman - gez. Gar Nix 06. Februar 2010, Wikipedia, Welt).
29. August 1949. In der kasachischen Steppe, nahe der Stadt Semipalatinsk wird die erste sowjetische Atombombe gezündet. Die Sprengkraft dieser Bombe erreichte die von 20.000 TNT. Stalin genießt den Triumph mit den USA wieder auf Augenhöhe zu stehen.
Kurtschatow soll sehr erleichtert gewesen sein da er im Falle eines Fehlschlags mit seiner Erschiessung gerechnet hatte. Nach dem erfolgreichen Test der ersten Bombe wurden die Produktionsstätten in Majak schnell ausgebaut und neue Reaktoren in Betrieb gesetzt. Es kam sehr oft zu Unfällen. In der radiochemischen Fabrik sollen es alleine 235 radioaktive Zwischenfälle mit schwerwiegenden Folgen gewesen sein. Da man dahinter Diversionsakte vermutete wurden dann jedes Mal Unschuldige ins Gefängnis geworfen.
Als Folge der etwa 500 Atombombentests erkrankten bis zum Jahr 2009 bis zu 1.600.000 Menschen in der Region (Welt, n-tv).
Juli 1949. Anlässlich des Moskau-Besuchs der chinesischen Führung möchte Stalin die Atombombe präsentieren und zeigt Film-Aufzeichnungen von einer Atomexplosion. Es wird vermutet dass es sich um deutsche Film-Aufzeichnungen von angeblichen Atombombentests in Thüringen handelt.
1949. Im Frühjahr rapportiert der Leiter von Majak, Igor Kurtschatow, nach Moskau dass man genügend Plutonium für eine erste Bombe habe.
1948. In der Sowjetunion wird derweil in dem neugebauten Städtchen Osjorsk der erste Kernreaktor eingeschaltet um Uran in Plutonium umzuwandeln. Im Dezember wird das radiochemische Labor angeworfen um in einem komplexen chemischen Prozess das waffenfähige Plutonium aus dem Uran-Plutonium-Gemisch zu trennen. Die Abfälle sind stark radioaktiv. In dieser Zeit wird auch damit begonnen radioaktives Wasser in
den Fluss Tetscha einzuleiten. Niemand hat davon erfahren. Das Wasser wurde weiterhin genutzt. Als hunderte von Menschen an Leukämie erkrankten hat man mehr als 200 Dörfer umgesiedelt. Vier Dörfer hat man jedoch davon ausgenommen und benutzt sie bis heute (2010) als Versuchskaninchen. Die Bewohner von Musljumovo stehen von Geburt an unter der Beobachtung des Zentrums für radioaktive Medizin in Tscheljabinsk wo erforscht wird wie sich geringe Dosen Radioaktivität am Menschen auswirken. Das Institut wurde dafür von "Experten" ausgezeichnet da es "einzigartige Studien" seien. Die Bewohner von Musljumovo bekommen monatlich etwa 10 Euro Entschädigung. Geld zum wegziehen haben sie nicht. Die meisten sind arbeitslos.
25. Dezember 1946. Unter der Leitung von Igor Kurtschatow wird am Kurtschatow-Institut der Reaktor "F-1" mit 110 Tonnen Uran in Betrieb genommen.
1. Dezember 1945. Als Antwort auf die beiden Atombombenabwürfe der USA erklärt die Führung in Moskau ein Gebiet von 980 Quadratkilometern zwischen den beiden Städten Tscheljabinsk und Jekaterinenburg (früher Swerdlowsk) zur Sperrzone um dort von der Aussenwelt abgeschottet unter der Leitung des Atomphysikers Igor Kurtschatow die Produktionsstätten zum Bau der ersten Atombombe zu errichten. Ein Teil davon war war die Wiederaufbereitungsanlage Majak (Leuchtturm) in der waffenfähiges Plutonium hergestellt wurde (Wikipedia, Welt).
Die Fertigung der sowjetischen Atombombe verzögert sich um etwa ein Jahr weil die Behälter mit den Brennstäben schon kurz nach Betriebsbeginn durchgerostet sind. Um weitere Verspätungen zu verhindern entscheidet Kurtschatow dass sie bei laufendem Betrieb ausgetauscht werden sollen. Dabei wurden tausende von Technikern und Wissenschaftlern, darunter auch er selbst, verstrahlt.
Etwa 20.000 Arbeiter lebten in dem Städchen Osjorsk (früher Tscheljabinsk-40 und Tscheljabinsk-65) das auf keiner Landkarte eingezeichnet war. Die harte Arbeit mussten Häftlinge aus den Gulags erbringen. Dabei kam eine unbekannte Anzahl der Zwangsarbeiter in dem unwirtlichen Klima ums Leben. Wissenschaftler und Spezialisten wurden mit besseren Löhnen angelockt oder zwangsverpflichtet. Viele nahmen am Bau der Bombe aber auch aus Patriotismus teil.
Die gefährlichsten Abfälle kamen in riesige Betontanks. Da sie chemisch sehr aktiv waren und dadurch viel Wärme entstand mussten diese Tanks dauerhaft gekühlt werden.
1945. Nach der Kapitulation wird fast das komplette Kurtschatow-Institut in die sojwetisch besetzte Zone Deutschlands geflogen um den Stand des deutschen Atomprogramms zu untersuchen und Gerätschaften und Baupläne in Kisten zu packen. Nur Kurtschatow selbst bleibt in Moskau weil er nicht zu den verhassten Deutschen fahren möchte. Es sollte ein Geheimnis bleiben dass die Deutschen den Sowjets zur Atombombe verhalfen. Etwa 300 deutsche Wissenschaftler werden vom sowjetischen Geheimdienst in der Besatzungszone angeheuert. Sie leben jahrelang an streng geheimen Orten und wissen oft nicht einmal wo sie sich befinden. Nikolaus Riel entwickelt Pläne für die erste Urananreicherungsanlage bei Moskau. Max Steenberg verhilft den Sowjets zum entscheidenden Durchbruch bei der Zentrifugentechnik zur Urananreicherung. Der Physiker Klaus Fuchs arbeitet zwar in Los Alamos aber liefert seine Berechnungen über einen Führungsoffizier aus der sowjetischen Botschaft in New York nach Moskau womit ein weiteres Jahr eingespart werden kann.
August 1945. Nach den US-amerikanischen Atombombenangriffen auf Japan sind Josef Stalin und sein Geheimdienstchef Lawretij Berija davon überzeugt dass man bei der Entwicklung von Atomwaffen aus der Laborphase herauskommen müsse. Es wurde die Order herausgegeben dass bis 1948 die sowjetische Bombe getestet werden müsse.
9. August 1945. Die Plutoniumbombe "Fat Man" explodiert über Nagasaki (Nixblog - Atomwaffen in Japan).
6. August 1945. Die Uranbombe "Little Boy" explodiert über Hiroshima (Nixblog - Atombombenabwurf auf Hiroshima).
16. Juli 1945. In den USA, etwa 250 Kilometer südlich von Los Alamos, auf dem White Sands Missile Range, findet mit dem Trinity Test die erste erfolgreiche Zündung einer Atombombe mit dem Codenamen "Gadget" statt (Nixblog - Atomforschungszentrum "Los Alamos National Laboratory" (LANL)). Von der US-amerikanischen Regierung wird zwar behauptet dass dort ein Munitionslager explodiert ist, die Sowjets wussten jedoch bereits 24 später dass es sich um einen Atombombentest gehandelt hatte.
April 1943. Am Kurtschatow-Institut bei Moskau beginnen Wissenschaftler an der Entwicklung der Atombombe. Das Uran und viele der Entwickler stammen aus Deutschland. Die Eingangsluke wurde von einem großen Zelt bedeckt welches der Geheimdienst nicht aus den Augen ließ. Das Team von Kurtschatow besteht aus 5 Atom-Experten. Die Entwicklung der Atombombe hat zu der Zeit für Stalin noch keine Priorität da sie von ihm nicht für kriegsentscheidend gehalten wurde.
Eines der grössten Probleme ist dass das Uran aus den Bergwerken in Kasachstan und Kirgisistan nicht ausreicht um einen Atomreaktor zu betreiben. Ein Großteil der weltweiten Uranvorkommen befindet sich unter US-amerikanischer und britischer Kontrolle. Weil das Wasser aus den ältesten Minen Europas Hinweise auf Uranvorkommen gibt durchkämmt der sowjetische Geheimdienst zusammen mit Geologen nach dem Einmarsch in Ostdeutschland das Erzgebirge. Erste Schätzungen gehen von 100 Tonnen Uran aus. Bis 1990 wurden jedoch 232.000 Tonnen abgebaut. Etwa zwei Drittel des Urans für das sowjetische Atomprojekt wurden in Deutschland abgebaut.
In den Auer-Werken bei Berlin und in unterirdischen Lagerstätten in Salzbergwerken finden die Uransucher jedoch das Uranmetall aus dem deutschen Atomwaffenprogramm. Dadurch sparte die Sowjetunion etwa ein Jahr Zeit.
1943. Josef Stalin ruft das "Test-Labor Nummer 2" ins Leben.
Bildergalerie: Osjorsk (Welt)
Quellen: Wikipedia, Welt, n-tv
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